Labsal für die Fürther Seele – Derbysieg!

Ich hatte den 1:0-Sieg der Spielvereinigung im 256. Frankenderby getippt. Alle hielten mich für verrückt und größenwahnsinnig. Aber das war exakt das Endresultat. Das Kleeblatt-Eigengewächs Johannes Geis schoss in der  27. Minute ein superschönes Tor. Und die SpVgg hat es dieses Mal auch geschafft, den Vorsprung bis zum Abpfiff zu halten.

Viele Vorzeichen sprachen ja eigentlich gegen einen Sieg des Kleeblatts: Der „Club“ war seit 11 Heimspielen ungeschlagen, und die SpVgg wartete seit dem 20. Spieltag  – dem Spiel gegen Schalke 04 – auf einen Sieg. Trotz aller Unkerei, dass wenige Fürther sich (vor allem mit Kindern) nicht nach Nürnberg trauten, war das Grundig-Stadion mit 50 000 Zuschauern ausverkauft.
Die Partie begann von Anfang an erst mal hektisch und ziemlich konfus. Die schon totgeglaubten Kleeblätter zeigten sich aber schnell von ihrer besten Seite und spielten mit genauen Pässen und durchdachten Spielzügen gegen den vermeintlich stärkeren und besseren Gegner.
Das Tor durch Johannes Geis war dann wie ein Befreiungsschlag. Bis zur Pause gab es noch die eine oder andere Chance fürs Kleeblatt. Dann galt es, in den zweiten 45 Minuten den Vorsprung zu halten. Der Club war bei seinen Kontern nicht erfolgreich. Dank der hervorragenden Leistung des Fürther Keepers Wolfgang Hesl blieb der Kleeblatt-Kasten sauber. Und zum Glück prallte ein Kopfball von Clubspieler Balitsch von der Unterkante der Latte auf die Torlinie und dann zurück aufs Feld.
In den letzten fünf Minuten konzentrierte sich alles im Fürther Strafraum. Attacke auf Attacke, der Club zog alle Register. Aber heute war der Fußballgott dem Kleeblatt hold.

Ein Derbysieg, der der verletzten Fürther Seele gut tut – aber vermutlich in Sachen Klassenerhalt nichts mehr bringt!

Das wird ein Super-Sonntag fürs Kleeblatt! Oder?

Was macht Ihr am nächsten Sonntag? Dumme Frage, werden sich viele denken. Diese Greuther-Weiber haben offensichtlich wenig Phantasie. Natürlich sind die meisten Kleeblattfans beim Frankenderby in Nürnberg. Sollte man meinen. Nein, ein Teil des Kontingents im Grundig-Stadion, das der Spielvereinigung für das Spiel am 21. April zusteht, wurde bislang noch nicht verkauft. Liegt’s am Frust aufgrund des aussichtslosen letzten Tabellenplatzes des Kleeblatts in der Bundesliga? Oder an der Unlust, am heiligen Sonntag nach Nürnberg zu fahren? Oder erinnert sich der eine oder andere an die unschönen Szenen nach dem DFB-Pokalspiel 2011 zwischen Fürth und dem Club, das die SpVgg in Nürnberg mit 1:0 gewann?
Ich weiß es wirklich nicht. Hört man sich in Fürth um, ist mangelndes Interesse, zum 256. Derby zu fahren, eigentlich nicht spürbar. Das letzte Derby ging bekanntlich 0:0 aus. Aber was auffällt: Die Stimmung scheint dieses Mal insgesamt nicht so aufgeheizt zu sein.
Auf jeden Fall freuen wir Greuther-Weiber uns – wie immer – auf das hoffentlich spannende Spiel am Sonntag. Vorher sind wir übrigens in Abtswind und werden mit Sicherheit pünktlich zurück sein. Und dann hoffen wir alle, dass sich die Spielvereinigung mit Bravour beim Club behaupten wird. Mein Tipp: 1:0 für die SpVgg.
Ganz im Gegensatz zu Clubfan Andi, der sich gemeinsam mit mir vor dem letzten Derby für die BR-Sendung „Kipfenberg“ interviewen ließ:

„Mein Tipp: Es wird ein knapper Sieg für den Glubb, z.B 2:1 oder 2:0, es ist die letzte Chance für die Fürther, ihren Fans etwas Gutes zu tun, da wird man vielleicht nochmal die Kräfte mobilisieren können! Vielleicht…! Ich hoffe auf ein friedliches Derby, ich hoffe aber auf ordentlich Emotionen auf dem Platz und auf ein Fußballspiel mit mehr Niveau, das Hinspiel war ja fußballerisch absolut grausam. Denke aber nicht, dass wir auf einen fußballerischen Leckerbissen hoffen können. Außerdem freue ich mich auf die große Choreo der Nürnberger Ultras, mal sehen, was da kommt.“

Rote Karten, Tumult und keine Tore im hitzigen Derby!

