Trainerentscheidung endlich gefallen: Ruthenbeck kommt

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenDie Nachfolge von Mike Büskens hat sich als Zitterpartie gestaltet, doch jetzt ist die Trainerfrage bei der Spielvereinigung in trockenen Tüchern: Der neue Coach heißt Stefan Ruthenbeck. Der Weg des 43-Jährigen vom VfR Aalen ist freigeworden, weil die Aalener am Donnerstag Peter Vollmann als neuen Trainer präsentierten. Sowohl Ruthenbeck als auch sein bisheriger Co-Trainer Michael Schiele erhalten in Fürth einen Zweijahresvertrag.

Kleeblatt-Präsident Helmut Hack musste sich nach dem „Beinahe-Abstieg“ der SpVgg schon einiges an Kritik gefallen lassen, weil die Trainerentscheidung gar so lange auf sich warten ließ. Die Verhandlungen mit den Verantwortlichen beim Zweitligaabsteiger VfR Aalen waren – so Hack – schwierig. In der Pressemitteilung der SpVgg ist das so zu lesen:

„Ich habe mit Aalens Präsidenten Berndt-Ulrich Scholz in den vergangenen Wochen zahlreiche telefonische Unterredungen geführt. Es war für beide Seiten nicht leicht, eine Lösung zu finden, mit der beide am Ende leben können. Es war ein langer Weg, auf dem viel Geduld und Fingerspitzengefühl notwendig war.“

Der gebürtige Kölner Ruthenbeck übernimmt schon am 22. Juni das Training beim Kleeblatt. Er freue sich auf die Arbeit beim Kleeblatt, sagt Ruthenbeck, der zwei Jahre lang die Zweitligamannschaft des VfR betreut hat, den Abstieg in der abgelaufenen Saison aber nicht verhindern konnte. Er hatte den Trainerjob in Aalen für die Saison 2013/14 übernommen, als Ralph Hasenhüttl zurückgetreten war. Zuvor war er Coach der U23 und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Ich habe mal ein wenig recherchiert: Stefan Ruthenbeck ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Linz am Rhein. Bevor Ruthenbeck mit seinem Wechsel nach Aalen die Trainertätigkeit zum Hauptberuf machte, war er 17 Jahre lang als Chemikant bei einem Chemie-Unternehmen in Königswinter tätig. In seiner Freizeit hört er gerne Heavy Metal.

Als Nachfolger von Mike Büskens wird es Ruthenbeck hier in Fürth erst mal nicht leicht haben. Denn Büskens, der mit dem Kleeblatt den Bundesliga-Aufstieg geschafft hatte, ist für viele Fans nach wie vor der „Coach der Herzen“. Obwohl – und damit hat Büskens einiges von seinem Nimbus eingebüßt: Den Abstieg in die Dritte Liga konnte er nach 12 Spielen, die er nach der Entlassung von Frank Kramer seit Februar geleitet hat, nur mit der Schützenhilfe anderer Vereine verhindern.
Die Weichen beim Kleeblatt werden jetzt neu gestellt, hoffen wir auf eine erfolgreiche Saison 2015/16!

Mike Büskens geht – wer kommt?

RB Leipzig - SpVgg Greuther FürthGanz ehrlich: Ich kann Mike Büskens verstehen. Gestern Abend hat er die Spielvereinigung darüber informiert, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Wie ich finde, eine nachvollziehbare Entscheidung. Er kam am 23. Februar für Trainer Frank Kramer nach Fürth, dem es einfach nicht gelungen war, das Kleeblatt zum Siegen zu bringen. Der „Aufstiegsheld“ von 2012 sollte die Spielvereinigung vor dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga bewahren. Das ist am vergangenen Wochenende trotz der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig auch gelungen.

Aber reden wir nicht um den heißen Brei herum: Frank Kramer ist ein guter und effektiver Coach (er betreut ab der neuen Saison 2015/16 Fortuna Düsseldorf), und auch Mike Büskens versteht sein Handwerk. Dass sein Team bei 12 Spielen unter seiner Regie nur zwei Siege einfahren konnte – das ist mit Sicherheit nicht die „Schuld“ des Trainers.

