Magyars Tor macht Kleeblattfans glücklich

Nach dem fulminanten 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli vor zwei Wochen hat das Kleeblatt letzten Samstag gegen den MSV Duisburg wieder geschwächelt. Umso wichtiger sind die drei Punkte, die es heute gegen den 1. FC Heidenheim im Ronhof einfahren konnte. 1:0 lautete das Ergebnis nach dem Abpfiff.

Im Gespräch haben mich diese Woche zwei Fußball-Greenhorns gefragt, woran es in dieser Saison bei der Spielvereinigung eigentlich hakt. Ich brachte es schnell auf den Punkt: Grundsätzlich ist das Zusammenspiel bei den Fürthern harmonisch und effektiv. Die einzelnen Spieler haben durchaus Qualitäten und sind auch motiviert. Aber die Offensive hat im gegnerischen Strafraum oft kein Durchsetzungsvermögen, zu wirklichen Abschlüssen – sprich: Toren – kommt es einfach zu selten. So ähnlich war es auch heute wieder. Die Spielvereinigung agierte mit Mut und Können, aber wo war die Chancenverwertung? Und der FC Heidenheim hatte (Gott sei Dank!) einen schlechten Tag und musste nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen (vier Siege, ein Remis) wieder mal eine Niederlage einstecken.

Schon in der sechsten Spielminute wäre es beinahe zum Kleeblatt-Tor gekommen: Jurgen Gjasula hatte sich einen Abpraller ergattert und scheiterte nur an einer starken Parade des Heidenheimer Keepers Kevin Müller. In der folgenden halben Stunde gelang den Gästen erst mal nicht viel. Als sie dann endlich Oberwasser hatten und verstärkt im Fürther Strafraum kämpften, waren es die Kleeblätter in der 28. Minute, die zu ihrem heiß ersehnten Treffer kamen: David Raums Pass und Gjasulas Abschluss wurde vom herausrennenden Müller und Timo Beermann erst mal geblockt. Doch Gjasula behielt seinen klaren Kopf, gab an Richard Magyar ab, der seinen Größenvorteil gegenüber Ronny Philp ausnutzte (Magyar ist neun Zentimeter größer) und aus fünf Metern zum 1:0 einköpfte. So lautete auch der Pausenstand.
Gut zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff hätte die SpVgg fast das 2:0 gemacht. Aber Khaled Nareys starker Lauf war nicht vom Erfolg gekrönt, und Julian Greens Kopfball scheiterte an Keeper Müller. Insgesamt bleib der heutige Angstgegner FC Heidenheim in den Zweikämpfen zu zaghaft. Echte Chancen hatten vielmehr die Kleeblätter. Aber – wie oben kritisiert – die Chancenverwertung klappte eben nur mäßig! Bis vor das gegnerische Tor spiel(t)en sie stark, bei vermeintlich todsicheren Gelegenheiten sind die Jungs aber einfach zu lax.

Am Ende reichte es heute durch den einen Treffer von Magyar (der sich nach Spielende richtig freute, Foto: Sportfoto Zink) für drei ganz wichtige Punkte. Mit insgesamt 17 Punkten nähert sich die Spielvereinigung wieder den Nicht-Abstiegsplätzen. Der SV Darmstadt 98 hat gegen Erzgebirge Aue verloren und liegt nach 17 Spielen nur einen Punkt vor dem Kleeblatt auf Tabellenrang 16. Und genau diese Darmstädter sind die Gegner der SpVgg beim letzten Heimspiel des Fußballjahrs 2017 am nächsten Sonntag, 17. Dezember. Hoffentlich kommen dann mehr Zuschauer ins Stadion als heute: Gerade mal 6965 Zuschauer waren da – ein Armutszeugnis!

4:0 – Fußball-Fest im Ronhof!

