Götterdämmerung im Ronhof?

Heute musste ich mich nach dem verlorenen Spiel gestern Abend im Ronhof erst mal entspannen. In der zweiten Runde des DFB-Pokals traf die Spielvereinigung auf den Ligakonkurrenten FC Ingolstadt. Zuletzt war das Kleeblatt im Jahr 2011 mit einem Sieg gegen die „Schanzer“ vom Platz gegangen. Die letzten Partien waren fast immer Niederlagen, ein Unentschieden. Mal sehen…Aber beim Pokal spricht man ja oft davon, dass es hier „eigene Gesetze“ gäbe. Und an dieser schwachen Hoffnung hielten sich auch die Fürther Zuschauer im Stadion fest. Apropos Zuschauer: 4925 waren gekommen, davon ca. 600 Gastfans aus Ingolstadt. Das magere Interesse war vor allem der späten Anstoßzeit geschuldet: 20.45 Uhr ist für normal arbeitende Fußballfans einfach zu spät. Mit Nachspielzeit und Elfmeterschießen ist es möglich, dass man sich erst gegen 23.30 Uhr auf den Heimweg machen kann.

Trainer Damir Buric musste gestern auf eine ganze Reihe wichtiger Spieler verzichten. Sascha Burchert lag z.B. mit einem Magen-Darm-Virus im Bett, so kam Marius Funk in den Genuss seines Startelfdebüts. Viel Druck auf dem 21-Jährigen. Pech hatte die Spielvereinigung, die – und das muss ich ganz deutlich sagen – gestern die eindeutig bessere Mannschaft war, mit einem Tor in der 32. Spielminute. Der Treffer von Mario Maloca wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gegeben. Eine knappe Entscheidung, weil der nahe zur Eckfahne postierte Ingolstädter Sekine die Abseitsstellung aufgehoben hatte. Also eigentlich ein regulärer Treffer.
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Kleeblatt behält die Rote Laterne

Ich glaube, das Kleeblatt-Maskottchen Eddy – ein grüner Drache – hat es schon kommen sehen. Ab der 56. Minute lief er völlig niedergeschlagen und bedröppelt am Spielfeldrand entlang. Mit gutem Grund: Eine Minute vorher hatte der FC Ingolstadt das Führungstor geschossen. Wahrscheinlich ahnte Eddy schon, was noch kommen sollte.

Die Begegnung der beiden „Kellerkinder“ der Zweiten Liga – die Spielvereinigung und Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt – im Ronhof startete bei besten (Wetter-)Bedingungen. Erst vor zwei Tagen hatten sich die Schanzer ihres bisherigen Trainers Maik Walpurgis „entledigt“ und ihn gegen Stefan Leitl ausgetauscht. Der stand heute natürlich gewaltig unter Druck.
Die Partie startete ganz vielversprechend, beide Teams spielten schnell und passgenau. Die 8655 Zuschauer hofften auf viele Tore, sahen sich aber bald enttäuscht. Keine der Mannschaften zeigte wirklich Klasse. In der Halbzeitpause hatte Leitl seinen Schanzern wohl eingeheizt. Denn sie gingen nach zehn Minuten in Führung: Nach einem Abspielfehler von Marco Caligiuri (der bis dahin routiniert und eiskalt verteidigt hatte) gibt Marvin Matip den Ball zu Sonny Kittel in den Strafraum, und dieser knallt die Kugel ins „kurze“ Eck. Fürths Torwart Balazs Megyeri machte dabei keine allzu gute Figur. Nach dieser Führung der Gäste bekam Eddy (siehe oben) die Krise. Zu Recht, denn wenig später foulte Fürths neuer Innenverteidiger Matti Langer bei seinem Debüt – schon mit einer Gelben Karte verwarnt – Stefan Lex und handelte sich einen Platzverweis ein (58.). Die Spielvereinigung musste ab jetzt in Unterzahl gegen den Rückstand kämpfen.
Weiterhin waren die Aktionen des Kleeblatts konfus und hektisch: hier ein Fehlpass, da ein unnötiges Foul, Torschüsse weit am Ziel vorbei, kein Konzept, kein Plan. Trainer Janos Radoki wechselte Sebastian Ernst und Philipp Hofmann ein, zwei offensive Kräfte, die es aber auch nicht mehr herausreißen konnten. Kurz vor Spielende blieb Sebastian Ernst mit einer Einzelaktion im Strafraum hängen (87.). Und Khaled Narey – wie so oft der Unermüdliche im Kleeblatt-Team – fasste sich in der Nachspielzeit ein Herz und schoss aus dem Stand heraus in die Arme von Ingolstadts Keeper Örjan Nyland.

