Morgen gefühltes Endspiel fürs Kleeblatt

Zwei Spiele muss das Kleeblatt in einer unterm Strich desolaten Saison 2017/18 noch absolvieren. Die morgige Begegnung mit dem MSV Duisburg im Fürther Ronhof hat Endspiel-Charakter. Die Duisburger sicherten sich letzte Woche mit einem 4:1-Sieg gegen Jahn Regensburg den Klassenerhalt und rangieren jetzt auf Platz sieben. Die Zebras darf man auf keinen Fall unterschätzen – mit 48 Toren sind sie ziemlich erfolgreich. Und: Sechs Siege, zwei Remis, drei Niederlagen lautet die Heimspiel-Statistik zwischen der SpVgg und dem MSV Duisburg in der Zweiten Liga. Die Tordifferenz ist mit 20:19 Treffern dagegen ausgeglichen. Es fallen – wenn die Zebras beim Kleeblatt zu Gast sind – im Schnitt 3,5 Tore! Wird das vielleicht ein torreiches Spiel?

Wie in vielen Jahren, wird der morgige Tag – das letzte Heimspiel – in Fürth mit zwei Events eingeläutet: Dekan Jörg Sichelstiel lädt um 10 Uhr viele Kleeblatt-Fans zum Gottesdienst in die St. Michael Kirche. Und ab 10.30 Uhr hat die aktive Fanszene des Kleeblatts einen gemeinsamen Frühschoppen organisiert. Die Kleeblattanhänger fordern: „Lasst uns in dieser schwierigen Situation nochmals ein Stückchen näher zusammenrücken!“ Klingt gut, dank der späteren Anstoßzeit (15.30 Uhr) bleibt dafür auch genug Zeit. Das morgige Motto lautet: „Alle im Trikot, mit Fahne und Schal“. Also wird’s ab 10.30 Uhr in und vor den Kneipen der Gustavstraße ganz schön abgehen, die Emotionen sind aufgrund der prekären Situation der Spielvereinigung ja ohnehin auf Kante genäht!

Und ab 13.30 Uhr geht’s dann gemeinsam zum Ronhof. Das Stadion wird aller Voraussicht nach bestens besucht sein. Ganz wichtig für die Stimmung beim Spiel, denn der „zwölfte Mann“ – Fans und Anhänger mit ihrer Choreographie, ihren Anfeuerungsrufen und Gesängen – wird die Mannschaft in diesem wichtigen Spiel lautstark unterstützen.

Alle, deren Herz auch nur ein bißchen fürs Kleeblatt schlägt, halten morgen alle Daumen, damit das Team drei entscheidende Punkte einfährt. Und so dem drohenden Abstieg in die dritte Liga noch um ein Haar entgehen kann.

Heulen und Zähneklappern? No!

Was haben wir  gestern Abend alles durchgemacht? Viele Kleeblatt-Fans, die sonst freudig zum Ronhof pilgern, trafen sich zum Public Viewing auf der Billinganlage oder – atmosphärisch natürlich unschlagbar – auf der komplett überfüllten Freilichtbühne im Fürther Stadtpark. Die Stimmung war erst mal gut, bis „Bad Boy“ Mario Balotelli Tor Nummer Eins und nicht viel später den nächsten Treffer für die Squadra Azzurra schoss. Wer die Greuther-Weiber aufmerksam liest, weiß, dass ich erklärter Fan der italienischen Nationalmannschaft bin, und es mir insbesondere deren Keeper Gianluigi „Gigi“ Buffon angetan hat (er ist neben Iker Casillas übrigens der einzige Torwart, der in seiner Karriere viermal zum Welttorhüter des Jahres gekürt wurde). Gestern war Begeisterung für das deutsche Team angesagt und ich musste mich bei meinen Fußball-Freunden/-innen mit Komplimenten für den Torwart zurückhalten. Aber er war doch wirklich: Saugut.
Egal, das Ergebnis des Halbfinales kennt inzwischen jeder. Die Stimmung im Stadtpark war – auch infolge der starken Regengüsse – mehr als auf dem Hund. Ich habe mir heute – ganz im Geheimen – vorgenommen, das Beste daraus zu machen: Ich werde am Sonntag mein Italientrikot anziehen, ein Glas Rotwein trinken und – ganz gemütlich und relaxt – bei mir zu Hause das EM-Endspiel zwischen Spanien und Italien ansehen. Und da kann ich dann – endlich mal wieder mit guten Gewissen – für die Azurblauen und deren gigantischen Keeper Gigi Buffon zittern! Einverstanden?