Die Krux bei der Spielvereinigung hat zwei Gründe: Präsident Helmut Hack definiert den Verein zum einen als Ausbildungsstätte, d.h. junge Spieler, die hier ausgebildet und aufgebaut werden, werden umgehend verkauft. Mit ihnen kann der Kleeblatt- Trainer nicht rechnen. Und zweitens: Helmut Hack ist stolz auf seine ausgeglichene finanzielle Bilanz. Dass man einfach, um sich in der Zweiten, noch gravierender: Ersten Bundesliga zu behaupten, als Verein tiefer in die Tasche greifen muss, das hört Hack nicht gerne. Seit dem Ausfall von Ilir Azemi und der nicht allzu nachhaltigen Leistung des Fürther Angriffs war spätestens nach der letzten Winterpause klar: Das Kleeblatt brauchte dringend einen guten, draufgängerischen Stürmer, um das zu machen, worauf es unterm Strich ankommt: Tore zu schießen.

Mike Büskens ging das Geeiere in den letzten drei Monaten mit drohendem Abstieg in die Dritte Liga sicher an die Nieren und auf die Nerven. Er hat jetzt seine Konseqenzen gezogen. Vor drei Jahren – als es nach dem Aufstieg in die Bundesliga unsicher war, ob Büskens seinen Vertrag beim Kleeblatt verlängern wird – habe ich in unserem Blog eine Art Brief an seine Frau geschrieben, in dem ich alles für Fürth in die Waagschale geworfen habe. Dieses Mal mache ich das nicht, denn ich kann Büskens verstehen. Freie Trainerstellen gibt es im deutschen Profi-Fußball im Moment ja genug. In einer Presseinformation des Vereins wird Büskens mit folgenden Worten zitiert: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass das Engagement auf zwölf Spiele ausgelegt war. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern und Fans für die fantastische Unterstützung in dieser schweren Zeit bedanken und wünsche der Spielvereinigung eine erfolgreiche Saison 2015/2016.“

Wer als Büskens-Nachfolger nach Fürth kommen wird? Favorit für den Posten soll Stefan Ruthenbeck sein, der mit dem VfR Aalen in die Dritte Liga abgestiegen ist. Bestätigen will man die Gerüchte bei der SpVgg nicht, Manager Michael Mutzel erklärte anlässlich des Büskens-Abschieds: „Wir werden nun intensive Gespräche führen und sind zuversichtlich, dass wir zeitnah den Nachfolger vorstellen können.“ Na, dann nur zu!

Bonjour, Tristesse!

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthOh je! Um in Fürth guten Fußball zu sehen, musste man als Kleeblatt-Fan vergangenen Mittwoch das Frauenfußball-Länderspiel Deutschland gegen Brasilien anschauen. Das war – leider – das Beste, was wir seit langem im Ronhof gesehen haben! Und es hat uns einen Eindruck vermittelt, wie dort die Post abgehen kann, wenn die Fans begeistert sind. Klar, die Zweite Bundesliga ist mit so einem außergewöhnlichen Event nicht zu vergleichen, und Frauen und Männer spielen sowieso ganz anders Fußball. Aber als Fürther konnten wir uns im Stadion am Laubenweg endlich mal wieder so richtig freuen und jubeln – wann hatten wir so etwas zuletzt? – Na gut, zurück zum eher tristen Zweitliga-Alltag. Das 1:1-Unentschieden zwischen der Spielvereinigung und dem FSV Frankfurt haben im Volksbank-Stadion nur etwas mehr als 4700 Zuschauer gesehen – kein Wunder! Sie müssen es irgendwie geahnt haben, dass sie da einfach kein schönes Spiel geboten bekommen würden. Über lange Zeitspannen hinweg plätscherte das Ganze harmlos und langweilig dahin. Fürth begann eigentlich nicht schlecht, doch wieder war es der Gegner, der das 1:0 machte. Und das praktisch bei der ersten ernsthaften Gelegenheit. Die Fürther Abwehr ließ dem Frankfurter Kauko viel zu viel Raum, so dass er mehr oder minder ungehindert zum 1:0 einköpfen konnte. Bis zum Halbzeitpfiff passierte dann so gut wie nichts Nennenswertes mehr.