Wahrscheinlich war es besser, dass sie sich nicht fotografieren ließen, die St. Pauli-Fans, mit denen ich mich heute Mittag unterhalten habe, als sie zum Ronhof gingen. Zuerst wollten sie, dann haben sie doch einen Rückzieher gemacht. Da konnten sie ja noch nicht wissen, wie schlecht ihre Mannschaft heute aussehen würde gegen unser Kleeblatt. Sie tippten auf einen 2:0-Sieg. 2:0 – das war dann allerdings der Pausenstand. Aber nicht für St. Pauli, sondern für Fürth! Und im zweiten Durchgang haben unsere Jungs diesen Spielstand sogar noch verdoppelt. 4:0 gegen St. Pauli, beinahe wäre die Partie sogar noch 5:0 ausgegangen. Partystimmung im Ronhof!

Es hat einfach alles gepasst heute. Zwar dauerte es ein bisschen, bis Drive ins Spiel kam. Man beschnupperte sich erst mal gegenseitig und schaute, was die andere Mannschaft so macht. Doch nach 20 Minuten ist das dem Kleeblatt nicht mehr genug. Khaled Narey hat seine erste gute Chance, die nächste folgt auf dem Fuß. Dann ist es jedoch Maxi Wittek, dem mit dem 1:0 (33. Minute) sein zweiter Saisontreffer gelingt. Schon danach lässt St. Pauli den Kopf hängen und Fürth viel zu aktiv agieren. David Raum wittert seine Chance und hebt den Ball zunächst übers Tor, kurz danach aber trifft er ins linke Eck: 2:0 – eine komfortable Situation zur Pause. Wenn man sich nicht so dumm anstellt wie der 1. FCN letzte Woche gegen Kiel, ist das schon die halbe Miete. Aber Fürth ist ja Gott sei Dank nicht der Club und folglich auch kein Depp.

Rechtzeitig zum Beginn der zweiten Halbzeit scheint die Sonne über dem Laubenweg – ein gutes Omen. Fürth spielt sofort nach dem Anpfiff aggressiver als die Gäste. Und dann macht Khaled Narey aus dem Fast-Tor im ersten Durchgang ein tatsächliches – 3:0 (72.). Julian Green, in der letzten Zeit leider immer wieder verletzt oder erkältet, kommt heute endlich zurück und wird von Minute zu Minute besser. Mit dem 4:0 belohnt sich der zierliche Stürmer selbst (79.)

Der Hamburger Kiezverein lässt sich dagegen in der zweite Runde immer mehr hängen, gibt sich zu schnell auf. Da wäre ein wenig mehr Selbstbewusstsein, wie es die rund 2000 Fans aus Hamburg (Wahnsinn, Hut ab!) mitbrachten, nötig gewesen, um eine Blamage zu vermeiden. Endlich war heute auch unser Stadion wieder einmal besser besetzt als in den vergangenen Wochen – 10.810 Besucher, das ist bei der windigen Kälte ganz anständig. Die Fanbusse (siehe mein Foto oben) waren unermüdlich im Einsatz, und das für die Anhänger beider Teams.

Schade ist nur eins: Das Kleeblatt bleibt trotz dieser Super-Leistung vorläufig auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen. Mal sehen, ob sich da morgen noch was ändert. Könnte durchaus sein, denn Dresden, das jetzt einen Platz vor Fürth rangiert, muss morgen gegen Fortuna Düsseldorf ran. Und die will sicher zurück an die Tabellenspitze.

Narey – du Retter in der Not!

