Keine Chance gegen den Deutschen Meister

Spektakulär fing die Topp-Partie zwischen der Spielvereinigung und dem Deutschen Meister Borussia Dortmund an: Nach fünf Minuten stand’s schon 1:1. Ein toller Start aus der Sicht der Greuther-Weiber, die sich heute mal im feindlichen Lager das Spiel ansahen. Der ehemalige „Feind in unserem Haus“ in Fürth wohnt nämlich jetzt im östlichen Fürther Vorort. Und dorthin wurde zum Showdown zwischen BVB- und Kleeblatt-Fans geladen.
Das erste Dortmund-Tor in der 3. Minute war ein Schuss von Robert Lewandowski: Nach Vorlage von Mario Götze schob der aus sechs Metern den Ball ins Tor. Frust für uns, aber die Revanche kam zwei Minuten später: Zillner spielte einen Pass durch die Nahtstelle der Viererkette, wo Azemi am Ball vorbei trat. So hatte Stieber freie Bahn und hob das Spielgerät über Weidenfeller hinweg ins Tor. Doch dann, machen wir’s kurz – ein Foul und Elfmeter, den wieder Lewandowski einlochte. Und dann noch kurz vor dem Halbzeitpfiff das dritte Tor von Mario Götze.
Das Kleeblatt schlug sich mit Leidenschaft und spielte souverän, darin waren sich die Kleeblatt-Anhänger in unserer „Mädelsrunde“ einig . Und auch die BVB-Fans gaben zu: Die SpVgg spielt noch besser als beim DFB-Pokalspiel im März, das wir mit viel Pech 0:1 verloren hatten.
O.k., die zweite Halbzeit war erst mal ein Geplänkel im Mittelfeld. Die Dortmunder gaben sich alle Mühe, die Fürther ins Leere laufen zu lassen. Dortmund hatte die Partie unter Kontrolle, sie gewannen fast alle entscheidenden Zweikämpfe. Die Kleeblätter konnten so keine vernünftigen Angriffe starten. Es wurde dann langweilig. Eine Taube lief seelenruhig über die Seitenlinie und machte den Fernsehzuschauern Spaß! In Facebook regte man sich über den Pro-BVB-Kommentator auf. Das sah ich anders.
Viel passierte bis zum verfrühten Abpfiff nicht mehr. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Immerhin – so ein fachkundiger Kommentar neben mir – haben auch die Dortmunder kein weiteres Tor mehr geschossen. Das Spiel endete 3:1, die ersten 45 Minuten waren superspannend und aus Sicht der Kleeblatt-Fans gut. Aber wir waren dem Deutschen Meister einfach nicht gewachsen!

Deutscher Meister 2013: SpVgg Greuther Fürth

Nicht mehr gefrustet wegen der Niederlage gegen Bayern München muss man sein, wenn man die deutsche Tageszeitung „taz“ liest. Dort schrieb Rob Alef eine Kolumne mit dem Titel  „Gurus und Lemminge“. Er traut sich eine Zukunftsanalayse für den kommenden Mai zu, genauer gesagt orakelt er über die Tabellenplätze der Bundesliga-Mannschaften bei Saisonende.
Es beginnt ganz harmlos, aber vielen 150-prozentigen Erstliga-Fans zieht es schon mal die Schuhe aus:

„Nein, auch Matthias Sammer wird den Niedergang der Bayern nicht stoppen, das als gute Nachricht schon einmal vorweg. Nach dreimal Zweiter werden sie diesmal Drittletzter. … Die beiden Relegationsspiele in Fröttmaning enden 2:2 und 1:1, und die Sechziger steigen wegen der Auswärtstorregel auf, Bayern steigt ab.“

Der Journalist lässt bei seiner Prognose auch den HSV absteigen (zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte), im Mittelfeld gurken andere Traditionsvereine wie Bayer Leverkusen und Werder Bremen herum. Die – in Insiderkreisen sogenannte – Lüdenscheider Borussia landet auf einem siebten Platz, der Club soll Vierter werden.
Das i-Tüpfelchen allerdings ist der Deutsche Meister 2013. Das wird – so der Fachmann von der taz – die Spielvereinigung:

„Und außer für eine kleine Schar von Fußballexperten völlig überraschend Meister 2013 wird: die Spielvereinigung Greuther Fürth unter Trainer Mike Büskens. Nou Camp in Barcelona, Old Trafford in Manchester, die Trolli-Arena in Fürth – Europas Fußballlandkarte ist um eine Attraktion reicher. Nach der Hinrunde noch auf einem achtbaren achten Platz, ergreift Edelfan Henry „Deus ex Machina“ Kissinger in der Winterpause die Initiative und spendet den Erlös seiner 24-bändigen Studienreihe „Wie ich beinahe den Weltfrieden rettete“ an seinen Lieblingsverein. Noch am selben Tag verpflichtet Präsident Georg Hack Xavi, Iniesta, Özil, Messi und Raul, der Rest wird Geschichte werden.“

Da wären auch die Greuther-Weiber begeistert. Aber, hier ist der Wermutstropfen: Wenn alles so wenig stimmt wie der Vorname des Kleeblatt-Präsidenten,  dann wird’s mit der Meisterschaft wohl doch nichts!
Wer alles lesen will: Hier ist der Link zur taz.

