Spätes Unentschieden bei Geisteratmosphäre

Dieses erste Heimspiel im Fürther Ronhof ohne Zuschauer – das war einfach ungewöhnlich. Aber ich finde, es hatte auch was! Viele Kleeblattfans mussten die Begegnung gegen den Bundesligabsteiger Hambuger SV auf den heimischen Bildschirmen verfolgen. Die Partie, die am 13. März kurzfristig wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, war spannend und nahm am Ende einen glücklichen Ausgang für die Spielvereinigung. weiter lesen

Geisterspiel gegen HSV ohne Maskottchen Eddy

Bei den Geisterspielen, die ab dem kommenden Wochenende in der Ersten und Zweiten Bundesliga stattfinden werden, muss man leider auf Vereinsmaskottchen verzichten. So bekommt z. B. auch Geißbock Hennes IX. die Corona-Auswirkungen zu spüren. Weil das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga ein Maskottchenverbot vorsieht, muss der Bundesligist 1. FC Köln am Sonntag im Spiel gegen den FSV Mainz 05 erstmals seit 2008 ein Spiel ohne seinen Glücksbringer bestreiten.
Die medizinische Taskforce der DFL hat einen umfangreichen Hygieneplan entworfen. Das Papier regelt enorm viele Details zu Infektionsschutz, Organisation und Abläufen, unter vielem anderen:

  • personalisierte Getränkeflaschen
  • kein gemeinsames Einlaufen
  • kein Maskottchen
  • kein Mannschaftsfoto
  • mehr Kabinen
  • Fieber-Fragebögen für Kameraleute und Techniker
  • einheitliche Raumtemperatur in den Hotels
  • Spieler putzen ihre Schuhe selbst

Das gleiche Schicksal wie Geißbock Hennes ereilt dann natürlich auch das Kleeblatt-Maskottchen Eddy (Fotos: Sportfoto Zink). Der grüne Drache, der sich während der Heimspiele immer am Spielfeldrand aufhält und sich über Tore der Spielvereinigung freut, muss am kommenden Sonntag, 17. Mai,  ab 13.30 Uhr beim Heimspiel gegen den Hamburger SV zu Hause bleiben. Hoffen wir mal, dass das Kleeblatt die ungewöhnliche Partie trotzdem gewinnt.

Kleeblätter beim Foulen spitze!

Vor kurzem meinte der Kommentator auf Sky bei der Übertragung eines Auswärtsspiels der Spielvereinigung, dass das Kleeblatt ja der Verein mit den zweitmeisten Fouls in der Zweiten Liga sei. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Diese sympathischen Profis, für die Pressing – das „Unter-Druck-Setzen“, das kurzzeitige, längere oder ständige Anrennen auf den ballführenden gegnerischen Spieler, also das Attackieren des Gegners – ein Fremdwort ist. Diese netten weiß-grünen Fußballer, die auf der Sympathieskala ganz oben stehen. weiter lesen

Der Hamburger SV war einfach besser

Eines gleich vorneweg: Die Spielvereinigung hat ihre unverständlich desolate Leistung im letzten Spiel gegen Holstein Kiel heute wettgemacht. Leider hat sie dennoch die Auswärtsbegegnung beim Hamburger SV mit 0:2 verloren. Dass das Ergebnis heute noch niedrig ausfiel, ist vor allem der Fürther Abwehr – allen voran Kapitän Marco Caligiuri und Mergim Mavraj (Foto: Sportfoto Zink) – und dem sicheren Tormann Sascha Burchert zu verdanken. weiter lesen

Noch eine Rechnung offen

Pierre-Michel Lasogga und Sascha Burchert beim Smalltalk (Foto: Sportfoto Zink)

Der Hamburger SV ist seit dem ersten Abstieg in seiner Vereinsgeschichte natürlich vollkommen darauf fixiert, in der Spielzeit 2019/20 wieder erstklassig zu sein. Das ließ sich anfangs auch gut an. Zu behaupten, dass der Hamburger Traditionsclub aktuell sportlich ein wenig in der „Krise“ist, wäre Jammern auf hohem Niveau. Der Mitabsteiger – der 1. FC Köln – rangiert an der Tabellenspitze, mit nur einem Punkt Rückstand folgen Union Berlin und der HSV. Der Lokalrivale FC St. Pauli ist allen mit nur einem Punkt Abstand dicht auf den Fersen.

