Ist der Derbysieg der Befreiungsschlag?

Wer hätte sich das in seinen kühnsten Träumen vorgestellt: Die Spielvereinigung hat das 264. Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg mit 2:0 gewonnen. Die glücklichen Torhelden heißen Khaled Narey und Daniel Steininger (Foto: Sportfoto Zink).
Die Stimmung bei einigen Fürther Fangruppen und den Kleeblattanhängern vor der brisanten Begegnung war offenbar nicht allzu prickelnd: Von den 4000 möglichen Eintrittskarten ins Max-Morlock-Stadion waren 1300 zurückgegeben worden. Ein Armutszeugnis! Doch die verbleibenden 2700 Kleeblattfans machten richtig gute Stimmung und feierten den ersten Auswärtssieg ihres Vereins in dieser Saison.

Das Spiel startete mit einer Bombenchance von Fabian Reese in der 7. Minute. Der Ball ging knapp übers Nürnberger Tor. Ein vielversprechender Auftakt! Der Club – aktueller Tabellenführer und potenzieller Aufstiegskandidat – kam in keiner Phase richtig ins Spiel. Die Mannschaft war ideenlos und kam offenbar mit dem immensen Druck des Frankenderbys im eigenen Stadion schlecht klar. Bis zur Halbzeitpause war man andererseits als Kleeblattfan froh, dass nichts passiert war.
Dann der Knaller vier Minuten nach dem Wiederanpfiff: Einen langen Ball von Maxi Wittek aus der eigenen Hälfte verteidigt Khaled Narey erfolgreich und schießt dann von der Strafraumgrenze aus der Drehung flockig aufs Clubtor. Und der Ball ist drin! Ein unerwartetes 1:0 für die SpVgg in der 49. Minute. Der Club reagierte völlig konsterniert, er hätte um ein Haar kurz darauf das 0:2 kassiert, aber Alexander Fuchs rettete.
Nürnberg schoss einen Bock nach dem anderen, ließen ein Konzept vermissen und scheiterte immer wieder an der kompakten Fürther Abwehr. Der FCN hatte mit dem eingewechselten Werner (82.) und Behrens (90.+1) allenfalls kleine Chancen, die er nicht verwandeln konnte. Die Fürther Zuschauer zitterten und zählten die verbleibenden Spielminuten runter. Hoffentlich nicht noch das Ausgleichtstor!  Dann wurde Daniel Steininger eingewechselt. In der zweiten Minute der vierminütigen Nachspielzeit startete er einen Alleingang in Richtung Nürnberger Tor. Er agierte souverän und nervenstark – und traf zum 2:0. Das besiegelte den ersten Auswärtssieg der Spielzeit 2017/18. Für das Kleeblatt ganz wichtige drei Punkte im Abstiegskampf.

Bis zu den Spielen von Eintracht Braunschweig (morgen) und dem VfL Bochum (Montag) liegt die Spielvereinigung mit 30 Punkten jetzt erst mal auf dem 13. Tabellenplatz. Wenn dieser heutige Derbysieg nicht der Anfang vom Weg nach oben ist, dann möchte ich es wissen!

Endlich wieder ein Heimsieg im Ronhof!

Der Mann des Tages heißt Damir Buric. Der Fürther Coach hat mit seinen Entscheidungen vor und während der heutigen Begegnung gegen den FC Erzgebirge Aue alles richtig gemacht. Er stellte sein Team im Vergleich zur 0:3-Schlappe gegen den 1. FC Kaiserslautern wesentlich um: Für Keeper Balazs Megyeri kam Sascha Burchert, außerdem gehörten Neuzugang (und Ex-Kleeblatt) Roberto Hilbert, Manuel Torres und Serdar Dursun (für Sontheimer, Green und Hofmann) zur Startelf.
Ab Spielbeginn war die Spielvereinigung bei herrlichstem Altweibersommer konzentriert, voller Power und dominierte das Spiel. Die Gäste aus Aue taten sich schwer, agierten defensiv und hatten kaum Chancen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit wurde dann das Engagement der Spielvereinigung auch belohnt: Khaled Narey, der nach einem guten Saisonstart in den letzten Spielen immer schwächer geworden ist – bringt einen weiten Schlag von Roberto Hilbert unter seine Kontrolle, macht sich im Strafraum Platz und nimmt Tempo auf. Der Verteidiger der Veilchen kann nicht folgen, und Narey schießt von halbrechts souverän flach ins linke Eck zum 1:0 (40. Minute). Ein Bilderbuchtor, das von den Zuschauern mit lautem Jubel honoriert wird. Und mit diesem Vorsprung geht das Kleeblatt in die Halbeitpause.
Die zweiten 45 Minuten starten wieder lebhaft. Das Kleeblatt spielt jetzt mit der Sonne. Mit einem Elfmeter (nach einem Duell im Strafraum zwischen Manuel Torres und Ex-Kleeblatt Nicolai Rapp), den der Schiedsrichter allerdings nicht gibt, hätte die Mannschaft ihre 1:0-Führung eventuell erhöhen können. Schade! Roberto Hilbert mischt sich mehr ein, kommt von Minute zu Minute besser ins Spiel. Am Ende einer guten Kombination verpasst er mit einem coolen Distanzschuss nur knapp seinen Premierentreffer (68. Minute). weiter lesen