Nach dem Kärwa-Marsch das bittere Erwachen

Das Heimspiel am Kärwa-Wochenende ist für Fürther Fans immer was ganz Besonderes. Man ist gut drauf und will abends gerne feiern. Eingeläutet wurde die heutige Partie endlich mal wieder mit einem Kärwa-Marsch, der viele Kleeblattfans durch die Kirchweih zum Stadion führte. Treffpunkt war um 11 Uhr am Bahnhofsplatz, mit Getrommel und „Kleeblatt“-Rufen wälzte sich die weiß-grüne Meute an der Freiheit vorbei, weiter durch die Königstraße. Hier habe ich dann – aus einem optimalen Blickwinkel – das spannende Zusammentreffen zwschen den Kleeblattanhängern mit ein paar HSV-Fans gefilmt (unser youtube-Video anklicken). Die hatten versucht, lautstark für die ihre Hamburger Elf Stimmung zu machen, als aber der Kleeblatt-Pulk geballt auf sie zukam, wurden sie doch kleinlaut. Die Kleeblattfans blieben – wie meistens – friedlich und fair und marschierten weiter in Richtung Ronhof.
Anpfiff dann um 15.30 Uhr. Die Stimmung war topp, Asamoah von Beginn an auf dem Platz, die SpVgg couragiert. Aber schon in der 17. Minute klingelte es im Tor von Max Grün und die Spielvereinigung biss sich ab diesem Moment am Hamburger SV die Zähne aus. Zugegeben, der Traditionsverein aus der Hansestadt hat natürlich auch Granaten im Team: René Adler (der auf dem Weg zurück ins Tor der Nationalmannschaft ist), van der Vaart (der heute nicht richtig in Fahrt kam) und den Torschützen, den Südkoreaner Heung-Min Son. Trotzdem: Fehlendes Engagement konnte man dem Kleeblatt wirklich nicht vorwerfen. Aber spielerisch gibt es nach wie vor deutliche Mängel. Die SpVgg hat heute ihr viertes Heimspiel in Folge verloren, zu Hause noch immer kein Tor geschossen.
Seitdem der FC Augsburg gestern Werder Bremen souverän mit 3:1 besiegt hat, liegt die Spielvereinigung auf dem letzten Platz der ersten Liga. Frust für Fürth während der Kärwa. Beim Kärwa-Umzug wird das Team der Spielvereinigung übrigens dabei sein. Allerdings nicht zu Fuß – wie im letzten Jahr -, sondern mit dem Doppeldeckerbus. Man will die Kräfte der Spieler schonen, deshalb werden sie aus „Regenerationsgründen“ gefahren. Naja, die Stimmung im Team wird ohnehin eher melancholisch-gedrückt sein.
Aber wenn das Kleeblatt beim nächsten Spiel am 19. Oktober gegen Hoffenheim frisch und aktiv ist und endlich mal einen Sieg einfährt, dann soll es uns recht sein.

Brauchen Kleeblätter Schutzengel?

Die Kärwa ist Vergangenheit, die Aufräumaktionen in der Fürther Innenstadt liegen in den letzten Zügen. Für Fans der Spielvereinigung hatte die Kirchweih wieder einiges zu bieten: Autogrammstunde von Profispielern und Coach Mike Büskens bei „Trixi’s Ochsenbraterei“, das Bejubeln der Mannschaft beim Erntedankfestzug. Und so mancher Fanartikel (z. B. Fahnen) war an der einen oder anderen Bude zu finden.
Am letzten Tag bin ich dann noch auf etwas Witziges gestoßen. Ein Stand hat verschiedene kleine Wichte angeboten, zum Großteil als „Glücksbringer“ oder „Schutzengel“ deklariert. Ob ich mich primär als Greuther-Weib oder Kleeblatt-Bloggerin angesprochen gefühlt habe, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat mir diese kleine Puppe besonders gut gefallen. Von der Optik her ein wenig Kräuterweib, um den Hals den typischen Schal in Vereinsfarben und ein Fußball – zum Abstoß bereit. Gekauft habe ich den „Persönlichen Schutzengel“ dann doch nicht. Ich glaube nämlich, dass sich das Kleeblatt in erster Linie durch Leistung an der Tabellenspitze halten wird. Und das Quäntchen Glück, das man im Leben immer braucht, das hat die Mannschaft vielleicht auch so!

