Jämmerlich: Gegen den Absteiger zu Hause verloren

Ganz sicher war ich mir heute, dass die Spielvereinigung gegen den schon feststehenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC nicht verlieren wird. Übermütig hatte ich mit einem 4:0-Sieg gerechnet. Von wegen! In der 89. Minute trafen die Karlsruher durch Rolim Yann ins Tor von Balazs Megyeri, und so hat das Kleeblatt mit der ersten Heimniederlage unter Coach Janos Radocki (Foto) die Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu klettern, aus eigener Dummheit vergeigt.

Mit vielen Ausfällen musste Trainer Radoki heute seine Mannschaft zusammenflicken, die Youngster Daniel Steininger, Christian Derflinger, David Raum und Patrick Sontheimer waren z.T. in der Startelf und machten keine so schlechte Figur. Trotzdem verging eine halbe Stunde, bis die Kleeblätter durch Steininger (31./35./44.) und Gießelmann (39.) vielversprechende Möglichkeiten hatten. Aber Qualität auf dem Fußballplatz zeichnet sich vor allem durch Abschlüsse, sprich: Tore aus. Und davon war heute im Ronhof nichts zu sehen.

In den zweiten 45 Minuten vereitelte Fürths Keeper Megyeri Chancen des KSC, auf der Fürther Seite versuchten der eingewechselte Mathis Bolly (63./69.), der heute glücklose Serdar Dursun (64.) und Marcel Franke (67.), Möglichkeiten in einen Treffer und drei Punkte umzumünzen. Es klappte in einer niveauarmen Partie einfach nicht! Seelisch hatte ich mich (wie vermutlich die meisten der knapp 8300 Zuschauer) schon auf ein Unentschieden eingestellt, als es dann in der 89. Minute doch passiert: Dem Brasilianer Rolim Yann gelingt es, sich an der rechten Strafraumkante gegen drei Fürther durchzusetzen, er zieht ins Zentrum und schießt aus 16 Metern mit dem linken Fuß aufs Fürther Tor. Megyeri muss konsterniert mit ansehen, wie der Ball vom Innenpfosten in die Maschen geht. Mit diesem Treffer fährt der KSC nach acht sieglosen Spielen in Serie wieder einmal drei Punkte ein, die ihm allerdings nichts mehr nützen. Der Abstieg ist beschlossene Sache.
Am nächsten Sonntag, 14. Mai, fährt die Spielvereinigung nach Hamburg und wird im vorletzten Saisonspiel auf St. Pauli treffen. Ob das Kleeblatt dort gewinnen und dann auf den fünften Tabellenplatz kommen kann, hängt von einigen Faktoren ab: Der 1. FC Nürnberg darf zeitgleich nicht gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und Dynamo Dresden muss gegen den heutigen Sieger, den Karlsruher SC, verlieren. Es wird also total spannend!!!

Da hilft auch keine weiß-grüne Ente

Im Winterurlaub das DFB-Achtelfinale im Ronhof zu verpassen, ist schade. Aber als kleiner Glücksbringer ist eine SpVgg-Ente mit dabei (Foto). Wenn ein Spiel allerdings so verläuft wie gestern Abend die Begegnung der Spielvereinigung gegen den Erstligisten Borussia Mönchengladbach, dann kann man die Abwesenheit als engagierte Greuther-Weiber verkraften.

Aufgrund des glücklichen 4:1-Sieges vergangenen Freitag in der Zweiten Liga gegen Hannover 96 hatten wir dem Kleeblatt sogar gute Außenseiterchancen eingeräumt. Aber nach dem 1:0 der Borussen durch Oscar Wendt in der 12. Minute war man schon leicht ernüchtert. Die Rote Karte für die Fürther Neuerwerbung Adam Pinter sechs Minuten später wegen groben Foulspiels hatte natürlich den Platzverweis zur Folge. Damit war für den fränkischen Underdog schnell klar, dass er nur mehr wenig Chancen hatte, den Erstligisten aus dem Pokal zu katapultieren. Das zweite Tor von Borussia Mönchengladbach ließ dann nicht lange auf sich warten (Thorgan Hazard in der 36. Minute).

