Schröcki, Du bleibst für uns ein Kleeblatt!

Nein, so haben wir uns das Osterfest ganz bestimmt nicht vorgestellt: Heute wurde bekannt, dass die SpVgg Greuther Fürth den bis 2018 gültigen Vertrag mit Publikumsliebling Stephan Schröck aufgelöst hat. Vorausgegangen waren zwei Gespräche zwischen Manager Ramazan Yildirim und Schröck. Auf der Website des Vereins wird Yildirim dazu folgendermaßen zitiert:

„Wir haben gute und respektvolle Gespräche geführt und dabei diese Lösung erarbeitet. Stephan hat hier in Fürth einen besonderen Stellenwert, das war und ist uns bewusst.“

Das ist das Ende einer ganz besonderen Beziehung. Denn viele Fans – darunter auch wir –  haben Stephan Schröck mit seinem unermüdlichen Einsatz für das Kleeblatt in zahlreichen Spielen ins Herz geschlossen. Und es war eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruhte. Der gebürtige Schweinfurter, Sohn einer philippinischen Mutter und eines deutschen Vaters, hatte es einst aus der Kleeblatt-Jugend direkt zu den Profis geschafft. Und er war maßgeblich daran beteiligt, dass dem Kleeblatt der Aufstieg in die Erste Bundesliga gelang. Dann allerdings wechselte er – um seine fußballerische Karriere zu befördern – nach Hoffenheim. Doch dieser Plan war nicht von Erfolg gekrönt. Schröck kam dort nicht voran, wechselte ein weiteres Mal, diesmal zur Frankfurter Eintracht. Bald zeichnete sich aber seine Rückkehr in den Ronhof ab. Im Sommer 2014 holte ihn Helmut Hack zurück nach Fürth, es wurde ein Vierjahresvertrag abgeschlossen. Schröck sollte die Position des Rechtsverteidigers einnehmen – doch die behagte ihm schon bald nicht mehr. Es kam zu Reibereien zwischen Schröck und dem Management, und der Verein lieh ihn schließlich im Winter 2015/16 an den philippinischen Erstligisten Ceres-La Salle FC aus, was so mancher Fan als Affront gegen einen verdienten Mann wie Schröck empfand.

Im vergangenen Winter kam Schröcki, wie er von vielen liebevoll geannt wird, wiederum zurück nach Fürth. Aber der Weg in die erste Mannschaft war ihm nicht mehr vergönnt – und das, obwohl er sein Bekenntnis zum Kleeblatt immer wieder öffentlich  machte. Auch wir hatten in einer Leser-Umfrage ein starkes Echo bei den Fans gefunden, die ihr „Schröggla“ wieder in der Stammelf sehen wollten.

Nun ist die Beziehung zwischen Stephan Schröck und dem Kleeblatt also zu Ende. Wir bedauern das sehr, denn nach einem so quirligen, mit letztem Einsatz für seinen Verein kämpfenden Spieler wie ihn muss man lange suchen. Schröcki selbst ist vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden. Wie es für ihn beruflich weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Wir wünschen ihm auf jeden Fall, dass er seine Knieprobleme in den Griff bekommt und noch einmal einen Verein findet, bei dem er sich wohl fühlt und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Auf facebook hat Schröcki folgende Botschaft gepostet:

„Auf dem Papier bin ich nun zwar keiner mehr, aber im Herzen werde ich immer – ein Fädder sein!“

Darauf können wir nur antworten: Und in unserem Herzen bleibst Du auch für immer ein Kleeblatt!

Ein Schlupfloch gibt es immer!

Absperrungen, wohin man schaut und geht: Vor dem Frankenderby hat die Polizei heute das Gebiet um das Stadion im Ronhof hermetisch abgesperrt. Aber manchmal ist es von großem Vorteil, wenn man genaue Ortskenntnisse hat und alle Abkürzungen kennt. So ist es dem harten Fürther Fanpulk am Laubenweg offenbar gelungen, an der ersten Kontrollstelle durchzukommen, ohne die Karten vorzuzeigen, und direkt auf den Eingang des Stadions zuzulaufen – die Beamten immer schön vorneweg! So lobt man sich als Kleeblatt-Fan den Polizeischutz! Und da kann man dann auch schon ins Stadion rein, obwohl es offiziell erst später öffnet – und hat alle Zeit der Welt, die Choreografie fürs Derby vorzubereiten. So, und jetzt freuen wir uns auf das Spiel, das hoffentlich eine bessere Qualität hat als die letzten Partien sowohl auf Fürther als auch auf Nürnberger Seite!

