Endlich ein Auswärtssieg fürs Kleeblatt

Jurgen_GjasulaDer Held des Tages heißt Jurgen Gjasula. Ihm ist es zu verdanken, dass die Spielvereinigung nach einem 0:1-Rückstand beim 1. FC Union Berlin das Ruder noch herumreißen konnte. Und die Begegnung mit einem 2:1-Sieg nach Hause trug.

Das Wetter in Berlin war heute mehr als wechselhaft, mal toller Sonnenschein, mal herbe Regengüsse. So auch das Spiel aus Fürther Sicht. Denn schon in der 19. Minute gelang den „Eisernen“ an der Alten Försterei durch Steven Skrzybski ein ernüchterndes 1:0. Nicht überraschend für die 19.000 Zuschauer (eine Handvoll Kleeblattanhänger war im Gästeblock), denn die Berliner hatten bis dahin eindeutig die bessere Leistung gezeigt. Ihr neuer Coach Sascha Lewandowski witterte dann auch sofort Morgenluft. Ihm ging vermutlich kurz der Gedanke durch den Kopf, dass es im 17. Spiel zwischen Union Berlin und dem Kleeblatt nun unter seiner Ägide den zweiten Sieg der Berliner geben könnte.

Der Fürther Keeper Sebastian Mielitz, den ich in seinen ersten Spielen im Kleeblatt-Tor im Greuther-Weiber-Blog kritisiert habe, gefällt mir inzwischen immer besser. Er rettete heute die eine oder andere brenzlige Situation und schaffte es mit sicheren und reaktionsschnellen Aktionen, dass der 1:0-Vorsprung der „Eisernen“ nicht vergrößert wurde.

Wie schon öfter wirkte das Kleeblatt-Team nach der Halbzeit-Pause wacher. Kaum ist der Ball im Spiel, foult Kessel Tom Weilandt an der eigenen Strafraumgrenze. Der Schiedsrichter gibt einen Freistoß für Fürth, der clever gelöst wird: Gießelmann springt über den Ball, anschließend zirkelt Gjasula den Ball ins rechte Torwart-Eck! Ein guter Start in die zweiten 45 Minuten. Und noch mal ist es Jurgen Gjasula, der Fürther Fußball-Herzen höher schlagen lässt: Nach einem Foul an Robert Zujl erkennt der Schiedsrichter in der 70. Spielminute auf Elfmeter, den Gjasula trocken in die linke, untere Ecke schießt. Keeper Haas berührt den Ball noch mit den Fingerspitzen, trotzdem geht der Ball rein.

Als Antwort gingen beide Teams jetzt härter ins Spiel, es hagelte – quasi im Minutentakt – Gelbe Karten. Eine Schrecksekunde für das Kleeblatt gab es dann knapp zehn Minuten vor Schluss: Nach einem Eckball von Union Berlin bringt Kreilach die Kugel per Kopf auf den linken Pfosten, wo Kessel den Ball wenige Zentimeter über die Linie drückt. Ausgleich? Nein, der Schiedsrichter erkennt den Treffer wegen eines vermeintlichen Fouls von Kreilach nicht an.

So bleibt es bei einem 2:1-Auswärtssieg für die Spielvereinigung. Das Auftreten der Mannschafft war heute nach dem glücklichen Derbysieg nicht unbedingt selbstbewusster. Aber die wirklich starke Leistung von Jurgen Gjasula, Robert Zujl und Benedikt Röcker macht die Kleeblattfans heute glücklich. Das Team rangiert aktuell einen Platz vor dem 1. FC Nürnberg mit 11 Punkten auf dem 7. Tabellenplatz. In der Englischen Woche trifft die SpVgg schon am kommenden Mittwoch, 23. September,  um 17.30 Uhr zu Hause auf den SC Paderborn.

Klasse-Leistung – aber wir fahren nicht nach Berlin!

Wenn das kein Pech war? Die Fürther Fans im Ronhof feierten beim DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund enthusiastisch – und waren letztendlich am Boden zerstört. Die Spielvereinigung hat sich in der regulären Spielzeit und auch in der Verlängerung toll geschlagen. Sie spielte auf Augenhöhe mit dem amtierenden Deutschen Meister und demonstrierte, dass sie sich in der ersten Bundesliga sehen lassen kann.
Aber das tragische Tor in der 120. Minute durch den Ex-Clubberer Ilkay Gündogan hat sämtliche Pokalträume der Kleeblätter platzen lassen. „So ist der Sport“, kommentierte BVB-Trainer Jürgen Klopp den Sieg seiner Mannschaft lapidar. Klar, aber was die Spielvereinigung über fast zwei Stunden im Ronhof gezeigt hat, war erste Sahne. Sie hatte kaum Probleme, dem Tabellenführer der Ersten Bundesliga Paroli zu bieten. Von Beginn an versuchten die Kleeblätter, das Spiel des BVB nicht rund laufen zu lassen. Olivier Occean, Sercan Sararer und Felix Klaus hatten mehrere gute Chancen, ein überraschendes Tor zu schießen, konnten sie aber nicht verwandeln. Der Fürther Keeper Max Grün verhinderte – wie so oft – gute Torchancen des BVB. Das Auswechseln des Torhüters gegen Jasmin Fejzic in der 117. Minute wird zu diskutieren sein. Trainer Mike Büskens hatte ihn wohl im Hinblick auf das bevorstehende Elfmeterschießen eingewechselt. Ein Fehler? Keine Ahnung. Aber eben eine jener Entscheidungen, die in den nächsten Wochen überall in Fürth hitzig kommentiert werden. Hätte er das tun sollen? Trainer-Fehlentscheidung? Ich denke: nein. Gündogan knallt den Ball an den linken Pfosten. Dann prallt Fejzic der Ball an den Rücken und gelangt ins Tor – in der letzten Minuten der Verlängerung. Das war einfach schade. Dortmund hat das typische „Bayern-Glück“ auf seiner Seite gehabt: das Siegtor in der letzten Minute. Und damit ist die Chose gewonnen!
Nehmen wir doch einfach die 119 Minuten, in denen sich der Zweitligist bravourös geschlagen hat. Das Kleeblatt kämpfte und hat bewiesen, dass es eine hervorragende Abwehr und auch im Angriff Power hat. Das passt doch. Was wollen wir mehr?
Das Spiel war ein Beweis dafür, dass die SpVgg auf dem richtigen Weg ist. Die Mannschaft kann sportlich mit anderen Mannschaften der ersten Liga mithalten. Ob sie das in der nächsten Saison unter Beweis stellen darf, wird sich zeigen.
Haken wir den DFB-Pokal ab, nehmen wir das nächste Spiel am Samstag gegen den Karlsruher SC ins Visier. Jetzt heißt es, sich auf den Aufstieg zu konzentrieren.
Die heutige Niederlage war eines der wichtigsten, besten und erfolgreichsten Spiele der Spielvereinigung. Es war für die Fans in der Trolli ARENA ein unvergessliches Erlebnis. Und was wollen wir mehr?