Kleebätter bei Kärwaumzug im Video

Der Erntedankfestzug ist eine feste Größe auf der Fürther Kärwa. Am zweiten Kirchweihwochenende lockt er seit Jahren zigtausende Zuschauer auf die Straße, die vom Spielmannszug über Trachtenvereine, Metzger und regionale Brauereien alles bejubeln, was zur fränkischen Tradition gehört.
Auch heuer war wieder die Spielvereinigung Greuther Fürth dabei. An 44. Stelle – lange nach „Ihren Majestäten“ Volker Heißmann und Martin Rassau und direkt nach dem Oldtimer-Müllauto aus dem Jahr 1956 – war es so weit: Voran maschierten Fahnenträger mit den typisch weiß-grünen Flaggen, dahinter dann Trainer Mike Büskens, Betreuer und zuguterletzt die Profis. Die Begeisterung bei den Neugierigen am Straßenrand hielt sich – bis auf wenige Ausnahmen – in Grenzen. Die kühlen acht Grad Außentemperatur hatten das Fürther Temperament wohl zu sehr auf Eis gelegt.
Ein wenig mehr Begeisterung wäre auf jeden Fall angebracht gewesen: Denn immerhin konnte man hier den aktuellen Tabellenführer der zweiten Bundesliga bewundern. Die Kleeblätter hatten ja pünktlich zur Kärwa mit einem 2:2 bei Karlsruher SC die Tabellenspitze zurückerobert. Aber die echten Kleeblatt-Fans waren wohl zu Hause geblieben.
Wer heute keine Zeit hatte, beim Erntedankfestzug dabei zu sein: Die Greutherweiber haben ein kleines Video vom Triumphlauf der Kleeblätter (kurz vorm Eintreffen am Rathaus) für Youtube gedreht.YouTube Preview Image

Kleeblatt-Fans im Kärwafieber

Was ein echter Fürther bzw. Fürtherin ist, der zählt schon seit Tagen die Stunden bis zur Kirchweih-Eröffnung. Am Samstag, 1. Oktober, ab 11.00 Uhr ist es dann so weit: OB Thomas Jung sticht vor dem Stadttheater ein Fass an – und die nächsten zehn Tage stehen dann ganz im Zeichen der berümten Michaelis-Kärwa.

Auch für Kleeblatt-Fans ist wieder was geboten: Am Mittwoch, 5. Oktober, sind die Kleeblatt-Profis und das Trainerteam für eine Autogrammstunde zu Gast auf der Kirchweih. Ab 18.30 Uhr schreibt das Team von Mike Büskens bei „Trixis Ochsenbraterei“ an der kleinen Freiheit Autogramme. Diese Aktion hat schon Tradition, in jedem Jahr ist Trixi’s Stand umlagert – darüber habe ich im Greuther-Weiber-Blog schon geschrieben. Außerdem öffnet an beiden Sonntagen während der Michaelis-Kirchweih „Franken Ticket“ am Kohlenmarkt seine Pforten. Am 2. und 9. Oktober können sich dort alle Kleeblatt-Fans zwischen 13 und 18 Uhr im Fanshop mit weiß-grünen Fanartikeln eindecken sowie auch Karten für die Heimspiele des Kleeblatts erwerben.

