Weiß-grüne Kleeblattmäuse aus der Mäusefabrik

Maesefabrik_2Fürth ist eine Stadt, die immer wieder Menschen animiert, kreativ zu sein und originelle (Geschäfts-)Ideen zu entwickeln. Ich habe ja schon öfter darüber im Greuther-Weiber-Blog geschrieben. Ein neues Beispiel ist für mich die „Mäusefabrik“ von Andrea. Seit Pfingsten 2014 häkelt sie – die seit ihrer Schulzeit gar nichts mehr mit Handarbeiten am Hut hatte – mit Begeisterung kleine Mäuse. Obwohl sie zu diesen Tieren keinen besonderen Bezug hat. Die zehn Zentimeter großen Tierchen sind von guter Qualität. Für das Aussehen der Mäuse hat Andrea genug Ideen. Was lag zum Beispiel näher, als im vergangenen Sommer die kleinen Mäuse mit weißem Trikot und schwarzer Hose auszustaffieren? Es war ja schließlich Fußball-WM! Mittlerweile gibt es 120 verschieden gestaltete Mäuse: Oma mit Brille, Opa mit Handwerkskasten, Schülermaus oder Tanzmäuse.

Maesefabrik_3Ich bin auf die Mäusefabrik wegen der Mäuse im weiß-grünen Design aufmerksam geworden: Kleeblatt-Mäuse. Da schlägt das Herz eines SpVgg-Anhängers doch höher! Andrea, die als Teilzeitkraft in Erlangen arbeitet, und ihr Mann beschäftigen sich in jeder freien Minute mit der Produktion gehäkelter Mäuse. Sie haben sich dafür extra zwei Arbeitsplätze mit gutem Licht und Blick aus dem Wohnzimmerfenster geschaffen. Und dort geht’s rund. Pro Maus benötigen die beiden eineinhalb bis zwei Stunden. Eine fertige Maus kostet im Schnitt sieben bis zehn Euro. In dem Preis ist die Wolle drin, der Zeitaufwand kann gar nicht aufgewogen werden. Eigentlich müsste so eine Maus zwischen 15 und 20 Euro kosten. Aber – so die beiden Mäuseproduzenten: „Das würde keiner bezahlen.“

Inzwischen sind die Kleeblatt-Mäuse zum Verkaufsrenner im Internet geworden. Andrea und ihr Mann kommen bei der Menge der Bestellungen oft kaum hinterher. Mit der Spielvereinigung fiebern die beiden mit. „Es ist ein fränkischer Verein.“ Sie freuen sich besonders über die Rückkehr von Trainer Mike Büskens. Für die Kooperation mit den United Kiltrunners – eine Fürther Gruppe, in der Kleeblatt-, FCN-, Bayern- und St.Pauli-Fans gemeinsam Patenkinder über die Entwicklungshilfe-Organisation World Vision Deutschland unterstützen – häkeln Andrea und ihr Mann extra designte Charity-Mäuse.
Wer von den Kleeblattmäusen genauso begeistert ist wie ich: Den direkten Draht zur Fürther „Mäusefabrik“ bekommt man am besten über Facebook. Und Andrea kann ich nur wünschen: Gut häkel‘ – und viel Erfolg!

„Mei Kleeblatt Mützn“ – Unser Geschenktipp

Mei_Kleeblatt_Muetzn Für den Deutschen Gründerpreis 2014 in der Kategorie „Aufsteiger“ wurden u.a. zwei junge Typen nominiert, die mit bunten Mützen die Szene aufmischen und Häkeln zum neuen Trend machen: Sie zeigen mit „myboshi“, wie aus einer kleinen Idee Großes werden kann. Ich möchte heute in unserem Blog einen jungen Mann vorstellen, der auch ein Faible fürs Häkeln hat und – um das noch zu toppen! – selbstentworfene Mützen im Kleeblatt-Look herstellt.

Wir haben uns in einer Fürther Kinokneipe verabredet und dort über sein Projekt geredet. Julian kommt eigentlich aus Nürnberg und ist 22 Jahre alt. Er macht seit einigen Monaten eine Ausbildung zum Erzieher in Bamberg und besucht für die pädagogisch-theoretischen Aspekte einmal in der Woche die Fachakademie in Haßfurt.
Letztes Jahr zu Weihnachten hat Julian von seiner Oma das „myboshi-Buch“ bekommen und dazu noch Wolle. Und seitdem ist er mit dem Häkelvirus infiziert. Julian ist noch dazu seit seinem sechsten Lebensjahr glühender Fan der Spielvereinigung („Meine Oma ist mit dem früheren SpVgg-Torwart Roland Kastner verheiratet.“). Was liegt also näher, als auch beim Outfit seinem Lieblingsverein treu zu bleiben und Mützen im weiß-grünen Kleeblattlook zu häkeln?

Julian hat nicht nur bestimmte Kreationen in seinem Repertoire, man hat sogar die Möglichkeit, eine ganz individuelle Mütze mit eigenen Farb- und Musterwünschen bei ihm in Auftrag zu geben: ob gestreift (von weiß nach grün, oder mit grau wie das Heimtrikot) – alles ist möglich. Julian braucht zwei bis fünf Tage für eine Mütze – er häkelt in seiner Mittagspause oder abends vor dem Fernseher. Wenn er ins Stadion zu den Spielen des Kleeblatts geht, hat er immer eine seiner Mützen auf dem Kopf. Manchmal wird er dann darauf angesprochen und hat so schon Aufträge bekommen – bisher primär von Jungens. Wie hoch ist der Preis für eine Mütze? „Ich mach’s so, dass ich die Leute frage, was sie zahlen wollen.“ Der Materialwert für die Wolle beträgt ca. 12 Euro, die meisten legen dann noch fünf bis zehn Euro drauf für Julians Arbeit.
Der Geschenktipp der Greutherweiber zu Weihnachten: Selbstgehäkelte Mützen in den Farben Weiß und Grün vom Kleeblattfan für Kleeblattfans. Jede Mütze ist ein Unikat. Wer Interesse hat: Hier ist der Link auf des Häklers Facebook-Seite „Mei Kleeblatt Mützn“. Mit ihm könnt Ihr dann alles Weitere persönlich klären. Vielleicht trägt ja der eine oder andere von Euch sogar schon beim Derby gegen den „Club“ am 20. Dezember eine von Julians Kleeblatt-Mützn?