Morgen ist es auf den Tag genau drei Wochen her, dass unsere Kleeblattspieler beim beliebten Fürther Kärwazug mitgemacht haben – und das war auch gut so! Der Beifall für die Profispieler hielt sich allerdings zumindest dort, wo wir das Geschehen beobachtet haben, in Grenzen. Schließlich sah es nicht gerade rosig aus für die Spielvereinigung, die sich zu diesem Zeitpunkt mit dem letzten Tabellenplatz  begnügen musste. Deshalb sind wir gern als Claqueure aktiv geworden, als die Mannschaft an uns vorbeizog. Die Leute um uns herum wunderten sich erst ein wenig, dann aber klatschten sie zumindest kurz mit. Und als wir uns den „Khaled, Khaled!“-Rufen einer Narey-Verehrerin anschlossen, da schaute der so Angefeuerte tatsächlich für ein paar Sekunden direkt zu uns herüber. Er wirkte fast ein bisschen erstaunt ob so viel Begeisterung beim sonst eher fränkisch kühl-zurückhaltenden Publikum.
Aber man muss eines sagen: Die Frau hatte recht! Khaled Narey gehört nämlich fast immer zu den Besten auf dem Platz – wenn ihm auch einige Zeit trotz guter Leistung keine Tore glücken wollten. Diese Phase hat er, mittlerweile überwunden. Auch heute ist in erster Linie ihm der Sieg gegen den SV Sandhausen zu verdanken (Narey beim Abklatschen mit den Fans, Foto: Sportfoto Zink). Denn wie schon gegen die Auer Veilchen hat Narey auch heute gegen die Kurpfälzer für das so wahnsinnig wichtige Führungstor gesorgt (28. Minute).
Wir zählen die 28. Spielminute. Narey gelingt ein Traumtor, richtig schön anzuschauen, nach hervorragendem Zuspiel von Patrick Sontheimer – auch das soll nicht verschwiegen werden. Von da an läuft es rund fürs Kleeblatt, das allerdings heute wieder keinen Schnellstart hingelegt hat und wie so oft eher zögerlich ins Spiel gekommen ist. Der Narey-Treffer liegt schon ungefähr seit zehn Minuten in der Luft, bis Khaled das Leder dann tatsächlich in den gegnerischen Kasten versenkt, und das mit Eleganz! Mit der 1:0-Führung im Rücken vergisst man sofort die unangenehm kühlen acht Grad und den nicht minder kühlen Wind, der durch den Ronhof weht, ebenso wie die sinkende Spielqualität der Partie, als es Richtung Abpfiff der ersten Halbzeit geht. weiter lesen

Endlich wieder ein Heimsieg im Ronhof!

Der Mann des Tages heißt Damir Buric. Der Fürther Coach hat mit seinen Entscheidungen vor und während der heutigen Begegnung gegen den FC Erzgebirge Aue alles richtig gemacht. Er stellte sein Team im Vergleich zur 0:3-Schlappe gegen den 1. FC Kaiserslautern wesentlich um: Für Keeper Balazs Megyeri kam Sascha Burchert, außerdem gehörten Neuzugang (und Ex-Kleeblatt) Roberto Hilbert, Manuel Torres und Serdar Dursun (für Sontheimer, Green und Hofmann) zur Startelf.
Ab Spielbeginn war die Spielvereinigung bei herrlichstem Altweibersommer konzentriert, voller Power und dominierte das Spiel. Die Gäste aus Aue taten sich schwer, agierten defensiv und hatten kaum Chancen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit wurde dann das Engagement der Spielvereinigung auch belohnt: Khaled Narey, der nach einem guten Saisonstart in den letzten Spielen immer schwächer geworden ist – bringt einen weiten Schlag von Roberto Hilbert unter seine Kontrolle, macht sich im Strafraum Platz und nimmt Tempo auf. Der Verteidiger der Veilchen kann nicht folgen, und Narey schießt von halbrechts souverän flach ins linke Eck zum 1:0 (40. Minute). Ein Bilderbuchtor, das von den Zuschauern mit lautem Jubel honoriert wird. Und mit diesem Vorsprung geht das Kleeblatt in die Halbeitpause.
Die zweiten 45 Minuten starten wieder lebhaft. Das Kleeblatt spielt jetzt mit der Sonne. Mit einem Elfmeter (nach einem Duell im Strafraum zwischen Manuel Torres und Ex-Kleeblatt Nicolai Rapp), den der Schiedsrichter allerdings nicht gibt, hätte die Mannschaft ihre 1:0-Führung eventuell erhöhen können. Schade! Roberto Hilbert mischt sich mehr ein, kommt von Minute zu Minute besser ins Spiel. Am Ende einer guten Kombination verpasst er mit einem coolen Distanzschuss nur knapp seinen Premierentreffer (68. Minute). weiter lesen

Endlich: Das Kleeblatt schießt wieder Tore!