Die Stimmung ist in diesem Herbst aus Fürther Sicht natürlich besonders gut, führt doch die Spielvereinigung souverän die Tabelle der zweiten Bundesliga an. Dem nächsten Spiel gegen den Karlsruher SC stehen die Kleeblätter optimistisch gegenüber. Die Karlsruher liegen derzeit mit nur sieben Punkten auf dem 14. Tabellenrang, sie haben bisher sechs von neun Spielen verloren. Deshalb können die Kleeblatt-Profis cool und zuversichtlich nach Karlsruhe fahren. Wenn alles nach Plan läuft, werden sie abends dann nach gewonnenem Spiel ein bisschen auf der Kärwa feiern können.

Nachtrag. Freitag, 30.9.2011, 19.45  Uhr: Eintracht Frankfurt hat das Zweitligaspiel mit 3:1 gewonnen und liegt jetzt punktgleich – aber mit besserem Torverhältnis – vor der SpVgg auf Tabellenplatz eins. Egal, alles wird gut!

 

Heute Abend: Auf in die Trolli Arena!

Die Länderspiel-Woche mit zwei EM-Qualifikationsbegegnungen ist vorbei. Aber was für den Normal-Fürther noch einschneidender ist: Auch die Kärwa haben wir hinter uns gebracht, die Innenstadt ist wieder frei befahrbar.

kleine_kaerwaFür die Kleeblätter beginnt – nach der Autogrammstunde vor Trixi’s Ochsenbraterei (auf dem Foto erfreut sich Kapitän Thomas Kleine noch bester Gesundheit!) – auch wieder der Ernst des Fußball-Lebens. Denn so richtig ernst haben sie offenbar die letzte sportliche Begegnung gegen den Drittligisten SpVgg Weiden nicht genommen: Mit 0:2 ging die Partie verloren. Shit happens.

Am Freitag ist jetzt der VfL Osnabrück um 18 Uhr in der Trolli-ARENA zu Gast. Kleeblatt-Trainer Mike Büskens sieht die Begegnung gegen den Aufsteiger, der momentan auf Tabellenplatz 14 steht, realistisch:

„Das ist ein homogenes Team, das zwar zuletzt zweimal als Verlierer vom Platz ging, aber beispielsweise in Augsburg einen Punkt entführen konnte. Wir müssen geduldig agieren, denn Osnabrück wird auf Fehler lauern. Und da dürfen wir nicht ins offene Messer laufen.“

Büskens ist allerdings zuversichtlich, auch wenn der Kader des Tabellenzweiten derzeit etwas ausgedünnt ist. Denn neben Christopher Nöthe (Reha nach Schulter-Operation) und Tayfun Pektürk (Sehnen-Anriss am Fuß) fallen Jan Mauersberger und Sercan Sararer wegen Erkrankung aus. Und auch Stefan Vogler steht wegen der im letzten Testspiel erlittenen Sprunggelenksverletzung nicht zur Verfügung.

„Wir sind ein bisschen von Verletzungen und Krankheit gebeutelt. Aber es sieht so aus, dass Thomas Kleine trotz seines Handbruches spielen kann. Er konnte heute ganz normal mit trainieren. Hier zeigt sich, dass er ein Führungsspieler ist, das stellt er jetzt wieder unter Beweis. Das gilt auch für Marino Biliskov und Asen Karaslavov, die sich trotz Verletzungen in den Dienst der Mannschaft stellen. Daran können sich die jungen Spieler orientieren“

Bei Mannschaftskapitän Kleine wurde nach seinem Mittelhandbruch eine Spezial-Schiene angepasst, um die linke Hand des 32-Jährigen auch während des Spiels zu schützen.

Wenn die SpVgg heute gewinnt, dann könnte sie sogar auf den ersten Tabellenplatz aufsteigen. Ich beklage bei den „Greuther-Weibern“  nicht zum ersten Mal die mangelnde Zahl an Zuschauern bei Heimspielen der Kleeblätter. Was – um Himmels willen – muss denn noch passieren, damit mehr Fans ihren Hintern in den Ronhof bewegen? Die Mannschaft spielt gut und hat derzeit reelle Chancen, in die erste Liga aufzusteigen. Da müßte doch etwas mehr Rückhalt von seiten der Fans möglich sein!