Wird Sascha Burchert ein Terrier?

Marco Caligiuri würde Sascha Burchert wohl gerne im Team behalten (Foto: Sportfoto Zink)

Die Saison 2018/19 ist zu Ende, die beiden Underdogs 1. FC Union Berlin und SV Wehen Wiesbaden sind nach den Relegationsspielen in die Bundesliga bzw. Zweite Liga aufgestiegen. Und die Traditionsvereine VfB Stuttgart sowie FC Ingolstadt müssen sich ab dem Sommer jeweils eine Liga tiefer „vergnügen“.

Die Spielvereinigung lag am Ende der vergangenen Spielzeit mit 42 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz. Wilde Spekulationen, wo es mit dem Kleeblatt sportlich hingehen wird, liegen aktuell ein wenig auf Eis. Kleeblattfans und Spieler erholen sich. Aber: Personell wird sich einiges tun. Ob Fabian Reese zurück zu Schalke 04 geht weiter lesen

Ex-Kleeblatt Hefele steigt in Englands Premier League auf

Welcher Kleeblattfan erinnert sich noch an den Namen Michael Hefele? Bestimmt nicht viele. Der deutsche Abwehrspieler, der in der einzigen Bundesligasaison der Spielvereinigung in deren Kader war, hat es jetzt zu besonderen Ehren gebracht: In seiner ersten Saison in der Football League Championship (vergleichbar mit der Zweiten Liga in Deutschland) stieg Hefele jetzt mit seinem Verein Huddersfield Town als Sieger des Championship-Playoff-Finales gegen den FC Reading nach Elfmeterschießen in die Englische Premier League auf.

Hefele ist 1990 im oberbayrischen Pfaffenhofen an der Ilm geboren und begann seine aktive Karriere als Fußballspieler beim ST Scheyern. Nach Stationen beim FC Ingolstadt, dem FC Augsburg und der SpVgg Unterhaching verpflichtete die SpVgg Michael Hefele im Juni 2012. Er wechselte damals ablösefrei zum Kleeblatt und erhielt einen Einjahresvertrag mit weiteren Optionsrechten für die SpVgg. Am 15. Dezember 2012 – dem 17. Spieltag – feierte er beim 1:1 im Heimspiel gegen den FC Augsburg mit Einwechslung für Christopher Nöthe in der 78. Minute sein Debüt in der Bundesliga.
Am 15. Januar 2014 wechselte der Verteidiger zum Drittligisten Wacker Burghausen, die Mannschaft stieg am Saisonende ab. Zur Saison 2014/15 kehrte Hefele nicht nach Fürth zurück und ging zu Dynamo Dresden. Er unterschrieb beim Zweitligaabsteiger einen Zweijahresvertrag und war in der Saison 2015/16 Mannschaftskapitän. Als Drittligameister stieg Dynamo in die 2. Bundesliga auf.

Michael Hefele verließ zum Saisonende 2016 Dynamo und wechselte ablösefrei zum englischen Zweitligisten Huddersfield Town. Der englische Fußballverein aus der Grafschaft Yorkshire wurde 1908 gegründet und verfügt derzeit über einen Mini-Etat von 16 Millionen Euro. Das Endspiel im Championship-Playoff-Finale gewannen die Fußball-Underdogs im Londoner Wembley-Stadion im Elfmeterschießen mit 4:3 gegen den FC Reading und steigen damit zur Überraschung vieler Experten in die Premier League auf. Der Verein spielte zuletzt vor 45 Jahren in der englischen Ersten Liga. Die Rückkehr wird dem Club schätzungsweise bis zu 200 Millionen Pfund einbringen.
Übrigens haben fünf Spieler aus dem aktuellen Kader deutsche Wurzeln: Neben Michael Hefele und Christopher Schindler (1860 München) sind außerdem der Deutsch-Kongolese Elias Kachunga (FC Ingolstadt), der frühere Kaiserslautern-Spieler Chris Löwe und der im Winter von Union Berlin gekommene Collin Quaner im Team. Und trainiert werden die „Terrier“ vom deutschen Coach David Wagner.

Good bye, Gerald Asamoah?