Als Mike Büskens gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs Stephan Schröck für Kasper Przybylko ins Spiel brachte, hatte ich ein gutes Gefühl, dass sich das Blatt nun wenden könnte. Schröcki ist einfach immer bissig und zieht den einen oder anderen Teamkollegen dann durch sein unermüdliches Engagement mit. Nach einigen Fehlpässen sowie vergeblichen Bemühungen von Marco Stiepermann, der einfach nicht ins gegnerische Tor traf, verwandelte Niko Gießelmann in der 58. Minute einen direkten Freistoß zum erlösenden 1:1. (Nach dem Spiel verschenkte er sein Trikot, siehe Foto.) Das gab der Mannschaft neuen Mut, plötzlich ging wieder was, und der FSV Frankfurt geriet zunehmend unter Druck, dem er nichts entgegenzusetzen hatte. Büskens legte mit zwei Auswechslungen nach: Tripic kam für Freis (72.) und Lam für Philp (75.). Das Kleeblatt verspürte eine Zeitlang einen gewissen Aufwind, Robert Zulj wäre fast der Führungstreffer gelungen, Marco Stiepermann bekam eine zweite Freistoß-Chance, die er aber nicht nutzte – der vorübergehende Schwung verpuffte.

Fürths Keeper Wolfgang Hesl hatte keinen unwesentlichen Anteil daran, dass es kein weiteres Gegentor gab: Vor allem einen gefährlichen Angriff von Kapllani wehrte er ohne jede Unsicherheit ab. Kapllani sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte, und Fürth war knapp zwei Minuten in Überzahl auf dem Rasen. Das nützte aber genauso wenig wie die Tatsache, dass die mitgereisten Kleeblatt-Fans ihr Team unermüdlich anfeuerten: Es blieb beim enttäuschenden 1:1.

Vereinspräsident Helmut Hack blickte auf den Zuschauerplätzen äußerst skeptisch drein. Was ihm wohl durch den Kopf ging? Bereut er vielleicht doch, zu wenig Geld für einen verstärkten Sturm in die Hand genommen zu haben? – Der einzige Lichtblick in dieser verfahrenen Situation: Fürth bleibt weiterhin in Frankfurt ungeschlagen, wie schon gut 32 Jahre lang. Doch ob das im Abstiegskampf weiterhilft? Wer weiß…

Schock fürs Kleeblatt: Präsident Hack in Unfall verwickelt

FC Sankt Pauli - SpVgg Greuther FürthBeim Kleeblatt reißen die Hiobsbotschaften nicht ab. Gestern Abend hatte der Präsident der Spielvereinigung, Helmut Hack, einen Verkehrsunfall auf der Autobahn A3. Sein Auto, ein Audi A6, wurde bei der Kollision mit einem Lkw zwischen der Ausfahrt Tennenlohe und dem Kreuz Fürth/Erlangen schwer beschädigt. Helmut Hack blieb Gott sei Dank unverletzt, er erlitt aber einen Schock. Das hat der Pressesprecher der SpVgg, Immanuel Kästlen, heute bestätigt. Der 65-jährige Kleeblatt-Präsident war zur Beobachtung eine Nacht in der Klinik, die konnte er heute aber wieder verlassen.
Die Schuldfrage ist, wie die Spielvereinigung in einer Pressemitteilung inzwischen verlauten ließ, eindeutig geklärt: Demnach habe der LKW-Fahrer den Unfall verschuldet. Wegen polizeilicher Ermittlungen werde es von Vereinsseite jedoch keine weiteren Aussagen zum Unfallhergang geben.
Das Kleeblatt hat seit einigen Monaten nicht nur mit schlechten sportlichen Leistungen, Verletzungen von Spielern und einem Platz in der unteren Hälfte der Zweiten Liga zu kämpfen. Der Unfall von Helmut Hack erinnert fatal an den 7. August 2014, als sich Kleeblatt-Profi Ilir Azemi bei einem schweren Unfall an einer Fürther Kreuzung gravierende Verletzungen (eine Lungenquetschung und mehrere Knochenbrüche) zuzog. Bis heute versucht der Fürther Hoffungsträger in der Reha gesund zu werden. Der Verein und alle Kleeblattfans hoffen auf ein baldiges Comeback des Stürmers.

