Kleeblattmädels in Regionalliga aufgestiegen

Anfang Mai habe ich in meinem Blogbeitrag „Kleeblattmädels sind einfach topp“ über die tolle Saison der Frauenmannschaft der Spielvereinigung geschrieben. Sie hatten nur noch wenige Spiele vor sich, und es bestand die realistische Chance, aus der Bayernliga in die Regionalliga aufzusteigen. Seit dem vergangenen Samstag ist es klar: Das Team von Trainer Kevin Schmidt (auf dem Foto oben links) hat es geschafft. Am letzten Spieltag holten sich die Kleeblattmädels in der wenig spektakulären Partie gegen den TSV Frickenhausen ein 0:0. Dieses Unentschieden bescherte einen Punkt, der am Ende der Spielzeit 2016/17 die Entscheidung brachte. Die SpVgg verteidigte die Tabellenführung vor dem 1. FFC Hof und dem FC Forstern (der Abstand war zuletzt wie Schokoladen-Eis in der Sonne geschmolzen) und steigt als Bayerischer Meister in die Regionalliga des deutschen Frauenfußballs auf.

Die Greuther-Weiber freuen sich mit der Frauenmannschaft der SpVgg und gratulieren herzlich. Das kann dann also in der nächsten Saison spannend werden. Die Regionalliga ist die dritthöchste Spielklasse im deutschen Frauenfußball. Jeder der fünf DFB-Regionalverbände West, Nord, Nordost, Südwest und Süd unterhält eine eigene Regionalliga-Staffel. In der Reginalliga Süd befinden sich 14 Damenmannschaften, u.a. von Eintracht Frankfurt, dem FC Ingolstadt und dem 1. FC Nürnberg. Also: Es wird 2017/18 auf jeden Fall neben den Lokalderbys der beiden Profi-Herrenmannschaften in der Zweiten Liga auch Derbys zwischen dem weiblichen Kleeblatt und der Frauen- und Mädchenmannschaft des „Clubs“ geben. Prima!

Deutsche pfeift Champions-League-Finale

Bibiana Steinhaus ist für alle, die regelmäßig unseren Blog lesen, kein unbekannter Name. Die toughe Schiedsrichterin aus Hannover hat immer wieder Partien im Herrenfußball gepfiffen, bei denen auch das Team der Spielvereinigung mit auf dem Rasen stand (Foto: Dezember 2016 gegen Union Berlin). Sie ist die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele im Männerbereich leitet, darunter Spiele im DFB-Pokal sowie in der Zweiten und 3. Liga. In der Bundesliga wird sie von der DFL als sogenannte „4. Offizielle“ am Spielfeldrand eingesetzt. Auch bei den Frauen-Fußball-WMs 2011 und 2015 war sie Referée. Außerdem ist sie die erste Frau, die sowohl ein Finale bei einer Weltmeisterschaft als auch eines beim Olympischen Fußballturnier der Frauen geleitet hat.
Frau Steinhaus – im täglichen Leben Hauptkommissarin bei der Polizei Niedersachsen – hat jede Menge Sachverstand und eine integrative Art, wieder Ruhe bei hitzigen Diskussionen auf dem Spielfeld herzustellen. Dass sie sich auch bei prominenten Trainern durchzusetzen weiß, hat sie im kleinen Showdown mit Pep Guardiola gezeigt. Der war ihr bei einem Spiel zu nahe gekommen und hatte mit einer zu vertraulichen Geste den Unmut der Schiedsrichterin hervorgerufen.

Bibiana Steinhaus kommt demnächst wieder zu großen Ehren. Als Zeichen der Anerkennung wird sie das Frauen-Finale der Champions-League am 1. Juni 2017 ab 20.45 Uhr in Cardiff leiten. Dort treffen die beiden Frauenmannschaften von Olympique Lyon und Paris St. Germain im Endspiel aufeinander. Leider haben sich die Damenteams des FC Bayern München und des VfL Wolfsburg nicht übers Viertelfinale hinaus qualifizieren können. Dafür hat sich der VfL Wolfsburg nach 2013 und 2014 am vergangenen Sonntag die dritte deutsche Meisterschaft im Frauen-Fußball gesichert.

