Gewaltaktion gegen Kleeblattfans

Unschöne Szenen zwischen fanatischen Fans im Vorfeld oder direkt nach brisanten Begegnungen sind im Fußball leider nicht so selten. Ob sich der HSV und Werder Bremen begegnen, der FC Köln und Fortuna Düsseldorf oder der Club beim Frankenderby auf die Spielvereinigung trifft. Es kann immer mal hoch hergehen.
Eine ganz andere Qualität hatte allerdings der Vorfall am späten Samstagabend an der Autobahn A 3: Auf der Heimreise vom Spiel in Gelsenkirchen – das Kleeblatt hatte einen wichtigen Sieg bei Schalke 04 eingefahren – griffen an der Rastanlage Steigerwald-Süd mehrere Dutzend vermummte Personen Fans der SpVgg an. Die Polizei berichtet von zahlreichen Notrufen von Fürther Fußballfans, die um 23.45 Uhr bei der Einsatzzentrale eingingen, woraufhin ein Großeinsatz ausgelöst wurde. Folgendes war geschehen: Nachdem am Rastplatz einige Kleeblatt-Anhänger ihre Busse verlassen hatten, rannten ersten Angaben zufolge 60 bis 70 vermummte Personen mit Leitpfosten, Ästen und brennenden Bengalo-Feuern auf die Kleeblatt-Anhänger zu. Die Fürther Fans reagieren prompt und verschanzten sich noch rechtzeitig in ihren vier Reisebussen. Daraufhin beschädigten die Angreifer die Fanbusse mit Ästen, Flaschen und Steinen. Es gingen mehrere Scheiben zu Bruch, der Sachschaden beläuft sich auf 30.000 bis 40.000 Euro. Insgesamt waren ungefähr 150 Einsatzkräfte, darunter auch Beamte mit Diensthunden und ein Polizeihubschrauber sowie 30 Rettungswagen, vor Ort.
Laut Polizei handelte es sich bei den vermummten Angreifern allem Anschein nach um Anhänger des 1. FC Nürnberg. Ob das tatsächlich so war, werden weitere Untersuchungen ergeben.
Ich finde solche Vorfälle mehr als bedenklich. Aus einer Emotion heraus zu reagieren und sich mit einem „feindlichen“ Fan auseinanderzusetzen – das ist die eine Sache. Aber bewaffnet, mit dem festen Vorsatz, Fans abzufangen, tätlich anzugreifen und sogar Verletzungen in Kauf zu nehmen, da hört der Spaß wirklich auf.
Hier findet Ihr das Video über die Attacke auf die Fürther Fanbusse.

Bitte keine Rostocker Gewaltexzesse im Ronhof!

Meinen Sommerurlaub habe ich in diesem Jahr an der Ostsee verbracht. In einem kleinen Ort in der Nähe von Heiligendamm und Bad Doberan. Ein Ausflug per Rad hat mich auch in den Badeort der Rostocker geführt: nach Warnemünde. Hier ist die Aura der nahegelegenen Hansestadt Rostock spürbar, sogar auf dem Schiff war der berühmte Verein always and everywhere. In der Nähe der Werft habe ich mein Foto gemacht.
Am Samstag, 3. Dezember, tritt um 13 Uhr der Verein von Hansa Rostock im Ronhof gegen die Spielvereinigung an. Auf der Facebook-Seite der Greuther-Weiber regt sich schon so mancher Fan darüber auf, dass dann die Umgebung um die Trolli ARENA wieder im Ausnahmezustand sein wird. Absperrungen, Polizeischutz und getrennte Zugangswege für einheimische und Gästefans, alles unverzichtbare Aktionen. So wird der Laubenweg von der Alten Reutstraße bis zur Boenerstraße auch für Fußgänger frühzeitig gesperrt sein. Das heißt, die Fürther Fans können die Eingänge und Kassen nur aus nördlicher Richtung erreichen.
Der Grund für solche Präventivmaßnahmen liegt nicht zuletzt in Vorkommnissen, die in erster Linie mit Vereinen wie Dynamo Dresden oder dem FC Magedeburg in Zusammenhang gebracht werden. Aber auch Hansa Rostock hat seit geraumer Zeit mit seinem negativem Image zu kämpfen. So fordert der DFB-Kontrollausschuss für den „Wiederholungstäter“ Hansa Rostock ein Zweitliga-Heimspiel ohne Zuschauer. Bei so einem „Geisterspiel“ würde dem Verein eine sechsstellige Summe entgehen. Mit dem Strafantrag reagiert das Gremium auf die massiven Krawalle im Heimspiel am 19. November gegen den FC St. Pauli, als Feuerwerkskörper in den Gästeblock geschossen wurden. Die Partie endete mit einem 1:3-Sieg für St. Pauli. Den „Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Sicherheit“ (um zukünftig Spieler und Zuschauer zu schützen), kann man auf der Website von Hansa Rostock nachlesen.
Ursprünglich war eines der Hauptcharakteristika von Sportlern und Sportanhängern das „Fair play“. Das ist leider längst Vergangenheit. Heute werden Frustrationen über verlorene Spiele und schlechte Spielerleistungen mit Gewalt und Aggressionen kompensiert – das kann es doch wohl nicht sein! Hoffen wir, dass das Spiel des Kleeblatts gegen den Tabellenvorletzten mit einem Sieg der SpVgg endet – und dass nichts Unerfreuliches passiert. Morgen soll es in Fürth – bei der An- und Abreise der Rostocker Fans und vor allem auch im Stadion – friedlich bleiben.