Motiviert und gestärkt kamen die Kleeblätter nach der Pause zurück auf den Platz. Eine gute Möglichkeit durch Robert Zulj und Sercan Sararer 20 Minuten vor Spielende landete leider im Außennetz.

Schon am kommenden Freitag, 10. Februar, gastiert die Spielvereinigung bei Erzgebirge Aue. Hoffentlich hat die Mannschaft um Trainer Janosch Radoki bis dann das verlorene DFB-Pokalspiel abgehakt.

Kiez-Kicker unterschätzt – und prompt 0:2 verloren!

SpVgg Greuther Fürth - FC St. PauliIch mag den FC St. Pauli, wirklich. Aber dass die Spielvereinigung heute das letzte Heimspiel dieses Jahres mit 0:2 verloren hat, das war absolut unnötig und fahrlässig. Die erste gute Chance hatte Mathis Bolly schon gleich zu Beginn des Spiels, er konnte sie nicht verwerten und man hoffte auf mehr. Und was den 10. 000 Zuschauern im Fürther Ronhof dann vom Kleeblatt geboten wurde, war mehr als dürftig.

Eigentlich hätte der Hamburger Kiezclub ja ein machbarer Gegner sein müssen. Er lag mit (zu Anfang der heutigen Begegnung) sieben Punkten am Tabellenende, was für Fürth mit dem neuen Trainer Janis Radoki ein gefundes Fressen hätte sein müssen. Vielleicht hat man es sich zu leicht gemacht? Die Passquote (zugegeben auf beiden Seiten) war verheerend. Vom Kleeblatt ging keine ernsthafte Gefahr aus, ab und zu flackerte mal etwas wie Ehrgeiz auf. Allerdings nur schwach. Aber die Mannschaft, die zum Großteil im gegnerischen Strafraum agierte, waren die Hamburger. Wobei sie fußballerisch Nachteile hatten, zum Beispiel aufgrund ihrer Körpergröße in Kopfballduellen.

Aber es kam, wie es sich angedeutet hatte: In der 64. Spielminute machen die Hamburger dem Drama ein Ende. Waldemar Sobota gibt im Strafraum den Ball zurück auf Aziz Bouhaddouz, der schießt, Veton Berisha versucht sein Bestes und blockt. Aber Bouhaddouz ergattert den Ball ein zweites Mal und trifft ins linke untere Eck. Die Gästeecke jubelt, man ist komplett aus dem Häuschen.
Doch nicht mal nach dem Rückstand kamen die Fürther richtig in die Puschen. Coach Radoki nahm offensive Einwechslungen vor, um den Rückstand zu egalisieren oder sogar noch einen Sieg rauszuholen. Ohne Erfolg! Im Gegenteil: Auf einen Freistoß fürs Kleeblatt in der Nachspielzeit reagiert St. Pauli raffiniert mit einem Konter. Cenk Sahin marschiert alleine auf Khaled Narey zu (Foto), nimmt das Tempo raus, umläuft ihn, bekommt den Ball zurück und macht mit einem eleganten Lupfer über den Kleeblatt-Torwart Balasz Megyeri hinweg das 2:0 für St. Pauli.

Wie gesagt: Ich gönne den Kiez-Kickern den ersten Auswärtserfolg nach langer Zeit, damit endete eine Serie von elf Spielen ohne Dreier. Aber für Janos Radoki war es im dritten Spiel die erste Niederlage. Und mein Fazit: Das Kleeblatt machte es sich heute ehrlich gesagt zu leicht und erkannte nicht, dass auch ein Tabellenletzter imstande ist, alle Reserven zu mobilisieren. Der FC St. Pauli kämpfte heute wie ein verletztes Tier ums Überleben in der Zweiten Liga. Die Mannschaft, Trainer Ewald Lienen und die Fans feiern heute bis zum Umfallen!