Übrigens werden in diesem Jahr beide Champions-League-Endspiele – der Männer und der Frauen – von deutschen Schiedsrichtern geleitet (zum zweiten Mal nach 2007). Der europäische Fußball-Verband UEFA hat entschieden, dass der Münchner Unparteiiische Felix Brych im Finale zwischen Juventus Turin und Real Madrid am 3. Juni in Cardiff eingesetzt wird.

Frauen-Nationalmannschaft brachte den Ronhof zum Kochen

Ronhof_Deutschland_Brasilien_2Das war ein ganz tolles Spiel vor einer Traumkulisse. Gestern Abend gab es im Fürther Ronhof ein echtes Highlight in Sachen Fußball: In einem Testspiel traf die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf Brasilien. Ob allen Brasilianern noch die 7:1-Niederlage gegen Deutschland bei der Männer-Fußball-WM 2014 in den Köpfen herumspukt? Klar.

Über 15 000 Zuschauer füllten gestern die Ränge und Tribünen, es war kühles, aber sonniges Wetter. Die Stimmung war erstklassig, denn beide Teams spielten wirklich sehenswerten Fußball. Obwohl die deutschen Frauen in der ersten Halbzeit erst mal nicht so gut ins Spiel kamen. Aber das machten die zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisterinnen im Laufe der 90 Minuten mit einem souveränen 4:0-Sieg wett.

Ronhof_Deutschland_BrasilienUnd die Greuther-Weiber ließen sich so etwas natürlich nicht entgehen. Um uns herum in der Südkurve waren viele Familien und junge Leute, die zum Teil von weither angereist waren und vermutlich zu Spielen der Kleeblätter nicht nach Fürth fahren würden. Sie wollten es sich aber wohl nicht nehmen lassen, einmal live berühmte und erfolgreiche Fußballerinnen wie Nadine Angerer im Tor, Simone Laudehr und Celia Sasic in Aktion zu sehen. Und Trainerin Silvia Neid stand cool und gelassen am Spielfeldrand und hatte an diesem Abend bestimmt wenig zu kritisieren. Für ihr Team war die Partie in Fürth eine optimale Vorbereitung auf die Frauen-Fußball-WM, die vom 6. Juni bis zum 5. Juli in Kanada stattfindet.
Nach einem zaghaften Anlauf klappten gestern Abend übrigens auch die La-Ola-Wellen perfekt. Alle machten mit. Deshalb lief das erfolgreiche Damenteam nach dem Schlusspfiff auch eine Ehrenrunde, um den begeisterten Zuschauern für die großartige Unterstützung zu danken (Foto ganz oben). Nadine Angerer hatte sich auch während des Spiels immer wieder umgedreht, um Fans zuzuwinken.
Das besondere Länderspiel-Event in Fürth war für viele garantiert ein unvergessliches Erlebnis. So eine Kulisse im Stadion würde sicher auch der Spielvereinigung bei den nächsten Heimspielen runtergehen wie Öl!

2016: Bundestrainerin Silvia Neid geht – Steffi Jones kommt

Silvia NeidBundestrainerin Silvia Neid wird ihren Job als Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im kommenden Jahr räumen. Das hat die 50-jährige heute – 68 Tage vor Beginn der WM-Endrunde in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) – offiziell bekannt gegeben. Neid wird ab September 2016 Leiterin der neuen Scoutingabteilung Frauen- und Mädchenfußball im DFB.
Neids Nachfolgerin soll die bisherige DFB-Direktorin Steffi Jones werden, die ja in der vorletzten Woche noch im Fürther Rathaus zu Besuch war. Sie hatte dort die Werbetrommel für das Spiel Deutschland-Brasilien am 8. April gerührt. Das Interesse an der mit „Samba in Fürth“ beworbenen Partie sei ja „schon mal richtig gut“, meinte Jones. Der bislang letzte Auftritt der deutschen Fußballerinnen in Fürth liegt bereits zehn Jahre zurück. Beim Auftritt der Frauen-Nationalmannschaft im Ronhof steht Silvia Neid demnach noch am Spielfeldrand und coacht ihre Mädels.

