Tom Weilandt reißt es noch raus

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenEnglische Wochen, d.h. Wochen, in denen mehrere Ligaspiele anstehen (in der Bundesliga und Zweiten Liga gibt es pro Saison in der Regel ein bis drei „englische Wochen“ mit regulären Spieltagen am Dienstag und am Mittwoch), haben eine eigene Dynamik. Die Spieler werden physisch besonders gefordert. Die Fans haben „Fußball satt“ (was manchmal bedeutet, dass man lieber mal ein Heimspiel auslässt). Und die Ergebnisse entsprechen nicht unbedingt den Erwartungen. So auch in dieser Woche, wo die Spielvereinigung in sieben Tagen auf den FC Kaiserslautern (2:1), den VfR Aalen und am Freitag auf den TSV 1860 München trifft.
Die Begegnung gestern Abend im Stadion am Laubenweg gegen Aalen ging unentschieden 1:1 aus. Die Kleeblätter kamen nicht so gut ins Spiel. Nein, sie wirkten in der gesamten ersten Stunde eher verschlafen. Immerhin verhinderte Keeper Wolfgang Hesl mit einem gehaltenen Elfmeter in der 3. Minute eine frühe Führung der Gäste. Trotzdem schossen dann die Aalener in der 38. Minute mit einem Fernschuss von Andreas Ludwig das Führungstor. Lange sah es so aus, als ob es dabei bleiben sollte. Daran konnte auch der (für mich) beste Kleeblatt-Spieler auf dem Platz – Stephan Schröck – nichts ändern. Es ist immer ein Genuss, zu sehen, wie er mit seiner Kämpfernatur mal rechts, mal links agiert, den Ball um seine Gegner schlenzt, dribbelt und wie ein Ballkünstler gute Möglichkeiten für seine Mannschaft herausspielt. So auch gestern Abend. Er hatte mehr als eine Torchance, z.B. in der 81. Minute, wo er mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur am Ex-Fürther, dem Torhüter Jasmin Fejzic scheiterte. Schön, dass „Schröcki“ wieder hier im Fürther Team ist – ein echter Gewinn!

Die Spielvereinigung kam gestern gegen den VfR erst in den letzten 25 Minuten richtig auf Touren. Und da machte dann auch Tom Weilandt (auf dem Foto jubelt er nach seinem Treffer mit Niko Gießelmann) aus einer Drehung den 1:1-Ausgleich und rettete der SpVgg wenigstens einen Punkt. Schon gegen Kaiserslautern hatte der Ex-Rostocker am vergangenen Samstag ja den 2:1-Siegtreffer erzielt.
Übrigens saß gestern Abend der ehemalige Kleeblatt-Coach Mike Büskens unter den Zuschauern. Offenbar wollte er mal wieder Fürther Luft schnuppern.

Die Mannschaft hat nur wenig Zeit, um zu regenerieren, denn am Freitag steht bereits die nächste Aufgabe an: Die SpVgg reist nach München zum TSV 1860. Und wir wissen ja aus der letzten Saison, als das Kleeblatt im Aufstiegskampf in der letzten Minute zu Hause unglücklich gegen die Münchner mit 1:2 verlor, dass dieser Gegner ein schwerer ist.

Die „Schanzer“ kommen nach Fürth!

Eine „Englische Woche“ hat mitnichten etwas mit blutigen Steaks zu tun (es soll ja Leute geben, denen so etwas schmeckt!). Nein, es bedeutet vielmehr, dass eine Fußballmannschaft innerhalb einer Woche mehrere Spiele bestreiten muss. Jetzt erwischt es also auch die Spielvereinigung: Die Kleeblätter haben vergangenen Freitag den FSV Frankfurt empfangen und 1:0 besiegt. Bei Energie Cottbus war man am Dienstag zu Gast. Das Endergebnis – 2:0 für die Gastgeber – sollte man eher schnell wieder vergessen. Und am Samstag, 25. September, geht’s um 13 Uhr wieder frisch ans Werk: Der bayerische Kontrahent FC Ingolstadt 04 kommt in die Trolli Arena und will dort aus dem Keller der 2. Bundesliga nach oben stürmen.

fuerth_fciDie Spieler des Vereins aus Ingolstadt werden die „Schanzer“ genannt. Die Bezeichnung geht auf die Geschichte der Stadt zurück, die 1806 mit dem Ausbau Ingolstadts zur bayerischen Landesfestung begann und seither den Namen „die Schanz“ trägt. Ein weiterer Grund für den Beinamen des Vereins ist der Ort seiner ehemaligen Spielstätte auf der Schanz, das MTV-Stadion. Seit dieser Saison gehen die „Schanzer“ im neuen 15 000 Zuschauer fassenden Audi Sportpark auf Tore- und Punktejagd.

Seinen überregionalen Bekanntheitsgrad hat der FC Ingolstadt 04 sicherlich seinem sportlichen Erfolg und dem schnellen Aufstieg in die 2. Bundesliga zu verdanken. Erst im Jahr 2004 gegründet, fiel der Startschuss für die erste Mannschaft des FC Ingolstadt in einem Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Der FC Ingolstadt spielte in den folgenden Jahren recht erfolgreich Fußball. Auf- und Abstieg in die zweite Liga kosteten die Ingolstädter Fans viele Nerven. Nach schwachem Start schloss der FC Ingolstadt 04 dann die Hinrunde der Saison 2009/2010 als erfolgreichste Mannschaft der 3. Liga mit Tabellenplatz 1 ab. Nach einer mehr als durchwachsenen zweiten Saisonhälfte marschierte der FCI im Endspurt los und sicherte sich die Relegation. Das Team von Trainer Michael Wiesinger war in den beiden Spielen gegen Rostock jederzeit Herr der Lage, und die Rückkehr in die 2. Bundesliga war gesichert.

Und am Samstag treten die oberbayerischen Ingolstädter also gegen die fränkischen Kleeblätter an. Oft neigt man ja dazu, bei Gegnern, die vermeintlich schwächer sind, zu locker-flockig aufzutreten. Deshalb sollten die Kleeblätter auf der Hut sein und sich im Ronhof alle Mühe geben, das Spiel zu gewinnen.