Personell tut sich ja im Moment einiges bei der Spielvereinigung. Heinrich Schmidtgal wird beim morgigen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht auflaufen können – er ist verletzt. Torhüter Max Grün, der bei den vergangenen Spielen anstelle von Wolfgang Hesl das Kleeblatt-Tor sauber halten wollte/sollte, ist mehr oder minder auf dem Absprung. Und jetzt munkelt man nicht nur in Insiderkreisen, dass Gerald Asamoah aufhören will.

Im Januar 2012 wurde „Asa“ vom damaligen Kulttrainer Mike Büskens nach Fürth geholt, ich schrieb auch gleich über einen erhofften „Motivationsschub aus Ghana“.  Schnell wurde „Asa“ für viele Fürther und Kleeblatt-Anhänger zu einer der Galionsfiguren bei der „Unaufsteigbar-Tour“. Er stand vor ziemlich genau einem Jahr – als der Aufstieg perfekt war – mit seinen Teamkameraden auf dem Fürther Rathaus-Balkon, ihm wurde zugejubelt. Dort oben (siehe Foto) hat er auch an Mike Büskens die Gretchenfrage gestellt: „Trainer, bleibst Du?“
Asamoah hat uns immer den Eindruck vermittelt, einer der stärksten Motoren in der Mannschaft zu sein. Er wirbelte mit seinen immerhin schon 34 Jahren auf dem Spielfeld herum und war sich nie zu schade, sein Team zu motivieren und nach vorne zu puschen.
Oft haben wir in unserem Greuther-Weiber-Blog über Gerald Asamoah geschrieben, zuletzt über seine Biographie “Dieser Weg wird kein leichter sein”.
Aber in dieser ersten Bundesliga-Saison wurde Asamoah oft erst kurz gegen Ende der zweiten Halbzeit eingewechselt. Und seitdem Mike Büskens nicht mehr Coach der Spielvereinigung ist, wurde es um seinen Ex-Kollegen von Schalke 04 immer stiller.

Jetzt kursiert also das Gerücht, dass Asamoah aufhören wird. Wundern würde es niemanden. Sein Vertrag bei der SpVgg läuft noch bis zum 30. Juni 2013. Aber eines ist klar: Alle fußballbegeisterten Fürther werden mit Dankbarkeit an die Zeit mit Asa zurückdenken. (Auch) ihm haben wir den historischen Aufstieg des Fürther Kleeblatts in die Erste Liga zu verdanken!

Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt!

Morgen geht das Jahr 2012 zu Ende. Für Fürther Fußballfans waren es zwölf Monate im Wechselbad der Gefühle. Der emotionale Höhepunkt war der Aufstieg des Kleeblatts in die erste Bundesliga, depremierende Stimmung durchlebte man seit siebzehn Spieltagen: Die Spielvereingung steht mit neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Hier ein kleiner – ganz persönlicher – Jahresrückblick der Greuther-Weiber:

Im Januar konnten wir unseren 300. Blogbeitrag feiern. Und berichteten am 10. Januar, dass Gerald Asamoah ab sofort zum Kleeblatt-Team gehört. Ein taktisch kluger Schachzug von Trainer Mike Büskens: Der leidenschaftliche Stimmungsmacher Asa sollte in den folgenden Monaten zur wichtigen Figur im Aufstiegskampf avancieren.
Im Februar fand – nachdem man im Dezember den „Club“ im DFB-Pokal besiegt hatte – eines der wichtigsten Spiele des Kleeblattes statt: Im DFB-Pokal schafften es die Fürther, den TSG Hoffenheim mit 1:0 zu schlagen und sich damit für das Pokal-Halbfinale zu qualifizieren.
Der März war dann von eben diesem Spiel geprägt. Gemeinsam mit dem „Feind in meinem Haus“ – mit ihr machte ich ein Interview für Antenne Bayern – erlebten wir das legendäre Spiel gegen den späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund im Ronhof. Unglücklich verlor die SpVgg die spannende Partie mit 0:1. Dem Hype um das Kleeblatt tat das allerdings keinen großen Abbbruch.
Einen der schönsten Abende des Jahres 2012 erlebten wir am 16. April: Nachdem Dynamo Dresden das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen hatte, war es klar, dass die Spielvereinigung aufsteigt. Um 23 Uhr feierten Hunderte begeisterte Kleeblattfans in der Fürther Gustavstraße, die Mannschaft war dabei, und man wusste: Endlich tragen die Unaufsteigbaren diese Bezeichnung nicht mehr zu Recht.
Im Mai machte das Kleeblatt den Aufstieg dann auch offiziell perfekt – sogar als Tabellenerster. Coach Mike Büskens entschied sich nach längerem Zögern, noch ein weiteres Jahr in Fürth zu bleiben und die Mannschaft in die erste Liga zu begleiten. Vielleicht hat ihn und seine Familie unser persönlicher Brief an Frau Büskens ein wenig bei der Entscheidungsfindung beeinflusst?
Im Juni war Fußball-EM, die SpVgg erhielt einen Sportpreis, man munkelte, dass Torjäger Olivier Occean das Kleeblatt verlassen könnte.
Dieser sportliche GAU bestätigte sich dann im Juli. Das Kleeblatt war ab jetzt auf der Suche nach einem Stürmer, eine Schulklasse machte sich stark für „ihren“ Verein.
Im August startete die Erstligasaison mit dem Spiel gegen Angstgegner Bayern München im Ronhof. Die Fußballcracks gewannen mit 3:0, und ich schrieb damals in meinem Blog: „Das Team der Spielvereinigung ist motiviert und hat Potenzial, die erste Halbzeit war vielversprechend, dann dominierten leider die Bayern. Und: Die Stimmung in der voll besetzten Trolli ARENA war super und macht Lust auf die nächsten Begegnungen.“
Und so sollte es ab jetzt bleiben. Deshalb wollen wir die nächsten fünf Monate nicht mehr im Detail durchackern. Nicht, weil die Greuther-Weiber schreibfaul wären. Nein, wir wollen nicht noch weiter Salz in die Wunde streuen. Siebzehn Spiele in der Hinrunde, mit dem ernüchternden Resultat: ein Sieg, sechs Unentschieden und zehn verlorene Partien. Wir hoffen immer noch: Das Potenzial wäre da, aber der Verkauf von Olivier Occean an Eintracht Frankfurt war der Kardinalfehler des Vereins. Ohne einen schlagkräftigen Stürmer, einen „Knipser“, der Tore schießt, wird es schwer fürs Kleeblatt in den 17 Spielen der Rückrunde.
Unser Fazit: 2012 war eines der wunderbarsten und gleichzeitig auch eines der enttäuschendsten Jahre für Kleeblattfans. So viel steht fest!

Bayerischer Sportpreis fürs Kleeblatt

Große Ehre für die Spiel-vereinigung: Sie erhält am 15. Juli gemeinsam mit der Biathletin Magdalena Neuner den Bayerischen Sportpreis 2012. Der „Persönliche Preis des Bayerischen Minister-präsidenten“ ehrt Sportler für herausragende sportliche Leistungen sowie Persönlichkeiten mit außergewöhnlichen Verdiensten rund um den Sport.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer formuliert es so:

„Der Mannschaftspreis geht an die Spielvereinigung Greuther Fürth. Sie gehört zu den traditionsreichsten Fußballvereinen Deutschlands und hat mit ihrem Aufstieg in die erste Bundesliga bayerische Träume wahr werden lassen.“

Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre – der Preis wird in insgesamt acht Kategorien vergeben – gehören unter anderem die „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“, Franz Beckenbauer, Basketballstar Dirk Nowitzki, Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld und Nationalspieler Mats Hummels. Bislang haben für den Event in der BMW Welt München Wladimir Klitschko, Howard Carpendale und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als Laudatoren für den Festakt zugesagt.
Dieser Preis ist eine ganz besondere Auszeichnung für die Mannschaft des Bundesliga-Aufsteigers. Ich meine allerdings, das Kleeblatt hätte genauso gut in der Kategorie „Jetzt-erst-recht-Preis“ gewinnen können. Er wird „für die vorbildliche Überwindung eklatanter Schwierigkeiten im Sport“ verliehen. Und das hat die Spielvereinigung ja wohl geschafft, oder?