Kleeblatt und Kirche passen gut zusammen

Das tolle eiskalte Winterwetter verführt auch Greuther-Weiber dazu, öfter spazieren zu gehen. Mal mit dem Tierorakel Daisy, mal alleine. Der Weg vom Babylon Kino kommend entlang der schlittenfahrenden Kinder und dann rein in den Fürther Stadtpark ist zurzeit sehenswert. Beim Rosengarten geht man links an der Auferstehungskirche und dem Hiroshima-Mahnmal des in Fürth lebenden japanischen Künstler Kunihiko Kato vorbei. Wenn man dann gerade auf das Pfarrhaus zuläuft, ist sie beim Eingang in den Pfarrgarten (etwas versteckt) zu sehen: Eine kleine Fahne der Spielvereinigung (mittleres Foto). Das weiß-grüne Accessoire macht sich an diesem Platz sehr gut.

Ich habe mir überlegt, wer hier wohl der Kleeblattfan sein könnte. Ist es Pfarrerin Irene Stooß-Heinzel? Oder ein Mitarbeiter des im Haus auch untergebrachten Evangelischen Diakonievereins Fürth Auferstehungskirche e.V? Ich tippe jedoch schwer auf Pfarrer Wolfgang Vieweg. Immerhin ist auf der Homepage der Gemeinde unter den „Links“ einer, der zur Spielvereinigung führt. Und zum Thema „Fußball“ finde ich auf der Website Informationen für „Interessierte im Alter von 15 bis 58plus“: Jeden Samstag trifft man sich um 9.50 Uhr am Pappelsteig. Dort kickt man dann neben der Pegnitz im Wiesengrund am Engelhardsteg/Pappelsteig. Es dürfen alle mitmachen, die Spaß am Fußball haben und etwas Talent dazu. Die Fußballmannschaft wurde Anfang der 1980er Jahre ins Leben gerufen. Drei der Gründungsmitglieder spielen heute noch mit.
Und dieser Gemeindekick läuft unter Federführung von Pfarrer Wolfgang Vieweg, der in einem Artikel im Monatsgruß (Zeitschrift der evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Fürth) zum Thema „Kirche und Sport“ schreibt:

„Und was tun Sie für Ihren Körper?“ werde ich hin und wieder gefragt, wenn ich darauf hinweise, dass es nichts schadet, etwas für die Seele zu tun. Wenn ich dann darauf hinweise, dass ich immer noch in der Fußballmannschaft unserer Kirchengemeinde herumkicke, ernte ich oft ungläubiges Erstaunen. „Kirche und Sport schließen sich doch gegenseitig aus. Entweder- oder!“, heißt es dann im Extremfall. Aber ist diese Kombination denn wirklich so skurril? Ich denke nicht, denn es gibt mehr Gemeinsamkeiten zwischen Kirche und Sport, als man denkt….Deshalb ist der Fußball auch nicht mein Leben. Das Leben ist mehr. Aber der Fußball ist ein schönes Stück davon. Viel Spaß bei einer der schönsten Nebensachen der Welt wünscht Ihnen Pfarrer Wolfgang Vieweg.“

Fürth zeigt Flagge – wo immer es geht!

Morgen ist der große Tag: Punkt 17 Uhr beginnt das zweite Relegationsspiel der Spielvereinigung gegen den Hamburger SV in der Trolli ARENA. Das erste Spiel ist bekanntlich 0:0 unentschieden ausgegangen. Das heißt, morgen ist alles drin. Gewinnen die Fürther, wäre der Wiederaufstieg in die Bundesliga perfekt! Wer es noch nicht mitbekommen hat: Der Fürther Stadtlauf wird aus Sicherheitsgründen um eine Woche auf den 25. Mai 2014 verlegt.

Bewohner der Stadt zeigen seit einigen Tagen ihre Sympathie für den Fürther Fußballverein auf vielerlei Art: Seriöse Geschäftsleute tragen zum dunklen Anzug auf einmal einen weiß-grünen Schal, Autos sind mit kleinen Wimpeln dekoriert, Kinder gehen in Kleeblatttrikots in die Schule.
Aber den Vogel hat meiner Ansicht nach dieser SpVgg-Fan abgeschossen. Direkt vor der Ludwigsbrücke – einer der Haupt-Einfallsstraßen in und aus Fürth – wird ein Haus renoviert und neu gedeckt. Und der riesige Kran, der direkt neben der Straße steht und mit dem viele der Bauarbeiten durchgeführt werden, ist mit einer wunderbaren großen Kleeblattfahne versehen. Ich habe die weithin sichtbare Beflaggung gesehen, als ich mit meinem Auto vorbeigefahren bin und dachte mir: Das ist doch wieder etwas für unseren Greuther-Weiber-Blog. Da hat sich wohl jemand ganz viel Mühe gegeben. Das muss wahre Liebe sein!

