Kapitän Caligiuri im Pech

Einmal mehr der beste im Team: Marco Caligiuri.   (Foto: Sportfoto Zink)

3:1 hatte ich getippt – das Nachhol-Spiel gegen Dynamo Dresden erschien mir machbar. Viele Faktoren sprachen auch für einen Kleeblattsieg: Es war ein Heimspiel, das Wetter war angenehm und die Sachsen hatten erst drei Tage vorher beim Derbyrivalen Erzgebirge Aue eine kräftezehrende Aufholjagd hingelegt. Sie machten dort aus einem 0:1-Rückstand noch einen 3:1-Sieg.

Trotzdem gab es gestern Abend im Ronhof nur eine Nullnummer. Die Fans auf beiden Seiten waren hochmotiviert. Immerhin 12.590 Zuschauer waren im Stadion, rund 1700 SGD-Fans hatten zum zweiten Mal die Reise nach Fürth angetreten (knapp 650 Kilometer Hin- und Rückweg), um beim Nachholspiel des 25. Spieltages dabei zu sein. Vor dem Spiel verteilte die SGD am Gästeblock gelbe T-Shirts mit der Aufschrift „Überall und nirgendwo – immer wieder Dynamo“.

Das Spiel war geprägt vom Pressing der Sachsen, die viele Konter starteten, aber nicht erfolgreich waren. Das Spiel der Dresdner wurde gen Ende der Begegnung zunehmend ruppiger: Caligiuri bekam einen Schlag auf die Wange (trotz Maske), Julian Green war nach mehreren Fouls und einem Zusammenprall mit Atik eine Zeitlang benommen und musste später vom Platz.

Die Spielvereinigung vermittelte den Eindruck, dass sie strukturiert und konzentriert, jedoch zeitweise ein wenig lauflahm war. Sie hatte dennoch weitaus mehr Torschüsse, die Hausherren verbuchten über 60 Prozent des Ballbesitzes für sich. Die beste Chance gab es auf der Kleeblattseite: Nach einer Dynamo-Ecke schaltet Julian Green blitzschnell um, Daniel Keita-Ruel gibt auf David Atanga, und der nimmt Sebastian Ernst in der Mitte mit. Ernst hat Platz, wird beim Schuss aber geblockt. Doch Kapitän Marco Caligiuri bekommt den Ball und schießt ihn volley auf das Tor des Gästekeepers Markus Schubert. Leider prallt der Ball vom Alupfosten zurück.

Ganz deutlich war während des gesamten Spiels zu spüren, dass Maximilian Wittek (wegen seines Handbruches) fehlte. Er ist der Motor der Mannschaft, und seine Freistöße sind einfach die besten.

Mit einem Punkt aus dem 0:0-Endstand rangiert die SpVgg aktuell (mit zehn Punkten Abstand zum Relegationsplatz) auf dem 11. Tabellenplatz. In der Englischen Woche empfängt das Kleeblatt am Sonntag, 7. April, um 13.30 Uhr den SV Darmstadt 98 im Ronhof. Hoffen wir auf einen Heimsieg. Der war ja eigentlich gegen Dresden schon angesagt!

Kleeblatt im alten Fahrwasser?

Schade, schade. Heute feiert die Spielvereinigung ihren 115. Geburtstag. Am 23. September 1903 wurde sie in der Gustavstraße gegründet. Und so hatten sich die angereisten Kleeblattfans beim Auswärtsspiel in Heidenheim auch eine passende Choreographie (Foto: Sportfoto Zink) vor dem Anpfiff ausgedacht. Der Verein hätte sich  dann auch über ein Punktegeschenk gefreut. Aber leider ist der gute Vorsatz voll daneben gegangen.
Trotz weitaus größeren Ballbesitzes in der ersten Spielhälfte gelang den Kleeblättern beinahe nichts. Es war komplett der Wurm drin. weiter lesen