Die Spielvereinigung rangiert nach dem vierten Spieltag und der zweiten Heimniederlage mit null Punkten allein auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Sie gastiert nach der Länderspielpause am Freitag, 8. September, 18.30 Uhr, bei Dynamo Dresden. Bis dahin muss sich Janos Radoki etwas einfallen lassen!

Wird Robert Zulj ein „Schanzer“?

Das Thema „Robert Zulj“ ist für die Spielvereinigung definitiv Vergangenheit. Seit vergangenem Wochenende ist klar, dass der offensive Mittelfeldspieler aus Österreich seinen Vertrag beim Kleeblatt, der bis zum 30. Juni 2017 geht, nicht verlängert wird.

Wohin er wechselt? Die Gerüchteküche brodelt. Zur Diskussion stand nach den beiden Bundesligaclubs Hamburger SV und Mainz 05 in der letzten Woche der Zweitliga-Verein Eintracht Braunschweig. Seit gestern ist jetzt der FC Ingolstadt 04 im Gespräch. Der bayerische Verein stieg 2015 in die Erste Liga auf und hat sich dort zwei Spielzeiten halten können. Dann sind die Schanzer mit Ende dieser Saison (Tabellenrang 17, 32 Punkte) abgestiegen und werden in der Saison 2017/18 wieder die Zweite Liga beehren.

Robert Zuljs Marktwert liegt aktuell bei ca. 1,2 Millionen Euro. Angeblich bemüht sich der Bundesliga-Absteiger bereits seit über zwei Wochen um den ablösefreien Fußballer. Zulj war ja beim Kleeblatt recht erfolgreich: Er hat immerhin sechs Tore in 23 Spielen in der letzten Spielzeit erzielt und im kicker-Ranking eine tolle Bewertung erhalten.

Angeschlagene Stimmung in Fürth

Heute war aus Fürther Sicht wirklich kein guter Tag: Das Wetter war entgegen aller Prognosen nicht gut, Sonne und Regen wechselten im Stundentakt und die Temperaturen sind seit einigen Wochen nicht mehr sommerlike. Die zahlreichen Baustellen um und in Fürth gehen kaum voran und zehren an den Nerven. Da hilft nur eines: Die Stadt in Richtung Süden verlassen  – und nach Ingolstadt fahren, um dort die Spielvereinigung gewinnen zu sehen.

FC Ingolstadt 04 - SpVgg Greuther FürthAber auch diese Rechnung ging heute nicht auf. Im dritten Zweitligaspiel verlor das Kleeblatt nach dem Unentschieden gegen den VfL Bochum, dem fulminanten 5:1-Erfolg gegen den „Club“ (und dem 3:0 in der ersten Runde des DFB-Pokals) gegen den FC Ingolstadt mit 0:2.
Die SpVgg begann die Partie ganz erfolgversprechend, ließ aber nach einer knappen halben Stunde nach. Das wussten die „Schanzer“ zwar nicht effektiv umzusetzen, aber das Spiel war zerfahren, es gab viele Fouls und es lief einfach nicht rund. Die zahlreichen in den Audi-Sportpark angereisten Kleeblattfans (Foto) hatten deshalb nicht allzu viel Freude.
Nach über einer Stunde konnte FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl zum großen Leidwesen der SpVgg aufatmen: Im Mittelfeld ging Trinks nicht richtig auf da Costa zu, der Ingolstädter Außenverteidiger passte zu Lex, der auf Mathew Leckie weiterleitete, und der Australier ließ Röcker abtropfen und traf aus zehn Metern flach ins Tor von Keeper Wolfgang Hesl.
Mit der Einwechslung von Zulj und Cinar leitete Kleeblatt-Coach Frank Kramer die erhoffte Schlussoffensive seiner Mannschaft ein. Doch es wollte heute einfach nicht klappen: Es war erneut Leckie, der Pascal Groß eine Steilvorlage gab, der wenige Meter vor dem Strafraum von Florian Trinks nicht bewacht wurde. Groß nahm den Ball völlig relaxt an, schoss unhaltbar ins linke untere Eck: 2:0 in der 81. Minute und das war dann auch Endergebnis.