FC St. Pauli hui – HSV pfui?

Als ich am Sonntagabend nach dem Heimspiel zwischen der Spielvereinigung und dem FC St. Pauli durch die Königstraße lief, musste ich schmunzeln: Am Schaufenster eines in Fürth bekannten, hochpreisigen Juweliers prangte ein bunter Aufkleber mit einer HSV-Schal auf einer Klopapierrolle. Witzig, dachte ich mir. Da haben wohl St.-Pauli-Fans auf dem Weg zum Ronhof ihrem Unmut über den verhassten anderen Hamburger Verein Luft gemacht.

Eine ausgeprägte Lokalrivalität zwischen Fußballklubs ist nicht ungewöhnlich, ganz im Gegenteil! Wir kennen das hinlänglich vom 1. FC Nürnberg und der Spielvereinigung. Weitere Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass Konkurrenz zur Fußballkultur gehört: z. B. München, Stuttgart oder auch Nachbarorte wie Köln/Mönchengladbach und Dortmund/Schalke mögen sich überhaupt nicht. Und auch im Ausland lassen sich vergleichbare oder gar noch größere Rivalitäten finden z. B. in Glasgow, Istanbul oder Mailand.
In Hamburg mag es ein zusätzlicher Aspekt sein, dass die beiden Vereine – der Hamburger SV und der FC St. Pauli – aus sehr unterschiedlichen Milieus stammen. Der FC St. Pauli ist aus dem eher armen Arbeiter- und Hafenviertel gleichen Namens entstanden, der HSV hingegen aus dem wohlsituierten Rothenbaum – da lag immer Klassenkampf in der Luft. Das ist aber nicht alles. Ein möglicher Hintergrund – Hinweise darauf habe ich im Internet gefunden – könnte ein politischer sein: Viele Anhänger des Hamburger Kiez-Vereins St. Pauli, die in den 80er Jahren den braun-weißen Club für sich entdeckt haben, waren ursprünglich HSV-Fans, die von den überhand nehmenden rechten Hooligans am Volkspark vertrieben worden sind.

Wie dem auch sei: Die St. Pauli-Fans wollten mit ihrer Aktion wohl signalisieren, dass der HSV zum Establishment gehört. Und was man davon hält, dafür ist der Fanschal auf einer Toilettenrolle wohl das richtige Symbol!

Die Löwenfans sind im Anmarsch

Saisoneroeffnung_2016_1860In knapp zwei Stunden wird das erste Spiel dieser Saison im Sportpark Ronhof Thomas Sommer gegen den TSV 1860 München angepfiffen. Und soeben hat eine Gruppe Löwenfans die Fürther Königstraße auf dem Weg zum Ronhof „passiert“. Von einem Polizeikonvoi bewacht, liefen die Fußballbegeisterten mit ihren blau-weißen Trikots vom Bahnhof aus kommend durch die Stadt – lautstark und wie immer mit martialischen Sprüchen (schon vor genau fünf Jahren habe ich darüber gebloggt). Das Motto für das heutige Eröffnungsspiel der Spielvereinigung lautet ja „Ganz in Weiß“. Offenbar haben sich das die 1860er auch so vorgenommen. Viele von ihnen sind mit weißen Shirts gekleidet.

Wir Greuther-Weiber tippen heute übrigens auf ein 1:0 (uwo) bzw. 2:1 (Kiki). Aber egal, wie das Endresultat lautet: Hauptsache, das Spiel ist fair und bleibt friedlich!