Mike Büskens ab sofort wieder Kleeblatt-Coach

Viele haben es kommen sehen, trotzdem ist es ein Paukenschlag beim Kleeblatt: Die SpVgg hat Mike Büskens nach Fürth zurückgeholt und Trainer Frank Kramer beurlaubt. Das hat die sportliche Führung dem 42-Jährigen gestern Abend in einem Gespräch mitgeteilt. Präsident Helmut Hack kommentiert auf der Vereins-Website die Entscheidung so:

„Wir bedanken uns bei Frank für seinen stets vorbildlichen Einsatz. Er hat das Amt bei uns in einer schwierigen Situation übernommen und nach dem Abstieg einen großen Anteil an unserer erfolgreichen letztjährigen Saison. Allerdings können wir auch nicht die Augen vor der Entwicklung der letzten Monate verschließen. Wir haben nur einen Sieg in den letzten zehn Spielen erreicht und gerade zuhause unseren Fans seit sechs Begegnungen kein eigenes Tor mehr schenken können.“
Und Michael Mutzel, Direktor Profifußball, ergänzt: „Nach dem Spiel gegen Sandhausen schwand in uns die Hoffnung, dass wir in den kommenden Partien die Abwärtsspirale durchbrechen können. Die Entscheidung ist uns menschlich nicht leicht gefallen, wir müssen aber im Sinne des Vereins denken und handeln.“

Dass der ehemalige Fürther Coach Mike Büskens das Traineramt mit sofortiger Wirkung übernimmt, dürfte viele überraschen. „Wir hoffen, dass wir durch den Trainerwechsel eine positive Entwicklung in Sachen Leidenschaft und Emotionalität in der Mannschaft bewirken können,“ so Helmut Hack. Mike Büskens erhält beim Kleeblatt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015.  Schon heute Nachmittag wird Büskens zum ersten Mal das Training beim Kleeblatt leiten. Der 46-Jährige war im Februar 2013 nach dem Aufstieg in die Bundesliga und einer verkorksten Saison, die den Abstieg in die Zweite Liga zur Folge hatte, entlassen worden. Er freut sich auf die Rückkehr nach Fürth: „Wir haben hier gemeinsam tolle Momente erlebt und dem Verein gehört ein großer Teil meines Herzens. Ich werde alles dafür tun, damit wir uns ganz schnell aus dieser Situation befreien und wieder erfolgreichere Zeiten unserer Spielvereinigung erleben.“

Ich bin gespannt, ob Mike Büskens die Mannschaft aus dem sportlichen (und mentalen?) Tief herausreißen kann. Meiner Absicht nach hat Frank Kramer seine Sache sehr gut gemacht. Er ist pragmatisch und konsequent und hat es verstanden, das Potenzial im Team zu erkennen und zu fördern. Sein Pech war die große Fluktuation und die vielen Verletzungen der Spieler nach der vergangenen Saison, in der die SpVgg ja nur ganz knapp in der Relegation den Wiederaufstieg verpasst hat.

Soll Davies der neue Baba werden?

SpVgg Greuther Fürth - SV SeligenportenAls fußballinteressiertes Greutherweib lese ich natürlich gerne und aufmerksam den „kicker“. Bei „kicker online“ fand ich vor einigen Tagen einen Artikel, der mich doch verwunderte: „Davies soll Fürths neuer Baba werden“. Was hat das zu bedeuten?, fragte ich mich. Die Spielvereinigung hat den Spieler George Davies bis 30. Juni 2019 mit einem Profivertrag ausgestattet. Das Talent wurde in Afrika entdeckt und in den vergangenen Monaten im Fürther Leistungszentrum gefördert. Vereinspräsident Helmut Hack folgte damit dem Beispiel Abdul Rahman Baba. Bei Baba – so der „kicker“ – sei die Rechnung aufgegangen. Der damals 17-Jährige wurde aus Ghana nach Franken geholt und entwickelte sich beim Kleeblatt zum Bundesligaspieler, der „nun für den FC Augsburg die Linie entlangflitzt“.
Nun starten die Fürther bei Davies den nächsten Versuch. Auch er kam als 17-Jähriger aus Afrika zum Kleeblatt, diesmal aus Sierra Leone. Bei einem Besuch vor Ort war Davies von Präsident Helmut Hack entdeckt worden. Davies wurde bei einer Gastfamilie in Franken untergebracht, erlernte die deutsche Sprache und bereitete sich in den vergangenen Monaten im Nachwuchsleistungszentrum der Fürther auf den deutschen Profifußball vor. Der jetzt 18-Jährige spielte bereits im Alter von 17 Jahren für die Nationalmannschaft Sierra Leones.