Silvia Neid betreute die zweimaligen Frauen-Welt- und achtmaligen Europameister seit 2005 als Hauptverantwortliche. Unter der zweimaligen Welttrainerin des Jahres gewannen die Deutschen Fußballerinnen einmal den WM-Titel (2007) und triumphierten zweimal bei der EM (2009 und 2013). Außerdem holte das Team die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008. Als einzige Bundestrainerin schaffte die 111-malige Nationalspielerin, die an allen bisherigen Titelgewinnen für Deutschland als Spielerin, Co- oder Cheftrainerin beteiligt war, über 100 Siege mit der deutschen Auswahl.

Bei Wikipedia habe ich Interessantes über Silvia Neid gefunden: Nach dem Realschulabschluss erlernte sie den Beruf der Fleischereifachverkäuferin. In Siegen arbeitete sie eine Weile als Auslieferungsfahrerin im Blumenhandel ihres langjährigen Vereinstrainers nachdem sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau absolviert hatte. Die damalige Spielerin hat vor der WM 1995 ein Angebot des Herrenmagazins Playboy zu Nacktaufnahmen für einen fünfstelligen DM-Betrag abgelehnt. Zusammen mit der Nationalspielerin Birgit Prinz wurde Neid im Februar 2011 eine Barbie-Puppe des Spielzeug-Herstellers Mattel gewidmet.

Der DFB hat vor der Frauen-WM in Kanada also die personellen Weichen für die Zukunft im Frauen- und Mädchenfußball gestellt. Bundestrainerin Silvia Neid erläutert ihre Entscheidung so:

„Mein Entschluss, mit dem Auslaufen meines Vertrages als Bundestrainerin 2016 eine neue Herausforderung zu suchen, steht seit Längerem fest. In den Gesprächen mit dem DFB über die Gestaltung meiner Zukunft habe ich immer eine große Wertschätzung gespürt und freue mich nun sehr auf die neue Aufgabe. Steffi hat unsere volle Unterstützung. Es ist gut, dass die Zukunft geregelt ist – so können wir uns auf die Vorbereitung für die WM in Kanada konzentrieren. Ich bin voller Motivation und Vorfreude darauf, denn wir haben große Ziele.“


Länderspiel gegen Brasilien in Fürth

Für unsere Veranstaltungstipps suchen sich die Greuther-Weiber immer etwas Besonderes heraus. Sei es thematisch oder dass es für Fürth ein spannendes Event ist. Dieses Mal möchte ich auf ein echtes Highlight hinweisen – nicht nur für Fußballerinnen und weibliche Fußball-Fans.
Auf dem Weg zur Frauen-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada kommt es in Fürth zu einem Treffen der Giganten: Am 8. April spielt ab 18 Uhr die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im „Stadion am Laubenweg“ gegen das Team aus Brasilien. Ein Top-Spiel gegen einen hervorragenden Gegner. Und damit genau das Richtige für die DFB-Frauen zur Vorbereitung auf die WM, die vom 6. Juni bis 5. Juli ausgetragen wird. Bundestrainerin Silvia Neid kommentiert die Begegnung so:

„Wir freuen uns, dass wir mit Brasilien auf einen Gegner von Weltklasse-Format treffen, der zu einer der Favoriten auf den WM-Titel zählt. Die individuellen technischen Fähigkeiten der Brasilianerinnen sind herausragend, zudem haben sie in Marta eine außergewöhnliche Spielerin mit unglaublichem Offensivdrang in ihren Reihen. Ich erwarte ein spannendes Spiel auf höchstem Niveau.“

Fußballfans können sich auf ein Treffen von Weltklassespielerinnen freuen. Nadine Angerer im deutschen Tor, Lira Alushi, Dzsenifer Marozsan, Celia Sasic & Co. gegen Marta, den Star des brasilianischen Frauenfußballs (auf dem Foto oben voll in action). Dass dieses Spiel ausgerechnet in Fürth stattfindet, das finde ich bemerkenswert. „Samba in Fürth“ – das verspricht jede Menge Tore und technische Kabinettstückchen. Gestern Abend hat das deutsche Frauenteam übrigens einen mit 3:1 glanzvoll herausgespielten Prestigesieg gegen Brasilien beim Algarve-Cup geschafft. Trotzdem haben die deutschen Damen das Finale verpasst und können ihren Titel aus dem Vorjahr damit nicht mehr verteidigen.Ticket_Frauen-Laenderspiel

Die Tickets (auf dem Foto ist meines!) können übers Internet oder bei den bekannten Vorverkaufsstellen in Fürth (z.B. Franken Ticket am Kohlenmarkt) gekauft werden. Die Karten kosten zwischen 25 und neun Euro.

