Das wird heute ein friedliches Kärwaspiel

Das erste Kärwa-Wochenende war super – tolles Wetter, kulinarische Highlights und friedliche Stimmung. Heute ist es trüber, aber echte Kleeblattfans sind dennoch bester Laune. Heute Abend findet nämlich um 20.15 Uhr das Heimspiel im Ronhof gegen Dynamo Dresden statt. Im Vorfeld haben viele schon Bedenken geäußert, diesen brisanten Gegner ausgerechnet dann in Fürth zu begrüßen, wenn hier Kirchweih ist. Wir haben im Greuther-Weiber-Blog hier auch darüber gepostet. Aber inzwischen habe ich mich mit einigen Fürther Bürgern unterhalten und deren Meinung dazu ist einhellig: Das wird ein spannendes und faires Spiel werden. Und die Gäste werden die Atmosphäre genießen. Das Foto oben entstand übrigens beim Einlaufen des Kleeblatt-Teams beim Spiel im Februar 2012 in Dresden.

Trainer Frank Kramer kommentiert im Vorfeld auf der Website des Vereins:

„Am liebsten ist es mir, wenn die Fans nach dem Spiel in der Trolli ARENA feiern. Natürlich gewinnt man während der Kirchweih besonders gern, weil man weiß, dass die Party für die Anhänger dann noch größer ausfallen könnte. Aber auf dem Platz darf das keine Rolle spielen. Da müssen wir uns von diesem Umstand lösen und ganz seriös an die Aufgabe herangehen“.

Die Spielvereinigung wird heute Abend natürlich mit aller Macht versuchen, den am Wochenende an den 1.FC Köln verlorenen ersten Tabellenplatz zurückzuerobern. Und auch der 1. FC Union Berlin ist uns schon wieder auf den Fersen.
Ich hoffe, dass die sächsischen Fußballfans nach dem Spiel friedlich zu ihren Autos bzw. Zügen zurückkehren und relaxt nach Hause fahren. Das wäre dann ein gelungener sportlicher Abend während der schönsten Jahreszeit in Fürth.

Gegen Dynamo ausgerechnet am Kärwamontag

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat heute die Spieltage 8 bis 15 der 2. Bundesliga zeitgenau angesetzt. Dabei war eine Terminierung alles andere als eine gute Wahl: Das 9. Saisonspiel zwischen der Spielvereinigung und Dynamo Dresden findet am Montag, 30. September, um 20.15 Uhr im Fürther Ronhof statt. Ausgerechnet am ersten Montag der Fürther Kirchweih. Die Fans von Dynamo Dresden sind ja wegen ihres oft inakzeptablen Verhaltens vor, während und nach Spielen berühmt-berüchtigt. Ich erinnere z.B. an die Begegnung im Februar 2012, als Dynamo-Fans Kleeblattfahnen gestohlen haben und die Fürther Fans damit provozierten (Foto).
Sollten viele sächsische Anhänger nach der Begegnung durch das Gelände der Kärwa laufen, ist Ärger eigentlich schon programmiert.
In Facebook haben sich heute kritische Kommentare direkt nach Bekanntgabe des Termins überschlagen. Man hätte doch ohne Probleme den Freitag davor, den 27. September, als Spieltag wählen können, ist dort zu lesen. Da hätte die Kirchweih noch nicht begonnen, und die Gefahr von Ausschreitungen wäre gen Null gegangen. Volker Heißmann, selbst eingefleischter SpVgg-Fan, schreibt: „Hoffentlich geht das gut, und die Chaoten aus Dresden bleiben der Kirchweih fern“.

Bleibt zu hoffen, dass Fürther Fans und „normale“ Kirchweihbesucher den Abend am 30. September genießen können und nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf jeden Fall wird ein großes Aufgebot an Polizisten notwendig sein, um zu garantieren, dass im Umfeld des Zweitligaspieles alles friedlich bleibt. Ganz egal, ob das Kleeblatt oder Dynamo das Spiel gewinnt.

Fürth hat’s geschafft: Bundesliga!

