Das harte Comeback des Ilir Azemi

SpVgg Greuther Fürth - TrainingslagerProfisportler gehören zu den Personen in unserer Gesellschaft, die besonders bewundert und beneidet werden. Sei es von Kindern und Jugendlichen, auch von Erwachsenen. Man liest, welche exorbitanten Gehälter z.B. einem Fußballer heutzutage bezahlt werden. Und Transfersummen von 30, 70 oder über 100 Millionen Euro (Gareth Bale oder Paul Pogba) haben zur Folge, dass „Normalverdiener“ davon überzeugt sind, dass Sportler völlig den Bezug zur Realität verlieren. Auch den Profis der Spielvereinigung geht es relativ gut: Sie werden umsorgt und hofiert, sie müssen sich um (fast) nichts selbst kümmern. Und haben einzig und allein eine Aufgabe: Gut Fußball zu spielen und erfolgreich zu sein.

Einen solchen Leistungsdruck spürt inzwischen auch wieder Ilir Azemi. Der Kleeblattstürmer verunglückte im August 2014 bei einem Autounfall schwer. Seine Verletzungen ließen es fast unwahrscheinlich erscheinen, dass er noch mal als Profi auf dem grünen Rasen stehen würde. Aber im Frühjahr 2016 war es soweit: Er lief bei einem Testspiel der U23 auf. Und die Kleeblattfans begannen optimistischer zu werden. Azemi schoss sogar Tore. Und als er bei der letzten Zweitliga-Partie gegen den SV Sandhausen zehn Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, gab es Standing Ovations im Fürther Ronhof.

Ilir Azemi ist derzeit im Trainingslager am Walchsee mit dabei und plagt sich richtig. Man erwartet allgemein von Azemi, dass er bald wieder voll einsatzfähig ist. Der Ex-Stürmer zeigt sich in einem guten Fitnesszustand, für den Saisonstart ist er im Profi-Team jedoch definitiv noch kein Thema. Schon vor der Abreise nach Tirol hatte Kleeblatt-Präsident Helmut Hack die Erwartungen an den Publikumsliebling relativiert. Und auch Azemi selbst bittet um Verständnis, da es die erste Vorbereitung zwei Jahre nach seinem schweren Autounfall ist. Er habe gemerkt, dass das Gefühl für den Ball „verloren gegangen“ sei.

Trainer Stefan Ruthenbeck beurteilt die Vorbereitungen pragmatisch, er muss natürlich in erster Linie den Erfolg der gesamten Mannschaft und den Start in die neue Saison im Fokus haben. Denn es gibt durchaus Konkurrenten für Azemi im Sturm: „Ante Vukusic und Veton Berisha machen gerade Riesensprünge nach vorne. Da muss Azemi explodieren.“ Ruthenbeck plädiert dafür, dass Azemi Spielpraxis in der U23 nicht schaden würde. „Er ist nicht abgeschrieben. Aber wir haben gemerkt, er braucht noch Zeit.“ Die Tage bis zum Saisonstart werden nicht reichen, sich zu empfehlen. Eines ist klar: Wenn keiner seiner Konkurrenten länger ausfällt, wird man sogar über einen Transfer oder eine Ausleihe von Ilir nachdenken. „Ich hoffe, der Verein ist geduldig“, sagt Azemi, „ich muss es auch sein.“

Mal gute News vom Kleeblatt

Training SpVgg Greuther FürthWer erinnert sich nicht an den furchtbaren Unfall des Kleeblatt-Stürmers Ilir Azemi im August 2014. Damals wurde der beliebte und erfolgreiche SpVgg-Profi am frühen Morgen in Höhe der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth bei einem Autounfall schwer verletzt. Er brach sich dabei mehrere Knochen im Beckenbereich, zog sich neben einer Lungenquetschung auch noch schwere Nervenverletzungen im Bein zu. Im Anschluss quälte er sich monatelang durch die Mühlen der Reha – offenbar mit Erfolg. Denn jetzt hat Azemi eine Art Comeback gefeiert. Beim Testspiel der U 23 der SpVgg gegen den TSV Burgfarrnbach war der Stürmer auf dem Platz und spielte ziemlich erfolgreich. Beim 17:0-Erfolg am Mittwochabend wurde der bald 24-Jährige eingewechselt und stellte seine Treffsicherheit unter Beweis. Fünf Mal traf Azemi ins gegnerische Tor, dabei einmal aus knapp 45 Metern Entfernung.
Aber Ilir Azemi leidet noch immer an Folgen des Unfalls. So macht es ihm zu schaffen, dass er seinen Fuß noch nicht uneingeschränkt anheben kann. Der Verein hatte seinen auslaufenden Vertrag im Sommer um zwei Jahre verlängert. Azemi nahm immer wieder am Training teil – dabei entstand auch das Foto vom Juni 2015.
Ob Azemi aber jemals wieder bei den Profis in der Zweiten Liga zum Einsatz kommen wird, ist noch nicht absehbar. Azemi war für seine spektakulären Einsätze im Strafraum der Gegner bekannt. So war ihm keine Mühe zu groß, mit Fallrückziehern und riskanten Aktionen für das Kleeblatt Tore zu erzielen.
Auf jeden Fall: Mit Ilirs Gesundheitszustand geht’s bergauf – und alle Kleeblattfans drücken ihm die Daumen!