Geburtstagsüberraschung für ein Greuther-Weib

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde – so heißt es. Lange habe ich diese Redensart nicht verstanden. Aber der letzte Samstag hat mich eines Besseren belehrt.

Anlässlich meines Geburtstags habe ich ein kleines Essen gegeben und ein paar gute Freunde eingeladen. Die ersten Gäste haben mir eine Flasche Whisky mitgebracht (lecker!), die nächste meinen heißgeliebten „Literarischen Katzenkalender“ für das Jahr 2014 und schwarze Walnüsse (eine Delikatesse). Ein befreundetes Ehepaar wollte mich dann mit etwas Besonderem aus der Fassung bringen: Eine Mischung aus weiß-grünen Farben (Blumen im stylischen Übertopf) und einer kleinen rot-schwarzen Zugabe. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das als Fanartikel: ein kleiner Magnet im Clubdress (Foto). Schon mal ein Affront. Die Krone hat mein Bekannter – Clubfan mit Dauerkarte! – dem Ganzen noch aufgesetzt, weil er eine Trainingsjacke in den Farben des Nachbarvereins trug. Humor – meinten die beiden – müsse man als tolerantes Greutherweib immer haben.

Ich fand es lustig und habe es den beiden nicht krumm genommen. Während des Menüs folgte die Rache dann unverhofft auf dem Fuße: Der 1. FC Nürnberg spielte gleichzeitig und verlor das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:3. Sicher, das Ergebnis kam vielleicht nicht ganz gerecht zustande, und es ging kurios zu auf dem Spielfeld. Aber für mich war die Welt wieder in Ordnung. Der Club steht jetzt mit sieben Punkten nach zwölf Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Immerhin – und das betone ich! – stand das Kleeblatt vor einem Jahr mit ebenfalls sieben Punkten nach zwölf Spieltagen (vor dem FC Augsburg) einen Platz besser da. Thomas – c’est la vie. Und „danke“ für die schönen Geschenke und den lustigen Abend!