12.000 Euro Geldstrafe fürs Kleeblatt

Wenige Tage vor dem Frankenderby am nächsten Sonntag hat der Deutsche Fußball-Bund heute die Strafe für das Verhalten einiger Kleeblatt-Fans beim letzten Lokalderby in Nürnberg am 20. September 2016 bekannt gegeben. Das Sportgericht des DFB hat die Spielvereinigung mit einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro belegt. Vor dem letzten Frankenderby kam es vor und während des Spiels zu unsportlichem Verhalten einiger Anhänger. Damals hatte eine Fürther Zuschauergruppe versucht, unkontrolliert in den Block der Gäste zu stürmen. Dies konnte nur durch den Einsatz von Polizei- und Ordnungskräften verhindert werden. Darüber hinaus wurden im Fürther Zuschauerblock kurz vor Anpfiff der Begegnung Rauchkörper, Bengalische Feuer und Blinker gezündet. Auf unserem Foto nach dem Schlußpfiff des mit 2:1 durchs Kleeblatt gewonnenen Derbys war im Fanblock alles friedlich.

Der Verein hat dem heutigen Urteil zugestimmt, und somit ist es rechtskräftig. Auf der SpVgg-Website kommentiert Holger Schwiewagner, Geschäftsführer der Spielvereinigung, das Urteil so:

„Die Strafe tut natürlich weh, da es sich für uns um einen Betrag handelt, der sehr gut für sinnvolle und notwendige Projekte, bspw. im Jugend- und Nachwuchsbereich oder der Fanarbeit hätte eingesetzt werden können. Als Spielvereinigung distanzieren wir uns von solch unsportlichem Verhalten, da es beim Fußball nichts zu suchen hat. Wir werden weiterhin den Austausch mit den Fanvertretern suchen und daran arbeiten, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.“

Ich habe im Juli 2016 in unserem Greuther-Weiber-Blog schon über die „Hitparade der Geldstrafen“ geschrieben. Da lag das Kleeblatt ja (noch?) im moderaten Mittelfeld. Frustrieren soll das heutige Urteil die Kleeblattprofis bitte nicht! Die Spannung bis zum Sonntag, 5. März, ist groß. Vor allem auch deshalb, weil der Club und das Kleeblatt im Moment punktgleich (29) in der Tabelle der Zweiten Liga stehen. Das heißt, es gibt für das „Spiel aller Spiele“ keinen echten Favoriten! Bislang fanden 261 Frankenderbys statt. Dabei gewannen 138 mal die Nürnberger, 74 mal die Fürther und 47 mal endete das Spiel unentschieden.

Schwieriges Auswärtsspiel in Dresden

Dynamo Dresden - SpVgg Greuther FürthSeit gestern wissen wir, wer in Zukunft die Geschicke der USA lenkt. Wie auch immer man darüber denken mag – Donald Trump ist ein Faktum, mit dem und dessen Politik wir leben müssen. Aber wir sollten jetzt nicht wie ein Kaninchen die Schlange anstarren, sondern uns wieder mehr auf unsere nähere Umgebung konzentrieren. Zum Beispiel auf eine der schönsten Nebensachen der Welt: Fußball.
Für Fürther Kleeblattfans war der Sieg gegen den VfL Bochum am letzten Samstag wie ein Befreiungsschlag nach fünf Liga-Spielen – davon vier Niederlagen in Folge. Einziger sportlicher Lichtblick in den letzten Wochen war das gewonnene DFB-Pokalspiel gegen Mainz 05 gewesen. Der Zweitligasieg hat der Spielvereinigung drei wichtige Punkte beschert. Und Trainer Stefan Ruthenbeck vorerst seinen Trainerjob gerettet.
In dieser Woche ist Länderspielpause, die nächste Begegnung findet am Sonntag, 20.November, auswärts gegen Dynamo Dresden statt. Dort werden aller Voraussicht nach weniger Zuschauer im Stadion sein als sonst: Nach dem Wurf eines abgetrennten Bullenkopfes während des Pokalspiels gegen RB Leipzig und weiterer Fälle von unsportlichem Verhalten seiner Zuschauer soll der Verein eine Geldstrafe von 60.000 Euro zahlen. Außerdem müssen die Sachsen ein Zweitliga-Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Betroffen wäre das nächste Heimspiel gegen die SpVgg. In der Partie müssten laut Urteil die Blöcke K1 bis K5 geschlossen bleiben – davon wären dann 9.055 Stehplätze betroffen. Dynamo Dresden will jedoch Berufung einlegen.
Für die Fürther Mannschaft und ihre Kleeblattanhänger sind Spiele gegen Dynamo Dresden oft ein emotionaler Kraftakt. So stünde dann auch die kommende Begegnung von vornherein unter keinem guten Stern. Falls das Urteil rechtskräftig würde, würde das Spiel zwar nicht gerade vor einer Geisterkulisse stattfinden – denn das Stadion hat immerhin eine Gesamtkapazität von über 32.000 Plätzen. Aber die Stimmung bei den Gastgebern wäre keine optimale (im Gegensatz zum Spiel im März 2014, Foto)

