Babas Höhenflug – und ein 5:1-Sieg fürs Kleeblatt im Lokalderby!

SpVgg Greuther Fürth - FCNWer erinnert sich nicht an das sagenhafte Halbfinalspiel gegen den WM-Favoriten Brasilien? Die deutsche Nationalmannschaft gewann überraschend hoch mit 7:1, hat damit den Gegner düpiert – und wurde letztlich Fußball-Weltmeister. Ein wenig vergleichbar war der heutige Sieg (ich kann schon fast das strapazierte Wort „Kantersieg“ verwenden) der Spielvereinigung gegen den 1. FC Nürnberg. 5:1 lautete das Endergebnis. Damit steht das Kleeblatt aktuell punkt- und torgleich mit dem VfL Bochum an der Tabellenspitze der Zweiten Liga.

Die Überraschung des heutigen Spiels war sicher Abdul Rahman Baba. Er, der in der letzten Saison oft als Verhedderer und Verdribbler von sich reden machte, traf heute in der 8. Minute zum ersten Mal. Damit war bei ihm offenbar der Knoten geplatzt. Er holte dann einen Elfmter heraus, den Goran Sukalo verwandelte. Und erzielte in der 57. Minute das 3:1. Bei Baba passte heute einfach alles: Er war in der für ihn optimalen Position eingesetzt, rannte und kämpfte und hatte noch dazu das nötige Fünkchen Glück.

Die Gäste aus Nürnberg spielten einfallslos und chaotisch. Sie versuchten mit Fouls und rüdem Verhalten einen Fuß auf den Boden zu bekommen, scheiterten jedoch. Das Kleeblatt überzeugte mit strategisch gekonnten Aktionen und beherztem Spiel. Tom Weilandt gelang das 4:1. Und Robert Zulj war kaum für Stephan Schröck auf dem Platz (85.), schon schoss er eiskalt zum 5:1 Endstand.

Wie geprügelte Hunde werden jetzt die Clubfans wohl den Heimweg nach Nürnberg antreten. Hoffentlich bleibt es friedlich. Denn die Bengalos von FCN-Anhängern im Gästeblock während des Spiel machten deutlich, dass einige Ultras noch immer nicht begreifen, dass so etwas voll daneben ist und mit Sport gar nichts zu tun hat.

5:1 – das Ergebnis zergeht allen Kleeblattanhängern wie Sahne auf der Zunge. Ein Derbysieg ist wichtig und mit vielen Emotionen verbunden. Er hat für beide fränkischen Vereine – den 1. FC Nürnberg und die Spielvereinigung – einen besonderen Stellenwert. Vom heutigen Sieg wird man in Fürth noch lange zehren. Und so, wie die Jungs um Trainer Frank Kramer heute aufgetreten sind, geben sie zur Hoffnung Anlass, dass sie diese Saison noch besser beenden könnten als die vergangene!

TV-Interview mit Clubfan und Greuther-Weib

Clubfans und Kleeblattanhänger – Das geht gar nicht? Die unschönen Ereignisse am vergangenen Wochenende bringen mich wieder ins Grübeln. Was muss in Fans vorgehen, die in einer Nacht- und Nebelaktion zum Vereinsheim der Sportfreunde Ronhof nach Fürth fahren, um sich dort eine handfeste Schlägerei zu liefern?
Es geht auch anders. Das will der Bayerische Rundfunk in seiner Sendung „Kipfenberg“, einer journalistischen Unterhaltungs-Talkshow, moderiert von Hubertus Meyer-Burckhardt, zeigen. Deshalb nahm ein Mitarbeiter Kontakt mit mir – „Wir sind auf Euer Greuther-Weiber-Blog gestoßen und finden es super“ – und Andi, einem eingefleischten Clubfan, auf, um uns und unserem Verhältnis zueinander mal kräftig auf den Zahn zu fühlen.
Wir trafen uns mit einem Kamerateam, der Reporterin Christina Wolf und dem Autor an der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth und ließen uns filmen. Händeschütteln mit cooler Miene, er im Club-Outft, ich mit weiß-grünem Schal.
Das eigentliche Interview fand dann in der Nähe des Fürther Rundfunkmuseums unweit der Pegnitz statt. „Was fühlt Ihr beim Derby?“, wurden wir gefragt. „Worauf beruhen eigentlich die immerwährenden Animositäten zwischen dem Kleeblatt und dem 1. FCN?“ „Hat das historische Hintergründe?“ – Viele Fragen an uns, emotionale Reaktionen und Antworten von Andi und mir.
Das Ergebnis dieser Begegnung vor laufender Kamera kann man am Freitag, 2. November, ab 23.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ansehen. Ich hoffe, wir haben unsere Sache gut gemacht. Eines haben der Clubfan und ich am Ende des Interviews festgestellt: Wir finden uns beide gar nicht so übel!