Fanrandale: Hitparade der Geldstrafen

1. FC Nürnberg - Eintracht FrankfurtAusschreitungen, Rauch, Pyrotechnik, Bengalos im Stadion. Das kam nicht nur bei einigen Spielen der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich vor. Nein, es gehört inzwischen leider auch zum Alltag in deutschen Stadien. Insgesamt 1.576.350 Euro mussten die deutschen Profiklubs der Ersten und Zweiten Liga in der Saison 2015/16 für Vergehen ihrer Anhänger bezahlen. Das Sportmagazin „kicker“ hat eine Art „Ranking“ in Sachen Bußgeld erstellt, die Fußballfans – auch Kleeblattanhängern in Fürth – zu denken geben sollte. Denn auch die Spielvereinigung musste für das negative Verhalten von Zuschauern teuer bezahlen. Zu den Vorkommnissen gehören unter anderem tätliche Auseinandersetzungen mit Polizei und Ordnungskräften, das Abbrennen von Pyrotechnik und gegnerischen Fanutensilien.
Hier also die „Hitparade“ der 20 am härtesten sanktionierten Vereine. Wir starten mit Platz 18 – den beiden Vereinen, die am wenigsten „bluten“ mussten:

18. Hertha BSC und VfL Bochum 30.000 Euro
17. MSV Duisburg 32.500 Euro
16. VfB Stuttgart 33.000 Euro
15. SpVgg Greuther Fürth 35.000 Euro
14. Karlsruher SC 44.000 Euro
13. FC Schalke 04 45.000 Euro
12. Dynamo Dresden 50.500 Euro
11. Fortuna Düsseldorf und FC Kaiserslautern 55.000 Euro
10. Eintracht Braunschweig 56.000 Euro
9. Bayern München 60.000 Euro
8. Hansa Rostock 66.000 Euro
7. Werder Bremen 67.500 Euro
6. Hamburger SV 74.000 Euro
5. Borussia Dortmund 75.000 Euro
4. 1.FC Nürnberg 98.000 Euro
3. VfL Wolfsburg 102.000 Euro
2. FC Magdeburg 118.000 Euro
1. Eintracht Frankfurt 175.000 Euro

Eintracht Frankfurt sicherte sich damit den zweifelhaften Titel des „Randale-Meisters“ 2015/16. Ein Hauptgrund dafür sind allerdings auch die beiden Relegationsspiele (Foto) des Beinaheabsteigers gegen den 1. FCN, bei denen es heiß herging: Der Frankfurter Traditionsverein wäre ansonsten hinter Magdeburg, Wolfsburg und dem Club auf Platz 4 gelandet.
Übrigens: Die Fans des FC Ingolstadt, von RB Leipzig, des FSV Frankfurt, des SV Sandhausen, von Sonnenhof Großaspach, Werder Bremen II, Mainz 05 II und dem VfB Stuttgart II ließen sich 2015/16 nichts zuschulden kommen.
Und wohin fließen die Bußgelder? In der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB heißt es unter „Verwendung der Geldstrafen“: „Die verhängten Geldstrafen werden für gemeinnützige Zwecke des DFB oder seiner Mitgliedsverbände verwendet.“
Hier noch eine Bilderstrecke zum Thema bei „kicker“.

Fakten, Fakten, Fakten…

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDer „kicker“ ist für Fußballinteressierte die Leib- und Magenlektüre. Auch die Greuther-Weiber daten da regelmäßig ihr Wissen up. Wie zu jedem Saisonende hat das Sportmagazin in der vergangenen Woche eine „Bilanz der 2. Liga“ erstellt – das ist für Fans von Statistiken aufschlussreich.

Bei den besten Torjägern rangiert Sebastian Freis mit 12 Toren auf einem relativ guten 7. Platz. Ich erinnere an die Aufstiegssaison 2011/2012, als Olivier Occean (gemeinsam mit dem Frankfurter Spieler Alexander Meier) mit 17 Treffern auf Platz eins lag. Das ist leider Schnee von gestern. Bei den „Besten Vorbereitern“ (die besten Scorer) findet man Robert Zulj mit 17 Punkten auf dem 11. Platz. Die 17 Punkte ergeben sich aus von ihm erzielten Toren (8) und neun vorbereiteten Torschüssen, die ein anderer Spieler dann einlochte. Hinter Zulj sind Jurgen Gjasula (15 Punkte) und Freis (14 Punkte) zu finden.