Ich bin mal gespannt, wie das DFB-Sportgericht entscheiden wird. Bis zum 20. November sind es ja noch ein paar Tage. Ich mache in der Zwischenzeit eine Woche Urlaub auf der Kanarischen Insel Fuerteventura. Genieße das Meer, die Sonne und Wärme (hoffentlich!) und komme frisch gestärkt am 19. November zurück nach Fürth.

Zu harte Strafe für Jurgen Gjasula?

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthDie Begegnung am vergangenen Sonntag zwischen der Spielvereinigung und dem VfL Bochum verlief turbulent. Weniger wegen des 2:2-Endresultats als vielmehr wegen eines Platzverweises des Kleeblatt-Mittelfeldspielers Jurgen Gjasula. Das Fehlverhalten kommt ihn nun teuer zu stehen: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrt Jurgen Gjasula für die nächsten fünf Spiele. Gjasula hatte sich in der Nachspielzeit nach einem Schubser in den Rücken und gegen die Brust von Bochums Thomas Eisfeld zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Schiedsrichter Robert Schröder bestrafte Eisfeld für den Schubser lediglich mit Gelb. Gjasula zeigte er jedoch die Rote Karte und verwies ihn des Feldes. Der Referée hatte den spontanen Griff an Eisfelds Hinterkopf (Foto) als Tätlichkeit interpretiert. Gjasula reagierte daraufhin impulsiv: Er rempelte den Unparteiischen an und beleidigte beim Verlassen des Platzes den Schiedsrichterassistenten.

Das Urteil des DFB ist nicht nur drakonisch. Es hat zudem fatale Auswirkungen auf die Spielvereinigung: Der Mittelfeldmann wird bei fünf der restlichen sieben Zweitliga-Partien des Kleeblatts nicht im Kader sein. Gjasula, der sich in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer der Schlüsselfiguren des Kleeblatts entwickelt hat, machte vor allem wegen zielgenauer Flanken und Eckbälle auf sich aufmerksam. Ob das Kleeblatt den Verlust dieses Vorlegers lässig wegstecken kann, bleibt dahingestellt.

Auch Trainer Stefan Ruthenbeck kann die Länge der Sperre nicht nachvollziehen: „Er hat keinem den Fuß gebrochen, er hat keinen geschlagen, da sind fünf Wochen schon ein Brocken. Das ist zu viel. Das kann ich nicht nachvollziehen“, so der Kleeblattcoach gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Erst am vorletzten Spieltag am 8. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern ist Gjasula also wieder spielberechtigt. Gegen das Urteil kann binnen eines Werktages mündlicher Einspruch beim DFB-Sportgericht eingelegt werden. Ich vermute mal, dass die Kleeblatt-Verantwortlichen diese Möglichkeit in Anspruch nehmen.

Das ausgesprochen harte Urteil wird auch in den Medien heiß diskutiert. So brachte es „Kleeblatt16“ in seinem Kommentar auf nordbayern.de auf den Punkt:

„Auch ich bin für eine Bestrafung. Aber alles sollte im Rahmen bleiben. Mit welchem Maß wird eigentlich gemessen. Wenn ein Spieler aus Bremen eine Kopf-ab-Geste seinem Gegenspieler zeigt wird er für zwei Spiele gesperrt. Und ein zugegebenermaßen hitzköpfiger Gjasula überreagiert dann fast die dreifache Strafe bekommt. – Alles überhaupt nicht mehr nachvollziehbar!“

