Meister-Felge fürs Kleeblatt – Nie mehr 2. Liga!

Eines vorweg: Da hatten wir doch echt Schwein (das auf meinem Foto liegt übrigens in der Rostocker Fußgängerzone!), dass es am vergangenen Sonntag – bei der großen Aufstiegsfeier vor dem Fürther Rathaus – wettermäßig besser war als heute. Zumindest was die Temperaturen anbelangt.

Jetzt zur Sache: Die Spielvereinigung trat beim allerletzten Spiel in der Saison 2011/12 in der DKB-Arena beim Tabellenletzten Hansa Rostock an. Einige unverdrossene Fans waren mit an die Ostsee gefahren, um ihr Kleeblatt, das endlich den Aufstieg in die erste Bundesliga geschafft hat, auch hier noch mal lautstark zu unterstützen. Der Fürther Coach Mike Büskens hatte es treffend im Vorfeld formuliert: „Hansa wird sich vernünftig von den Zuschauern und aus der zweiten Liga verabschieden. Sie werden sicher nicht Spalier stehen und uns nur das Beste wünschen.“
Und so war es auch. Die Rostocker Mannschaft um den Nürnberger Ex-Trainer Wolfgang Wolf zeigte Rückgrat und spielte nicht schlecht auf. Das erste Tor schoss dann aber Christopher Nöthe in der 35. Minute nach guter Vorlage von Milorad Pekovic. In der fernen Heimat erst mal Erleichterung bei allen Fans, lag doch zu diesem Zeitpunkt die Frankfurter Eintracht mit 0:1 zurück. Dann der Schock beim Ausgleichstor durch Stephan Gusche. Minutenlanges Zittern, aber Sercan Sararer traf nach hervorragender Vorarbeit von Mergim Mavraj zum 1:2.
Doch der Hammer kam kurz vor Schluss. Wie beim DFB-Pokalspiel gegen Meister Borussia Dortmund wird Keeper Max Grün gegen Jasmin Fejzic ausgewechselt. Und der arme Kerl wird es verfluchen: Marek Mintal schießt in der 90. Minute das Tor und damit endet die Partie in Rostock „nur“ unentschieden 2:2.
So what. Das Kleeblatt ist mit 70 Punkten Tabellenerster. Dank an den Karlsruher SC, der Eintracht Frankfurt mit 1:0 besiegt hat.YouTube Preview Image
Bleibt mir nach diesem Spiel und dem Gewinn der Meisterschale der 2. Bundesliga – der „Felge“ – nur zu sagen: Super, Kleeblatt, Kompliment, das habt Ihr toll gemacht.

Darf oder kann Fürth nicht aufsteigen?

Nein, das ist keine Saison, wie ich sie mir als Greuther-Weib gewünscht habe. Sonst stand es in den vergangenen Jahren zu dieser Zeit ganz anders um unser Kleeblatt: In den letzten Spielen ging es jeweils um die Wurst, also um den Aufstieg in die erste Bundesliga. Mit Spannung habe ich – wie alle Fans – jedem Spiel entgegengefiebert. Und auch wenn ich am Ende doch wieder enttäuscht wurde und die Fürther zweitklassig blieben – man durfte doch immer davon träumen, wie schön es wäre, wenn…

20100404 BüskensGanz anders in diesem Jahr: Aufstieg unerreichbar, rien ne va plus. Im Prinzip ist es egal, ob die SpVgg die nächsten Spiele gewinnt oder nicht. Da kann Mike Büskens noch so hart mit den Jungs ins Gericht gehen und sie beim Training durchs Gelände hetzen, wenn sie mal keinen echten Einsatz gezeigt haben – das ist im Grunde alles nur Kosmetik. Klar soll die Elf einen respaktablen Tabellenplatz halten, aber ob sie jetzt Sechster oder Zwölfter wird – wen juckt das wirklich?

Für mich ist die Luft raus aus dieser Saison. (Und deshalb darf man als Greuther-Weib zu Ostern durchaus auch mal was anderes vorhaben, als die Kleeblätter nach Augsburg zu begleiten – das nur kurz auf den Kommentar von „Kräuter-Schneider“). Schade, dass alles so verquer gelaufen ist in den letzten Monaten. Aber vielleicht war es ja auch Taktik? Sonst wurde ja immer gemunkelt, die Fürther dürften nicht aufsteigen und müssten deshalb die entscheidenden Partien zum Saisonende vergeigen. Hat man diesmal schon vorher das Tempo rausgenommen, um gar nicht erst Gefahr zu laufen, wieder in die prekäre Situation zu kommen, dass es mit dem Oberhaus doch noch klappen könnte?
Und wisst Ihr was? Ich bin nicht die einzige, die diesen Verdacht hegt!