Pech hatte der Coach der SpVgg Frank Kramer heute auch mit seinem Kader, er musste krankheitsbedingt u.a. auf Stephan Schröck verzichten. Und auch Ognjen Mudrinski war nicht dabei. Aus gutem Grund: Die SpVgg hat sich mit ihm auf eine vorzeitige Beendigung des bestehenden Arbeitsvertrages geeinigt. Präsident Helmut Hack kommentiert seinen Weggang pragmatisch:

„Ognjen hat sich seit dem letzten Jahr sehr bemüht und gut gearbeitet um zu Spieleinsätzen zu kommen. Jedoch ist es leider Tatsache, dass die beiderseitigen Hoffnungen und Erwartungen nicht umgesetzt werden konnten. Die jetzige Situation und die fehlende sportliche Perspektive waren weder für den Spieler noch für uns gut. Wir wünschen Ognjen, dass er schnell den passenden Verein findet wo er wieder regelmäßig spielen kann.“

Damit ist das Thema Mudrinski für das Kleeblatt Geschichte. Und man richtet das volle Augenmerk auf das Schlagerspiel am 1. September gegen den FC St. Pauli im Stadion am Laubenweg. Und bis dahin hat sich die Stimmung in Fürh auch wieder gebessert.

Vielleicht ein wichtiger Punkt bei Saisonende?

Was vom Abend übrig bleibt? Die Beruhigung, dass der erspielte Punkt immerhin ein Zähler vor dem direkten Verfolger SC Paderborn ist. Und die Erkenntnis, dass die Spielvereinigung einfach keine konstante sportliche Leistung bringt. Obwohl sehr gute Ansätze da wären.

Aber man soll nicht allzu sehr schwarzmalen. Das Auswärtsspiel gegen den FC Ingolstadt im Audi-Sportpark begann mit wunderbaren Paraden und Torchancen – aus Kleeblatt-Sicht leider für die falsche Mannschaft. Vier Torschüsse in zwölf Minuten. Da konnte die SpVgg von Glück reden, dass Keeper Wolfgang Hesl ausgezeichnet gehalten hat. Das oberbayerische Team von Trainer Ralph Hasenhüttel – der ja selbst mal zwei Jahre in Fürth gespielt hat – agierte dynamisch und angriffslustig. Das hatte zur Folge, dass die Kleeblätter kaum mal einen Spielzug konsequent aufbauen oder durchziehen konnten. Die Ingolstädter zerstörten Fürther Aktionen im Keim, umgekehrt war ihre Defensive gut und für die SpVgg nicht zu knacken.

Nur gut 7200 Zuschauer im Stadion sorgten trotz allem für eine tolle Stimmung. Schätzungsweise 2000 Kleeblattfans waren aus Fürth angereist, um in der Schlussphase dann noch Spannendes zu sehen: Niko Gießelmann flankte von links vor das Ingolstädter Tor, wo Roger Thomas Pledl von hinten umräumte. Schiedsrichter Harm Osmers entschied zu Recht auf Elfmeter. Nikola Djurdjic übernahm die Verantwortung, schoss den Elfer aber schwach und fast schon passgenau auf Torwart Ramazan Özcan. Der hielt den Ball (Foto), Djurdjic schoss nach, scheiterte aber erneut am Keeper. Dann setzte Azemi einen drauf, doch zum dritten Mal kam Özcan ran und Engel rettete letztlich auf der Linie (78.). Ärgerlich für Kleeblatt-Trainer Frank Kramer, der – wie immer – dem Elfmeterschuss den Rücken zugekehrt hatte.
Den Schlusspunkt setzte dann noch einmal der FC Ingolstadt: Eine Flanke wehrte Mavraj zu kurz per Kopf ab. Von der Strafraumgrenze war Caiuby zur Stelle, zielte aber haarscharf neben den Pfosten (90.+1). Also blieb es bei der torlosen Punkteteilung. Was den FC Ingolstadt nicht juckt – er liegt sicher im Tabellen-Mittelfeld. Im Gegensatz dazu hätte den Kleeblättern heute ein Sieg gut zu Gesicht gestanden. Wie kommentierte ein Kleeblattfan so treffend:

„Da haben heute natürlich auch die Nerven mitgespielt …und ja, für die erste Liga ist diese Mannschaft zu schwach,… aber kein Zweitligaclub hat dieses Jahr eine konkurrenzfähige Mannschaft, die auch nur annähernd in der BuLi bestehen könnte.“

Am nächsten Freitag, 11. April, hat der FC Ingolstadt den härtesten Aufstiegs-Konkurrenten der SpVgg – den SC Paderborn  – zu Gast. Und die SpVgg empfängt am Samstag um 13 Uhr zu Hause die Mannschaft von Erzgebirge Aue.