Mit guten Freunden zu einem Fußballspiel in den Ronhof zu gehen, das macht ganz besonderen Spaß. Vor allem, wenn ein Spiel so sehenswert und hochklassig ist wie die Begegnung zwischen der Spielvereinigung und Fortuna Düsseldorf. Unsere beiden Begleiter sind langjährige Kleeblattfans, gehen aber nur selten zu den Spielen ins Stadion. Zur Einstimmung gehört als „Fanfudder“ eine Bratwurstsemmel einfach dazu. Auf unseren Plätzen dann der Blick von der Gegengeraden auf die neuerbaute Haupttribüne, noch dazu in herrlichem Sonnenschein! Und was hatten unsere Freunde für die Partie Fürth gegen Düsseldorf getippt? Einer hatte einen 2:0-Sieg der Fortunen vorhergesagt, der andere optimistisch auf einen 3:1-Sieg der SpVgg gesetzt.
Von Beginn an war das Spiel spannend und intensiv, das Tempo hoch, und man spürte beim Kleeblatt den unbändigen Willen, mit dem neuen Trainer Damir Buric einen sportlichen Neustart hinzulegen. Überraschend die ersten Akzente der Fürther mit Standards und Distanzschüssen: Serdar Dursun (16.), Tolcay Cigerci (22.) und Julian Green (26., 27.). Nach 35 Minuten ist es schließlich so weit: Über Khaled Narey, Patrick Sontheimer und Tolcay Cigerci setzt sich Dursun gegen André Hoffmann durch und macht das erste Tor. Jubel im Ronhof! Düsseldorf bis zu diesem Zeitpunkt seltsam zurückhaltend. Kurz nach dem Führungstreffer scheitern Sontheimer (39.) und Narey (40.) am Düsseldorfer Keeper Raphael Wolf. Cigerci flankt in der 44. Minute punktgenau vors gegnerische Tor zu Marco Caligiuri, dem mit einem tollen Kopfball das 2:0 gelingt. Der Kleeblatt-Kapitän der letzten Jahre freut sich riesig, der letzte Zweitliga-Treffer des 33-Jährigen liegt fast elf Jahre zurück (20. Oktober 2006 im Trikot des MSV Duisburg, und zwar ausgerechnet beim 5:3 gegen Fürth im Ronhof ). weiter lesen

Mit der Leistung besiegt man auch Tabellenführer

Seitdem ich mein neues Kleeblatt-Hoodie an den Tagen anziehe, wenn das Kleeblatt spielt, ist die Spielvereinigung eindeutig auf der Gewinnerstraße. Meine Schwester schlug vor, es einfach mal drauf ankommen zu lassen, und das gute Stück bei einem wichtigen Spiel nicht anzuziehen, um zu sehen, was passiert. Aber ich kann mich beherrschen.

Also, nach der heutigen Leistung muss ich der Mannschaft wirklich mein Kompliment ausdrücken. Gegen den Spitzenreiter VfB Stuttgart zu Hause anzutreten, ist keine einfache Sache. Ihn zu besiegen, das ist toll! Von Beginn des Spieles an war das Kleeblatt selbstbewusst, mutig und dominierte das Geschehen im Ronhof. Dass ausgerechnet Veton Berisha, der in den vergangenen Wochen und Monaten keine überzeugenden Leistungen geboten hatte, und dem das Glück einfach nicht hold war, das 1:0 machte, freut mich besonders. In der neunten Minute zog der Norweger forsch aus 30 Metern Distanz ab. Sein Aufsetzer schlug im rechten Eck von Stuttgarts Keeper Mitchell Langerak ein. Die frühe Führung verlieh den Gastgebern Motivation, die Fans im mit knapp 12 700 Zuschauern ganz gut besetzten Stadion waren begeistert. Auch im weiteren Spielverlauf zeigten die Fürther wenig Respekt vor dem Zweitliga-Spitzenreiter und spielten munter nach vorne. Adam Pinter (15., 36., 41.) und wiederum Berisha (17.) hätten die Führung ausbauen können. Die schwäbischen Bundesliga-Absteiger waren heute insgesamt wenig kreativ und vom schnellen Fürther Führungstor und deren Überlegenheit wohl überrumpelt und frustriert.
Nach einer superschönen Chance von Serdar Dursun kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit – und einer weiteren eine Viertelstunde später – schaltete die SpVgg einen Gang zurück, was dem VfB einen besseren Stand ermöglichte. Aber dank Keeper Balász Megyeri und einer kompakten Abwehr kamen die Stuttgarter nicht zum Anschlusstreffer. Sie versuchten zwar in der Schlussphase, verstärkt Druck zu machen und drängten das Kleeblatt immer weiter zurück, ein wahres Ballgewitter prasselte auf das Kleeblatt nieder. Aber die Weiß-Grünen zeigten Stärke und boten dem VfB Paroli. Es blieb beim 1:0.
Die Spielvereinigung ist also seit sieben (!) Spielen ungeschlagen und rangiert jetzt auf dem sechsten Tabellenplatz. Und mein Hoodie, klar, das werde ich auch beim nächsten Spiel am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim wieder tragen.

