Ein Zaun mit Überhang? Warum nicht?

Während unser Kleeblatt in der sonnigen Türkei den Grundstein für den Aufstieg in die Erste Bundesliga legen will, beginnt für den 1.FC Nürnberg heute wieder der Ernst des Lebens: Rückrundenstart zu Hause gegen die Hertha aus Berlin. Noch dazu ist es ein denkwürdiges Jubiläum für die Spieler aus unserer Nachbarstadt: der 1000. Auftritt des „Ruhmreichen“ in seiner Bundesliga-Geschichte.

Vielleicht wundert sich jetzt die/der eine oder andere, in diesem Blog über den Club zu lesen. Nein, niemand hat falsch geklickt, hier ist schon das Greuther-Weiber-Blog. Aber angesichts dieses wichtigen Spiels im Frankenstadion würdigen wir ausnahmsweise mal unseren Lieblingsfeind. Nicht, dass wir ihm die Daumen halten würden gegen Berlin. Aber nach dem aus unserer Sicht so gelungenen Derby am 20. Dezember 2011 können wir ja großzügig zumindest unser Interesse daran bekunden, wie der Club in die Rückrunde startet. Manche Clubfans – selbst treueste Anhänger – munkeln ja schon, es werde wohl der Anfang vom Ende in der Ersten Bundesliga sein. Tja, da könnten sie Recht behalten, wenn nicht ein starker Ruck durch die Mannschaft gegangen ist.

Ausgerechnet heute muss ein Teil der Clubfans ja nach langer Zeit erstmals wieder hinter einem Zaun das Spiel verfolgen. So schade das für diejenigen ist, die mit den wenig ruhmreichen Ereignissen nach dem Derby gegen unsere SpVgg aus Fürth nichts zu tun haben – mit ein wenig Häme sehen wir Fürtherinnen das schon. Club-Fans hinter Gittern, das hat was, finde ich.

Ob es was nützt, weiß man allerdings nicht. Denn es gibt immer wieder Lebewesen, die es schaffen, selbst unüberwindbar scheinende Absperrungen doch zu überwinden. Das hat uns erst diese Woche einer gezeigt: Gepard Turbo im Nürnberger Tiergarten, der hier im Bild zu sehen ist. Locker hat er eine 2,70 Meter hohe Mauer hinter sich gelassen. – Und was hat es ihm eingebracht? Huftritte von einem Shetland-Pony, auf das er sich stürzen wollte! Hatte er halt unterschätzt, die kleine Graciella. Hochmut kommt eben vor dem Fall, das hat sich beim letzten Frankenderby ja auch mal wieder erwiesen.

Und nun wird Turbo hinter eine noch höhere Mauer gesteckt und womöglich auch noch hinter einen Zaun mit Überhang. Wenn ich mir das so überlege… Ja, das wär´s doch: Ein Zaun mit Überhang für Clubfans! – Also, nichts für ungut! Schau mer mal, wie Ihr Euch heute so anstellt!

Noch zwei Tage bis zum Derby!

In genau zwei Tagen ist es so weit: Das Frankenderby wird angepfiffen. Für uns Greuther-Weiber ist es eine klare Sache: Die SpVgg Greuther Fürth gewinnt. Schon deshalb, weil unsere Mannschaft diesmal einfach dran ist mit einem Sieg. Der Club hat zuletzt am 24. November 2008 gesiegt, am 10. Mai 2009 trennten sich beide Teams mit einem Unentschieden. Also fährt diesmal das Kleeblatt den Sieg ein.

Auf meinem Derby-Shirt (siehe Foto) steht: „Derby-Siege sind für die Ewigkeit – Auf zum nächsten Kapitel!“ Genau, das kann ich voll und ganz unterschreiben.

Trainer Mike Büskens war vergangene Woche beim „Presseclub“ in Nürnberg zu Gast und hat dort noch einmal betont, dass er das Derby „emotionslos“ sieht. Das können wir natürlich überhaupt nicht verstehen, allenfalls glauben können wir es ihm. Aber auch wenn er kein Franke ist, sondern Westfale: Ich hätte mir schon  „a weng“ mehr Euphorie und Begeisterung von ihm gewünscht, schließlich ist Fürth ja zu seiner zweiten Heimat geworden – auch wenn er immer noch im Hotel lebt. Ich finde auch, dass zu viel Coolness in diesem Fall keine sehr glückliche Außenwirkung hat; sie kommt mir persönlich ein wenig vor wie mangelndes Engagement.

Die SpVgg hat am Dienstagabend in Nürnberg eine Riesenchance, vor einer tollen (wenn auch leider ungewohnten!) Kulisse im ausverkauften Frankenstadion den Erzrivalen einmal mehr hinter sich zu lassen. Bisher gab es beim Derby zwischen den Nachbarstädten 137 Club-Siege, 70 mal gewann Fürth, und 46 mal ging die Partie unentschieden aus.  Der 1. FCN ist derzeit alles andere als in Bestform, das 3:0 in Leverkusen am Samstag war doch nicht mehr als ein „Zwischenhoch“! Und unsere Spielvereinigung marschiert selbstbewusst in Richtung erste Liga. Da kommt uns so ein Sieg über den Club im DFB-Pokal gerade recht, um das noch zu untermauern. Und wenn die Clubberer am Dienstag ihre Hymne singen, „Die Legende lebt!“, dann kann ich nur sagen: Die Legende vielleicht, aber die ist längst Vergangenheit!

P.S. Ach ja, ich soll ja laut Greuther-Weib Kiki auch noch ein Ergebnis tippen. So was mache ich äußerst ungern, aber es bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Also, ich sag mal 2:1 für die SpVgg Greuther Fürth. Und dann feiern wir ein doppelt schönes Weihnachtsfest!