„Wir alle haben uns in den vergangenen Monaten sehr um ihn gekümmert. George ist fleißig und sehr lernwillig“, lobt Hack den Sierra-Leoner im „kicker“und beschreibt dessen Vorzüge: „George hat große technische Fähigkeiten und eine außerordentliche Schnelligkeit. Er kann offensiv sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite eingesetzt werden.“ Baba dient als Vorbild, Davies könnte in dessen Fußstapfen treten, das sieht auch Hack so: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir viel Freude an George haben werden.“

Dagegen ist ja wirklich nichts einzuwenden. Aber das riecht mir verdammt nach Ausbildungswerksatt für Fußballer, die dann, wenn sie gut sind, ganz schnell Ambitionen entwickeln und zu einem anderen Verein wechseln. Ich erinnere mich bei Baba gut daran, wie er oft leicht unmotiviert am Spielfeldrand stand oder lustlos auf dem Platz agierte. Und dann – wie ausgewechselt – beim Derby gegen den Club (das die SpVgg bekanntlich mit 5:1 gewonnen hat) zwei Tore für das Kleeblatt schoss und der beste Spieler auf dem Spielfeld war. Warum? Weil er da schon den Vertrag beim FC Augsburg in der Tasche hatte? Allerdings wird Baba im Spielbericht auf der SpVgg-Website namentlich nicht erwähnt!
Hoffen wir, dass es George Davies – wenn er denn irgendwann als Offensivspieler erfolgreich spielt und Tore macht – länger hier in Fürth hält!

Wird das ein Traumtag für Kleeblattfans?

Training SpVgg Greuther FürthEine ganze Stadt steht gewissermaßen in den Startlöchern und freut sich auf den morgigen Tag: Am „Tag der Deutschen Einheit“ eröffnet OB Thomas Jung ab 10.15 Uhr die Fürther Kirchweih auf dem Vorplatz des Stadttheaters. Das alleine ist schon Grund zur Freude. Zu einem besonderen Tag für Kleeblattfans wird der Freitag aber vor allem deshalb, weil abends die Spielvereinigung den FC Erzgebirge Aue zum 9. Saisonspiel im Ronhof empfängt.

In den letzten Begegnungen hat das Kleeblatt ja nicht so ganz den Erwartungen entsprochen: Sicher, der 5:1-Kantersieg gegen den 1. FC Nürnberg und das 3:0 gegen den FC St. Pauli ließen sich sehen. Der hart erkämpfte 2:1-Sieg gegen Kaiserslautern mit Hängen und Würgen war eine Zitterpartie. Aber die 0:2-Niederlage bei den Löwen in München war alles andere als befriedigend. Noch dazu hat sich Torhüter Wolfgang Hesl bei Rettungsversuch des zweiten Tores verletzt. Morgen wird Tom Mickel im Fürther Tor stehen. Für diese Schlüsselposition hat der Verein noch Verstärkung angeheuert: Miro Varvodić wird in Zukunft die Rückennummer 24 haben. Er soll – da Keeper Nummer drei Mark Flekken wegen eines Kreuzbandrisses auch noch länger ausfällt – parat stehen, wenn man für Tom Mickel Ersatz benötigt.
Der sympathische aussehende Miro Varvodić war zuletzt vereinslos. Der 25-jährige kroatische Torwart erhielt bei der SpVgg einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015. Miro Varvodić ist der Sohn des in den 1980ern und 1990ern aktiven Profi-Torhüters Zoran Varvodić, er spielte bis 2006 in der Jugend von Hajduk Split. Sein Profidebüt in der ersten kroatischen Liga gab er im selben Jahr. Zu Beginn der Saison 2007/2008 wurde er an NK Mosor Žrnovnica ausgeliehen. Im Mai 2008 unterschrieb Varvodić einen Einjahres-Leihvertrag beim damaligen Erstliga-Aufsteiger 1. FC Köln. Zur Saison 2010/11 wechselte er fest zum 1. FC Köln. Am 15. Oktober 2010 gab Varvodic sein Debüt in der Fußball-Bundesliga beim Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund (1:2). Kleeblatt-Präsident Helmut Hack kommentiert die Entscheidung für Varvodić folgendermaßen:

„Miro hat sich zuletzt im Mannschaftstraining beim FC Schalke 04 fit gehalten. Nach unseren Recherchen sind wir zuversichtlich, dass wir mit Tom Mickel und Miro Varvodić zwei Torhüter in unseren Reihen haben, die unser Vertrauen genießen.“

Morgen Abend rechnet man mit zirka 11.500 Zuschauern im Stadion am Laubenweg. Aber bei der guten Wettervorhersage wäre es doch angesagt, nach dem ersten Gang über die Kärwa das Spiel ab 18.30 Uhr live zu erleben, oder?

