Sep

9

2011

Mit weiblicher Hand das Spiel geführt

Bibiana Steinhaus hat heute die Partie zwischen dem Kleeblatt und dem MSV Duisburg gepfiffen. Das ist für sie nichts Neues – hat sie doch schon im April 2010 ein Spiel zwischen den gleichen Gegnern (damals allerdings in Duisburg) geleitet. Seit der Frauen-Fußball-WM ist der Name Bibiana Steinhaus in aller Munde. Sie ist die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele zwischen Männermannschaften (2. Bundesliga) leitet, und die erste Deutsche, die ein Weltmeisterschafts-Finale pfiff. Am 17. Juli fand das Endspiel der Fußball-WM in Frankfurt zwischen Japan und USA statt (die Japanerinnen sind bekanntlich mit 3:1 im Elfmeterschießen Weltmeister geworden). Dass das Endspiel so fair und locker abgelaufen ist, war auch das Verdienst der souverän agierenden 32-jährigen Schiedsrichterin Steinhaus.

Trolli-Arena, 9. September: Nach zähem Beginn fiel erst in der 61. Minute das erste Tor für die SpVgg durch Fürstner. Eine echte Erleichterung für die Fürther Fans, die Trolli Arena war immerhin mit über 9000 Zuschauer für einen Freitagabend gut besucht. Nach dem ersten Tor schien das Kleeblatt Aufwind zu bekommen: Nöthe traf vier Minuten später zum 2:0. Die Ernüchterung folgte allerdings schon eine Minute später. Duisburg schoss den Anschlusstreffer. Während der 93 Minuten Spielzeit hatte die Schiedsrichterin viel zu tun. Viele Fouls, sieben Gelbe Karten hat sie vergeben. Naja, Männer-Fußball ist eben härter als Frauen-Fußball. Sieht man mal von den Nigerianerinnen ab…

Fazit: Das Kleeblatt konnte seine Spitzenposition behaupten. Und Bibina Steinhaus vermochte mal wieder mit ihrer integrativen Art eine gute Figur auf dem Spielfeld zu machen. Ohne die Erfolge der Herrenmannschaft ginge es der Spielvereinigung und dem Verein nicht so gut, stimmt. Aber eine Frau auf dem Spielfeld, das hat doch was?

Aug

2

2011

Frauen – Fußball – Fürth

Spätestens seit der Frauen-Fußball-WM ist es auch bis zum letzten (Mann) durchgedrungen, dass Frauen von Fußball mehr Ahnung haben, als man ihnen zutraut. Viele Mädchen und junge Frauen spielen in Deutschland im Verein Fußball. Und immer mehr Mädchen und Frauen interessieren sich zunehmend für alles rund um dieses Thema.

Dass in Fürth Frauenfußball nicht stiefmütterlich behandelt wird, liegt auch der CSU-Stadträtin Birgit Bayer-Tersch am Herzen. Selbst “Fußball-Mutter”, organisierte sie einen Besuch bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. Es ging hauptsächlich um den Stellenwert des Mädchen- und Frauenfußballs beim Kleeblatt und allgemein bei den Fürther Sportvereinen. Das machte uns neugierig – diesen “Ortstermin” wollten sich die “Greuther-Weiber” natürlich nicht entgehen lassen.

Spätnachmittags trafen sich also eine gute Handvoll Frauen mit (weiblichem) Anhang vor der Trolli-ARENA. “Ein Vertreter der Spielvereinigung wird durch das Gelände und Gebäude führen und auch für Fragen zur Verfügung stehen” – so stand es auf der Einladung. Und so nahm sich Julian Heckel vom Marketing/Sponsoring der SpVgg Greuther Fürth der Damen an.