Das Kleeblatt kommt nicht mehr in die Pötte

Fast hätte ausgerechnet Torwart Wolfgang Hesl in der letzten Sekunde noch den Ausgleich geschossen. Aber es hat nicht geklappt. Ein zu großen Teilen schlechtes Spiel des Kleeblatts gegen den Tabellenletzten FC Ingolstadt endete mit einer 0:1-Niederlage. „Uns fehlt zur Zeit der letzte Punch“, hat Trainer Frank Kramer unlängst gemeint. Nein, ich finde, es ist nicht der letzte Punch, sondern ein druckvoller Sturm und manchmal mehr Konzentration in der Abwehr, was fehlt.

Das schnelle Tor der „Schanzer“ in der 10. Minute durch Moritz Hartmann leitete die Partie ein. Der Ball flutschte Keeper Hesl (Foto) unten durch. Die Ingolstädter, die seit kurzem vom Ex-Kleeblatt Ralph Hasenhüttl trainiert werden, warfen alles in die Waagschale und überraschten mit guten Aktionen. Das Kleeblatt dagegen hatte bis zur Halbzeitpause keine einzige Torchance. Das änderte sich aber nach Anpfiff der zweiten 45 Minuten. Vor allem nach dem Einwechseln von Mudrinski und Füllkrug für einen überforderten Robert Zillner und einen blassen Azemi wendete sich das Blatt zugunsten der Gastgeber. Was sich aber nicht in Toren ausdrückte.
Pfiffe gab’s immer wieder von den Zuschauern in der Trolli Arena: Für die Leistung der eigenen Mannschaft ebenso wie für Aktionen der Ex-Clubspieler Almog Cohen und Christian Eigler. Cohen, der sich schon in der ersten Hälfte unfair verhielt (wegen eines Knöchelproblems weinerlich wurde und dann unprofessionell mit seiner Kapitänsbinde rumzickte), entpuppte sich in der Nachspielzeit durch grobes Foulspiel an Niko Gießelmann als Problem auf dem Platz. Er kassierte dafür völlig zu Recht die Rote Karte. Dann kam es zum Tohuwabohu, weil das Spiel nicht fortgesetzt werden konnte: Wer sollte denn jetzt Cohens Kapitänsbinde tragen?  In den letzten Sekunden stürmten alle Kleeblätter noch mal in Richtung Ingolstädter Tor. Hesl schoss – aber der Ausgleich blieb dem Kleeblatt versagt.

Drei Spiele in Folge verloren. Die Spielvereinigung ist im Moment in einer Krise. Noch dazu hat der 1. FC Köln heute gewonnen. Die Tabellenführung liegt also erst mal in weiter Ferne!

Haben wir Mitleid mit Hasenhüttl?

Um es gleich vorwegzunehmen: NEIN! Ich denke: Wir haben kein Mitleid mit dem neuen Cheftrainer des FC Ingolstadt. Ralph Hasenhüttl spielte zwar von 2000 bis 2002 bei der Spielvereinigung (das Foto rechts stammt von 2001) und machte in 51 Spielen immerhin 13 Tore. Dann wechselte der Österreicher zu den Amateuren des FC Bayern München und ließ dort seine aktive Fußballerkarriere ausklingen. Seit 2007 ist er nun Trainer. Zuerst bei der Spielvereinigung Unterhaching, danach zwei Jahre beim VfR Aalen (das Foto unten zeigt ihn im Jahr 2011). Am 4. Oktober 2013 hat er beim FC Ingolstadt angeheuert und soll die oberbayerische Mannschaft aus der Abstiegszone der 2. Bundesliga holen. Morgen, 25. Oktober, treten die Ingolstädter ab 18.30 Uhr in Fürth gegen die Spielvereinigung an.

