Als Kleeblattfan unter Glubberern

Ein Freund der Greuther-Weiber aus Erlangen – seit langer Zeit überzeugter Kleeblattfan – wagte sich am Samstag in die Höhle des Löwen, sprich: ins Max-Morlock-Stadion. Er wollte sich das Frankenderby zwischen der Spielvereinigung und dem 1. FC Nürnberg keinesfalls entgehen lassen. Allerdings verzichtete er darauf, sich zu den Hard-core-Anhängern in den Gästeblock zu setzen. Er war vielmehr inmitten von Clubfans und sah sich das Treiben auf dem Spielfeld an. Die sportlichen Qualitäten der Nürnberger Spieler wollen wir hier gar nicht mehr kommentieren (ein anderer Freund meinte lakonisch: „Ich wusste nicht, wer hier die potenzielle Abstiegsmannschaft ist“). Bei unserem Erlanger Kleeblattfan unter den Clubfans war alles im grünen Bereich – bis die Tore von Khaled Narey und Daniel Steininger zum Fürther 2:0-Sieg fielen und das Schicksal des 1. FCN besiegelt war. Er konnte es nicht bleiben lassen, „die Choreografie leider etwas anzupassen“ (siehe seine Fotomontage). Und seine Gefühle nach dem Derbysieg sprechen Bände:

„Ein super Fussballerlebnis, umschlossen von Tausenden Glubbfans !
Bei meinen 2 Torjubeln war es um mich herum mucksmäuschenstill.
Ich kam mir vor, wie ein Tenor in einer Tragischen Oper 💥💥🍀🍀“

Ist der Derbysieg der Befreiungsschlag?

Wer hätte sich das in seinen kühnsten Träumen vorgestellt: Die Spielvereinigung hat das 264. Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg mit 2:0 gewonnen. Die glücklichen Torhelden heißen Khaled Narey und Daniel Steininger (Foto: Sportfoto Zink).
Die Stimmung bei einigen Fürther Fangruppen und den Kleeblattanhängern vor der brisanten Begegnung war offenbar nicht allzu prickelnd: Von den 4000 möglichen Eintrittskarten ins Max-Morlock-Stadion waren 1300 zurückgegeben worden. Ein Armutszeugnis! Doch die verbleibenden 2700 Kleeblattfans machten richtig gute Stimmung und feierten den ersten Auswärtssieg ihres Vereins in dieser Saison.

Das Spiel startete mit einer Bombenchance von Fabian Reese in der 7. Minute. Der Ball ging knapp übers Nürnberger Tor. Ein vielversprechender Auftakt! Der Club – aktueller Tabellenführer und potenzieller Aufstiegskandidat – kam in keiner Phase richtig ins Spiel. Die Mannschaft war ideenlos und kam offenbar mit dem immensen Druck des Frankenderbys im eigenen Stadion schlecht klar. Bis zur Halbzeitpause war man andererseits als Kleeblattfan froh, dass nichts passiert war.
Dann der Knaller vier Minuten nach dem Wiederanpfiff: Einen langen Ball von Maxi Wittek aus der eigenen Hälfte verteidigt Khaled Narey erfolgreich und schießt dann von der Strafraumgrenze aus der Drehung flockig aufs Clubtor. Und der Ball ist drin! Ein unerwartetes 1:0 für die SpVgg in der 49. Minute. Der Club reagierte völlig konsterniert, er hätte um ein Haar kurz darauf das 0:2 kassiert, aber Alexander Fuchs rettete.
Nürnberg schoss einen Bock nach dem anderen, ließen ein Konzept vermissen und scheiterte immer wieder an der kompakten Fürther Abwehr. Der FCN hatte mit dem eingewechselten Werner (82.) und Behrens (90.+1) allenfalls kleine Chancen, die er nicht verwandeln konnte. Die Fürther Zuschauer zitterten und zählten die verbleibenden Spielminuten runter. Hoffentlich nicht noch das Ausgleichtstor!  Dann wurde Daniel Steininger eingewechselt. In der zweiten Minute der vierminütigen Nachspielzeit startete er einen Alleingang in Richtung Nürnberger Tor. Er agierte souverän und nervenstark – und traf zum 2:0. Das besiegelte den ersten Auswärtssieg der Spielzeit 2017/18. Für das Kleeblatt ganz wichtige drei Punkte im Abstiegskampf.