Ernüchternd ist die Bilanz der „Top-Feldspieler“: Ganz vorne liegen Emil Forsberg (RB Leipzig), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), auf Platz acht das Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug. Von einem Profi der Spielvereinigung ist niemand gelistet. Und auch bei den „Besten Torhütern“ gibt es keine Beteiligung des Kleeblatts. Immerhin ist aber Wolfgang Hesl, der seit dieser Spielzeit den Kasten von Arminia Bielefeld hütet, mit der Note 2,91 auf einem guten  sechsten Platz.  In der „Fair-Play-Tabelle“ rangiert die Spielvereinigung mit einer Roten Karte (Gjasula) und 78 Gelben Karten im Mittelfeld. Auf dem vorletzten Platz tummelt sich unser Erzfeind aus der östlichen Vorstadt mit drei  Roten, zwei Gelb-Roten und 75 Gelben Karten.

Jedes Jahr frustrierend aus Fürther Sicht ist die Bilanz der Zuschauer, die sich die Fußballspiele ihres Vereins angesehen haben. Hier führt der 1. FC Nürnberg souverän mit insgesamt 522 055 Zuschauern, das sind im Schnitt 30 709 Besucher/Spiel. Und das Kleeblatt? Das hatte mal gerade ein Drittel an Zuschauern (173 767) , was durchschnittlich 10 222 Besuchern/Spiel entspricht. Ich finde – und da rennen wir offene Türen ein – das Stadion im Ronhof ist zu selten gut besucht, geschweige denn ausverkauft. Naja, wird jetzt der eine oder andere Fan erwidern: bei den Leistungen…

Noch etwas: Ich als in Frankfurt geborene Fußballbloggerin habe bei den beiden Relegationsspielen natürlich der Eintracht Frankfurt die Daumen gedrückt, damit sie erstklassig bleibt. Und so kam es auch. Den Aufstieg des Clubs in die Bundesliga hätte ich einzig und alleine einem guten Freund gegönnt, der begeisterter Clubfan ist. Thomas hatte oft eine Dauerkarte, und wenn er die Hymne „Die Legende lebt“ anstimmte, wurde es sogar mir feucht in den Augen. Er war auch einmal das Thema eines Blogbeitrages. Thomas hätte sich über den Aufstieg des Clubs gestern sehr gefreut. Allerdings hätte er ihn nicht mehr erlebt. Thomas ist am vergangenen Freitag völlig überraschend mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.

Kleeblattfans: Heute 19.03 Uhr ist Fan-Stammtisch

Fanstammtisch_Juni_2015Habt Ihr heute Abend schon etwas vor? Egal, auf jeden Fall sollten sich echte Kleeblattanhänger nicht den ersten Fan-Stammtisch dieser Saison entgehen lassen. Primär soll die sportliche Situation der laufenden Spielzeit und die gesamte Entwicklung der Spielvereinigung diskutiert werden. Beginn ist – wie immer – zur symbolträchtigen Uhrzeit, also 19.03 Uhr, im STECHERT Business- und Tagungszentrum. Wer es noch nicht kennt: Es befindet sich im Stadion am Laubenweg, Zugang und Parken über/auf Parkplatz B. Einlass ist ab 18.30 Uhr, die Veranstaltung endet gegen 22.00 Uhr.

Den Fragen interessierter Kleeblattfans stellen sich Cheftrainer Stefan Ruthenbeck, Direktor Sport Martin Meichelbeck, Direktor Profifußball Michael Mutzel, Kleeblatt-Kapitän Marco Caligiuri, sowie Leiter Fanwesen Nicolas Heckel und der Fanbeauftragte Patrick Benninger. Alle Verantwortlichen werden Rede und Antwort stehen und hoffentlich auch kritische Fragen beantworten. Ich denke, es wird nicht so heiß hergehen wie im Juni (Foto), als der Verein die Fans eingeladen hatte. Damals war das Kleeblatt nur knapp dem Abstieg entgangen und dementsprechend aufgeheizt war die Stimmung der Fans.
Alle Kleeblatt-Fans sind eingeladen, heute Abend Fragen und Anregungen zum Fanstammtisch mitzubringen. Wer Lust hat, kann seine Fragen schon mal vorab der Spielvereinigung zukommen lassen. Dazu schickt die Fragen mit Eurem Namen per Mail an folgende E-Mail-Adresse: fanstammtisch@greuther-fuerth.de.

