„Scheißegal, Hauptsache, wir gewinnen das Pokal-Derby“

Die Stadt war am Halloween-Abend nicht gerade wie leergefegt. Nein, kreischende Jugendliche machten den Fürther Stadtpark unsicher, Böller flogen an der Freiheit den Autos vor die Reifen. Und in den Vororten klingelten wahre Heerscharen von kostümierten Kindern an den Häusern, um mit „Süßes oder Saures“ unter Androhung von Terroraktionen abzusahnen. Viele Fürther hatte es dennoch – oder gerade deswegen? – in die Trolli ARENA gezogen: 10 240 Zuschauer erlebten dort die 1:3-Niederlage des in dieser Saison so erfolgreichen Kleeblatts gegen Eintracht Braunschweig.
Allerdings muss ich gestehen: Ich war selber nicht im Stadion. Die Geburtstagfeier einer sehr guten Freundin mit „Cocktails und Schnittchen“ war mir wichtiger. Deshalb erfuhr ich auch immer nur schlaglichtartig den aktuellen Spielstand. Als Gäste in unverkennbarem Spielvereinigungs-Outfit kamen, schockte mich der 0:1-Rückstand. Und das zweite Gegentor kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit hob dann auch nicht gerade die Stimmung der anwesenden Kleeblatt-Fans. Kurz nach 22 Uhr dann das ernüchternde Endergebnis: 1:3. Vielsagende Blicke der anwesenden Partygäste zu den beiden anwesenden „Greuther-Weibern“ – Stimmung versaut? Natürlich nicht!
So what! Bis gestern Abend war die laufende Saison die beste der Spielvereinigung seit langer Zeit. Sie führte wochenlang die Tabelle der zweiten Bundesliga an und liegt jetzt mit nur zwei Punkten Rückstand hinter Düsseldorf und Eintracht Frankfurt auf Platz drei. Schade, ausgerechnet am 13. Spieltag zeigte das Kleeblatt Nerven und konnte vor heimischem Publikum nicht überzeugen.
Aber wie brachten es jugendliche Fans bei der Party mit Fürther Coolnees trocken auf den Punkt: „Scheißegal – Hauptsache wir gewinnen das Pokalderby gegen den Club.“ Mehr ist dazu wirklich nicht zu sagen.