Angeschlagene Stimmung in Fürth

Heute war aus Fürther Sicht wirklich kein guter Tag: Das Wetter war entgegen aller Prognosen nicht gut, Sonne und Regen wechselten im Stundentakt und die Temperaturen sind seit einigen Wochen nicht mehr sommerlike. Die zahlreichen Baustellen um und in Fürth gehen kaum voran und zehren an den Nerven. Da hilft nur eines: Die Stadt in Richtung Süden verlassen  – und nach Ingolstadt fahren, um dort die Spielvereinigung gewinnen zu sehen.

FC Ingolstadt 04 - SpVgg Greuther FürthAber auch diese Rechnung ging heute nicht auf. Im dritten Zweitligaspiel verlor das Kleeblatt nach dem Unentschieden gegen den VfL Bochum, dem fulminanten 5:1-Erfolg gegen den „Club“ (und dem 3:0 in der ersten Runde des DFB-Pokals) gegen den FC Ingolstadt mit 0:2.
Die SpVgg begann die Partie ganz erfolgversprechend, ließ aber nach einer knappen halben Stunde nach. Das wussten die „Schanzer“ zwar nicht effektiv umzusetzen, aber das Spiel war zerfahren, es gab viele Fouls und es lief einfach nicht rund. Die zahlreichen in den Audi-Sportpark angereisten Kleeblattfans (Foto) hatten deshalb nicht allzu viel Freude.
Nach über einer Stunde konnte FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl zum großen Leidwesen der SpVgg aufatmen: Im Mittelfeld ging Trinks nicht richtig auf da Costa zu, der Ingolstädter Außenverteidiger passte zu Lex, der auf Mathew Leckie weiterleitete, und der Australier ließ Röcker abtropfen und traf aus zehn Metern flach ins Tor von Keeper Wolfgang Hesl.
Mit der Einwechslung von Zulj und Cinar leitete Kleeblatt-Coach Frank Kramer die erhoffte Schlussoffensive seiner Mannschaft ein. Doch es wollte heute einfach nicht klappen: Es war erneut Leckie, der Pascal Groß eine Steilvorlage gab, der wenige Meter vor dem Strafraum von Florian Trinks nicht bewacht wurde. Groß nahm den Ball völlig relaxt an, schoss unhaltbar ins linke untere Eck: 2:0 in der 81. Minute und das war dann auch Endergebnis.

Pech hatte der Coach der SpVgg Frank Kramer heute auch mit seinem Kader, er musste krankheitsbedingt u.a. auf Stephan Schröck verzichten. Und auch Ognjen Mudrinski war nicht dabei. Aus gutem Grund: Die SpVgg hat sich mit ihm auf eine vorzeitige Beendigung des bestehenden Arbeitsvertrages geeinigt. Präsident Helmut Hack kommentiert seinen Weggang pragmatisch:

„Ognjen hat sich seit dem letzten Jahr sehr bemüht und gut gearbeitet um zu Spieleinsätzen zu kommen. Jedoch ist es leider Tatsache, dass die beiderseitigen Hoffnungen und Erwartungen nicht umgesetzt werden konnten. Die jetzige Situation und die fehlende sportliche Perspektive waren weder für den Spieler noch für uns gut. Wir wünschen Ognjen, dass er schnell den passenden Verein findet wo er wieder regelmäßig spielen kann.“

Damit ist das Thema Mudrinski für das Kleeblatt Geschichte. Und man richtet das volle Augenmerk auf das Schlagerspiel am 1. September gegen den FC St. Pauli im Stadion am Laubenweg. Und bis dahin hat sich die Stimmung in Fürh auch wieder gebessert.

Was bleibt vom Fürther Kleeblatt übrig ?