“Wie hoch ist eigentlich die Frauenquote unter den Zuschauern bei einem Spiel im Ronhof?”, lautete gleich die erste Frage. Der Kleeblatt-Vertreter musste mit genauen Angaben passen. Dafür informierte Birgit Bayer-Tersch über die Situation des Frauenfußballs in Fürth: Eigene Mädchenmannschaften gibt es in Poppenreuth, Sack und Stadeln. Und seit zwei Jahren auch bei der SpVgg. “Aber nur, weil es eine Auflage vom DFB war”, räumte Bayer-Tersch ein.YouTube Preview Image
Beim gemeinsamen Rundgang im Kleeblatt-Gebäude – Umkleideräume der Fürther Profis und Gäste – riskierten die weiblichen Gäste einen ersten Blick in Richtung Schiedsrichter-Umkleidekabine. “Und wenn der ‘Herr in Schwarz’ eine Dame ist?” – wie z.B. Bibiana Steinhaus, die schon im Ronhof gepfiffen hat? Das sei kein Problem, so die Antwort des Kleeblatt-Vertreters. “Wir sehen das hier alles nicht so eng.” Auch nicht in punkto  Herrentoiletten: “Sogar unser weibliches Personal vom Teeladen geht hier auf die Männer-Klos.” Aha, na bravo!
Beim Besichtigen des heiligen Spielfeldrasens stieß vor allem der Fürther Frauenbeauftragten Hilde Langfeld sauer auf, dass hier nur die Profis etwas verloren haben. “Das muss sich ändern, ich schlage vor, dass in Zukunft auch Frauen und Kinder auf den Rasen dürfen. Dann würde diese Riesenfläche besser genutzt. Und vielleicht dient es auch dem Stellenwert des Frauenfußballs bei Fürther Zuschauern und Kleeblatt-Fans.” Gut gebrüllt. Eine Anregung, die man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Insgesamt ein interessantes Date bei der Spielvereinigung. Nach dem anschließenden Rundgang durch den VIP-Bereich und dem Ausprobieren der Zuschauersitze auf der Gegengeraden der Trolli-ARENA fuhren alle wieder von dannen. Fazit: In Fürth schlagen viele Herzen für den Fußball und das Kleeblatt. Aber eben (fast) nur, wenn er männlich ist!

 

Jun

20

2011

“Tatort” bei den Kleeblättern? Never!

Sonntag 20.15 Uhr ist “Tatort”-Zeit. So auch gestern. Lena Odenthal und ihr italienischstämmiger Kollege Kopper ermitteln im Frauenteam des Fußballvereins FC Eppheim. Pünktlich zur Frauen-Fußball-WM, die am kommenden Wochenende in Sinsheim startet, nimmt man sich in der beliebtesten Krimireihe der ARD des Themas Frauenfußball an. Schon die zweite Tatort-Folge in diesem Jahr, die sich der Thematik “Fußball” widmet. Im März ging Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) in Hannover auf Verbrecherjagd. Dabei stellte der Bundesligaverein Hannover 96 die Kulisse für die Handlung, die sich um Homosexualität im Profifußball drehte. Im gestrigen Tatort “Im Abseits” hatten Lena Odenthal und Mario Kopper den Mord an einer Nationalspielerin aufzuklären und tauchten dabei auch in die Geschäfte des Profifußballs ab. Unterstützt wurden sie dabei von prominenten Gaststars: Bundestrainer Jogi Löw, Manager Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Theo Zwanziger waren in ihrer jeweiligen Funktion zu sehen, ebenso wie Steffi Jones.
Uns Greuther-Weibern liegt ja bekanntlich das Thema “Frauen und Fußball” besonders am Herzen. Deshalb war der gestrige Abend interessant: Lena Odenthal alias Ulrike Folkerts recherchiert zwischen der ermordeten türkisch-deutschen Starkickerin, neidischen Mitspielerinnen, einem geldgeilen Manager, einer Trainerin, die als Ex-DDR-Fußballerin keine Karriere machen konnte, u.s.w. Viele Klischees? Hhm, es ging gerade noch. Manches war zu dick aufgetragen, die Ermittlungsarbeit hatte gewisse Längen. Am Schluss war der Täter dann der fanatische Platzwart des Vereins. Naja, der Mörder ist auch hier (wie immer) der Gärtner.
Nach dem Krimi habe ich mir überlegt, ob ähnliche Begebenheiten wohl auf die grundsolide Spielvereinigung zu übertragen sind. Wahrscheinlich nur schwer. Es gibt dort zwar Frauenteams, die sind allerdings noch in den niederen Sphären der Ligen zu finden. Bei den Kleeblättern dreht sich – wie fast überall in Deutschland – alles primär um die männlichen Mannschaften. Hier sind die Profis zu finden, hier geht’s ums Geldverdienen, und die begeisterten Fans kommen ins Stadion, um richtigen Männer-Fußball zu genießen (so ähnlich denkt ja auch Mario Kopper). Einen “Gartenzwerg” wie gestern Abend beim “Tatort” gibt es bei den Kleeblättern sicher auch. Doch der wird pragmatisch seinen Job machen und auf dem Boden der grünen Tatsachen stehen. Und deshalb ist und bleibt die Fußball-Welt in Fürth in Ordnung!

