Sieg durch Dresdner Eigentor, warum nicht?

Wer kann sich nicht noch gut daran erinnern, als das Kleeblatt in früheren Spielzeiten vom Pech verfolgt war? Da fielen in den letzten Sekunden noch entscheidende Gegentore, da wurden Treffer wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegeben, da ging dem Kleeblatt einfach mal die Luft aus.

Heute war es genau umgekehrt. Und ich frage: Warum nicht? Die Spielvereinigung hat die Partie gegen den Fünfplatzierten der Zweiten Liga – Dynamo Dresden – durch ein Eigentor von Aias Aosman (Foto) mit 1:0 gewonnen. Glücklich werden die Sachsen sagen. Verdient, meine ich. Das Spiel war von Beginn an erst mal fest in Fürther Hand, es gab einige brisante Situationen und gute Chancen. Die allerdings nicht verwandelt werden konnten. Das Kleeblatt agierte quirlig, war aktiv, aber das Feintuning beim Zusammenspiel und den Pässen war alles andere als optimal. (Was Passgenauigkeit ist, hat man beim Champions-League-Spiel AS Monaco gegen den Borussia Dortmund bewundern können. Da saß doch einfach alles!)

Zurück zur heutigen Begegnung im Ronhof. Mit 0:0 gingen beide Mannschaften in die Pause. In der 54. Minute wechselte dann Trainer Janos Radoki Mathis Bolly für Khaled Narey ein. Wohl in der Hoffnung, dem Fürther Konzept neue Impulse zu geben. Allerdings war es der Dresdner Akaki Gogia, der fünf Minuten später nach einem schnellen Lauf quer durchs Stadion und einem Schuss aus knapp 20 Metern Distanz zum ersten ernstzunehmenden Abschluss der Dresdner kam. Möglichkeiten hier, Chancen dort. Als Zuschauer befürchtete man schon, dass es heute zum torlosen 0:0 kommen könnte.

Doch dann hatten die Kleeblattfans ihre Freude in der 74. Minute: Eine Flanke von Veton Berisha von der linken Seite – auf Höhe der Strafraumgrenze – will Aias Aosman klären. Er ist voll im Sprint, erwischt den Ball mit dem rechten Oberschenkel und knallt ihn aus 16 Metern unglücklich ins eigene Tor. Keeper Marvin Schwäbe ist völlig chancenlos.
Zwar hatte Dynamo in der restlichen Spielzeit noch ein, zwei gute Gelegenheiten zum Ausgleich, die Gäste kamen aber nicht zum Vollzug. Das Kleeblatt rettete sich über die letzten Minuten und verpasste es, eigene Kontermöglichkeiten effektiv umzusetzen.

Die Spielvereinigung kann nach drei sieglosen Partien heute über drei wichtige Punkte richtig happy sein. Der Abstand zum Tabellenfünften Dynamo Dresden ist auf drei Zähler geschrumpft. Nächsten Samstag, 29. April, ist das Team von Janos Radoki zu Gast beim Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld – dessen Torwart Wolfgang Hesl viele Kleeblattfans ja noch in bester Erinnerung haben.

1:1 bei den Wölfen – Das Kleeblatt macht sich

Es ging so gut los! Das Kleeblatt (heute ganz in schwarz) machte von Anfang an richtig Druck beim Favoriten VfL Wolfsburg. Dessen Trainer Felix Magath hatte sich die Partie gegen den Aufsteiger sicher anders vorgestellt. Eine halbe Stunde gab es ganz gute Aktionen, und dann – in der 27. Minute – ein kurioses Tor. Keeper Max Grün hatte vom Tor abgeschlagen, der Ball springt vor dem Sechzehner auf und bringt die Wölfe völlig aus dem Konzept. Ilir Azemi will zum Kopfball, doch bei Pogatetz und Benaglio geht’s drunter und drüber, und der Ball geht von Pogatetz‘ Schulter aus direkt ins Tor. Mancher wollte Youngster Azemi als Torschützen gesehen haben. Wie auch immer, das Kleeblatt führte und wollte diesen Vorsprung auch in die Pause retten. Und da war die Mannschaft gedanklich dann wohl auch schon, als Ivica Olic kurz vor dem Halbzeitpfiff der Ausgleichstreffer gelang. Gewissermaßen in Schockstarre verließen die Kleeblätter den Platz in der Volkswagen-Arena.
Nach der Pause versuchten die Wölfe, ihrem Image als erstligaerfahrene Mannschaft mehr gerecht zu werden. Es gelangen einige gute Attacken, und die Spielvereinigung konnte ihre Souveränität der ersten Halbzeit nicht fortsetzen. Ab der 75. Minute machte ich mir dann echt Sorgen um das Kleeblatt. Die Luft schien raus zu sein, ich hatte den Eindruck, dass man kondidionell dem VfL nicht mehr viel entgegen zu setzen hatte.Trainer Mike Büskens wechselte dann auch wenige Minuten vor Schluss den ausgepumpten Azemi gegen Gerald Asamoah aus. Aber alle Hoffnungen, dass der es noch rausreißen könnte, lösten sich in Wohlgefallen auf. In der Schlussphase donnerte Sararer den Ball aus 25 Metern cool an den Pfosten.

Fazit: Immerhin ein Punkt auswärts bei den „bösen Wölfen“. Das Kleeblatt zeigte – im Gegensatz zum Schalke-Spiel -, dass es auch Druck aushalten kann und sich nicht ständig den Ball abnehmen lässt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass unsere Elf die ganze Sache mit mehr Selbstbewusstsein anging. Und Torwart Max Grün war wie so oft einer der Besten im Fürther Team. Auf jeden Fall sind wir Greuther-Weiber – wie viele Kleeblatt-Fans vermutlich auch – zuversichtlich, was die nächsten Spiele angeht. Nicht vergessen: Englische Woche, am Dienstag, 25. September, kommt Fortuna Düsseldorf in den Ronhof. Und da könnte es doch mal richtig abgehen?

 

Koblenz bleibt Angstgegner

20100319 TuS Koblenz - SpVgg Greuther FürthEs wird ja – mit fortschreitendem Saisonverlauf –  meistens immer schwerer, gerade gegen diejenigen Mannschaften zu punkten, die im Tabellenkeller stehen. Davor hatte Mike Büskens schon im Vorfeld der Partie gegen TuS Koblenz gewarnt. „Sie werden kratzen, beißen, spucken“, hatte er  prognostiziert. Ganz so viel Einsatz mussten die Koblenzer letztlich nicht einmal an den Tag legen – die Fürther machten es ihnen auch so leicht genug.

Mal ehrlich: Was das Kleeblatt beim 0:2 gegen Koblenz abgeliefert hat, war ja wohl nix – da war kein Kampfgeist zu erkennen und auch kein Siegeswille. Vor allem nach dem 0:1 schienen die Fürther in eine regelrechte Schockstarre verfallen zu sein. Und dann kam auch noch Pech dazu, als Fürstner den Gastgebern per Eigentor zum zweiten Treffer verhalf.

Fazit: Koblenz war auch beim vierten Versuch für die SpVgg nicht zu knacken und bleibt wohl erstmal der Angstgegner der Franken. Und während sich die TuS mit diesen Sieg wieder ein bisschen Hoffnung im Abstiegskampf machen kann, würde ich ja gerne mal wieder ein ambitioniertes und schönes Spiel der Fürther sehen…