Im Vorfeld des Derbys war am Mittag in der Heiligenstraße in Fürth offenbar Leuchtmunition abgeschossen worden – allerdings weiß man nicht, ob Kleeblatt- oder Clubfans dafür verantwortlich waren. Auch in der U-Bahn am Fürther Hauptbahnhof sollen Feuerwerkskörper abgebrannt worden sein. Ein riesiges Polizeiaufgebot war an allen neuralgischen Punkten im Einsatz, viele Straßen in der Fürther Innenstadt deshalb gesperrt. Aber im großen und ganzen blieb die Stimmung entspannt. Zumindest in der Stadt Fürth.

Umso aufgeheizter war die Atmosphäre später auf dem grünen Rasen. Trubel gab’s nach einer guten halben Stunde in der Trolli ARENA: Erst nur verbales Hin und Her, das dann in einer Roten Karte für den Clubspieler Markus Feulner (nach gestrecktem Bein) eskalierte. Was hatte man in den letzten Tagen auf höchster Ebene alles in Bewegung gesetzt, um die Fans friedlich und ruhig zu halten? Dafür kamen dann Hektik und Emotion pur bei den Spielern auf den Platz.
Zurück zum Spielbeginn: Die Kleeblätter starteten mit wilder Leidenschaft und hatten schon nach drei Minuten eine tolle Torchance durch Edgar Prib. Ob der Referée hätte Elfmeter geben müssen oder nicht? Wer weiß! Auf jeden Fall dominierten die Hausherren klar das Spielfeld, sie ließen die Gäste aus Nürnberg alt aussehen. Die Clubberer waren nach zehn Minuten noch gar nicht vor dem Kasten von Max Grün aufgetaucht. Superchance für das Kleeblatt: Gerald Asamoah stand völlig frei vor Schäfer, aber es ging ihm in diesem Moment wohl die Muffe. Kein Tor!
Nach der Roten Karte gegen den FCN wussten die Kleeblätter die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit in Überzahl nicht für sich zu nutzen. Und das änderte sich auch in den zweiten 45 Minuten nicht, die mehr als lasch begannen. Dann der Paukenschlag in Minute 61: Gelb-Rot für Sercan Sararer. Eine im Nachhinein noch heiß zu diskutierende Szene. Und jetzt waren es wieder zehn gegen zehn! Der Club blieb harmlos, Fürth konnte Chancen nicht umsetzen, die SpVgg hätte das Spiel mit 55 Prozent Ballbesitz eigentlich gewinnen können.

Fazit: Keine Tore im brisanten Frankenderby. Eine oft giftige Atmosphäre, zwei Platzverweise. Und bei der einminütigen Nachspielzeit verlor der Schiedsrichter nach 20 Sekunden die Geduld und pfiff ab. Voller Wut und Unverständnis Trainer Mike Büskens, der es auf den Punkt brachte: „Wir haben zu wenig aus der Unterzahl gemacht und uns dann selbst dezimiert.“ Recht hat er. Am Dienstag geht’s weiter in Hannover, es ist englische Woche. Jungs, trotz allem: Ihr seid auf einem guten Weg!

Auf ein faires Franken-Derby!

Morgen um 15.30 Uhr findet in der Trolli ARENA das 255. Frankenderby zwischen dem Fürther Kleeblatt und dem 1. FC Nürnberg statt, und der Ton zwischen den Fans – vor allem in den „Social Media“ – wird von Stunde zu Stunde rauer. Hat man vor einigen Tagen noch auf Harmonie und Fairness gemacht, so ist inzwischen auch Aggressiveres zu lesen: „noch ein tag und dann haun wir euch depperlas weg“, schreibt jemand in Facebook. Und sogleich stimmen ihm viele zu. Und bei NZ-online ist zu lesen: „Ist doch jetzt schon klar, was morgen passiert. Der N-Mob wird wieder randalierend durch unsere Strassen ziehen und ihr werdet dann behaupten, die Fürther sind selber schuld. Krank!“ Deshalb wollen die Kleeblattfans den Nachbarn aus der östlichen Vorstadt – nach dem Derbysieg im Dezember 2011 – auch morgen (wieder) beweisen, dass die Spielvereingung die bei weitem bessere Mannschaft ist. Egal, wie! Und wenn das Kleeblatt dann gewonnen hat, reagiert ein Fan so: „Und jeden Morgen knie ich mich hin und danke Gott das ich ein Fädder bin!“ Nun ja, jeder wie er mag.
Gut gefallen hat mir aber eine Kleinanzeige in der heutigen „Nürnberger Zeitung“ (siehe Foto). Das sehe ich genauso: Die allermeisten Anhänger der SpVgg und des Clubs sind friedlich und freuen sich auf ein spannendes Spiel. Und so soll es auch in Zukunft bleiben!