Erfolgreiche Kleeblatt-Kickerinnen

Foto: Andreas GoldmannDie (männliche) Profimannschaft der Spielvereinigung hat sich in ihrer Erstliga-Saison ja nicht allzu gut geschlagen und wurde mit dem Abstieg bestraft. Dafür ist die Frauenmannschaft des Kleeblatts umso erfolgreicher: Mit 6:3 gewannen die Kleeblatt-Kickerinnen beim Tabellenzweiten ETSV Würzburg und übernahmen damit am letzten Spieltag der Landesliga Nord den Tabellenplatz, der sie zur Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation qualifiziert. Für uns Greuther-Weiber eine sehr positive Meldung, die wir unseren Blogleserinnen und -lesern auf keinen Fall vorenthalten möchten.
Trainer Oliver Fürstenhöfer ist – das ist der Website der SpVgg (der wir auch das Foto von Andreas Goldmann entnommen haben) zu entnehmen – über die Entwicklung seiner Schützlinge hocherfreut:

„Dass wir jetzt um einen Platz in der Bayernliga spielen dürfen, das war vor der Saison nicht zu erwarten. Mit dieser jungen Mannschaft wollten wir uns eigentlich erstmal in der Landesliga etablieren. Hut ab vor dieser tollen Leistung!“.

Das Spiel findet morgen, 30. Mai, um 16 Uhr in Hohenschambach (Stadtteil von Hemau im Landkreis Regensburg) statt. Der Gegner der Spielvereinigungs-Mädels steht inzwischen fest: Es ist der SV Moosburg.  Sowohl der SV Thenried als auch der SV Moosburg waren in der Landesliga Süd mit 40 Zählern punktgleich über die Ziellinie gegangen. Im Entscheidungsspiel gewann der SV Thenried, ist damit Meister der Landesliga Süd und steigt in die Bayernliga auf.  Der Verlierer dieses Spiels – der SV Moosburg – ist an Fronleichnam der Gegner der SpVgg-Damen.
Die Kleeblatt-Kickerinnen würden sich über eine lautstarke Unterstützung zahlreicher Fans bei diesem Aufstiegsspiel in die Bayernliga natürlich sehr freuen! Immerhin könnte da der größte Erfolg der noch jungen Geschichte der SpVgg-Frauen eingefahren werden. Mit einem Sprung in die nächsthöhere Liga würden die Kleeblatt-Kickerinnen es den U17-Mädels gleichtun, die vor kurzem den Aufstieg in die Landesliga geschafft haben.

Mit weiblicher Hand das Spiel geführt

Bibiana Steinhaus hat heute die Partie zwischen dem Kleeblatt und dem MSV Duisburg gepfiffen. Das ist für sie nichts Neues – hat sie doch schon im April 2010 ein Spiel zwischen den gleichen Gegnern (damals allerdings in Duisburg) geleitet. Seit der Frauen-Fußball-WM ist der Name Bibiana Steinhaus in aller Munde. Sie ist die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele zwischen Männermannschaften (2. Bundesliga) leitet, und die erste Deutsche, die ein Weltmeisterschafts-Finale pfiff. Am 17. Juli fand das Endspiel der Fußball-WM in Frankfurt zwischen Japan und USA statt (die Japanerinnen sind bekanntlich mit 3:1 im Elfmeterschießen Weltmeister geworden). Dass das Endspiel so fair und locker abgelaufen ist, war auch das Verdienst der souverän agierenden 32-jährigen Schiedsrichterin Steinhaus.