Sieg Nummer 400 in der Zweiten Liga!

Also, am Anfang war das schon eine Enttäuschung: Da kommt man extra frühzeitig aus einem wunderbaren Langlauf-Urlaub zurück, um das Heimspiel des Kleeblatts gegen Fortuna Düsseldorf nicht zu verpassen – und was kriegt man geboten? Eine erste Halbzeit zum Gähnen, in der sich nach dem schwachen Auftritt in Aue schon die nächste Fürther Nullnummer ankündigte. Nichts wirklich Erwähnenswertes auf beiden Seiten, schlechtes Zuspiel, unkonzentrierte Aktionen. Doch wie aus dem Nichts gelingt Robert Zulj in der 41. Minute das Führungstor für die Spielvereinigung, nachdem sich die Düsseldorfer Abwehr um die falschen Kleeblattspieler gekümmert hat und der Ball direkt vor den Füßen von Zulj gelandet ist. Da lässt sich Zulj natürlich nicht zweimal bitten und sagt auf seine typische Art „danke“! 1:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff – strategisch nicht schlecht!

Seitenwechsel nach der Pause, und man fragte sich, was der Düsseldorfer Coach Friedhelm Funkel in der Kabine mit seiner Elf gemacht hatte. Denn die Fortuna schien wie verwandelt und startete fulminant in die zweite Spielhälfte. Ganz schnell hätte es da zum Ausgleich kommen können, wenn nicht sogar zum 2:1 für die Gäste. Die drehen immer mehr auf, setzen das Kleeblatt unter Druck. Fürth kann sich zunächst nur mit einer härteren Gangart – sprich: unerlaubten Aktionen – dagegen zur Wehr setzen. Vor allem Patrick Sontheimer erlaubt sich zu viel und sieht nach einem Foul an Kevin Akpoguma prompt die Gelbe Karte. Trainer Janos Radoki reagiert richtig und nimmt den jungen Spieler schnell vom Platz, bevor noch mehr Unheil passiert. Adam Pinter wird für Sontheimer eingewechselt (53. Minute), er kann aber heute kaum für Aufsehen sorgen. Auch Serdar Dursun fällt nichts Besseres ein, als gegen den gefährlichen Akpoguma den Ellbogen auszufahren – zu Recht gibt es für ihn ebenfalls Gelb. Immerhin: Die Partie ist jetzt richtig spannend, und der Druck durch die Fortuna wird immer stärker – dass den Gästen nach wie vor kein Gegentor gelingt, grenzt fast an ein Wunder.

Aber man braucht manchmal halt auch ein Quäntchen Glück im Fußball. Heute ist es eben der Spielvereinigung hold, bei der inzwischen Veton Berisha für Mathis Bolly ins Spiel gekommen ist (65.). Die Fortuna hat dagegen weniger Fortune, obwohl Trainer Funkel alles riskiert und zum dritten Mal wechselt – weiterhin ohne Erfolg. Im Gegenteil, die Rheinländer lassen in den letzten 20 Minuten der Partie deutlich nach, sehr zur Erleichterung der Gastgeber. Die drehen sogar noch mal richtig auf: In der 85. Minute gelingt Zulj fast das 2:0, aber eben nur fast. Kurz danach verletzt er sich durch einen unglücklichen Aufprall auf dem Boden, für ihn kommt in der bereits angebrochenen Nachspielzeit Sercan Sararer (90.). Die letzten Minuten werden noch einmal zur Zitterpartie – kann das Kleeblatt die knappe Führung über die Zeit bringen oder nicht?