Bis zu den Spielen von Eintracht Braunschweig (morgen) und dem VfL Bochum (Montag) liegt die Spielvereinigung mit 30 Punkten jetzt erst mal auf dem 13. Tabellenplatz. Wenn dieser heutige Derbysieg nicht der Anfang vom Weg nach oben ist, dann möchte ich es wissen!

Holt ihn morgen: den Derbysieg!

Morgen um 13.30 Uhr ist im Fürther Ronhof Anpfiff zum 259. Lokalderby. Alle fiebern dem Moment entgegen, wenn der Fight der beiden benachbarten  Fußballteams mit der längsten Derby-Tradition losgeht. Heute war in der gesamten Fürther Innenstadt noch Ruhe, eingefleischte Fans sind wohl im Energiespar-Modus. Sie machen vielleicht noch ein paar Yogaübungen oder trinken ein kühles „Grüner“, um morgen optimal relaxt zu sein.

Vor ausverkauftem Haus steigt das Fußballfest in einer ganz speziellen Atmosphäre. Für eine entspannte Anfahrt wird allen Stadionbesuchern eine frühzeitige Anreise empfohlen. Einlass ins Stadion ist ab 11.30 Uhr. Schon um 11 Uhr startet am Rathaus der Marsch der Kleeblattfans in Richtung Ronhof, Busse haben in dieser Zeit auf der Strecke auf der Ludwigsbrücke nichts verloren, ein Mini-Verkehrschaos ist möglich.

Das Wetter für morgen ist gut vorhergesagt. Trotzdem würde ich niemandem empfehlen, um die Mittagszeit mit Kind und Kegel den Radweg an der Pegnitz entlang von Nürnberg nach Fürth oder umgekehrt zu fahren. Man hätte nämlich wenig zu lachen: Viele Clubfans machen sich mit den Fahrrädern auf den Weg nach Fürth, um sich die Parkplatzsuche zu ersparen. Ob sie wirklich die geplante Route vom Westfriedhof über die Hans-Böckler- und Hans-Vogel-Straße einschlagen, bleibt abzuwarten. Viele werden den romantischeren Weg am Fluss entlang vorziehen.

Ob es beim Aufeinandertreffen der „verfeindeten“ Mannschaften dann heiß hergeht – wir werden sehen. Beide Teams haben mit ihren sportlichen Leistungen in der bisherigen Zweitliga-Saison ja nicht gerade geglänzt. Vielleicht wird das morgen anders. Die Tipps in meinem Freundeskreis variieren von einem deutlichen Sieg der Kleeblätter (ähnlich wie vor einem guten Jahr mit dem berühmten 5:1) bis zum faden 0:0-Unentschieden. Ich bin optimistisch: Ich erwarte eine hochklassige Begegnung mit einem knappen Fürther Sieg. Und wo wird der gefeiert? In der Gustavstraße – oder beim 9-jährigen Jubiläum des Babylon-Kinos am Fürther Stadtpark.

Babas Höhenflug – und ein 5:1-Sieg fürs Kleeblatt im Lokalderby!

SpVgg Greuther Fürth - FCNWer erinnert sich nicht an das sagenhafte Halbfinalspiel gegen den WM-Favoriten Brasilien? Die deutsche Nationalmannschaft gewann überraschend hoch mit 7:1, hat damit den Gegner düpiert – und wurde letztlich Fußball-Weltmeister. Ein wenig vergleichbar war der heutige Sieg (ich kann schon fast das strapazierte Wort „Kantersieg“ verwenden) der Spielvereinigung gegen den 1. FC Nürnberg. 5:1 lautete das Endergebnis. Damit steht das Kleeblatt aktuell punkt- und torgleich mit dem VfL Bochum an der Tabellenspitze der Zweiten Liga.

