Blutiger Heimsieg gegen Cottbus

Sie sind zurück auf dem zweiten Tabellenplatz und liegen nur einen Punkt hinter dem 1. FC Köln. Aber trotz des 1:0-Heimsieges gegen Energie Cottbus hat sich das Kleeblatt heute nicht gerade durch Klasse und überzeugende Aktionen ausgezeichnet.
Ein toller Start in die Partie war das frühe Tor von Florian Trinks in der fünften Minute. Das gab der Mannschaft erst mal Lockerheit, die sie dann auch mit guten Spielzügen – z.B. von Nikolas Füllkrug –  in Treffer umwandeln wollte. Was leider nicht gelang. Bis zur Halbzeitpause passierte nicht viel. Bis auf einen Unfall: Thomas Kleine zog sich nach einem Luftduell mit Boubacar Sanogo bzw. dessen Ellenbogen kurz vor dem Halbzeitpfiff eine blutende Platzwunde zu. Er wurde vom Teamarzt der SpVgg, Dr. Harald Hauer, verarztet und kam mit einem Turban zurück aufs Spielfeld.
Dann sollte sich das Blatt in der zweiten Halbzeit wenden. Die Cottbusser besannen sich auf ihre Qualitäten und brachten das Kleeblatt-Team ein wenig in die Bredouille. Keeper Wolfgang Hesl hatte einiges zu tun, um den Vorsprung nicht zu verschenken. Und Sanogo fiel noch mehrmals durch unfaire Aktionen auf. Doch nicht er, sondern Michael Schulze sah Gelb-Rot und dezimierte seine Mannschaft für die letzten 20 Minuten auf zehn Spieler. Letztlich gingen die Kleeblätter dann mit einem Sieg vom Platz. Keine souveräne sportliche Leistung. Ich hätte mir gegen den Tabellenletzten ein deutlicheres Ergebnis und mehr Dominanz erwartet. Aber was zählt, sind die drei Punkte.
Am kommenden Sonntag, 8. Dezember, gastiert die SpVgg auswärts beim SV Sandhausen. Der ist im Moment auf dem achten Tabellenplatz und hat seine letzten beiden Spiele gewonnen.

Quo vadis, Kleeblatt?

Gestern Abend konnte ich leider nicht mit den anderen 15.500 Zuschauern in der Allianz-Arena dabei sein, als die Spielvereinigung ihr 15. Saisonspiel gegen den TSV 1860 München absolvierte. Ich war nämlich bei der Feier eines Freundes, der in einem Nürnberger Restaurant seinen runden Geburtstag feierte. „Quo vadis?“ heißt das Lokal – und das habe ich mich auch gefragt, als mein Tischnachbar auf seinem Smartphone das Endergebnis des Spieles googelte: 0:1 für die Löwen. „Quo vadis, Kleeblatt“, dachte ich mir, „wohin gehst du?“
Das Spiel war in den ersten 45 Minuten wohl von vielen Ballverlusten und Fehlpässen geprägt. Dann gab es nach der Pause Chancen auf beiden Seiten, die leider die Münchner in der 56. Minute durch das Tor von Dominik Stahl (Foto) verwandeln konnten. Gegen Ende der zweiten Halbzeit war auf der Online-Seite des Sportmagazins „Kicker“ zu lesen: „Der Schneefall in München nimmt zu. Gleichzeitig das spielerische Niveau leider wieder ab. Fürth rennt an, beißt sich aber an gut geordneten Löwen die Zähne aus.“ Am Ende feierten die Löwen den verdienten Heimsieg, die SpVgg verpasste die Tabellenführung.
Noch mal zu „Quo vadis?“. Der Sage nach begegnete der Apostel Petrus auf seiner Flucht aus Rom Christus und fragte ihn „Quo vadis, Domine?“ („Wohin gehst du, Herr?“) und erhielt zur Antwort „Venio Romam iterum crucifigi.“ („Nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen“). Daraufhin kehrte Petrus um, wurde in Rom gefangengenommen und gekreuzigt. Im Alltag wird die Phrase „quo vadis“ oft im Sinne von „Wohin soll das noch führen?” oder „Wie soll das weitergehen?” verwendet.
Das frage ich mich generell in  Bezug auf das Kleeblatt eigentlich nicht. Die Fürther sind gut in die Saison gestartet und werden bis zur Winterpause (hoffentlich) noch mal richtig aufdrehen. Gelegenheit dafür haben sie schon am kommenden Sonntag, 1. Dezember, wenn sie um 13.30 Uhr im Ronhof  Energie Cottbus empfangen. Der Tabellenletzte  ist auf jeden Fall zu knacken. Nicht, dass die Cottbusser nach dem Abpfiff Julius Caeser zitieren können: „Veni, vidi, vici“. („Ich kam, sah und siegte“).