Mai

23

2011

Frauen-Fußball-WM wirft Schatten voraus

Veröffentlicht von kiki in der Kategorie Birgit Prinz, Frauen und Fußball, Frauen-Fußball, Fußball-WM der Frauen, Greuther-Weiber | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Das Wochenende war alles andere als langweilig, obwohl die Fußball-Bundesliga gerade Pause hat und man sich als Fürtherin noch von der seelischen Anspannung des letzten Spieltages erholen musste. Abends fand immerhin das Pokalfinale statt – natürlich hat der FC Schalke mit Frauenschwarm Raul und Topkeeper Manuel Neuer gewonnen. Noch weitaus interessanter – nicht nur für die Greuther-Weiber – war allerdings das Länderspiel der Frauen gegen Nordkorea. Ein Vorgeschmack auf die Frauen-Fußball-WM, die am 26. Juni beginnt. Wie erhofft hat das Team von Bundestrainerin Silvia Neid gewonnnen – mit 2:0. Allerdings war das schmeichelhafte Ergebnis mühsam erkämpft und eine schwere Geburt. Die Abwehr der deutschen Frauen zeigte sich ordentlich und zielorientiert. Nicht allzu erfolgreich war das Angriffsspiel von Birgit Prinz und Co. Deshalb werden sich die Damen in den nächsten Tagen bei einem Lehrgang in Herzogenaurach vor allem auf das Ausmerzen dieser Schwachstelle konzentrieren.
Trainerin Silvia Neid muss sich bis Freitag außerdem noch entscheiden, welche Spielerinnen letztlich dem deutschen WM-Kader angehören werden: der ist auf 21 Nationalspielerinnen begrenzt.
In drei weiteren Testspielen trifft das DFB-Team auf Italien (3. Juni in Osnabrück), die Niederlande (7. Juni in Aachen) und auf Norwegen (16. Juni in Mainz).

Mai

4

2011

Gehören Frauen nicht aufs Fußballfeld?

Heute stelle ich eine Initiative vor, die sicher auch bei vielen weiblichen Kleeblatt-Fans auf Interesse stoßen wird. Mit der bundesweiten Kampagne “Frau in Bewegung” will die Organisation TERRE DES FEMMES die Solidarität unter Frauen stärken und gleichzeitig auf bestehende Diskriminierungen im Sport und innerhalb der Gesellschaft hinweisen. Dazu gehört, dass auch in Deutschland unzählige Mädchen und Frauen keinen Sport ausüben, nicht am Schulsport teilnehmen, sich oft nicht mal so freizügig kleiden dürfen, wie es für das Ausüben einer Sportart notwendig wäre.

Die gemeinnützige Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES wurde im Jahr 1981 gegründet. Ihr Ziel ist es, durch internationale Vernetzung, Aktionen und Förderung von Einzelprojekten Frauen und Mädchen zu unterstützen.

Frauen und Fußball – das geht gar nicht! So denken nach wie vor viele, nicht nur Männer! Deshalb ist die Frauenfußball-Weltmeisterschaft vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 in Deutschland der ideale Event, von dem man sich vermehrte Aufmerksamkeit für frauenspezifische Themen erhofft.

“Nicht nur im Sport kommt es auf Engagement, Talent und Team-Play an und nicht auf Religion, Hautfarbe, kulturelle Wurzeln oder sexuelle Orientierung!

Die Kampagne “Frau in Bewegung” will zu einem spannenden Fußballfest beitragen und dabei auf wichtige frauenspezifische Themen aufmerksam machen. Unterstützt wird sie von vielen prominenten Frauen, z.B. “unserer” Torfrau Nadine Angerer.

Lust darauf, mehr zu erfahren, macht die spannende Website von “Frau in Bewegung” mit einem Haufen Infos, z.B. über alle Teilnehmerländer bei der Frauen-WM. Eine gute Idee ist auch die Unterschriftenaktion “Gleichberechtigung in den Medien”. Man kann sich so für die verstärkte Präsenz von Frauenfußball in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen aussprechen. TERRE DES FEMMES sieht das so:.

“Die öffentlich-rechtlichen Sender ignorieren Frauenfußball fast völlig: So werden in den Nachrichten meist nur die Bundesligaspiele der Männer verkündet. Auch Sportsendungen berichten selten über Spiele der Frauen, wenn es sich nicht um schiere Großereignisse handelt, an denen die Sender oder anderen Medien nicht vorbei können.”

Um zu sehen, dass sich in Sachen Gleichberechtigung für Frauen – nicht nur im Sport – einiges tut, muss man nur mal zu TERRE DES FEMMES auf Facebook gehen.