Es kann, obwohl Schiedsrichter Patrick Alt nach den angesagten drei Minuten Nachspielzeit immer noch nicht Schluss machen will. Endlich – er schaut auf die Uhr und greift zur Pfeife! Gott sei Dank! Das Kleeblatt fährt mit diesem 1:0 übrigens einen historischen Sieg ein: Es ist der 400. in der Zweiten Bundesliga. Jede Menge Anlass zum Feiern also im Ronhof. Und dann am kommenden Freitag mit neuer Kraft und Selbstbewusstsein gegen die Würzburger Kickers antreten, die heute ihre lange 1:0-Führung nicht halten konnten und in Bochum am Ende noch mit 1:2 unterlagen. Und nach dem „kleinen Frankenderby“ folgt ja dann am 5. März das große, wenn der Club im Ronhof auflaufen muss.

4:1 gegen den Angstgegner Hannover 96!

Wer heute Abend nicht in der Fürther Gustavstraße feiert, ist selber schuld. Die Spielvereinigung hat – und das kann ich hier mal offen sagen – völlig überraschend zu Hause den Tabellenführer Hannover 96 mit 4: 1 besiegt. Was heißt besiegt? In Grund und Boden gespielt. Nach 21 Minuten stand es schon 2:0 durch Tore von Serdan Dursun und Marcel Franke. Das mit nur knapp 8500 Zuschauern besetzte Stadion (ein Armutszeugnis!) tobte auf der Fürther Seite – die gut 1000 Hannoveraner Gäste waren geschockt. Das Kleeblatt zeigte heute Kampfgeist, war sowohl in der Defensive als auch im Angriff überzeugend.  Da hatten auch die beiden Ex-Fürther Edgar Prib und Felix Klaus keine kreativen Ideen.
Doch direkt nach der Pause holten die Hannoveraner zum Gegenschlag aus, Artur Sobiech traf unvermittelt ins Tor von Balasz Megyeri. Aber Schiedsrichter Robert Kempter erkannte auf Abseits. Eine zweifelhafte Entscheidung. Noch bitterer sollte es für die Gäste dann wenige Minuten später kommen: Kenan Karaman leitete einen Pass von Salif Sané zu Sobiech, der kam im Strafraum im Zweikampf mit Fürths Kapitän Marco Caligiuri zu Fall. Elfmeter? Nein, Kempter entschied erneut gegen Hannover. Das war totales Glück fürs Kleeblatt, weil Caligiuri Sobiech eindeutig am Fuß berührt hatte. – Zwei Entscheidungen gegen Hannover 96, die, wenn sie anders gefällt worden wären, den gesamten Spielverlauf hätten auf den Kopf stellen können. So hatte das Kleeblatt, das wirklich eine tolle Leistung brachte, Oberwasser und trumpfte auf.

Robert Zulj schießt in der 64. Minute die Kugel in den Lauf von Khaled Narey, der schnell ist. Der gibt quer auf Dursun ab, der aus kurzer Distanz den Ball ins Tor schiebt. 3:0! Und es kommt noch besser: Veton Berisha läuft mehr oder minder alleine mit dem Ball in Richtung Tor, dreht sich nach rechts, nach links und realisiert: „Das Ding muss ich alleine machen.“ Und so ist es: Er schießt elegant ins lange Eck und lässt die Kleeblattfans über ein lange nicht mehr erlebtes 4:0 jubeln. Dass den Gästen dann kurz vor Spielende noch der Ehrentreffer gelang, ist ihnen zu gönnen.

Ich hatte auf ein 2:1 getippt, Insider zweifelten an meinem Realitätssinn. Aber mit einem 4:1-Heimsieg der SpVgg hat wohl keiner gerechnet. Labsal für die Seele strapazierter Kleeblattanhänger! Und der Drei-Punkte-Gewinn verhilft dem Kleeblatt (24 Punkte) zum Anschluss an das Tabellenmittelfeld. Unser Foto zeigt deutlich, wie sich die drei Torschützen über ihren Erfolg freuen.
Wenn die Glückssträhne anhält, können wir am Dienstag im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach vielleicht auch eine Überraschung erleben!