Das Kleeblatt geht heute Abend mit einer gewissen Anspannung auf das Spielfeld. Immerhin: Es ist seit dem Wechsel zu Trainer Stefan Leitl noch ungeschlagen (1 Sieg, 2 Unentschieden) und holte fünf von neun möglichen Punkten. Das erste Aufeinandertreffen der SpVgg mit dem HSV in der Zweiten Liga im September vergangenen Jahres endete unentschieden mit 0:0.

Unvergessen ist natürlich das mit 0:1 unglücklich verlorene Spiel im September 2013, als Hamburgs Stürmer Pierre-Michel Lasogga das Kleeblatt aus dem DFB-Pokal kickte. Ihm war auch das 1:1 im Mai 2014 zu „verdanken“, als die SpVgg die Relegation gegen den HSV nicht gewinnen konnte und damit den Wiederaufstieg in die Bundesliga verpasste.
Lasogga wird auch heute Abend auf dem Platz stehen. Vielleicht schafft es das Kleeblatt, sich endlich für vermasselte Chancen zu revanchieren? Es wird also spannend. Um 20.30 Uhr ist Anpfiff im Hamburger Volksparkstadion.

Kommt es zur Revanche im Ronhof?

Die Spielvereinigung gegen den Hamburger SV: Heute Abend gibt’s im Ronhof das erste Schlagerspiel der Saison 2018/19 fürs Kleeblatt. Interessant wird die Begegnung aus verschiedenen Gründen:

1. Der HSV ist zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte zweitklassig. Das will der Bundesliga-Dino schleunigst ändern.
2. Das letzte Spiel hat der HSV blamabel mit 0:5 gegen Jahn Regensburg verloren. Das wird er nicht auf sich sitzen lassen wollen.
3. Die Spielvereinigung hat quasi noch eine Rechnung mit dem HSV offen: In der Relegation 2014 trennte sich das Kleeblatt zu Hause im Rückspiel (Foto: Sportfoto Zink) knapp mit einem 1:1. Das Tor von Pierre-Michel Lassogga war ausschlaggebend  – aufgrund der „Das-Auswärtstor-gilt-mehr-Regel“ gab es keine Verlängerung und kein Elf-Meter-Schießen. Damit blieb der SpVgg der Wiederaufstieg in die Bundesliga verwehrt.
4. Khaled Narey, der bis Ende der letzten Saison ein Kleeblatt und der Derbyheld war, hat beim HSV angeheuert und sich da zum Tormacher entwickelt. Er ist in der Spielweise ein ähnlicher Typ wie David Atanga. Wer wird sich heute durchsetzen?
5. Lasogga war bei der Klatsche gegen Jahn Regensburg erst in der zweiten Halbzeit auf dem Platz. Eine Partie vorher – gegen den 1. FC Heidenheim – wurde er auch erst in der 46. Minute eingewechselt und erzielte dann drei Tore in neun Minuten.
6. Eben dieser FC Heidenheim hat letzten Sonntag das Kleeblatt mit 2:0 besiegt und ihm die erste Niederlage zugefügt.

Also: Das wird heute ab 20.30 Uhr eine spannende und sicher aufregende Begegnung im vermutlich ausverkauften Fürther Ronhof. Mal sehen, was die Spielvereinigung daraus macht. Sie hat sicher Potenzial und kann auch gegen gute Gegner – wie gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal – „bella figura“ machen. Ganz anders – die „3 Clubfreunde“ mögen mir die Spitze verzeihen – als der 1. FC Nürnberg gestern Abend bei der 0:7-Niederlage gegen den BVB in Dortmund. Ein wenig Schadenfreude auf Seiten der Kleeblattfans mag erlaubt sein.

Kleeblatt im alten Fahrwasser?