Training 1.FC NürnbergIm Moment ist die Gerüchteküche rund um die Spielvereinigung am Brodeln. Gehen Abdul Rahman Baba und Nikola Djurdjic zum FC Augsburg? Und wie wird sich Niclas Füllkrug fühlen, der ab sofort ein Clubberer ist (auf dem Foto beim gestrigen Training mit Marek Mintal, dem Co-Trainer des 1.FC Nürnberg)? Und zu allem Überfluss erreicht uns jetzt die nächste Hiobsbotschaft:

Andreas Bornemann wird nicht wie geplant am 1. Juli neuer Sportdirektor beim Kleeblatt. Wie der Verein heute mitteilte, verzichtet der 42-Jährige „aus privaten Gründen“ auf den Antritt seiner neuen Tätigkeit. Die Spielvereinigung hat dem Wunsch Bornemanns entsprochen – was bleibt ihr auch anderes übrig? – und wird sich nun auf die Suche nach einem neuen Sportdirektor machen müssen. Wir haben ja am 23. Mai noch im Greuther-Weiber-Blog über die Verpflichtung Bornemanns geschrieben.

„Der Wunsch von Andreas Bornemann kam für uns sehr überraschend. Dennoch haben wir Verständnis für seine Beweggründe und respektieren seine Entscheidung. Unsere Personalplanungen für die kommende Saison sind weit vorangeschritten, so dass es in dieser Frage zu keinen Beeinträchtigungen kommen wird“, so der Kommentar des SpVgg-Präsidenten Helmut Hack. Über die genauen Gründe für die kurzfristige Absage Bornemanns wurde nichts bekannt. „Aus Respekt vor der Privatsphäre“ Bornemanns bat der Verein um Verständnis für die Entscheidung, keine weiteren Aussagen zu diesem Thema zu treffen.

Bornemann hatte erst Ende Mai als Nachfolger des zu Werder Bremen abgewanderten Rouven Schröder beim Kleeblatt einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Bornemann war zuletzt als Sportlicher Leiter und Vize-Präsident bei Drittligist Holstein Kiel tätig. Davor arbeitete er fünf Jahre lang als Manager für den SC Freiburg, es folgte ein kurzes Intermezzo bei Alemannia Aachen.

Das Kleeblatt muss sich also jetzt wieder auf die Suche nach einem neuen Sportdirektor machen. Da die Planungen für die Zweitligasaison 2014/15 schon auf Hochtouren laufen, will man eine überstürzte personelle Entscheidung vermeiden. Bis zur Präsentation des neuen Mannes werden deshalb neben Helmut Hack auch Geschäftsführer Holger Schwiewagner und der Leiter Lizenzbereich Martin Meichelbeck anfallende Aufgaben übernehmen.

Glück fürs Kleeblatt – Pech für den Club

Die Spielvereinigung hat derzeit im Großen und Ganzen Glück. Zwar hat der Wiederaufstieg in die Bundesliga nach zwei wirklich guten Relegationsspielen gegen den Hamburger SV nicht geklappt. Aber Trainer Frank Kramer hat sich entschieden, beim Kleeblatt zu bleiben. Im Gegensatz dazu geht’s dem 1. FC Nürnberg – der ja in die Zweite Liga abgestiegen ist – in Sachen Trainer-Nachfolge nicht allzu gut. Soeben wurde bekannt, dass Holger Stanislawski dem Club einen Korb gegeben hat.
Aber zurück zur SpVgg: Andreas Bornemann übernimmt das Amt des „Direktors Sport“ beim Kleeblatt. Der 42-Jährige hat in Fürth einen Zweijahresvertrag unterschrieben und tritt zu Beginn der Saison 2014/2015 sein neues Amt an. Andreas Bornemann war unter anderem fünf Jahre als Manager für den SC Freiburg tätig und arbeitete zuletzt als Sportlicher Leiter und Vizepräsident beim Drittligisten Holstein Kiel. Sein Vorgänger Rouven Schröder hatte ja in Fürth einen guten Job gemacht. Ihn zog es allerdings zurück in den Norden – zu Werder Bremen. SpVgg-Präsident Helmut Hack hat sich auf der Vereinswebsite zum Engagement von Bornemann geäußert:

„Wir sind froh, dass wir so zügig eine sehr gute Lösung finden konnten. Wir sind damit auch für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Wir haben ausführliche Gespräche mit Andreas Bornemann geführt, und die Chemie zwischen uns hat sofort gestimmt. Außerdem verfügt Andreas Bornemann über viele Jahre an Erfahrung und ein großes Netzwerk in der Fußballszene. Wir bedanken uns ausdrücklich bei Holstein Kiel für die Freigabe von Andreas Bornemann, trotz bestehenden Vertrages.“

Die Greuther-Weiber wünschen ihm ein erfolgreiches Arbeiten beim Kleeblatt. Zumindest von der Optik her ist er für die weiblichen Fans eine echte Bereicherung.