Trolli-Arena, 9. September: Nach zähem Beginn fiel erst in der 61. Minute das erste Tor für die SpVgg durch Fürstner. Eine echte Erleichterung für die Fürther Fans, die Trolli Arena war immerhin mit über 9000 Zuschauer für einen Freitagabend gut besucht. Nach dem ersten Tor schien das Kleeblatt Aufwind zu bekommen: Nöthe traf vier Minuten später zum 2:0. Die Ernüchterung folgte allerdings schon eine Minute später. Duisburg schoss den Anschlusstreffer. Während der 93 Minuten Spielzeit hatte die Schiedsrichterin viel zu tun. Viele Fouls, sieben Gelbe Karten hat sie vergeben. Naja, Männer-Fußball ist eben härter als Frauen-Fußball. Sieht man mal von den Nigerianerinnen ab…

Fazit: Das Kleeblatt konnte seine Spitzenposition behaupten. Und Bibina Steinhaus vermochte mal wieder mit ihrer integrativen Art eine gute Figur auf dem Spielfeld zu machen. Ohne die Erfolge der Herrenmannschaft ginge es der Spielvereinigung und dem Verein nicht so gut, stimmt. Aber eine Frau auf dem Spielfeld, das hat doch was?

Frauen – Fußball – Fürth

Spätestens seit der Frauen-Fußball-WM ist es auch bis zum letzten (Mann) durchgedrungen, dass Frauen von Fußball mehr Ahnung haben, als man ihnen zutraut. Viele Mädchen und junge Frauen spielen in Deutschland im Verein Fußball. Und immer mehr Mädchen und Frauen interessieren sich zunehmend für alles rund um dieses Thema.

Dass in Fürth Frauenfußball nicht stiefmütterlich behandelt wird, liegt auch der CSU-Stadträtin Birgit Bayer-Tersch am Herzen. Selbst „Fußball-Mutter“, organisierte sie einen Besuch bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. Es ging hauptsächlich um den Stellenwert des Mädchen- und Frauenfußballs beim Kleeblatt und allgemein bei den Fürther Sportvereinen. Das machte uns neugierig – diesen „Ortstermin“ wollten sich die „Greuther-Weiber“ natürlich nicht entgehen lassen.

Spätnachmittags trafen sich also eine gute Handvoll Frauen mit (weiblichem) Anhang vor der Trolli-ARENA. „Ein Vertreter der Spielvereinigung wird durch das Gelände und Gebäude führen und auch für Fragen zur Verfügung stehen“ – so stand es auf der Einladung. Und so nahm sich Julian Heckel vom Marketing/Sponsoring der SpVgg Greuther Fürth der Damen an.

„Wie hoch ist eigentlich die Frauenquote unter den Zuschauern bei einem Spiel im Ronhof?“, lautete gleich die erste Frage. Der Kleeblatt-Vertreter musste mit genauen Angaben passen. Dafür informierte Birgit Bayer-Tersch über die Situation des Frauenfußballs in Fürth: Eigene Mädchenmannschaften gibt es in Poppenreuth, Sack und Stadeln. Und seit zwei Jahren auch bei der SpVgg. „Aber nur, weil es eine Auflage vom DFB war“, räumte Bayer-Tersch ein.YouTube Preview Image
Beim gemeinsamen Rundgang im Kleeblatt-Gebäude – Umkleideräume der Fürther Profis und Gäste – riskierten die weiblichen Gäste einen ersten Blick in Richtung Schiedsrichter-Umkleidekabine. „Und wenn der ‚Herr in Schwarz‘ eine Dame ist?“ – wie z.B. Bibiana Steinhaus, die schon im Ronhof gepfiffen hat? Das sei kein Problem, so die Antwort des Kleeblatt-Vertreters. „Wir sehen das hier alles nicht so eng.“ Auch nicht in punkto  Herrentoiletten: „Sogar unser weibliches Personal vom Teeladen geht hier auf die Männer-Klos.“ Aha, na bravo!
Beim Besichtigen des heiligen Spielfeldrasens stieß vor allem der Fürther Frauenbeauftragten Hilde Langfeld sauer auf, dass hier nur die Profis etwas verloren haben. „Das muss sich ändern, ich schlage vor, dass in Zukunft auch Frauen und Kinder auf den Rasen dürfen. Dann würde diese Riesenfläche besser genutzt. Und vielleicht dient es auch dem Stellenwert des Frauenfußballs bei Fürther Zuschauern und Kleeblatt-Fans.“ Gut gebrüllt. Eine Anregung, die man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Insgesamt ein interessantes Date bei der Spielvereinigung. Nach dem anschließenden Rundgang durch den VIP-Bereich und dem Ausprobieren der Zuschauersitze auf der Gegengeraden der Trolli-ARENA fuhren alle wieder von dannen. Fazit: In Fürth schlagen viele Herzen für den Fußball und das Kleeblatt. Aber eben (fast) nur, wenn er männlich ist!

