Weiß-grünes Feuerwerk am Ende der neuen Spielzeit?

Diese Woche ist eine Woche voller besonderer Ereignisse: Die Spielvereinigung hat mit Hofmann Personal einen neuen Hauptsponsor, die neue Haupttribüne wurde mit vielen illustren Gästen eröffnet, das Kleeblatt startet morgen in die neue Saison 2017/18 mit dem Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98. Was für uns Greuther-Weiber aber beinahe noch wichtiger ist: Unser letzter Blogbeitrag war der 900. Den Greuther-Weiber-Blog der „Nürnberger Zeitung“ gibt es seit Juli 2009, er wurde quasi als Gegenpol zu den “ 3 Clubfreunden“ ins Leben gerufen. Seitdem sind die Autorinnen stets auf der Suche nach interessanten Themen rund um die Spielvereinigung und rund um Fürth. Wenn möglich, versuchen wir, eine weibliche Komponente herauszukitzeln. weiter lesen

Derbysieger, Derbysieger!

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthDerbysiege sind für die Ewigkeit. Und heute hat die Spielvereinigung mit ihrem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg einmal mehr den Erzfeind aus der östlichen Vorstadt in seine Schranken gewiesen. Wobei in den ersten dreißig Minuten die rot-schwarze Dominanz unübersehbar war. Meist spielte sich das Geschehen im Fürther Strafraum ab, die Clubberer holten einen Eckball nach dem anderen heraus, hatten jedoch einfach kein Glück. Das Spiel des Kleeblatts ließ anfangs Struktur und Konzept vermissen. Die Aktionen des Clubs waren härter und unerbittlicher,  und es gab erbitterte Zweikämpfe – Schiedsrichter Tobias Stieler hatte die Partie allerdings immer souverän in Griff.

Dann erlebten in der 40. Minute die gut 30 000 Clubfans einen Albtraum: Eine Flanke von Niko Gießelmann von der linken Strafraumkante traf nur die Latte, daraufhin köpfte Sebastian Freis den Ball von rechts vors Tor, wo Serdar Dursun aus wenigen Metern Distanz zum 1:0 traf. Die Nerven der Clubspieler lagen jetzt blank, wenige Minuten später eskalierte eine unklare Aktion vor dem Tor des Kleeblatt-Keepers Balázs Megyeri. Er kollidierte mit Edgar Salli, reagierte emotional und schubste den Nürnberger Kapitän Miso Brecko. Die logische Konsequenz war eine Gelbe Karte für beide.

Gestärkt und motiviert kam die Spielvereinigung nach der Halbzeitpause auf den Platz und hatte jetzt unübersehbar einen Plan. Ihr gelang jetzt mehr, sie griff druckvoller an und wurde in der 54. Minute für ihr verbessertes Zusammenspiel belohnt. Nach einer Flanke von Veton Berisha gelang dem Fürther Newcomer Daniel Steininger das heiß ersehnte 2:0. Die Clubfans waren wie gelähmt, befürchteten sie doch, dass eine erneute Niederlage ihren Verein noch tiefer in die Krise stoßen könnte. Im Gegensatz dazu war die Stimmung im Kleeblatt-Gästeblock super, die weiß-grünen Fans feuerten ihre Mannschaft lauthals an und genossen hörbar die hitzige Derbystimmung. Jetzt galt es „nur“ noch, den 2:0-Vorsprung zu halten. Was beinahe auch gelungen wäre. Erst in der Nachspielzeit hatte der Club dann doch sein kleines Erfolgserlebnis: Guido Burgstallers abgefälschter Schuss aus sieben Metern schlug in der 93. Minute ins Fürther Tor ein. Ein Anschlusstreffer mit allenfalls kosmetischer Relevanz.

Der heutige umjubelte Sieg im 261. Lokalderby beschert dem Kleeblatt mit zehn Punkten nach sechs Spielen den 5. Tabellenplatz. Der 1. FC Nürnberg hat die rote Laterne und verzeichnet gerade mal zwei Pünktchen. Ein Schlag ins Gesicht des Traditionsvereins, der doch Ende der letzten Saison noch auf dem Sprung in die höchste Klasse des deutschen Fußballs war.
„Derbysieger, Derbysieger“, skandierte Gerald Asamoah in der Nacht der Nächte im April 2012 in der Fürther Gustavstraße, als es klar war, dass die SpVgg erstklassig wurde. Er sang sich damit tief in die Herzen der Kleeblattanhänger. Auch heute werden viele Fans ihren Sieg feiern. Und vielleicht nachts sogar selig vom Wiederaufstieg in die Bundesliga träumen.

Ex-Kleeblatt spielt bei Fußball-EM

Gestern Abend hatte die deutsche Nationalmannschaft endlich ihren ersehnten ersten Auftritt bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Das Team um Trainer Jogi Löw hat sein erstes Spiel in Gruppe C gegen die Ukraine mit einigen Anstrengungen 2:o gewonnen. Und Bastian Schweinsteiger konnte mit einem wunderschönen Tor in der Nachspielzeit sein Comeback feiern.
Freuen wird die Fans der Spielvereinigung, dass auch ein ehemaliger Spieler des Kleeblatts bei der EM dabei ist: Mergim Mavraj läuft für Albanien auf, das zum ersten Mal überhaupt in seiner Fußballgeschichte an einer Europameisterschaft teilnimmt.
Mavraj war im Januar 2011 zum Kleeblatt gewechselt und erkämpfte sich mit seinen guten Leistungen schnell einen festen Platz in der  Stammelf. Nach dem Bundesligaaufstieg 2012 wurde er vom Mannschaftsrat zum Kapitän gewählt und führte die SpVgg durch ihre erste (und bislang einzige) Bundesligasaison. Nach dem Abstieg gab Mavraj die Kapitänsbinde an Wolfgang Hesl weiter, seinen Stammplatz konnte er jedoch verteidigen. (Auf dem Foto klatscht Mavraj nach dem Spiel gegen SV Sandhausen 2014 mit den Kleeblattfans ab.) Nach dem gescheiterten Relegationsspiel um die Rückkehr in die Bundesliga im Mai 2014 gegen den Hamburger SV wechselte er dann zur Saison 2014/15 zum Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln, bei dem er einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

Für die  Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wurde er ins albanische Aufgebot aufgenommen. Das erste EM-Spiel von Albanien gegen die Schweiz in Lens hat sich Verteidiger Mergim Mavraj aber wohl etwas anders vorgestellt. In der 5. Minute bringt Shaqiri das Leder von der rechten Seite in die Mitte, wo Hoffenheims Fabian Schär am höchsten springt und nur noch einzunicken braucht. Albanien-Keeper Berisha tauchte erst hinter Schär auf – ein krasser Torwartfehler. 1:0 für die Schweiz! Und das ist auch der Endstand.

Aber: Nach der Auftaktpleite in der Gruppe A bleiben Mavraj und seinen Albanern noch zwei Möglichkeiten auf Punkte. Am Mittwoch, 15. Juni,  steht die Partie gegen Gastgeber Frankreich auf dem Plan. Und am Sonntag, 19.Juni, wartet dann noch Rumänien auf Mavrajs Mannschaft. Auf jeden Fall zittern viele Kleeblattfans mit ihrem Ex-Kapitän mit und wünschen den Albanern eine erfolgreiche EM-Teilnahme.