Hoffentlich kein „Fußballhintergrund“!

Seit vergangenem Sonntag sind die Bürger Fürths geschockt. Im Bereich des U-Bahnhofs Jakobinenstraße kam ein 28-jähriger Mann ums Leben. Er wurde das Opfer eines Messerangriffes, seine Freundin war dabei und musste die Tat miterleben. Nach dem Ermittlungsstand der Kriminalpolizei kam es im Vorfeld der Tötung offenbar zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, die kurz vor ein Uhr nachts eskalierte. Dem 28-Jährigen wurden dabei mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt, denen er noch vor Ort erlag. Wie ein Polizeisprecher sagte, gab es „mindestens einen Messerstich in den Oberkörper“ des Mannes.
Das Motiv für das Geschehen ist nach wie vor nicht bekannt. Ich finde es erschütternd, dass der Auslöser für die heftige Auseinandersetzung offenbar – so die Berichterstattung vieler Medien – eine „Belanglosigkeit“ war. Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Antje Gabriels-Gorsolke, betonte, dass man bislang keinen Anlass zu der Annahme habe, dass „die Tat einen fremdenfeindlichen oder Fußball-Hintergrund“ habe. Die Vermutung war zunächst wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, weil der getötete junge Mann Fan der Spielvereinigung war. Diese Tatsache war dann auch Grund für wilde Spekulationen, wie es zu der Auseinandersetzung kommen konnte. In den Sozialen Netzwerken – allen voran Facebbok – posteten viele Leute Worte des Mitgefühle und des Beileids. Doch dazwischen waren auch sehr emotionsgeladene Mutmaßungen zu lesen. Handelte es sich um einen Streit zwischen rivalisierenden Fußballclub-Anhängern? Hatte man sich gegenseitig provoziert, und war das Ganze dann eskaliert?

Noch am Abend der Tat versammelten sich mehr als 100 Personen zu einer Mahnwache an der U-Bahnstation Jakobinenstraße. Mit Blumen, Kerzen und einem Kleeblattschal wurde an das Verbrechen erinnert.
Ich hoffe, dass es sich bestätigen wird, dass der Tod des jungen Mannes gar nichts mit Fußball und Fan-Anfeindungen zu tun hat. Denn das wäre eine furchtbare gesellschaftliche Entwicklung und für den deutschen Sport eine Katastrophe.

0:3-Heimniederlage fürs Kleeblatt!!

SpVgg Greuther Fürth - KSC„Das kotzt einen tierisch an“, kommentierte Benedikt Röcker die 0:3-Heimniederlage direkt nach dem Spiel. Ich denke, dazu ist nichts weiter zu sagen – und er spricht vielen Fans aus der Seele. Was war heute eigentlich wieder los? Nach dem glücklichen 1:0-Sieg gegen den FC Union Berlin letzte Woche dachten viele, bei der Spielvereinigung wäre endlich der Knoten geplatzt. Sie hatte bis dahin kein Auswärtsspiel gewonnen und verhieß nun ihren Anhängern endlich Licht am Ende des Tunnels.

Aber von wegen Knoten geplatzt: Das letzte Heimspiel war ja als kleines Debakel mit 2:5 gegen den damaligen Tabellenletzten FSV Frankfurt verloren gegangen. Und heute ging die Heimspielflaute weiter. Woran liegt es? Sicherlich an den vielen verletzten Spielern, die Trainer Frank Kramer für eine erfolgreiche Mannschaft einfach fehlen. Heute musste er nach abgelaufener Rotsperre auch noch auf Goran Sukalo verzichten, der mit einer entzündeten Rippenprellung nicht einsatzfähig war.