Heimsieg in allerletzter Minute

tripic_radokiIn der allerletzten Spielminute traf der eingewechselte Joker Zlatko Tripic ins Bielefelder Tor und machte den Einstand des neuen Fürther Trainers Janos Radoki zum Erfolg.
„Schau´mer uns des Drama an“, brummelte mein Nachbar im Ronhof kurz vor dem Anpfiff und brachte das auf den Punkt, was sich viele Kleeblattfans insgeheim dachten: Was wird die Entlassung von Stefan Ruthenbeck nützen, den Janos  Radoki beerbt hat? Wird die Mannschaft aufgerüttelt, und begreift sie endlich, worum es geht? Nur 7305 Zuschauer waren im Stadion, wobei es keine Ausreden wegen starker Kälte oder schlechten Wetters gab. Ich hätte mehr erwartet, denn man durfte gespannt sein, was Radoki in nur vier Tagen auf die Beine gestellt hatte, und ob das, was er angekündigt hatte – mehr Aggressivität und Pressing -, so schnell umgesetzt werden konnte.
Kurz gesagt: nein. Und das kann man nach vier Tagen auch nicht erwarten. Aber immerhin gelang es der Spielvereinigung nach einer halben Stunde, das Führungstor zu machen. Nach der Hereingabe von Djokovic landet ein abgefälschter Franke-Kopfball am Bielefelder Pfosten, der Fürther Innenverteidiger kommt nochmal an den Ball und gibt ihn an Nicolai Rapp, der mit Schmackes  ins Tor von Ex-Kleeblatt Wolfgang Hesl schießt. Ein erster Treffer, der auf mehr hoffen lässt.

Nach der Halbzeitpause – und damit früher, als es Ruthenbecks Konzept war – nahm der neue Trainer einen Spielerwechsel vor: Serdar Dursun kam für Ante Vukusic. Oft geht ja ein Ruck durch das Team, wenn Dursun auf den Platz kommt. Aber diesmal wirkte das Kleeblatt weiter eher gedämpft und passiv. Echte Torchancen gab es wenige. Und Arminias Keeper Hesl war – wie auch zu seinen Fürther Zeiten – oft vorne im 16-Meter-Raum, weit entfernt vom Tor und harrte der Dinge, die noch kommen sollten. Was da kam, hatte dann allerdings eher mit dem Schlussmann des Kleeblatts zu tun: Unglücklich spitzelt des 1:0-Tores Nicolai Rapp den Ball in der 77. Minute, nach der Hereingabe von Görlitz, mit dem linken Fuß zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor – Balasz Megyeri chancenlos!

Dann ging es weiter wie so oft in letzter Zeit. Die Zuschauer ärgern sich, dass die Ausbeute für die Spielvereinigung wohl wieder nicht mehr als einen Punkt betragen wird. Diesmal mussten die Fürther gegen den Tabellenfünfzehnten zittern, und die Ostwestfalen drohten sogar noch in Führung zu gehen. „Krieg´n die den Ball amal wech, der Hühnerhauf´n?“, echauffierte sich mein Nachbar erneut und sprach bestimmt manchen Kleeblattanhängern aus der Seele. Die Minuten verrinnen, das Spielende naht. Da gewinnt Serdar Dursun wie aus heiterem Himmel im Mittelfeld zwei Kopfballduelle und legt den Ball Joker Tripic in den Lauf. Der fackelt nicht lange und schlenzt die Kugel Wolfgang Hesl durch die Beine ins Tor. 2:1 in der allerletzten Spielminute, das Kleeblatt im Glück.

Das Ergebnis ist ein guter Start für den neuen Coach Janos Radoki. Er muss sich jedoch jetzt ganz schnell etwas einfallen lassen, um seine Mannschaft konditionell und mental zu puschen. Nach der Devise: Schneller an den Gegner rangehen, sich mehr trauen, konsequenter agieren! Das müssen die Kleeblätter in den kommenden Wochen und Monaten beherzigen. Und dann klappt es auch mit einem guten Tabellenplatz in der Zweiten Liga!