Dass uns Greuther-Weiber irgendwann mal die sportliche Begegnung zwischen den Zweit-Ligisten Fortuna Düsseldorf und Dynamo Dresden besonders interessieren sollte – wer hätte das gedacht? Schon im Vorfeld war ich leicht allergisch auf Anspielungen auf das Team aus Nordrhein-Westfalen. Bei einer Geburtstagsparty in der Nachbarschaft am Wochenende sollte der Feind in unserem Haus Mineralwasser mitbringen – sie hat sich dann ausgerechnet für die Marke „Fortuna“ entschieden. Na, danke, ich habe mich dann an den Prosecco gehalten!
Aber heute Abend war mein Interesse dann tatsächlich auf den Sieg des Neuntplatzierten – Dynamo Dresden – fokussiert. Einem Fürther hätte ich mein ungewöhnliches Interesse nicht erklären müssen. Es ging natürlich um den Aufstieg der Spielvereinigung in die Bundesliga. Wenn die Sachsen ihr Heimspiel im „Glücksgas-Stadion“ (!) gegen Fortuna Düsseldorf nicht verlieren würden, dann könnte in Fürth noch heute die Aufstiegsparty  steigen. „Falls Dresden unentschieden spielt oder gewinnt, dann drehen wir natürlich komplett durch und nehmen die ganze Stadt auseinander“, hatte Stephan Schröck auch schon mal angekündigt.
Pünktlich um 20. 15 Uhr habe ich mich also vor den Fernseher gesetzt, um mir das Spiel anzusehen. Die Dresdner hatten der SpVgg in der Rückrunde einen herben Dämpfer versetzt. Dennoch waren für mich Nachname und Rückenummer des sächsischen Keepers schon mal ein gutes Vorzeichen: Benjamin Kirsten trägt die Nummer 13. „So kann auch nur eine Frau argumentieren“, werden jetzt viele denken. Egal.
Um es kurz zu machen: Dynamo Dresden hat uns den Gefallen getan. Sie haben Fortuna Düsseldorf mit 2:1 besiegt und damit den Kleeblättern den Aufstieg in die Bundesliga schon drei Spiele vor Saisonende gesichert. Die ganze Stadt stand Kopf, hupend fuhren Fürther Fans mit ihren Autos – wie bei der Fußball-WM in Deutschland – durch die Fürther Straßen, Böller wurden gezündet, es war der Teufel los. Man feierte das, was sich seit Wochen andeutete: Die „Unaufsteigbar-Tour“ ist Vergangenheit. Das Kleeblatt hat’s geschafft. Und wir Greuther-Weiber gratulieren.
Jetzt geht’s – schon wieder – in die Gustavstraße. Auch OB Thomas Jung hat in einem Lokal im Fürth-Outfit mitgebibbert, und vielleicht wird er heute Nacht mit vielen, vielen begeisterten Fans auf die Erstklassigkeit des Fürther Teams anstoßen.

P.S. 1.01 Uhr: Ich komme gerade zurück aus der Gustavstraße vom Feiern (siehe Foto). Schee war’s!

Weiß-Grün macht noch kein Italien

Endlich zeigt dieser Sommer, dass er auch ein bisschen wärmer kann: Rechtzeitig zum Heimspiel gegen Dynamo Dresden scheint die Sonne über dem Ronhof, am Horizont allerdings hängen drohend ein paar dunkle Wolken – hoffentlich kein böses Omen? Am Mittag verstopfen die Kleeblatt-Fans auf dem Weg zur Trolli-Arena die Straßen. Ganze Busse voller Fußballbegeisterter, Motorroller, geschmückt  mit weiß-grünen Fähnchen  – da kommt fast Italien-Feeling auf!

Unter solchen Voraussetzungen kann man sogar großzügig drüber hinwegsehen, dass ein Einsatzfahrzeug der Polizei, die in der Innenstadt Ausschreitungen der Fans aus Sachsen verhindern soll,  gegen die Einbahnregelung in der Friedrichstraße verstößt. Offenbar haben sich einige Beamte geistig ebenfalls schon in den Urlaub verabschiedet. Möglicherweise liegt es auch an der fehlenden Ortskenntnis – das Fahrzeug hat eine Münchner Autonummer. (Oder haben die alle Polizeiautos? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht; muss mal unseren Polizeireporter in der „Nürnberger Zeitung“ fragen.)

11 000 Zuschauer in der Trolli-Arena, na das ist doch ganz anständig für den Anfang und dafür, dass wir Sommerferien haben und mancher Kleeblatt-Fan verreist sein dürfte. Weniger schön dagegen: Das dichte Polizeiaufgebot vor dem Stadion. Das muss aber wohl sein – den Hardcore-Fans aus Sachsen eilt ein miserabler Ruf voraus. Und tatsächlich, gegen Ende des Spiels, nachdem die Dynamo-Elf zwei Rote Karten gesehen hat und ihr Trainer Ralf Loose vom Schiedsrichter auf die Trbüne verbannt worden ist, zündet der Dresdner Block eine Rauchbombe, und bald darauf folgt die nächste! – So was brauchen wir in Fürth nicht! Wir sind schließlich die sicherste deutsche Großstadt!! Und unser Kleeblatt ist einer der fairsten Fußball-Clubs!

Der 1:0-Sieg der Fürther (Torschütze: Olivier Occean) gegen Dresden bleibt am Ende allerdings unbefriedigend. Schon in der ersten Spielhälfte war Weiß-Grün eindeutig die bessere Mannschaft, ließ sich allerdings eine Chance nach der anderen entgehen. Und nach der Pause konnte das Kleeblatt nicht einmal die Überzahl von elf Mann gegen neun auf der Seite der Sachsen in Tore für sich ummünzen. Das muss Trainer Mike Büskens doch schier in den Wahnsinn getrieben haben! (Uns Greuther-Weiber übrigens auch!) Gut – Sieg ist Sieg, aber etwas deutlicher hätte er schon ausfallen müssen unter diesen Voraussetzungen. So ist das überschwängliche Italien-Feeling, das wir vor dem Spiel empfunden haben, letztlich wieder verflogen. Aber Italien hat ja auch die Farben Grün-Weiß-Rot – und wir Fürther halt doch nur Grün-Weiß (respektive Weiß-Grün).