Jetzt wird die Luft dünn fürs Kleeblatt

Ich neige im Allgemeinen nicht dazu, niedergeschlagen zu sein. Bis auf wenige Ausnahmen und Anlässe vielleicht. Aber heute macht mich die 0:1-Niederlage der Spielvereinigung im heimischen Ronhof gegen den FC Kaiserslautern traurig – und auch ein wenig wütend. Nach dem glücklichen 2:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den Erstligisten Mainz 05 am letzten Mittwoch hatte die angeknackste Stimmung der Kleeblattfans einen echten postiven Schub bekommen. „Na also, es geht doch“, sagten sich viele nach dem Einzug ins Achtelfinale. Und freuen sich auf die nächste Runde im DFB-Pokal, das Heimspiel im Februar 2017 gegen Borussia Mönchengladbach.

Aber heute war jeder Optimismus wieder dahin. Da verhalf das Kleeblatt der aktuell angeschlagenen Mannschaft aus Kaiserslautern zum ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Im Gegenzug verloren die Fürther zum vierten Mal in Folge ohne eigenes Tor. Die Krise spitzt sich zu, der Verein rangiert nach elf Spielen mit nur elf Punkten auf dem 15. Tabellenplatz der Zweiten Liga. Lediglich einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt.

Woran es heute wieder lag? Aus meiner Sicht waren die verzweifelten Bemühungen der SpVgg, nach dem Tor von Osawe in der 51. Minute wieder ins Spiel zu kommen, symptomatisch. Das Kleeblatt machte durchaus Druck und versuchte, sich gegen die Roten Teufel zu behaupten. Zuerst vergaben Veton Berisha (55.) und Robert Zulj (57.) zwei gute Chancen für einen Ausgleich. Nichts war’s. Und dann vergeigte Sebastian Freis wenige Minuten später Supermöglichkeit Nummer drei: Er wurde freigespielt, lief beherzt mit dem Ball auf Gästekeeper Julian Pollersbeck zu, dann verließ ihn der Mut, er traute sich den Abschluss offenbar nicht zu und gab an Zulj ab. Ein verhängnisvoller Fehler, weil der Lauterer Koch schneller war…
So endete die Partie vor knapp 8500 Zuschauern mit einer Heimniederlage. Die – so hoffe ich inständig – Trainer Stefan Ruthenbeck nicht den Kopf kosten wird. Denn mal ganz ehrlich: Am Mittwoch war nach dem Sieg im Pokalspiel die Welt wieder ein wenig gerade gerückt. Auch wenn heute wieder alles dunkelgrau scheint: Würde eine Trainerentlassung zum jetztigen Zeitpunkt wirklich nachhaltig etwas ändern?

Weiß-Grüner Frust trotz Goldenen Oktobers

allgaeu_kleeblattEine starke bakteriellle Erkältung war Schuld, dass ich später zu einem kurzen Wanderurlaub ins Allgäu fahren und dadurch das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nur aus der Ferne verfolgen konnte. Ich habe mir das schön vorgestellt: Ich erfahre nach dem Spiel von einem Sieg des Kleeblatts, der nach einigen Schlappen wieder unbedingt nötig gewesen wäre. Leider kam es anders als erhofft. Die Spielvereinigung verlor im Ronhof mit 0:2 und hat ähnlich schnell (14. und 18. Minute) wie einige Tage vorher die Nordirische Nationalmannschaft (13. und 17. Minute) in der WM-Qualifikation gegen Deutschland gleich in der ersten Viertelstunde beide Gegentreffer eingefangen. Das kann einem wirklich den schönsten Urlaub verderben, wie dieses Foto dokumentiert: Ich sitze bei herrlichstem Goldenem Oktober unter „himmlischer Aufsicht“ im Allgäu auf einer idyllischen Bank und könnte Sonnenschein und Wärme genießen. Trotzdem bin ich frustriert von der aktuellen sportlichen Leistung des Kleeblatts.