Die Überraschung des heutigen Spiels war sicher Abdul Rahman Baba. Er, der in der letzten Saison oft als Verhedderer und Verdribbler von sich reden machte, traf heute in der 8. Minute zum ersten Mal. Damit war bei ihm offenbar der Knoten geplatzt. Er holte dann einen Elfmter heraus, den Goran Sukalo verwandelte. Und erzielte in der 57. Minute das 3:1. Bei Baba passte heute einfach alles: Er war in der für ihn optimalen Position eingesetzt, rannte und kämpfte und hatte noch dazu das nötige Fünkchen Glück.

Die Gäste aus Nürnberg spielten einfallslos und chaotisch. Sie versuchten mit Fouls und rüdem Verhalten einen Fuß auf den Boden zu bekommen, scheiterten jedoch. Das Kleeblatt überzeugte mit strategisch gekonnten Aktionen und beherztem Spiel. Tom Weilandt gelang das 4:1. Und Robert Zulj war kaum für Stephan Schröck auf dem Platz (85.), schon schoss er eiskalt zum 5:1 Endstand.

Wie geprügelte Hunde werden jetzt die Clubfans wohl den Heimweg nach Nürnberg antreten. Hoffentlich bleibt es friedlich. Denn die Bengalos von FCN-Anhängern im Gästeblock während des Spiel machten deutlich, dass einige Ultras noch immer nicht begreifen, dass so etwas voll daneben ist und mit Sport gar nichts zu tun hat.

5:1 – das Ergebnis zergeht allen Kleeblattanhängern wie Sahne auf der Zunge. Ein Derbysieg ist wichtig und mit vielen Emotionen verbunden. Er hat für beide fränkischen Vereine – den 1. FC Nürnberg und die Spielvereinigung – einen besonderen Stellenwert. Vom heutigen Sieg wird man in Fürth noch lange zehren. Und so, wie die Jungs um Trainer Frank Kramer heute aufgetreten sind, geben sie zur Hoffnung Anlass, dass sie diese Saison noch besser beenden könnten als die vergangene!

Labsal für die Fürther Seele – Derbysieg!

Ich hatte den 1:0-Sieg der Spielvereinigung im 256. Frankenderby getippt. Alle hielten mich für verrückt und größenwahnsinnig. Aber das war exakt das Endresultat. Das Kleeblatt-Eigengewächs Johannes Geis schoss in der  27. Minute ein superschönes Tor. Und die SpVgg hat es dieses Mal auch geschafft, den Vorsprung bis zum Abpfiff zu halten.

Viele Vorzeichen sprachen ja eigentlich gegen einen Sieg des Kleeblatts: Der „Club“ war seit 11 Heimspielen ungeschlagen, und die SpVgg wartete seit dem 20. Spieltag  – dem Spiel gegen Schalke 04 – auf einen Sieg. Trotz aller Unkerei, dass wenige Fürther sich (vor allem mit Kindern) nicht nach Nürnberg trauten, war das Grundig-Stadion mit 50 000 Zuschauern ausverkauft.
Die Partie begann von Anfang an erst mal hektisch und ziemlich konfus. Die schon totgeglaubten Kleeblätter zeigten sich aber schnell von ihrer besten Seite und spielten mit genauen Pässen und durchdachten Spielzügen gegen den vermeintlich stärkeren und besseren Gegner.
Das Tor durch Johannes Geis war dann wie ein Befreiungsschlag. Bis zur Pause gab es noch die eine oder andere Chance fürs Kleeblatt. Dann galt es, in den zweiten 45 Minuten den Vorsprung zu halten. Der Club war bei seinen Kontern nicht erfolgreich. Dank der hervorragenden Leistung des Fürther Keepers Wolfgang Hesl blieb der Kleeblatt-Kasten sauber. Und zum Glück prallte ein Kopfball von Clubspieler Balitsch von der Unterkante der Latte auf die Torlinie und dann zurück aufs Feld.
In den letzten fünf Minuten konzentrierte sich alles im Fürther Strafraum. Attacke auf Attacke, der Club zog alle Register. Aber heute war der Fußballgott dem Kleeblatt hold.

Ein Derbysieg, der der verletzten Fürther Seele gut tut – aber vermutlich in Sachen Klassenerhalt nichts mehr bringt!