Frisches Spielerblut beim Kleeblatt!

Heute Nachmittag treten die Kleeblätter in der Trolli Arena gegen Union Berlin an. Beim ersten Heimspiel in der Rückrunde gilt es, mit dem neuen Torhüter Alexander Walke zu zeigen, dass das Team die Winterpause und den Ausfall von Keeper Max Grün gut verkraftet hat.

handschuhe_walkeAbgesehen vom Neuzugang im Tor (das Foto zeigt deutlich, dass der neue Mann im Kleeblatt-Tor echte „Keeper-Schaufeln“ hat) geht es zurzeit im Profiteam der SpVgg turbulent zu. Innenverteidiger Mergim Mavraj kam aus Bochum nach Fürth, Abwehrspieler Marino Biliskov wechselte zum FC Ingolstadt (Team des ehemaligen Kleeblatt-Trainers Benno Möhlamnn), und Dani Schahin wird bis zum Saison-Ende an den Drittligisten Dynamo Dresden ausgeliehen. Seit Dienstag ist Etienne Eto’o im Training des Kleeblatts dabei: Der Kameruner ist ein 21-jähriger Offensiv-Spieler und der jüngere Bruder von Inter Mailands Star Samuel Eto’o. Und am Mittwoch stieß dann noch Nejc Pecnik zum Team von Mike Büskens. Der 25-jährige Slowene ist Nationalspieler seines Landes und seit eineinhalb Jahren beim portugiesischen Klub CD Nacional Funchal aktiv.

Hoffentlich bringt das alles keine unnötige Unruhe in die Mannschaft! Denn jetzt ist jedes Spiel,  jeder Punkt wichtig. Trainer Mike Büskens, der bekanntlich für Ruhe und Stabiltät im Team plädiert, verlangt von seinen Spielern „Enthusiasmus, Leidenschaft und Willen“. Er sieht die bevorstehende Partie gegen die Berliner, die im Moment mit 22 Punkten auf Tabellenrang 12 stehen, so:

Wir müssen gegen Union anders auftreten als noch in der ersten Halbzeit in Karlsruhe. Union Berlin konnte die letzten Spiele gewinnen und auch in Cottbus einen Punkt holen. Diese Mannschaft verkörpert die zweite Liga, sie agiert leidenschaftlich und will sicher auch im ersten Auswärtsspiel des Jahres ein Zeichen setzen.

Die Spielvereinigung liegt vor dem heutigen Spiel auf Platz 6. Nachdem Spitzenreiter FC Augsburg und Verfolger MSV Duisburg gestern mit je einem Unentschieden geschwächelt haben, Cottbus jedoch in Bielefeld (natürlich) gewonnen hat, müssen sich die Kleeblätter heute doppelt anstrengen. Mal sehen, ob’s klappt!

Yes, you did!

Mist, dass ich nicht dabei sein konnte am Bornheimer Hang – diesen Tore-Reigen hätte ich wirklich gar zu gerne live miterlebt! Mein Gott, unsere Mannschaft kommt mir wie komplett ausgewechselt vor, so wie sie jetzt aufspielt. Wie in früheren Zeiten! Gut, dass gegen das „Kellerkind“ FSV Frankfurt drei Punkte drin sein müssten, habe ich mir vorher schon gedacht. Aber dass es gleich ein 5:0-Kantersieg werden würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorzustellen gewagt. Danke, Kleeblatt!

Neuzugang Milorad Pekovic allerdings hat durch sein wiederholtes Foulspiel dafür gesorgt, dass ich zeitweise das Nervenflattern bekam. Gut, dass ihn Mike Büskens rechtzeitig vom Platz genommen hat, sonst hätte Pekovic möglicherweise noch Rot gesehen. Außerdem habe ich mich für Fürstner gefreut, der trotz zuletzt recht ansprechender Leistung wegen Pekovic erst mal auf der Bank bleiben musste, dann aber doch gegen den Neuzugang aus Mainz eingewechselt wurde.

Aber sonst können wir, glaube ich, rundum zufrieden in dieses Wochenende gehen und erst mal ein wenig entspannen. Nur vor einem sollten sich unsere Spieler jetzt hüten: zu übermütig zu werden! Auch wenn der nächste Gegner, Energie Cottbus, zurzeit nicht gerade zu den stärksten Zweitligisten gehört – Übermut tut selten gut!