Die Fakten sind ja alle bekannt. Sei es die Zurückhaltung von Präsident Helmut Hack bei der Investition in neue, gute Spieler. Oder das Verletzungspech von Jurgen Gjasula, der Unfall von Stürmer Ilir Azemi, der zwar nach und nach wieder fit wird, aber noch weit weg davon entfernt ist, dass man ihn 90 Minuten einsetzen könnte. Der Fürther Angriff schwächelt, die Kleeblatt-Abwehr hat gute und schlechte Tage. Es fehlen insgesamt Mut und die Konsequenz beim Abschluss begonnener Aktionen im Mittelfeld. Und der Mann im Tor – egal, wie er heißt – hat viel damit zu tun, die Angriffe der Gegner zu parieren. Insgesamt fehlt der Biss, und der elfte Tabellenplatz und nur elf Punkte nach neun Spielen sprechen Bände.

Schade. Auf der Rückfahrt habe ich dann noch im Radio gehört, dass der 1. FC Nürnberg offenbar gerade einen Lauf hat und das Spiel gegen den Karslruher SC mit 3:0 gewonnen hat. Keine guten Tage für Kleeblattfans! – Am kommenden Sonntag, 23. Oktober, ist das Kleeblatt ab 13.30 Uhr beim Spitzenreiter der Zweiten Liga – Eintracht Braunschweig – zu Gast. Für die Moral der Fans wären Tore und ein Sieg der Spielvereinigung dringend angesagt. Ein Vorhaben, das gegen den Tabellenführer allerdings schwer umzusetzen sein wird. Trotzdem: Bitte warm anziehen und endlich mal wieder einen Erfolg einfahren!

Das Kleeblatt geht gegen Liga-Neuling Würzburg baden

SpVgg Greuther Fürth - Würzburger Kickers„Frankenderby“, darunter verstand man bislang immer Fußballspiele zwischen Fürth und Nürnberg. Seit dieser Spielzeit müssen wir umdenken. Denn jetzt kommen die Partien gegen den Liga-Neuling, die aus der 3. Liga aufgestiegenen Würzburger Kickers, hinzu. Und das erste Frankenderby der Saison 2016/17 haben die Newcomer aus Unterfranken mit 3:0 im Ronhof gegen das Kleeblatt für sich entschieden – ihre Fans jubelten zu Recht (Foto). Ein rabenschwarzer Tag für Fürth!

„Hurra, hurra, die Würzburger sind da!“, mit diesem Schlachtruf zogen die Fans des FWK am späten Nachmittag vom Fürther Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Ronhof. Da ernteten sie noch so manch herablassendes Lächeln bei den Fürthern. Doch was die Kickers dann im Sportpark zeigen sollten, war von Anfang an durchdacht und überzeugend – leider, muss man aus Kleeblatt-Sicht sagen. Schon in der 11. Minute gelang David Pisot das Führungstor. Er konnte damit den ersten ernst zu nehmenden Angriff der Gäste effektiv umsetzen. Und in der zweiten Halbzeit (79. Minute) noch einen zweiten Treffer im Fürther Kasten versenken, nachdem Rama äußerst clever einen Eckball für die Würzburger herausgeholt hatte. Ausgerechnet Tobias Schröck – der Namensvetter des früheren Fürther Publikums-Lieblings – erhöhte in der 84. Minute auf 3:0.

Für das Kleeblatt war es heute natürlich eine mehr als schwierige Aufgabe, denn Trainer Stefan Ruthenbeck musste auf seine routiniertesten und erfolgreichsten Spieler verzichten. Gleich fünf Mann fehlten: Robert Zulj wurde aufgrund einer Tätlichkeit in der Partie gegen Fortuna Düsseldorf nachträglich für drei Spiele gesperrt, außerdem sind Sercan Sararer, Jurgen Gjasula, Veton Berisha und Mathis Bolly verletzt. So kamen junge Spieler wie Benedikt Kirsch, Daniel Steininger und George Davies zum Zuge. Aber die schafften es einfach nicht, das kluge Würzburger System zu knacken. Obwohl die SpVgg in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz als die Würzbuger vorzuweisen hatte – in ein Tor konnte sie diese Leistung nicht ummünzen. Da nützte es auch nichts, dass Ruthenbeck in der zweiten Spielhälfte Serdar Dursun für Nicolai Rapp und Ilir Azemi für Benedikt Kirsch einwechselte und mit zwei Stürmern in der Spitze operierte. Der Auftritt der Unterfranken wirkte insgesamt routinierter als der der Gastgeber, die eigentlich die Routiniers hätten sein müssen.

