Jetzt geht der Ernst des Lebens wieder los

Atlantik_2015Auch Greutherweiber fahren mal in den Urlaub. Dieses Jahr in die Charente-Maritime, einer wunderschönen Region auf der Westseite Frankreichs am Atlantik: La Rochelle, Rochefort, die Ile de Ré. Leider hatte ich nicht bedacht, dass sich meine Rückfahrt mit der Saisoneröffnung der Spielvereinigung am vergangenen Samstag überschneidet. Ein netter Kollege war im Stadion und hat das Bloggen übernommen. Danke!
Frankreich ist – obwohl die Nationalmannschaft, die „Equipe Tricolore“ – bei Fußball-Weltmeisterschaften auch schon sehr erfolgreich war, gerade im Westen und Süden eher eine Hochburg des Rugby. Da geht es brutal zu, nicht jedermanns Geschmack. Auf der Ile d’Oléron, wo mein Foto entstand, gibt es kein größeres Stadion, hier ist alles ruhig und entspannt. Der Leuchtturm „Phare de Chassiron“ (das Wahrzeichen der Insel) ist zu meinem Leidwesen leider nicht weiß-grün, sondern weiß-schwarz gestreift.

Jetzt stelle ich mich also wieder voll und ganz auf das Fürther Kleeblatt ein. Die neue Mannschaft samt Trainer Stefan Ruthenbeck steht. Das erste Spiel in der Zweiten Liga hat die SpVgg – wenn auch erst auf den letzten Drücker – mit 1:0 gewonnen. Immerhin, Partien gegen den Karlsruher SC sind immer schwer, und manche – für einen Aufstieg in die Bundesliga entscheidende – Begegnung mit diesem Verein konnte das Kleeblatt in der Vergangenheit nicht für sich entscheiden.

Traurig war nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub die Nachricht einer sehr guten Freundin, dass ihr Vater völlig überraschend verstorben ist. Mit ihm haben wir Greuther-Weiber so manches interessante Gespräch über die Spielvereinigung geführt. Er war immer bestens informiert und hat die sportlichen Leistungen kritisch, aber wohlwollend kommentiert. Und: Er war Ehrenmitglied des Vereins. Im zarten Alter von 13 Jahren trat er 1949 dem Verein bei und gehörte ihm 66 Jahre lang, bis zu seinem Tod, an. Das nenne ich Treue! Er wird uns Greutherweibern fehlen.

Hin und Her: Doch noch Trainerin im Profi-Männer-Fußball

Das war ein einziges Durcheinander in den letzten Tagen. Und es hat dem Image von Frauen in der vermeintlichen Männerdomäne „Fußball“ nicht gerade gut getan. Im französischen Männer-Fußball wird in der kommenden Saison nun doch erstmals eine Frau eine Profi-Mannschaft trainieren. Nachdem die gerade gekürte Trainerin Helena Costa  – hier hatten wir im Greuther-Weiber-Blog darüber geschrieben – überraschend ihren Rückzug als Trainerin des französischen Vereins Clermont Foot publik gemacht hatte, kommt jetzt doch eine Frau zum Zuge: Die Fußballer vom französischen Zweitligisten werden künftig von der früheren Nationalspielerin Corinne Diacre trainiert.

Clermont_WebsiteZweitligist Clermont Foot 63 gab am Samstag die Verpflichtung der früheren französischen Nationalspielerin Diacre bekannt. Die 39-Jährige, die schon Co-Trainerin der weiblichen Landesauswahl war, habe einen Zweijahresvertrag unterschrieben, hieß es. Auf der Website des französischen Vereins (screenshot) ist ein Videoclip mit der Vorstellung Diaces zu finden. Clermont Foot hatte ursprünglich unter viel Medienrummel die Portugiesin Helena Costa als Coach verpflichtet. Die 36-Jährige hatte allerdings am Dienstag rund eineinhalb Monate nach der Unterzeichnung ihres Vertrags abgesagt.
Diacre sagte in einer ersten Reaktion, sie sei «extrem begeistert». Clubpräsident Claude Michy erklärte, er habe unbedingt einer Frau eine Chance geben wollen. «Die Welt verändert sich, und Sachen anders zu machen, macht das Alltägliche interessanter. Es ist ein Luxus, solche Entscheidungen treffen zu können», sagte er dem Radiosender Europe1. Diacre nimmt ihre Arbeit den Angaben zufolge zu Beginn dieser Woche auf. Sie soll den Verein aus der Auvergne im Zentrum Frankreichs als Nachfolgerin von Régis Brouard erstmals ins französische Oberhaus führen. Die vergangene Saison hatte der Club in der unteren Tabellenhälfte auf Rang 14 beendet.

Costa, die in Anlehnung an ihren berühmten Landmann «(José) Mourinho in Rock» genannt wird, hatte zunächst auf einer Pressekonferenz im Stadion des Vereins in Clermont-Ferrand nur «persönliche Gründe» für ihre unerwartete Absage angeführt. Später sagte sie, der Club habe ohne Absprache mit ihr mehrere Spieler verpflichtet. Clubboss Michy kritisierte Costas Rückzieher als «verwunderlich, irrational, unverständlich».