 

 

 

Mike Büskens: „Entscheidung bis Donnerstag“

Das Zittern um die Trainerfrage bei der Spielvereinigung wird nur noch wenige Tage dauern. Nach dem 2:2-Unentschieden bei Absteiger Hansa Rostock und dem Gewinn der Meisterschaft der zweiten Liga hat Coach Mike Büskens angekündigt, dass die Entscheidung um sein Bleiben in Fürth „sehr zeitnah“ fallen werde. Im TV-Sender Sky sagte Büskens: „Ich konnte die Tage nutzen, mir mal eine Übersicht zu verschaffen, was ich mache, um zu schauen, was passt. Wo kann ich mich wiederfinden?“ Spätestens am Donnerstag werde geklärt sein, ob er Fürth treu bleibt.

Die Kleeblatt-Mannschaft hat sich nach dem letzten Saisonspiel an der Ostsee für drei Tage auf den Weg nach Mallorca gemacht, um dort zu relaxen und auch zu feiern. Am Donnerstag werden die Kleeblättler nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Fürth offiziell die Meisterschale bekommen. Spätestens dann soll die Mannschaft wissen, wer sie in der kommenden Spielzeit trainiert.
In vielen Sport-News-Tickern wird Mike Büskens als zukünftiger Trainer von Bayer Leverkusen oder – und das konkretisiert sich immer mehr – des 1. FC Köln gehandelt. Letzteres ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, denn jetzt einen Verein zu trainieren, der gerade von der ersten in die zweite Bundesilga abgestiegen ist, was ist daran reizvoll? Oder hat Mike Büskens eben ein Herz für Underdogs und will mit dem Kölner Traditionsverein beweisen, dass er „der“ Macher von Aufsteigermannschaften ist?
Und wer könnte im worst case – dem Weggang von Büskens – zum Kleeblatt kommen? Gerüchte gibt es viele. Für die Stadt Fürth, das neuentdeckte Selbstbewusstsein der Kleeblatt-Fans und auch die gesamte Spielvereinigung wäre der Weggang von Büskens auf jeden Fall ein Tiefschlag.
„Ich war Meister der Herzen, jetzt Meister der 2. Liga, das ist doch schön“, brachte es Büskens in Rostock auf den Punkt. Warum dann nicht Deutscher Meister mit der Spielvereinigung in der Bundesliga in der kommenden Saison? Der FC Kaiserlautern hat es vorgemacht. 1998 ist ihnen die wohl größte Sensation in der Geschichte des Deutschen Fußballs gelungen: Als Aufsteiger holte der FCK unter Trainer Otto Rehhagel die Deutsche Meisterschaft. Eine Leistung, die nie zuvor und auch nie danach wiederholt werden konnte. Das wäre doch vielleicht eine Herausforderung für einen Coach wie Mike Büskens?

 

Von fairen Feinden und Fußball-Fahnen

Wir beide haben schon ein verflixt frustrierendes Wochenende hinter uns. Wer? Na, der „Feind in unserem Haus“ und ich. Mein Feind, genauer gesagt: meine Feindin ist bekanntlich begeisterter Fan von Borussia Dortmund. Und wünscht sich natürlich heiß und innig, dass der BVB auch in dieser Saison wieder Deutscher Meister wird und Bayern München souverän hinter sich lässt. Deshalb hat sie dann auch letzten Freitagabend mit ihrem Besuch (aus Nordrhein-Westfalen) eine Fürther Sportsbar besucht, um sich dort das Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart anzusehen. Wäre alles prima gewesen, hätte die atmeberaubend spannende Partie nicht in allerletzter Sekunde durch ein Tor des Stuttgarters Christian Gentner mit einem unglücklichen 4:4-Unentschieden geendet. Dadurch liegt Dortmund – nach dem Sieg der Münchner beim „Club“ – nur noch drei Punkte vor den Bayern, und es wird an den letzten Spieltagen auf jedes Pünktchen ankommen. (Dieses Tor in der letzten Sekunde des Spiels erinnert mich übrigens fatal an gewisse Ereignisse vor zwei Wochen!)

Und mir ging’s dann am Samstag nicht anders. Der vermeintlich leicht zu packende Gegner FC Erzgebirge Aue hat es dem Kleeblatt schwerer gemacht als erwartet. Das Spiel ging dann auch unentschieden – nämlich 1:1 – aus.
Übel ist die Konsequenz für die Spielvereinigung: Kleeblatt-Profi Bernd Nehrig zog sich bei diesem Spiel einen Muskelfaser-Riss am hinteren Oberschenkel zu. Der 25-Jährige musste am Samstag verletzt ausgewechselt werden und fällt bis auf weiteres aus.

Übrigens hat sich die BVB-Anhängerin in meinem Haus inzwischen als echte Sportsfrau geoutet. Sie wünscht dem Kleeblatt aufgrund seiner konstant guten sportlichen Erfolge und der tollen Stimmung in der Stadt und bei den Fans unbedingt den Aufstieg in die erste Liga. Deshalb hat sie auch schon Pläne für den 6. Mai geschmiedet. Sollte an diesem letzten Spieltag in der zweiten Liga entschieden sein, dass die Spielvereinigung in die Bundesliga aufsteigt, und schon am Tag zuvor Borussia Dortmund Deutscher Meister geworden sein, dann werden wir gemeinsam feiern und auch nach außen Farbe bekennen. Ich hisse meine weiß-grüne Kleeblatt-Flagge, und sie wird ihre gelb-schwarze BVB-Fahne aus dem (Fürther) Fenster hängen. Denn dann hat alles Bibbern und Daumendrücken ein positives Ende gefunden und für uns beide ist die Fußball-Welt in Ordnung!