Kleeblatt-Idyll direkt am Fluss

Es gibt viele total romantische Plätze in Fürth. Ich kenne einige, will sie hier aber nicht verraten, sonst gehen ja alle hin!
Ein besonderes Idyll habe ich gestern per Zufall gesehen. Als ich mit dem Fahrrad vom Kulturforum kommend auf dem Radweg über die Maxbrücke fuhr, schweifte mein Blick nach links – und so schnell konnte ich gar nicht bremsen: Direkt am Ufer der Rednitz war in einem wild bewachsenen Garten eine Kleeblatt-Fahne gehisst. Hier will offenbar jemand seine Liebe und Solidarität mit dem Bundesliga-Aufsteiger demonstrieren. Sauber! Das Stillleben hat mir so gut gefallen – typisch Frau? -, dass ich gleich meinen Fotoapparat gezückt habe: Dichtes Grün, ein Fahnenmast mit der weiß-grünen Flagge, unten ein kleines Boot (samt Motor?), mit dem man bestimmt schöne Ausflüge machen kann. Und alles direkt im Herzen von Fürth. Romantik pur! Wem von Euch ist das auch schon mal aufgefallen?

Fanartikel-Code für das heutige Frankfurt-Spiel

Heute Abend findet um 20.15 Uhr das heiß ersehnte Spiel der Spielvereinigung gegen den Tabellenzweiten Frankfurter Eintracht in der Commerzbank-Arena statt. Bislang wurden gut 35.000 Tickets verkauft. Interessant sind für mich die detaillierten und zum Teil eigenartig anmutenden Verhaltenmaßregeln, die die Fanbetreuung des hessischen Vereins (der ja immer wieder Probleme mit den eigenen Fans hat) an die Besucher ausgibt:

Erlaubte Fanutensilien
– 1 Megaphon (Vorsänger darf den Zaun besteigen)

– 5 Trommeln (unten offen oder einsehbar)
– Kleine Fahnen (bis zu einer Stocklänge von 2m)
– Fanklubbanner / Zaunfahnen (solange der Platz reicht; die Fahnen können aufgrund unserer mündlichen Absprache am vorderen Zaun sowie an den Außenflanken des Gästestehplatzbereichs angebracht werden)
– 50 Doppelhalter (bis zu einer Stocklänge von 2m)
– 10 Schwenkfahnen
Werbung darf nicht überhängt werden. Kommt es zum Abbrennen von Pyrotechnik, trägt dies zu einer Reduzierung der genehmigten Fanutensilien beim nächsten Aufeinandertreffen bei bzw. beschränkt sich möglicherweise dann auf das Tragen von Trikot und Schal.
Bitte transportiert diese Information in Eure Fanszene hinein und weist sie auf ihre Verantwortung hin.
Bei Trommeln und Schwenkfahnen ist eine Aufnahme der Personalien beim Einlass möglich.
Die Mitnahme von Fotoapparaten/ Digitalkameras ist kein Problem, solange es sich dabei nicht um Profiausrüstung handelt. Videokameras sind nicht gestattet.
Rucksäcke und Taschen können nicht ins Stadion mitgenommen werden, außerdem gibt es keine Abgabemöglichkeit. Bauch-/Gürteltaschen sind grundsätzlich erlaubt.
Alkoholkontrollen können auf Sicht, d.h. bei auffallendem Verhalten bedingt durch Alkoholkonsum durchgeführt werden. Eine festgelegte Promillegrenze gibt es nicht.“

Na, habe ich zu viel versprochen? Jetzt weiß jeder Fan Bescheid, wie er sich adäquat auszurüsten hat. Wer unter diesen Umständen keine Lust mehr hat, heute nach Frankfurt zu fahren, der kann sich das Spiel im Fernsehen anschauen. Es wird in voller Länge bei Sport1 und Sky übertragen.

 