 

Ein Zaun mit Überhang? Warum nicht?

Während unser Kleeblatt in der sonnigen Türkei den Grundstein für den Aufstieg in die Erste Bundesliga legen will, beginnt für den 1.FC Nürnberg heute wieder der Ernst des Lebens: Rückrundenstart zu Hause gegen die Hertha aus Berlin. Noch dazu ist es ein denkwürdiges Jubiläum für die Spieler aus unserer Nachbarstadt: der 1000. Auftritt des „Ruhmreichen“ in seiner Bundesliga-Geschichte.

Vielleicht wundert sich jetzt die/der eine oder andere, in diesem Blog über den Club zu lesen. Nein, niemand hat falsch geklickt, hier ist schon das Greuther-Weiber-Blog. Aber angesichts dieses wichtigen Spiels im Frankenstadion würdigen wir ausnahmsweise mal unseren Lieblingsfeind. Nicht, dass wir ihm die Daumen halten würden gegen Berlin. Aber nach dem aus unserer Sicht so gelungenen Derby am 20. Dezember 2011 können wir ja großzügig zumindest unser Interesse daran bekunden, wie der Club in die Rückrunde startet. Manche Clubfans – selbst treueste Anhänger – munkeln ja schon, es werde wohl der Anfang vom Ende in der Ersten Bundesliga sein. Tja, da könnten sie Recht behalten, wenn nicht ein starker Ruck durch die Mannschaft gegangen ist.

Ausgerechnet heute muss ein Teil der Clubfans ja nach langer Zeit erstmals wieder hinter einem Zaun das Spiel verfolgen. So schade das für diejenigen ist, die mit den wenig ruhmreichen Ereignissen nach dem Derby gegen unsere SpVgg aus Fürth nichts zu tun haben – mit ein wenig Häme sehen wir Fürtherinnen das schon. Club-Fans hinter Gittern, das hat was, finde ich.

Ob es was nützt, weiß man allerdings nicht. Denn es gibt immer wieder Lebewesen, die es schaffen, selbst unüberwindbar scheinende Absperrungen doch zu überwinden. Das hat uns erst diese Woche einer gezeigt: Gepard Turbo im Nürnberger Tiergarten, der hier im Bild zu sehen ist. Locker hat er eine 2,70 Meter hohe Mauer hinter sich gelassen. – Und was hat es ihm eingebracht? Huftritte von einem Shetland-Pony, auf das er sich stürzen wollte! Hatte er halt unterschätzt, die kleine Graciella. Hochmut kommt eben vor dem Fall, das hat sich beim letzten Frankenderby ja auch mal wieder erwiesen.

Und nun wird Turbo hinter eine noch höhere Mauer gesteckt und womöglich auch noch hinter einen Zaun mit Überhang. Wenn ich mir das so überlege… Ja, das wär´s doch: Ein Zaun mit Überhang für Clubfans! – Also, nichts für ungut! Schau mer mal, wie Ihr Euch heute so anstellt!

Ausgerechnet Prib schießt Fürth ins DFB-Viertelfinale

Das war eine echte Zitterpartie bis zum Schluss. Schaffen die Clubberer noch den Ausgleich? Nein. Die Spielvereinigung hat das emotionsgeladene DFB-Derby gegen den 1. FCN mit 1:0 gewonnen und ist im Viertelfinale.

Schon die Fahrt von Fürth nach Nürnberg war ein Abenteuer. Hunderte von Fans warteten im U-Bahn-Geschoss am Hauptbahnhof auf den Sonderzug – nicht nach Pankow, sondern ins easyCredit-Stadion – und skandierten furchterregende Anti-Club-Parolen. Aber keine Details! Mit Glück kam ich gerade noch in die „normale“ U-Bahn nach Nürnberg, einem netten Servicebeamten sei Dank.

Das Spiel startete um 19 Uhr mit einer tollen Farbchoreographie der Kleeblatt-Fans. Beide Teams sondierten in den ersten Spielminuten die Lage und versuchten vor den fast 50 000 Zuschauern – neuer Derbyrekord! – eine gute Figur zu machen, aber auch nichts anbrennen zu lassen.