So bleibt für Kleeblatt-Fans heute nur ein schwacher Trost: Der Club aus der Ost-Vorstadt hat in Bochum eine 4:5-Niederlage eingesteckt und belegt damit – zumindest vorläufig – den letzten Platz in der Tabelle der 2. Bundesliga. Und der FCN ist ja bekanntlich unser nächster Gegner, und zwar schon am kommenden Dienstag, 20. September. Da kommt es dann zum „echten“ Frankenderby, in dem unser Kleeblatt hoffentlich erfolgreicher sein wird als im heutigen Derby zwischen Mittel- und Unterfranken.

0:2 – Ein Spiel zum Vergessen

SpVgg Greuther Fürth - FC HeidenheimDas war  heute nicht der Tag der beiden fränkischen Zweitliga-Mannschaften: Der 1. FC Nürnberg verlor auswärts gegen Eintracht Braunschweig mit 1:3. Und die Spielvereinigung  musste sich nach der 4:2-Klatsche bei Arminia Bielefeld heute mit einem 0:2 im heimischen Sportpark Ronhof geschlagen geben.
Das erste Tor des Aufsteigers 2014/15 1. FC Heidenheim fiel schon in der 6. Minute. Kapitän Marc Schnatterer, der zu einem der besten Akteure des Spieles werden sollte, hatte praktisch Narrenfreiheit. So war er auch der Initiator der frühen Führung: Nach einer pfeilgenauen Schnatterer-Flanke von rechts wirkte der Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz wie ein aufgeschrecktes Huhn im Fünfmeterraum. Und Sebastian Heidinger stand auf der Leitung, so dass Robert Leipertz aus geringer Entfernung locker zum 0:1 für die Gäste einköpfte.
Trotz einiger mittelguter Chancen hatte das Kleeblatt heute Glück, dass auch die Heidenheimer nur mit Wasser kochten. Keine der beiden Mannschaften zeigte echte fußballerische Qualitäten im Abschluss. Der nach seiner Sperre (vier Spiele) heute wieder eingesetzte Jurgen Gjasula war aus dem Mittelfeld als Stratege unterwegs. Er gab dem Fürther Angriff ab und zu Drive, aber ohne Erfolg. Vielmehr machte das Team aus Heidenheim das zweite Tor: Nach einem Freistoß in der 57. Minute flog der Ball ans linke Fünfereck, Denis Thomalla war schneller als Heidinger (schon wieder!) und köpfte anschließend ein.
Was ist seit zwei Spielen mit dem Kleeblatt eigentlich los? Die Defensive um Marco Caligiuri glänzt durch Phlegma und wenig Initiative. Da stehen mehrere Kleeblattspieler im eigenen Strafraum, die Gegner schießen sich seelenruhig Pässe zu und bauen ihren Angriff auf. Da wird nicht interveniert, man geht nicht dazwischen. Pressing scheint für die Spielvereinigung zum Fremdwort geworden zu sein. Und dann schimpft ein manchmal überforderter Sebastian Mielitz wie in Rohrspatz mit seinen Kollegen, für deren Laschheit er die Kohlen aus dem Feuer holen muss. Und dann eben auch nicht immer alles halten kann.
Der Angriff mit Robert Zulj und Jurgen Gjasula ließ heute szenenweise erahnen, was die zwei drauf haben. Hoffentlich legen sich die beiden nicht nur deshalb so ins Zeug, weil sie im Hinblick auf einen Vereinswechsel mit guten Leistungen glänzen wollen. Aber wer könnte ihnen das verdenken?
Die Spielvereinigung rangiert zwei Spiele vor Saisonende auf dem zehnten Tabellenplatz. Mit Tendenz nach unten? Die beiden letzten Begegnungen – am 8. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern und am 15. Mai zu Hause gegen Sandhausen – wird das Kleeblatt wohl noch hinter sich bringen. Die Fans im Ronhof waren so positiv bei bestem Wetter in die Partie gestartet (Foto: Fankurve mit Spielball vor dem Anpfiff), aber dann pfiffen sie die Spieler gnadenlos aus. Trainer Stefan Ruthenbeck hat in dieser Spielzeit gute Arbeit geleistet und zwischenzeitlich zeigte das Kleeblatt auch, was es alles kann. Aber die letzten beiden Spiele waren – einfach zum Vergessen!