 

Kein Frauenfußball auf der neuen Kleeblatt-Homepage?

Eine ansprechende und informative Website zu designen und zu realisieren, erfordert viel Kreativität, Mühe und technisches Know-how. Ich weiß, wovon ich spreche. Seit kurzem verfügt jetzt auch die Spielvereinigung über einen neuen Internetauftritt. Die Seite ist (natürlich) in den Kleeblatt-Farben gehalten, übersichtlich aufgebaut, für meinen Geschmack marketingorientierter als die alte Seite. O.k.
Was ich als Greuther-Weib – auch bei längerer Suche – vermisse, sind Informationen über die Damenmannschaften der SpVgg. Ich habe in der vergangenen Saison ja das eine oder andere Mal über das Fürther Frauen-Team gepostet. Aber jetzt sitzt der Webseiten-Besucher auf dem Trockenen. Wann beginnt die neue Saison? Welche Spielerinnen sind im Kader und wer sind die Gegner? Fehlanzeige. Bei den Inhalten der Homepage hat man Prioritäten gesetzt. Verständlich. Da stehen die Profis an erster Stelle, die anderen (Herren-)Mannschaften folgen sukzessive. Vielleicht fasst sich jemand bei den Kleeblatt-Verantwortlichen schnell ein Herz und versorgt uns mit Infos über die Kleeblatt-Fußball-Frauen? Gerade nach der Fußball-WM war doch ständig zu hören, dass der Frauen-Fußball in Deutschland, ach was, überall auf der Welt einen „Riesenschub“ bekommen hat.  Und das gilt ja hoffentlich auch für Fürth!

 

 

Die Frauen-WM wirft ihre Schatten voraus

P1030177Als  „Greuther-Weib“ liegen mir natürlich besonders auch Themen zum Thema Frauen und Fußball am Herzen. So habe ich vor wenigen Wochen schon über die Frauen-Mannschaft der Spielvereinigung berichtet, die in der Landesliga Nord spielt. Im letzten Match gegen Frickenhausen haben die Mädels leider wieder verloren, sie stehen momentan auf Tabellenplatz 8.

Und auch wenn ich unterwegs bin, werde ich immer wieder vom Thema Fußball eingeholt. Bei meiner Rückfahrt von Freiburg nach Fürth habe ich zum Beispiel kurz am wunderschönen Stadion von 1899 Hoffenheim Halt gemacht. Bei der Rast mit Baguette und Camembert (es hat nur noch ein Glas Rotwein gefehlt, aber ich bin ja Auto gefahren!), stieß ich auf eine Fahne, die direkt vor dem Eingangsportal der „Rhein-Neckar-Arena“ weht. „Spielort der FIFA Frauen-WM 2011“ ist darauf zu lesen.  FlaggeDie WM wird in der Zeit vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 im Land des Titelverteidigers – also in Deutschland – ausgetragen. Das Hoffenheimer Stadion ist übrigens eines der neun Stadien, die sich in einem langwierigen Ausscheidungsverfahren qualifizieren konnten. In der „Rhein-Neckar-Arena“ in Sinsheim werden drei Vorrundenspiele und das Spiel um den 3. Platz stattfinden. Als einziges weiteres Stadion in Süddeutschland ist noch die „impuls arena“ in Augsburg dabei.

Mal sehen, wie erfolgreich die Frauen-WM für Deutschland ausgehen wird. Um die Kurve zu den weiblichen Kleeblättern wieder zu kriegen: Am Sonntag, 3. Oktober, tritt das Frauen-Team der Spielvereinigung um 15.30 Uhr gegen den Tabellendritten Hausen an. – Daumen drücken, dass die Partie ein Erfolg für die Fürtherinnen wird!