Ob Ralph Hasenhüttl, der ja gleich bei der ersten Begegnung seines neuen Vereins mit Fortuna Düsseldorf kein Glück hatte, am Freitag mehr erreicht, wird sich zeigen. Derzeit stehen die „Schanzer“ auf dem letzten Tabellenplatz und müssen mal in die Spur kommen. Mit nur sieben Punkten und einem katastrophalen Torverhältnis von 10:20 will das Team aus Ingolstadt morgen endlich zeigen, dass es was drauf hat. Mit auf dem Platz in der Trolli Arena steht vermutlich auch der Ex-Clubberer Christian Eigler.

Auf jeden Fall stehen fürs Kleeblatt morgen die Chancen gut, nach den Niederlagen gegen Fortuna Düsseldorf und den FC St. Pauli wieder einen Sieg einzufahren. Und da sage ich als Greuther-Weib ganz klar: Ralph Hasenhüttl war früher mal ein Kleeblättler, aber jetzt ist uns das Hemd sicher näher als die Hose.

Büskens contra Möhlmann

bueskensNach ihrem 4:0-Sieg gegen den SC Paderborn (endlich mal wieder!) hätten die Kleeblätter eigentlich noch bis zum Freitag, 29.  November, Matchpause. Da steht der 14. Spieltag gegen 1860 München in der Trolli Arena auf dem Programm. Aber die SpVgg ist nicht schlafmützig und wird schon am Dienstag, 23. November, ein Testspiel bei Liga-Konkurrent FC Ingolstadt bestreiten.
moehlmannPikant ist die Begegnung deshalb, weil der ehemalige Coach der Kleeblätter – Benno Möhlmann – seit wenigen Wochen der neue Trainer der Ingolstädter „Schanzer“ ist. Leider war das Trainerdebüt für die Ingolstädter eine 1:2-Pleite. Aber beim 13. Spieltag am letzten Wochenende konnte dann der erste Dreier unter Benno Möhlmann eingefahren werden: Der FC Ingolstadt 04 gewann beim VfL Bochum mit 4:1. Nach fünf Niederlagen in Serie war das wohl endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison zog das Ingolstädter Team dann auch an Bielefeld vorbei und steht mit nun sieben Punkten wieder auf Rang 17.

Wer also Zeit und Lust hat, morgen nach Ingolstadt zum Freundschaftsspiel zu düsen, um das Aufeinandertreffen von Mike Büskens und Benno Möhlmann zu erleben, den sollte auch die schlechte Wetterprognose (Schnee und Kälte) nicht davon abhalten. Die Partie wird ab 15 Uhr im ESV-Stadion, Geisenfelder Straße 1, in Ingolstadt ausgetragen. Der Eintritt ist frei. Für die Chronisten: Zuletzt trafen die beiden Mannschaften am 6. Spieltag am 25. September aufeinander. Damals gewann das Kleeblatt mit 1:0 durch einen Treffer von Bernd Nehrig.

Möhlmann goes to Ingolstadt

Der Ex-Trainer der Spielvereinigung Benno Möhlmann wurde gestern als neuer Coach des Zweitligisten FC Ingolstadt vorgestellt. Nachdem Aufsteiger Ingolstadt am Freitag eine 1:2-Heimniederlage gegen Energie Cottbus kassiert hatte und mit mickrigen vier Punkten aus elf Spielen auf einem Abstiegsplatz steht, sah es für Trainer Michael Wiesinger schlecht aus. Und am Wochenende brachte die Vereinsführung dann Butter bei die Fische. Der FC Ingolstadt trennte sich von Wiesinger und auch von Co-Trainer Uwe Wolf.

20100205_arminia_spvgg_0129Möhlmanns Trainerlaufbahn begann bereits 1988 beim Hamburger SV als Nachwuchs- und Co-Trainer, 1992 wurde er zum Cheftrainer befördert. Ende 1995 beim Hamburger SV beurlaubt wechselte er wenig später in die Regionalliga zu Eintracht Braunschweig, wo er bis 1997 als Trainer tätig war. Anschließend trainierte er von 1997 bis 2000 unsere Kleeblätter, bevor er von 2000 bis 2004 Arminia Bielefeld coachte. Im Februar 2004 wechselte er zum zweiten Mal – bis Juni 2007 – zur SpVgg.