Bengalos beim Derby: Jetzt muss das Kleeblatt bluten

Wir erinnern uns alle an das letzte Lokalderby gegen den Club im Grundig-Stadion Nürnberg am 20. Dezember vergangenen Jahres: Das Spiel ging unentschieden 0:0 aus, es verlief entgegen aller Unkenrufe im Vorfeld im Großen und Ganzen friedlich. Naja, es war eben Vorweihnachtszeit.
Den einzigen „Ausrutscher“ leisteten sich Fans im Fürther Block. Wohl aus allgemeinem Frust und aufgestauter Aggression gegen den Erzfeind aus der Nachbarstadt zündeten einige Kleeblattanhänger vor dem Anpfiff und während des Spiels grüne Rauchbomben und bengalische Feuer. Damit sorgten sie bei den 47.500 Besuchern für Unmut. Deshalb wurde die Spielvereinigung am Mittwoch vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Die Begründung lautet: „Fortgesetztes unsportliches Verhalten der Kleeblatt-Fans im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg“.
Aber es hat noch weitere Bundesliga-Vereine erwischt: Auch Hannover 96 ist für das Fehlverhalten einiger Anhänger zu einer Strafzahlung in Höhe von 20.000 Euro verurteilt worden. Sportlich war es ein Spektakel, als sich Werder Bremen und Hannover 96 am 13. Dezember 2014 mit 3:3 trennten. Zwei Gästefans konnten das Geschehen allerdings nicht genießen. Nachdem 96-Anhänger vor dem Anpfiff fünf Böller gezündet hatten, erlitten sie ein Knalltrauma. Außerdem hatte die Jacke eines Zuschauers „durch einen pyrotechnischen Gegenstand“ Schaden genommen, wie der DFB mitteilte.
Und noch zwei Erstliga-Klubs müssen für das Fehlverhaltens ihrer Fans bezahlen: Das Sportgericht verurteilte den FC Schalke 04 zu einer Strafe von 60.000 Euro für gleich drei Fehltritte der Gelsenkirchener Anhängerschaft. Schalkes Erzrivale Borussia Dortmund wird ebenfalls zur Kasse gebeten: Wegen mangelnden Schutzes des Gegners und eines Schiedsrichters – jeweils in Tateinheit mit unsportlichem Verhalten – muss der derzeitige Tabellen-Vorletzte 17.500 Euro berappen.

Insgesamt sind solche Fan-Aktionen also nur negativ: Sie kommen die Vereine teuer zu stehen und schaden dem Image der Klubs und des Fußballs im Allgemeinen!

Gerechtes Urteil aus Sicht des Kleeblatts

Es gibt also doch noch so etwas wie Gerechtigkeit: Das Sportgericht des deutschen Fußballbundes (DFB) hat heute den Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg wegen diverser Vergehen im Rahmen des Pokal-Nachbarschaftsduells mit der SpVgg zu einer Geldstrafe in Höhe von 100 000 Euro verurteilt. Das hat der „Club“ auf seiner Internetseite mitgeteilt. Das DFB-Sportgericht ahndete unter anderem die Vorfälle beim DFB-Pokal-Achtelfinalspiel des 1. FCN gegen die SpVgg Greuther Fürth am 20. Dezember vergangenen Jahres. Nach der Partie hatten etwa 100 Anhänger in der Fankurve die Umzäunung überstiegen und sich auf der Tartanbahn des Stadions versammelt, um in Richtung des Gästeblocks zu laufen.
„Der 1. FC Nürnberg hat das Urteil so akzeptiert und geht nicht in Berufung“, erklärte Club-Vorstand Martin Bader die Entscheidung des Sportgerichtes.

Da ist auch gut so. Immerhin musste ja auch die Spielvereinigung – darüber habe ich hier im Blog geschrieben – 10 000 Euro zahlen. Es war vor dem Anpfiff im Fürther Fanblock zum Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen gekommen, zudem wurden aus dem Fürther Fanblock zwei Leuchtkugeln auf den Platz geschossen.
Die Ereignisse nach dem DFB-Derby, das vom Kleeblatt mit 1:0 gewonnen wurde, haben nicht nur bei Fußballfans in der gesamten Region eine mehr als negative Erinnerung hinterlassen. Da zweifle ich manchmal am gesunden Menschenverstand von völlig fanatischen Fußballfans, die bei Niederlagen oder auch Schiedsrichterentscheidungen, die nicht in ihrem Sinne sind, total ausrasten. Weibliche Fans sind (in den meisten Fällen) nicht so ausfällig in ihrer Art und Weise, Wut, Frust und Aggressionen abzulassen. Gott sei Dank!