Minute 15: Ausgerechnet Edgar Prib, dem ich vergangene Woche zum Geburtstag gratuliert habe und dem viele Fürther zum Fehlschuss gegen Eintracht Frankfurt gewissermaßen kondoliert haben, verwandelte nach einer Ecke mit einem aufgesetztenKopfball zum Führungstor des Kleeblatts. Freude überall? Nein, die „Freunde“ in Facebook schliefen, aber „follower“ in Facebook gratulierten.

Die Spielvereinigung agierte in der ersten Halbzeit selbstbewusst und frech. So, wie man es nach dem 5:0 gegen Union Berlin erwarten konnte. Der Club schien überfordert und stocherte planlos herum.

Halbzeit und eine kleine Verschnaufpause für alle. Dann kamen die Nürnberger besser ins Spiel und machten Druck. Wir Greuther-Weiber bibberten, malträtierten vor Nervosität  unsere Fingernägel und hofften inständig, dass das Kleeblatt den Vorsprung halten konnte. In der  66. Minute dann die Gelb-Rote Karte gegen Bernd Nehrig. Verdammt! Der Schiedsrichter hatte wohl kein Einsehen mit dem Kleeblatt. Doch, Knut Kircher gab nach einem Freistoß das Tor nicht, weil er zuvor ein Foul des eingewechselten Bunjaku an Occean gesehen hatte. Für mich ganz klar: Er hatte sich bei Occean aufgestützt. Eine gerechte Entscheidung. Kein Ausgleichstor. Und dabei sollte es dann auch – trotz drei spannender Minuten Nachspielzeit – bleiben.

Ein Kleeblatt, das auch im Winter blüht? Ja, die Spielvereinigung hat derzeit einen Lauf und kann als Zweitplatzierter mit gestärktem Rücken in die Weihnachts- und Winterpause gehen. Sprechen wir uns wieder am 3. Februar. Da spielt Fürth in Dresden gegen Dynamo – und die Erfolgsstory geht bestimmt weiter!

Noch zwei Tage bis zum Derby!

In genau zwei Tagen ist es so weit: Das Frankenderby wird angepfiffen. Für uns Greuther-Weiber ist es eine klare Sache: Die SpVgg Greuther Fürth gewinnt. Schon deshalb, weil unsere Mannschaft diesmal einfach dran ist mit einem Sieg. Der Club hat zuletzt am 24. November 2008 gesiegt, am 10. Mai 2009 trennten sich beide Teams mit einem Unentschieden. Also fährt diesmal das Kleeblatt den Sieg ein.

Auf meinem Derby-Shirt (siehe Foto) steht: „Derby-Siege sind für die Ewigkeit – Auf zum nächsten Kapitel!“ Genau, das kann ich voll und ganz unterschreiben.

Trainer Mike Büskens war vergangene Woche beim „Presseclub“ in Nürnberg zu Gast und hat dort noch einmal betont, dass er das Derby „emotionslos“ sieht. Das können wir natürlich überhaupt nicht verstehen, allenfalls glauben können wir es ihm. Aber auch wenn er kein Franke ist, sondern Westfale: Ich hätte mir schon  „a weng“ mehr Euphorie und Begeisterung von ihm gewünscht, schließlich ist Fürth ja zu seiner zweiten Heimat geworden – auch wenn er immer noch im Hotel lebt. Ich finde auch, dass zu viel Coolness in diesem Fall keine sehr glückliche Außenwirkung hat; sie kommt mir persönlich ein wenig vor wie mangelndes Engagement.

Die SpVgg hat am Dienstagabend in Nürnberg eine Riesenchance, vor einer tollen (wenn auch leider ungewohnten!) Kulisse im ausverkauften Frankenstadion den Erzrivalen einmal mehr hinter sich zu lassen. Bisher gab es beim Derby zwischen den Nachbarstädten 137 Club-Siege, 70 mal gewann Fürth, und 46 mal ging die Partie unentschieden aus.  Der 1. FCN ist derzeit alles andere als in Bestform, das 3:0 in Leverkusen am Samstag war doch nicht mehr als ein „Zwischenhoch“! Und unsere Spielvereinigung marschiert selbstbewusst in Richtung erste Liga. Da kommt uns so ein Sieg über den Club im DFB-Pokal gerade recht, um das noch zu untermauern. Und wenn die Clubberer am Dienstag ihre Hymne singen, „Die Legende lebt!“, dann kann ich nur sagen: Die Legende vielleicht, aber die ist längst Vergangenheit!

P.S. Ach ja, ich soll ja laut Greuther-Weib Kiki auch noch ein Ergebnis tippen. So was mache ich äußerst ungern, aber es bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Also, ich sag mal 2:1 für die SpVgg Greuther Fürth. Und dann feiern wir ein doppelt schönes Weihnachtsfest!