Begegnung der Sonderklasse im Ronhof

Ganz unerwartet kommt es am nächsten Sonntag, 17. September, im Fürther Ronhof zu einer ganz besonderen sportlichen Begegnung: Der Tabellenletzte der Zweiten Liga – die Spielvereinigung – trifft auf den Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf. Ich hoffe mal, dass viele Kleeblattfans ins Stadion gehen werden, um sich dieses Highlight anzusehen.
In 18 Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in den letzten Jahren gelangen der SpVgg fünf Siege, es gab sieben Unentschieden und sechs Niederlagen. Wobei in den vergangenen drei Jahren das Kleeblatt oft siegte – und dabei immer relativ viele Tore schoss (3:1 im April 2016, 3:0 im Mai 2015, 4:1 im März 2014). Dabei fällt auf, dass das Kleeblatt vor allem zu Hause voll aufdrehte und den Düsseldorfern zeigte, wo’s lang geht.
Interessant ist die Partie am Sonntag natürlich auch, weil der neue Trainer Damir Buric sein Debüt gibt. Die Kleeblattanhänger wollen den neuen Coach, dem das Image des „Gentleman“ vorauseilt, endlich leibhaftig erleben. Beim ersten Training kommunizierte er den Spielern schon mal, was er in Zukunft von ihnen erwartet (Foto). Und gespannt darf man natürlich sein, mit welchem Konzept, welchem System und welcher Aufstellung Buric ab Sonntag versuchen wird, den Verein wieder zu einer ernstzunehmenden Zweitliga-Mannschaft zu machen. weiter lesen

Aufregende Derbytage für das Kleeblatt

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthEinen Punkt konnte die Spielvereinigung am Sonntag beim letzten Zweitligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf einfahren. Das Ergebnis hätte optimaler sein können, vor allem in Anbetracht dessen, dass das Kleeblatt bis zur 78. Minuten mit 1:0 geführt hatte. Aber das ist Schnee von gestern. Die Mannschaft hat eine englische Woche vor sich und einiges vor: Zwei fränkische Derbys stehen an. Am Freitag, 16. September, trifft das mittelfränkische Team um 18.30 Uhr im Ronhof auf die Würzburger Kickers. Nach 38 Jahren kommt es wieder einmal zu einem Pflichtspiel gegen die unterfränkischen Aufsteiger. Denen wird der Blick auf die aktuelle Tabelle runtergehen wie Öl: Sie stehen auf dem vierten Tabellenplatz – vor den Konkurrenten aus Fürth (7.) und Nürnberg (17.). Kleeblattfans sehen dieses Ranking allerdings pragmatisch: Die Würzburger haben sieben Punkte auf dem Konto – genauso viel wie die Spielvereinigung. Lediglich das bessere Torverhältnis spricht für den FWK.

Einer der Hoffnungsträger des Würzburger Kickers heißt Schröck. Nein, „unser“ Stephan Schröcki lebt und arbeitet derzeit auf den Philippinen. Ich spreche von Tobias Schröck, der erst seit Juli 2016 für die Unterfranken spielt und sich bislang hervorragend bewährte. Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach hatte den Mittelfeldspieler Schröck schon länger als Wunschkandidaten auf der Liste. Nachdem Würzburg den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, stand seinem Engagement nichts mehr im Wege.

Wie sich das Kleeblatt am Freitag gegen den Zweitliganeuling Würzburger Kickers behaupten wird, bleibt abzuwarten. Nachdem das Kleeblatt allerdings in dieser Spielzeit eine konstante Leistung geboten hat, wäre es durchaus möglich, dass es zu Hause drei Punkte einfährt.

Am nächsten Dienstag, 20. September, geht’s dann zum „Spiel der Spiele“ – dem Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg. Der Club, der ja Ende der letzten Saison noch um die Relegation in die Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt kämpfte, liegt aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. Bei Spielern, Trainer und den Clubfans liegen die Nerven blank, die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Das letzte Lokalderby im Februar 2016 (Foto) gewann der 1. FCN mit 2:1. Das kann am Dienstag im Nürnberger Stadion ja eine heiße Nummer werden!