Nach einem Intermezzo in der Saison 2007/08  bei Eintracht Braunschweig übernahm er ab Mai 2008 erneut das Traineramt in Fürth, wo er Nachfolger von Bruno Labbadia wurde, der ihn erst ein Jahr zuvor selbst beerbt hatte. Nach einem fünften Rang in der Saison 2008/09 folgte der Absturz der Fürther auf Rang 15 zur Winterpause, so dass sich der Verein und Möhlmann am 20. Dezember 2009 auf eine Auflösung des Vertrags verständigten. Seitdem ist Michael Büskens am Ruder.

Beim FC Ingolstadt erhält Benno Möhlmann einen Vertrag bis zum Saisonende, der im Falle des Klassenerhalts automatisch um ein weiteres Jahr verlängert wird. Unterstützung erhält er von seinem neuen Co-Trainer Sven Kmetsch, der zuletzt als Jugendtrainer auf Schalke tätig war.

Möhlmann hat bei den Kleeblättern immer Format bewiesen und war für viele sportliche Erfolge verantwortlich. Hoffentlich muss er sich beim FC Ingolstadt nicht allzu warm anziehen (Foto), um den Klassenerhalt der „Schanzer“ zu sichern.

Mit Sami Allagui wäre vieles leichter!

Schade – ich habe es ja von Anfang an bedauert, dass Sami Allagui im August die Kleeblätter verlassen und zu Mainz 05 gewechselt hat. Ihm ist es allerdings nicht zu verdenken – die Mainzer sind mit sechs Siegen in sechs Spielen an der Tabellenspitze der 1. Bundesliga. Und Sami Allagui ist nicht ganz unschuldig daran. Sogar im gestrigen Top-Match gegen den Rekordmeister FC Bayern München brachte er seine Mannschaft in Führung und schoss das erste Tor zum späteren 2:1-Sieg. Prima, als „Greuther-Weib“ bin ich grundsätzlich auf Seiten der Davids (im Kampf gegen Goliaths) und gönne Mainz 05 den Sieg von ganzem Herzen. Der FC Bayern hat übrigens ebenso verloren wie der Club und der VfB Stuttgart (1:4 gegen Leverkusen und weiterhin Tabellenschlusslicht)!. Naja, mit den „großen“ süddeutschen Fußball-Teams ist zur Zeit offensichtlich nicht viel los.

Doch zurück zur Spielvereinigung: Das Spiel in der Trolli Arena gegen den Aufsteiger FC Ingolstadt war vor über 5800 Zuschauern trotz miesen Wetters lebendig und kurzweilig. Die Oberbayern trumpften in der ersten Halbzeit mehrfach auf, der Schuss von Dedola scheiterte aber am Fürther Keeper Max Grün. Einige gute Chance hatten die Fürther, trotzdem blieb die Partie bis zur Halbzeit torlos. Das änderte sich kurz nach Beginn der zweiten Hälfte. Drei Minuten nach Wiederanpfiff drang Stephan Schröck in den Sechzehn-Meter-Raum, wo ihn Metzelder zu Boden riss. Schiedsrichter Referee Marco Fritz gab den berechtigten Strafstoß, den Bernd Nehrig mit einem starken Schuss ins linke Eck souverän vollendete.Fue_Ing_2

Es blieb bis zum Abpfiff beim 1:0 für die Spielvereinigung, die den Sieg mit einem Freundentänzchen feierte (siehe Foto). Dass die Kleeblätter trotz guter sportlicher wie spielerischer Leistung wieder mal nicht zum finalen Torschuss kamen, lag nicht zuletzt an Sascha Kirschstein. Er war bekanntlich bis Saisonende 2009 bei der Spielvereinigung unter Vertrag und wusste selbstbewusst das Tor des FC Ingolstadt sauber zu halten.

Fazit: Ein ganz gutes Match, Sieg für die Fürther, der durchaus hätte höher ausfallen können und sollen. Sami Allagui fehlt meiner Ansicht nach als Torjäger an allen Ecken und Enden. Oder seid Ihr Kleeblatt-Fans anderer Meinung? Mike Büskens muss sich mit seinem Team anstrengen, damit der Platz in der oberen Tabellenhälfte nicht verloren geht. Nächstes Spiel ist am Samstag, 2. Oktober, um 13 Uhr gegen den Bundesliga-Absteiger VfL Bochum.