Ganz und gar kein Wiederauftakt nach Maß

Fürth gegen PauliFürth gegen Pauli, das ist ein Klassiker, der traditionell einiges an Brisanz und Spannung verspricht. Man muss sich da nur das Hinspiel aus dem August 2015 zu Gemüte führen: 2:3 endete die wirklich sehenswerte Partie damals aus Sicht der Fürther, denkbar knapp also und Fürths Trainer Ruthenbeck war von der spielerischen Leistung seines Teams auch durchaus angetan. Vielmehr ärgerte sich Ruthenbeck hinterher heftigst darüber, dass offensiver Fußball in der Zweiten Liga (Ruthenbeck nannte sie damals sogar „Scheiß-Liga“) einfach nicht belohnt werde. Jetzt, zum Wiederauftakt nach der Winterpause, wollten die Fürther freilich die Chance zur Revanche nutzen und möglichst gleich mit einem Sieg ins Jahr starten.

Zumindest in den ersten 20 Minuten sah es gar nicht so schlecht aus. Immerhin wurde den Zuschauern ein gutes, intensives Spiel geboten mit leichten Vorteilen für die Gastgeber, nur eben ohne Torerfolg. Die beste Chance zur Führung hatte Berisha in der 21. Minute, sonst gab es zunächst keine deutlichen Chancen auf beiden Seiten zu verzeichnen. Nach einer halben Stunde wurden die Hamburger allerdings aktiver, ließen nicht mehr so viele Aktionen der SpVgg zu und wurden für ihre Angriffslust auch prompt belohnt. In der 34. Minute nutzte Marc Hornschuh die Konfusion im Fürther Strafraum zum 1:0 für Pauli, allerdings sah das Ganze zumindest in der Zeitlupenansicht doch verdächtig nach Abseits aus…

Nach dem Wechsel machte Pauli druckvoll weiter und hatte auch die besseren Möglichkeiten, die Führung auszubauen. In der 62. Minute gelang Waldemar Sobota schließlich das 2:0 für St. Pauli. Nach einem Ausrutscher von Gießelmann konnte der polnische Nationalspieler das Leder ungehindert am Fürther Keeper vorbei ins Tor schlenzen. Das war ganz und gar keine Glanzleistung, die die SpVgg da abgeliefert hat. Viel zu ungenau und zu harmlos agierten die Fürther – man hatte nie das Gefühl, sie könnten die Partie zu irgendeinem Zeitpunkt noch drehen.

Ganz und gar kein Wiederauftakt also nach Maß für die Fürther…

2:4 im Ronhof – Ist das Christkind ein Roter Teufel?

Das war heute eine extrem bittere Heimniederlage für die Spielvereinigung. Sie führte 67 Minuten gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 2:0. Sie hatte Oberwasser und wirkte selbstbewusst. Doch die RotenTeufel verstanden es, das Spiel komplett zu drehen, das Kleeblatt zu düpieren, und dann mit einem 4:2-Sieg vom Platz zu gehen.
Wie kann so etwas passieren? Die Ursache liegt nicht im schlechten Spiel der Fürther Mannschaft. Denn sie hat sich inzwischen unter Trainer Stefan Ruthenbeck gefestigt und ist spielsicherer geworden. Die Pässe sind wieder öfters auf den Punkt gebracht, die Spieler agieren als Team und zeigen Charakter. Aber dann – so auch heute wieder  – schwächeln sie vor dem gegnerischen Tor, beim Spielabschluss. Diesen Schuh muss sich Veton Berisha anziehen. Er und Jurgen Gjasula sahen heute nicht allzu gut aus.SpVgg Greuther Fürth - FC KaiserslauternDer 2:0 Vorsprung war Sebastian Freis zu verdanken, der mit seinem sechsten und siebten Saisontor die SpVgg in Führung gebracht hatte. Doch dann – nach der Pause – wachten die Lauterer auf, sie wurden lebendiger und spielten einige Chancen raus. Dass es ausgerechnet das Ex-Kleeblatt Kacper Przybylko sein sollte, der den Anschlusstreffer machte, das war für die SpVgg ein Dämpfer. Doch damit nicht genug: In der 81. Minute traf der Rote Teufel Tim Heubach in den Kasten, den Sebastian Mielitz eigentlich sauber halten wollte. Und zwei Minuten später war es erneut Przybylko, der das Tor machte. Die 9 000 Kleeblattfans im Ronhof waren geschockt. Aber sie hofften noch auf einen 3:3-Ausgleich. Nein, vergebens. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit trifft Deville in den (weiß-grünen) Kasten.Und versaut allen Kleeblattanhängern den ersten Advent.

