Kleeblattfans zeigten Flagge

SpVgg Greuther Fürth - Fortuna DüsseldorfBeim gestrigen Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf hat die Spielvereinigung einen wunderbaren 3:1-Sieg mit drei Traumtoren von Veton Berisha (2) und Marco Stiepermann (1) eingefahren. Am Rande des Geschehens ging es im Sportpark Ronhof auch noch um Anderes: Kleeblattfans zeigten in der Fankurve Flagge. Auf großen Transparenten war zu lesen: „Nazis und Verschwörungstheoretiker – verpisst euch! Kein Platz für den Kopp-Verlag!“. Damit sprachen sie sich – zumindest optisch – eindeutig dagegen aus, dass der Kopp-Verlag aus Rottenburg demnächst in der Fürther Stadthalle eine Veranstaltung abhalten wird. Einen „Kongress der Superlative“ verspricht der Kopp-Verlag auf seiner Internetseite, mehr als 600 Teilnehmer werden angekündigt. Um die „perfekte Krisenvorsorge“ soll es hier am kommenden Samstag, 23. April, gehen.

Die „Fürther Nachrichten“ haben am 11. April 2016 schon ausführlich darüber berichtet: Rechtsreferent Christoph Maier und dem Geschäftstführer der Stadthalle, Robert Steinkugler, habe der Name „Kopp-Verlag“ bis vor kurzem nichts gesagt. „Ein Autorenkongress eines großen Verlagshauses war angefragt“, so Steinkugler. „Ich kann niemandem im Team einen Vorwurf machen, dass er nicht hellhörig geworden ist.“ Wenn man den Verdacht habe, dass es sich um „Rechtsradikale oder Gewaltgeneigte“ handle, erkundige man sich. Allerdings sei es für eine Stadthalle generell schwieriger als für einen privaten Betreiber, Veranstalter im Vorfeld abzulehnen, so Steinkugler und Maier in den „FN“. Als eine Halle, die „dem öffentlichen Zweck gewidmet ist“, soll sie jedem zur Verfügung stehen – jedem, der nicht durch Straftaten auffällt oder die öffentliche Sicherheit gefährdet. Es gelte der „Gleichbehandlungsgrundsatz“: „Wir können nicht einfach sagen: Das gefällt uns inhaltlich nicht“, erklärte Maier.

Ich finde es bemerkenswert, dass Kleeblattfans auf der Nordtribüne gestern im Stadion mit Spruchbändern demonstrierten. Vielleicht – so meinte jemand auf Facebook – hat so etwas beim Sport nichts zu suchen. Aber ein Fußballspiel mit knapp 10 000 Zuschauern ist mit Sicherheit eine Plattform, auf Dinge aufmerksam zu machen, die eine Stadt bewegen. Die Fans sind schließlich auch Fürther Bürger, die sich für das interessieren, was in ihrer Stadt vorgeht und gegebenenfalls ihre Meinung dazu öffentlich kundtun. Das gehört einfach zur Demokratie dazu. Und das hält der Sport auch aus!

Fans von Kleeblatt und FCB demonstrieren gemeinsam

Das Spiel gegen den FC Bayern München in der Allianz-Arena beginnt morgen um 15.30 Uhr, aber schon vorher werden einige Kleebattfans in der Münchner Innenstadt anzutreffen sein: Anhänger der Spielvereinigung und des FC Bayern werden zu einem gemeinsamen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt antreten. Ihre Forderung: eine individuelle Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte. Schon im März 2012 – am Tag des Spieles gegen 1860 München in der Allianz-Arena – waren einige Mitglieder der hiesigen Fanszene zu Hause geblieben und hatten sich lieber in einer Fürther Demo für die Kennzeichnungspflicht stark gemacht (siehe Foto). Morgen möchte man nun gemeinsam mit Anhängern des FC Bayern ein deutliches Zeichen setzen.

Wer erinnert sich nicht an den 10. Februar 2010, als es beim DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem FCB und der SpVgg vor und in der Allianz-Arena zu Übergriffen eines Unterstützungskommandos (USK) auf Fürther Fans gekommen war? Wir haben damals auch in unserem Blog darüber berichtet. Bei winterlichem Wetter ohnehin schon spät im Stadion angekommen, mussten die Gästefans langwierige Kontrollen über sich ergehen lassen – teilweise auch als das Spiel schon angepfiffen war. Je nach Aussage der Beteiligten kam es dann während der Partie aus verschiedenen Gründen zu Auseinandersetzungen, bei denen Polizeibeamte, teils maskiert und unidentifizierbar, den Schlagstock schwangen und Pfefferspray sprühten.

Morgen Vormittag veranstalten die „Horidos“ und Fans des FCB gemeinsam mit der Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ um 10.30 Uhr auf dem Münchner Marienhof die Kundgebung. Dabei werden beide Fanlager ein satirisches Fußballspiel aufführen, das verdeutlichen soll, weshalb die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in ihren Augen wichtig ist. Anschließend startet ein Demonstrationszug vom Marienhof über den Marienplatz zum Sendlinger Tor. Auf dem Weg will man bei den Partei-Büros von FDP, SPD und den Grünen einen offenen Brief einwerfen. Er soll die Parteien an ihre Versprechen erinnern, die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in Bayern möglichst bald durchzusetzen.