Kleeblatt-Fahne auf dem Kopf

Einem echten Kleeblattfan wird die spielfreie Zeit allmählich zu lange. Gut, dass das Team der Spielvereinigung nach dem 2:2-Unentschieden gegen den FC St. Pauli am nächsten Sonntag, 20. November, ab 13.30 Uhr endlich wieder aktiv werden kann. Die Partie gegen den Tabellendreizehnten FSV Frankfurt im Ronhof verspricht spannend zu werden, kann Trainer Mike Büskens doch auf die meisten seiner Spieler zurückgreifen und so konzeptionell aus dem Vollen schöpfen.
Ich werde in Zukunft nicht nur mit selbstgestricktem Schal und Stirnband, sondern jetzt auch mit einer original Fürther Fahne im Stadion sein. Dazu eine kleine Anekdote: Die weiß-grüne Kleeblatt-Fahne war ein Geschenk zum Geburtstag. Beim Auspacken musste ich allerdings zu meinem Bedauern feststellen, dass sie falschherum auf dem Stock steckte (auf meinem Foto hält Greutherweib uwo das Corpus Delicti zu Demonstrationszwecken hoch). Also nichts wie hin zum Fanshop am Kohlenmarkt, um die Fahne umzutauschen. Der freundliche Mitarbeiter hörte sich meine Story von der verkehrt aufgezogenen Fahne an, rollte das gute Stück auf und musste lachen: „Da wären Sie ja zum echten Gespött im Stadion geworden.“ Ich stimmte ihm zu. Auf einmal kam von rechts eine Stimme aus dem Off: „Ist doch scheißegal“, meinte ein jüngerer Fürther, der mit seinem kleinen Sohn Fanartikel einkaufte. Dem konnte ich nun aber gar nicht zustimmen. Ich stellte mir das bildlich vor: Ich schwenke in der Trolli ARENA eine Fahne, deren Schriftzug „Kleeblatt Fürth“ auf dem Kopf steht. Ein Albtraum: Die süffisanten Kommentare über Frauen im Fußballstadion und unkorrekte Fanaccessiores. Das wäre keinesfalls eine gute Voraussetzung, die Kleeblätter adäquat zu unterstützen. Und sicher hätten Fans der gegnerischen Mannschaften blöde Witze darüber gemacht, dass in Fürth wohl alles auf dem Kopf steht, und man unter diesen chaotischen Bedingungen wohl nie aufsteigen werde. „Also, das geht gar nicht“, brachte es der Fanshop-Mitarbeiter auf den Punkt und holte mir ein neues Exemplar, bei dem alles mit rechten Dingen zugeht. Wir führten dann noch ein interessantes Gespräch über die Spielvereinigung im allgemeinen, die Perspektive für die nächsten Spiele, und trennten uns mit dem positiven Gedanken, dass in dieser Saison bisher alles bestens gelaufen ist. Und ich bin fanartikeltechnisch für die nächsten Spiele bestens ausgerüstet.

 

Attentat auf Fahne – Und die Fürther Reaktion

Die Spielvereinigung Greuther Fürth ist einfach ein Verein, den man wirklich lieben muss! Die Kleeblätter kämpfen in vielen Spielen wie die Löwen, sie haben einen sympathischen Trainer und schließen so manche Saison mit einem respektablen Platz ab. Zumindest in den Vorjahren.

Umso schlimmer ist eine Begebenheit, die sich vor wenigen Tagen in Herzogenaurach abgespielt hat. Es handelt sich um ein grässliches Attentat auf einen Fanartikel eines Ur-Anhängers. Die SpVgg berichtet auf ihrer Homepage genau, wie der Lieblingsverein der „Greuther-Weiber“ auf die Untat reagiert hat:

Kleeblatt-Manager Rachid Azzouzi stattete am Donnerstagmorgen Heinrich Kaltenhäußer aus Herzogenaurach einen Besuch ab, um ihm eine neue SpVgg-Fahne zu überreichen. Aus einem Zeitungsbericht hatte die SpVgg Greuther Fürth erfahren, dass Unbekannte in der vergangenen Woche die Kleeblatt-Fahne, die am Haus der Kaltenhäußers im ersten Stock hängt, abgenommen, verbrannt und die Überreste in den Briefkasten gestopft hatten. Für Rachid Azzouzi war klar, dass die SpVgg hier helfend eingreift: „Rivalität zwischen verschiedenen Vereinen in allen Ehren, aber eine Fahne verbrennen, das hat für mich mit Fußball nichts mehr zu tun. Wir möchten hiermit zeigen, dass uns unsere Fans wichtig sind, auch wenn wir leider nicht jedem helfen können.“ fahnenuebergabe_rachid_azzouziHeinrich Kaltenhäußer, der seit 1948 bekennender Kleeblatt-Fan ist, freute sich riesig über die neue Fahne: „Ich war echt baff, als sich die SpVgg bei mir gemeldet hat, das war eine tolle Überraschung. Es ist schön zu sehen, dass sich meine SpVgg so für ihre treuen Fans engagiert.“ Gemeinsam mit Rachid Azzouzi wurde die neue Kleeblatt-Fahne dann sofort am angestammten Platz an einem Fenster im ersten Stock aufgehängt. (Das Foto haben wir übrigens der Homepage der SpVgg entnommen – danke)

 

Also, die Welt ist für Herrn Kaltenhäußer jetzt wieder in Ordnung. Und die (Atten-)Täter können es sich hinter die Ohren schreiben: So schnell lassen sich Fürther nicht unterkriegen. Wir helfen, wo wir können. Wo kämen wir sonst denn hin?