Eine echte Schlappe für die Spielvereinigung, die sich beim 2:0 zu Beginn des Spieles schon auf dem dritten Tabellenplatz wähnte. Das blieb eine Illusion. Der sechste Rang mit 24 Punkten ist Realität. Dazu kommt das bescheidene Torverhältnis.
Jetzt ist erst mal eine Woche Pause, Zeit zum Glühweintrinken und zum Reflektieren, woran es liegen könnte.Und dann könnte man auswärts gegen den SV Sandhausen gewinnen! Das wäre doch was?

SpVgg Greuther Fürth - FC Kaiserslautern

Schwache Vorstellung im Ronhof

SpVgg Greuther Fürth - FSV FrankfurtMüssen wir uns jetzt ernste Sorgen machen? Als Optimistin sage ich: nein. Als Realistin: ja. Im vierten Saisonspiel hat die SpVgg zu Hause eine Niederlage gegen den FSV Frankfurt eingefahren. Das Kleeblatt bot eine nicht gerade blamable, aber dürftige Vorstellung vor heimischem Publikum.
Eigentlich fing alles ganz relaxt und vielversprechend an: In den ersten 20 Minuten spielte das Kleeblatt beherzt, überlegt und angriffslustig und ließ auf ein gutes Spiel hoffen. Aber das Tor des Frankfurters Besar Halimi in der 27. Minute verpasste den Kleeblättern – Spielern wie Fans – einen herben Dämpfer.
Woran liegt es eigentlich? Ich sage es ganz offen: Die Mannschaft agiert uninspiriert und handelt nach Schema F. Offensive Aktionen kommen meist über die Außenflügel, die Angriffe sind nicht kreativ genug. Für den jeweiligen Gegner sind das Handeln und das spielerische Konzept der SpVgg zu leicht durchschaubar. Auch nach dem Einwechseln von Dani Kumbela und Geburtstagskind Stephan Schröck in der 60. Minute kam kaum Leben in das Team. Nur Kumbela schaffte es mit seinem unorthodoxen Spiel, ein paar Tormöglichkeiten erahnen zu lassen.
Dann die Abwehr der SpVgg: Sie ist oft zu zerfahren und abwartend, da fehlt es an konsequentem Verteidigen. Deshab erkannte auch der frisch eingewechselte Timm Golley kurz vor Spielende (88.) nach einem FSV-Einwurf und einem schwachen Moment von Benedikt Röcker, dass der Fürther Keeper Sebastian Mielitz zu weit vor dem Gehäuse stand und lupfte den Ball souverän mit dem Außenrist in die Maschen. Der 2:0-Erfolg bedeutete den ersten Saisonsieg des FSV Frankfurt.
Mein Hauptkritikpunkt ist inzwischen der Fürther Torhüter Sebastian Mielitz, dessen aufgeregte und nervöse Art einfach keine Sicherheit im Fürther Strafraum vermittelt. Ich denke zurück an Wolfgang Hesl, dem es mit seiner ruhigen Art oft gelang, Ruhe ins Spiel zu bringen. Nach meinem Geschmack ist Mielitz eines der großen Handicaps im Team der SpVgg. Unser Foto zeigt den Keeper enttäuscht nach dem Spielende.