Das Spiel im Ronhof begann wie so oft: Eher ein wenig schläfrig von Seiten der SpVgg. Der Karlsruher SC wirkte im Gegensatz dazu viel lebendiger und hatte gleich ein paar verdammt gute Chancen. Die er allerdings nicht umsetzen konnte. Zum Glück für das Kleeblatt, das nach ca. 30 Minuten dann endlich auch ins Spiel fand. Doch bis zur Halbzeitpause sollte nichts Entscheidendes passieren. Oft motiviert Frank Kramer seine Jungens in der Pause so, dass sie danach wie Phönix aus der Asche aufs Spielfeld zurückkehren. Ganz anders heute: Da war der KSC wie umgewandelt, und Hiroki Yamada machte dann auch in der 48. Minute prompt das erste Tor. Nur neun Minuten später verlängerte dann der stark spielende Rouwen Hennings eine Ecke in Richtung Fürther Tor. Fast auf der Torlinie musste dann Daniel Gordon den Ball mit dem Kopf nur noch ins Tor schieben. Kleeblatt-Keeper Tom Mickel hatte keine Chance. Doch damit nicht genug. Die schlampigen Pässe der SpVgg, harmlose Schüsse aus der Distanz, das wieder einmal konzeptionslose Geplänkel am Ball – all das war einfach nicht überzeugend. Die Quittung kam eine Viertelstunde vor Spielende erneut durch Yamada, der die 0:3 Heimniederlage des Kleeblatts perfekt machte.

Nach 13 Zweitliga-Begegnungen ist die Bilanz der Spielvereinigung desillusionierend: Fünf Siegen stehen drei Unentschieden und (seit heute) fünf Niederlagen gegenüber. Da ist von Aufstieg in die Bundesliga erst mal nicht die Rede. Wenn Frank Kramer, der wahrlich zur Zeit keinen einfachen Job machen muss (man sieht auf dem Foto seine Enttäuschung nach Spielende), es nicht schaffen sollte, in den nächsten Partien eine erfolgreichere Mannschaft aus seinem weiß-grünen Hut zu zaubern, dann wird das Kleeblatt – genauso wie der 1. FC Nürnberg – auch in der Saison 2015/16 wohl zweitklassig bleiben.
Nach der Länderspielpause reist die Spielvereinigung am Montag, 24. November, zum Topspiel nach Düsseldorf. Bis dahin besetzt sie mit dem 9. Tabellenplatz einen Rang im Mittelfeld.

Wie feiern Kleeblätter den 111. Geburtstag?

Gruendungsmitglieder_01Die Spielvereinigung feiert heute, 23. September, ihren 111. Geburtstag. Sie wurde im Jahr 1903 gegründet. Wo? Bezeichnenderweise in der Gustavstraße in der Fürther Altstadt. Dort, wo sich über die Frage, wie laut bzw. leise sprechende Menschen sind, die Geister scheiden (Dazu war übrigens heute ein guter Filmbeitrag im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF: hier).

Doch zurück zum Geburtstag. Was geschah eigentlich am 23. September 1903?

„Faustballer im TV 1860 hatten den Anstoß gegeben. Fußballspiele werden auf dem städtischen Platz am Schießanger ausgetragen, der Mitgliederstand wächst, doch immer noch hat das Kind keinen Namen. So trifft man sich am 23. September 1903 im Restaurant Balzer in der Fürther Gustavstraße. Die 1902 gewählte provisorische Vorstandschaft wird bestätigt, man gibt sich Statuten und nennt sich „Spielvereinigung des Turnvereins Fürth“. Mit zwei aktiven Mannschaften und 28 Mitgliedern geht es los, und dank einer um die Jahrhundertwende zur Beschaffung von Geld in Vereinen sehr beliebten Christbaumverlosung erhöht sich das Startkapital der jungen Fußballer auf stolze 100 Mark, die zu Beginn des Jahres 1904 sogleich bei der städtischen Sparkasse angelegt werden.“ (Das Zitat ist aus der Chronik der SpVgg. Das Foto zeigt die vier Gründungsmitglieder der SpVgg Fürth(von links): Ruff, Balzer, Schöffel und Barthel).

Auf Facebook haben jetzt einige vorgeschlagen, ob man dem Verein heute Abend im Fürther Ronhof nicht ein Ständchen bringen sollte. Um 19.03 Uhr. Das wäre dann in der zweiten Halbzeit des Heimspieles gegen den VfR Aalen. Ich stelle mir das so vor: Pünktlich um drei Minuten nach 19 Uhr stehen alle Kleeblattanhänger auf und singen ein lautstarkes „Happy Birthday“ auf die Spielvereinigung. Das hätte doch was! Und nach dem gewonnenen Spiel geht es dann in die Gustavstraße zum Feiern. Denn wie heißt es so treffend: „Wir sind Fürth“.