Schade, schade. Heute feiert die Spielvereinigung ihren 115. Geburtstag. Am 23. September 1903 wurde sie in der Gustavstraße gegründet. Und so hatten sich die angereisten Kleeblattfans beim Auswärtsspiel in Heidenheim auch eine passende Choreographie (Foto: Sportfoto Zink) vor dem Anpfiff ausgedacht. Der Verein hätte sich  dann auch über ein Punktegeschenk gefreut. Aber leider ist der gute Vorsatz voll daneben gegangen.
Trotz weitaus größeren Ballbesitzes in der ersten Spielhälfte gelang den Kleeblättern beinahe nichts. Es war komplett der Wurm drin. weiter lesen

Und laufen und laufen …

Ganz entspannt sind Kleeblattfans seit vergangenem Samstag: Nach dem 4:1-Heimsieg gegen Holstein Kiel rangiert die SpVgg ganz oben in der Tabelle der Zweiten Liga. Naja, seit dem gestrigen Erfolg des HSV in der nachgeholten Partie gegen Dynamo Dresden nicht mehr an der Spitze, sondern auf dem zweiten Platz. Aber immerhin!
Dass die Kleeblattprofis sich in dieser Saison wirklich engagieren, ist nicht zu übersehen. Da sind die Pässe endlich mal präzise, da ist man beim Spielaufbau originell, weiter lesen

Derbyheld Narey wird zum Torjäger beim HSV

Khaled Narey gehört zu den Fußballspielern, die ich während seiner Zeit bei der Spielvereinigung immer geschätzt habe. Er hat sich engagiert, ist gelaufen und gelaufen, er war sich (fast) nie zu schade, jedem möglichen Ball hinterher zu jagen. Der im rheinland-pfälzischen Neuwied geborene Rechtsaußen mit togolesischer Abstammung war vom 1. Juli 2016 bis zum 1. Juli 2018 beim Kleeblatt.
Zur aktuellen Spielzeit wechselte er von der SpVgg weiter lesen

FC St. Pauli hui – HSV pfui?

Als ich am Sonntagabend nach dem Heimspiel zwischen der Spielvereinigung und dem FC St. Pauli durch die Königstraße lief, musste ich schmunzeln: Am Schaufenster eines in Fürth bekannten, hochpreisigen Juweliers prangte ein bunter Aufkleber mit einer HSV-Schal auf einer Klopapierrolle. Witzig, dachte ich mir. Da haben wohl St.-Pauli-Fans auf dem Weg zum Ronhof ihrem Unmut über den verhassten anderen Hamburger Verein Luft gemacht.

Eine ausgeprägte Lokalrivalität zwischen Fußballklubs ist nicht ungewöhnlich, ganz im Gegenteil! Wir kennen das hinlänglich vom 1. FC Nürnberg und der Spielvereinigung. Weitere Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass Konkurrenz zur Fußballkultur gehört: z. B. München, Stuttgart oder auch Nachbarorte wie Köln/Mönchengladbach und Dortmund/Schalke mögen sich überhaupt nicht. Und auch im Ausland lassen sich vergleichbare oder gar noch größere Rivalitäten finden z. B. in Glasgow, Istanbul oder Mailand.
In Hamburg mag es ein zusätzlicher Aspekt sein, dass die beiden Vereine – der Hamburger SV und der FC St. Pauli – aus sehr unterschiedlichen Milieus stammen. Der FC St. Pauli ist aus dem eher armen Arbeiter- und Hafenviertel gleichen Namens entstanden, der HSV hingegen aus dem wohlsituierten Rothenbaum – da lag immer Klassenkampf in der Luft. Das ist aber nicht alles. Ein möglicher Hintergrund – Hinweise darauf habe ich im Internet gefunden – könnte ein politischer sein: Viele Anhänger des Hamburger Kiez-Vereins St. Pauli, die in den 80er Jahren den braun-weißen Club für sich entdeckt haben, waren ursprünglich HSV-Fans, die von den überhand nehmenden rechten Hooligans am Volkspark vertrieben worden sind.

Wie dem auch sei: Die St. Pauli-Fans wollten mit ihrer Aktion wohl signalisieren, dass der HSV zum Establishment gehört. Und was man davon hält, dafür ist der Fanschal auf einer Toilettenrolle wohl das richtige Symbol!