Zitterpartie für Fürther Fans und Trainer

SpVgg Greuther Fürth - VfL BochumUff! Erst mal durchatmen! Diese letzten Minuten in der Partie gegen den VfL Bochum haben uns Greuther-Weiber wirklich Nerven gekostet! Das war ein Fußball-Thriller erster Güte, und Schiedsrichter Daniel Schlager wollte uns einfach nicht durch den Schlusspfiff erlösen… Zum Glück hatte die Geschichte dann doch einen (verdienten!) guten Ausgang. Und das in mehrfacher Hinsicht: Erstens hat die Spielvereinigung nach fünf Liga-Spielen (davon vier Niederlagen in Folge!) mit dem heutigen 2:1 endlich wieder einen Sieg eingefahren, und zwar – fast schon ein Wunder! – zu Hause im Sportpark Ronhof. Zweitens: Trainer Stefan Ruthenbeck bleibt dem Kleeblatt damit Gott sei Dank erhalten.

Der Begegnung mit der Mannschaft aus dem Revier lag eine äußerst interessante Konstellation zugrunde. Das beginnt damit, dass Gertjan Verbeek als ehemaliger Trainer des 1. FC Nürnberg für Fürth sowieso ein rotes Tuch ist. Dann stammt er zusätzlich aus den Niederlanden. Auf der fußballerischen Intimfeindschaft zwischen Deutschland und Holland muss man in einem Blog wie diesem nicht groß herumreiten – aber sie existiert nun mal! Schließlich liefen heute im Ronhof mit Marco Stiepermann, Johannes Wurtz und Tom Weilandt gleich drei gute Ex-Fürther Spieler auf. Sie kennen die Verhältnsse hier aus dem Effeff, was sicher nicht von Nachteil für ihren jetzigen Verein gewesen sein dürfte. Und ausgerechnet Stiepermann war über weite Strecken der herausragende Mann beim VfL Bochum, von Weilandt dagegen spürte man nicht viel.

Spannende Voraussetzungen also für das heutige Spiel, an das alle Kleeblattfans hohe Erwartungen knüpften. Und spannend sollte es von der ersten Minute an auch werden. Fürth begann ungeheuer druckvoll und sehr offensiv. Einige gute Chancen konnten jedoch – wieder einmal, muss man leider sagen! – nicht in Treffer umgemünzt werden. Dann schien es eine Zeit lang, als sei den Kleeblättern die Puste ausgegangen. Sie zogen sich in die eigene Hälfte zurück, was die Bochumer postwendend damit beantworteten, dass sie das Spiel an sich rissen. Doch die Hausherren schöpften neue Kraft und zeigten lobenswerten Einsatz. Sicher galt der vor allem Trainer Stefan Ruthenbeck, dessen Schicksal an einem dünnen Faden (nämlich dem Ausgang des heutigen Spiels) hing. Die Top-Einstellung der Mannschaft ließ sich vor der Pause zwar nicht mehr in Tore verwandeln, aber sie sendete wichtige Signale zur Trainerbank aus.

So gut wie selten aufeinander eingespielt zeigten sich Veton Berisha und Sercan Sararer. Das Motto „Gemeinsam“, das auf einem Transparent der Kleeblatt-Anhänger zu lesen war (Foto), wurde zum alles bestimmenden Leitfaden dieser Partie, die nach dem Seitenwechsel schnell wieder an Fahrt aufnahm. Für den am Knie verletzten Kapitän Marco Caligiuri brachte Ruthenbeck Bolly ins Spiel, was sich als durchaus geschickter Zug erweisen sollte. Die zwei umjubelten Treffer des Tages gelangen aber Sebastian Freis (51.) und Sercan Sararer (82.), und beide Male hatte Benedikt Kirsch seine Hand – respektive seinen Fuß – direkt davor mit ihm Spiel. Allerdings gab es nach dem 1:1-Ausgleich für den VfL durch den von Verbeek goldrichtig eingewechselten Gündüz (67.) für die Fürther noch einige Angstmomente zu überstehen. Und selbst die 2:1-Führung war bis zur letzten Sekunde in Gefahr, vor allem weil die Nachspielzeit von eigentlich drei Minuten sich beinahe verdoppelte.

Wie gesagt: eine wahre Zitterpartie für die Kleeblattfans. So etwas kostet Nervennahrung! Und die werden wir in ungefähr zwei Stunden beim Pfefferkarpfen-Essen mit Freunden sicher ausreichend bekommen.