Sein Herz schlägt fürs Kleeblatt und den Club

Dass Fürth in vieler Hinsicht besser ist als sein Ruf – nicht nur aus Sicht der benachbarten Nürnberger! -, darüber habe ich ja schon öfters geschrieben. Und dass es in Fürth viele Menschen gibt, die sich auf oft ungewöhnliche Art für das Wohl der Stadt einsetzen, das ist inzwischen auch über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Anders sieht es noch immer beim Thema „Spielvereinigung Greuther Fürth“ aus. Obwohl es in der Stadt viele eingefleischte Kleeblattfans gibt, sind die Zuschauerzahlen bei Spielen im Playmobil-Stadion oft mehr als dürftig: Man muss sich schon über 7500 Gäste freuen.

Echte Fußballfans findet man hier allerorten: Vor kurzem habe ich von meiner Käsefrau auf dem Fürther Wochenmarkt berichtet. Sie hat in ihrem Käsesortiment einen grünen Wasabikäse, der schon von der Farbe her das Herz eines echten Kleeblattfans erfreut. Und ich bin jetzt wieder fündig geworden: YouTube Preview ImageEs gibt einen Fischstand auf der Freiheit, wo jeden Mittwoch und Freitag frischer Fisch und verschiedene Spezialitäten angeboten werden. Es gibt z.B. Lachssemmeln in dreierlei Variationen oder frische Forellen und Bachsaiblinge. Besitzer Bernd Bellack aus Veitsbronn (aber im Fürther Klinikum geboren!) bedient seine Kunden, die oft von weit her nur wegen des Fisches nach Fürth fahren, herzlich und zuvorkommend. Es ist eine Freude, bei ihm zu kaufen. Greuther Fürth April 2010 012Und auch Bernd Bellack hat zwei Delikatessen in der Kleeblatt-Vereinsfarbe „grün“ in seinem Repertoire: einen grünen Seealgen-Salat und „Grüne Heringe“ (Als „grüne Heringe“ werden frische, also nicht eingelegte Heringe bezeichnet. Der Name bezieht sich nicht auf ihre Farbe, sondern hat hier die Bedeutung von „frisch, jung, unreif“.)

Greuther Fürth April 2010 001Die Besonderheit von „meinem Fischmann“ ist aber folgendes: er mag den Club und die Spielvereinigung (fast) gleichermaßen.
„Was?“ werden sich da meine Blogkollegen von den „3 Clubfreunden“ denken. Ist dieser Mann denn schizophren? Nein, dem ist nicht so. Im Zweifelsfall – z.B. beim Derby SpVgg gegen 1.FCN – ist ihm der „Club“ näher. Aber er erkennt die sportliche Leistung der Kleeblätter an und wünscht ihnen, dass sie es irgendwann mal schaffen, in die erste Bundesliga aufzusteigen. Bernd Bellack denkt global: Er möchte vor allem, dass nach so vielen Schicksalsschlägen wie dem Schließen von Quelle und anderen Unternehmen, es mit den Städten Fürth und Nürnberg  und der Region wirtschaftlich endlich wieder spürbar nach oben geht. Und er hofft, dass in Zukunft wieder mehr Fürther in der Fürther Innenstadt einkaufen und nicht per U-Bahn direkt von der Hardhöhe nach Nürnberg durchfahren.

Das Wort des Fischmannes in Gottes Ohr. Auf jeden Fall muss man als Fürther, wenn man super leckeren Fisch kaufen möchte, nicht weiter als bis zum Markt auf der Fürther Freiheit gehen. Probieren Sie doch mal die grünen Fürther Fischspezialitäten!

Fürther sind Siegertypen!

Ab und an lese ich natürlich im Blog der 3 Clubfreunde. Und bin auch heute aufs Höchste amüsiert. Ausgesprochen originell mal wieder die aktuelle Frage „Wer ist schlimmer, Bayern München oder die Spielvereinigung Greuther Fürth?“ Dass beide Mannschaften bei Clubfans auf der Unbeliebtheitsskala ganz oben stehen, ist kein Geheimnis. Als Verein, der ganz unten in der Tabelle rumkrebst, sogar noch in der Nachspielzeit Tore reinlässt, und jede Woche wieder vorgeführt wird, hat man es mit Siegermannschaften natürlich auch schwer.

Also: Die Greuther-Weiber beobachten – falls unsere Zeit es zulässt!- Eure Abstimmung mit einer guten  Portion Schadenfreude. Und sehen dem Ergebnis gelassen entgegen. Denn unsere Kleeblätter haben etwas, was dem 1. FC Nürnberg abgeht. Ich gehe nicht ins Detail, sondern sage nur: Selbstbewusstsein, spielerisches Können – und Glück.

Männer-Neid stört uns nicht

Tja, die „3 Clubfreunde“! Kaum sind wir drei „Greuther-Weiber“ aktiv geworden, müssen sie schon wieder über „die westliche Vorstadt“ von Nürnberg, wie sie Fürth gern herablassend nennen, herziehen. Aber sollen sie nur! „Abschneiden“ müssen sie sich übrigens nichts – wenn das ihre größte Sorge ist!

Wahrscheinlich stecken hinter solchem Gedöns nur männliche, tiefsitzende Ur-Ängste. Kann man ja verstehen als Frau. Für uns geht es hier vielmehr um die Sache, also um den Fußball und das Kleeblatt. Ich glaube, damit werden wir in Zukunft eine Menge Spaß haben. Und wenn die „3 Clubfreunde“ es brauchen, ab und zu über uns zu frotzeln – bitteschön! Allerdings werden sie sich auf die eine oder andere Retourkutsche gefasst machen müssen.