 

 

Sep

29

2010

Die Frauen-WM wirft ihre Schatten voraus

P1030177Als  “Greuther-Weib” liegen mir natürlich besonders auch Themen zum Thema Frauen und Fußball am Herzen. So habe ich vor wenigen Wochen schon über die Frauen-Mannschaft der Spielvereinigung berichtet, die in der Landesliga Nord spielt. Im letzten Match gegen Frickenhausen haben die Mädels leider wieder verloren, sie stehen momentan auf Tabellenplatz 8.

Und auch wenn ich unterwegs bin, werde ich immer wieder vom Thema Fußball eingeholt. Bei meiner Rückfahrt von Freiburg nach Fürth habe ich zum Beispiel kurz am wunderschönen Stadion von 1899 Hoffenheim Halt gemacht. Bei der Rast mit Baguette und Camembert (es hat nur noch ein Glas Rotwein gefehlt, aber ich bin ja Auto gefahren!), stieß ich auf eine Fahne, die direkt vor dem Eingangsportal der “Rhein-Neckar-Arena” weht. “Spielort der FIFA Frauen-WM 2011″ ist darauf zu lesen.  FlaggeDie WM wird in der Zeit vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 im Land des Titelverteidigers – also in Deutschland – ausgetragen. Das Hoffenheimer Stadion ist übrigens eines der neun Stadien, die sich in einem langwierigen Ausscheidungsverfahren qualifizieren konnten. In der “Rhein-Neckar-Arena” in Sinsheim werden drei Vorrundenspiele und das Spiel um den 3. Platz stattfinden. Als einziges weiteres Stadion in Süddeutschland ist noch die “impuls arena” in Augsburg dabei.

Mal sehen, wie erfolgreich die Frauen-WM für Deutschland ausgehen wird. Um die Kurve zu den weiblichen Kleeblättern wieder zu kriegen: Am Sonntag, 3. Oktober, tritt das Frauen-Team der Spielvereinigung um 15.30 Uhr gegen den Tabellendritten Hausen an. – Daumen drücken, dass die Partie ein Erfolg für die Fürtherinnen wird!

Apr

21

2010

Fürther Ballmädchen bei der Fußball-WM 2011?

In gut sieben Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Auch Couch Potatoes werden sich dann bei jedem Sieg des Löw’schen Teams wieder brüsten: “Wir sind Deutschland!” Im nächsten Jahr darf dann auch das Herz vieler Frauen - auch das der “Greuther-Weiber” - höher schlagen: Vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 findet in Deutschland die 6. Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen statt. Und wenn wir Glück haben, werden auch ein paar Fürther/-innen mit dabei sein.

GW_Schliemann_4_2010 006Aber der Reihe nach: Ich laufe auf der Königstraße in Richtung Helmplatz und werfe ganz beiläufig einen Blick in den Schulhof des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums. Was sehe ich? Ein überdimensionales Plakat mit den grün-weiß gedressten Fußballern der SpVgg Greuther Fürth. Ich wundere mich, was das Kleeblatt mit einem renommierten Fürther Gymnasium zu tun hat, und kontaktiere dessen Direktor. Reinhard Heydenreich nimmt sich spontan die Zeit für ein Gespräch und outet sich dann schnell als fußballbegeistert. Schon immer schlugen zwei Seelen – Fußball und Schule – in seiner Brust, er spielte beim 1.FCN (!)  und musste leider - wegen einer Verletzung – Anfang der 70er Jahre den Profisport an den Nagel hängen. Er studierte dann Latein und Französisch, wurde Lehrer und leitet jetzt die Fürther Schule.YouTube Preview Image

Das Plakat im Hof des Gymnasiums hängt schon seit eineinhalb Jahren. Heydenreich hat sich für den Slogan “Bodenturnen mal anders” entschieden, um seinen Schülern vor Augen zu führen, dass neben allem Geistigen auch die Bewegung und der Sport nicht zu kurz kommen sollen. Die Zusammenarbeit mit der Spielvereinigung ist intensiv, das “Schliemann” macht z.B. beim Projekt des DFB “Schulen im Verein” mit. Und: Mädchen-Fußball wird an dieser Fürther Schule besonders gepowert. Direktor Heydenreichs Ziel ist es, dass Schülerinnen seiner Schule bei der Fußball-WM der Frauen 2011 als “Ballmädchen” dabei sind.

Das wäre doch ein toller Erfolg für Fürth, wenn das klappen würde. Die “Greuther-Weiber” machen sich ja nicht nur fürs Kleeblatt stark, sondern auch für Frauen. Und diese Symbiose könnte man mit dem Projekt des Schliemann-Gymnasiums ideal verbinden. Daumen drücken!

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