Rückschlag im Aufstiegskampf – aber noch ist alles drin!

Wirklich zu feiern gab es gestern Abend in der Gustavstraße nach dem Spiel gegen den TSV 1860 München eigentlich nichts. Das Kleeblatt hatte zuvor durch ein Tor der Löwen in der Nachspielzeit die Partie mit 1:2 verloren. Eine Niederlage, die nicht hätte sein müssen und die den Motor „Wiederaufstieg“ erst mal ins Stottern bringt.

Das Spiel fand vor vollem Haus statt (SpVgg-Rekordzahl in der zweiten Liga mit 16 140 Zuschauern) bei herrlichstem warmen Wetter mit Bombenstimmung. Gleich zu Anfang begannen jedoch einige Chaoten aus dem Fanblock der 1860er mit Pyrotechnik allen Zuschauern in der Südkurve und dem „Lohner“ kräftig einzuheizen. Nasen und Augen brannten, das Fürther Team zeigte demonstrativ Zusammenhalt, und der Stadionsprecher versuchte wiederholt, an die Vernunft der Gäste zu appellieren.

Nach einer Viertelstunde fiel dann das Tor der Münchner durch Osako. Wolfgang Hesl hatte praktisch keine Chance, den Ball zu halten. Aber das tat der Stimmung der Kleeblattfans keinen Abbruch. Belohnt wurden sie nur sechs Minuten später mit dem Gegentor von Ilir Azemi. Ab diesem Moment bestimmten die Fürther Gastgeber das Geschehen auf dem Platz. Zielgenaue Pässe, prima Kombinationen und großes Engagement machten das Spiel des Kleeblatts aus.

Nach der Pause schien dann bei der SpVgg irgendwie die Luft raus zu sein. Die Löwen kamen besser ins Spiel und die Partie wurde ausgeglichener. Ilir Azemi rackerte sich ab, versuchte aus jedem ihm zugespielten Ball – z.B. mit einem artistischen Fallrückzieher – einen gefährlichen Schuss zu machen. Er hatte mehr als einmal hervorragende Chancen zum 2:1. Aber es klappte nicht.
Beide Mannschaften suchten dann in der hektischen Schlussphase verzweifelt die Entscheidung. In der 83. Minute hatte Keeper Hesl einen Schuss des aufgerückten Schindlers souverän entschärft. Und dann fiel das völlig unerwartete zweite Tor der Löwen: Der aufgerückte Kai Bülow – bereits im Spiel gegen Arminia Bielefeld erfolgreich – wuchtete das Leder aus kurzer Distanz per Kopf aufs Tor. Hesl war noch dran, konnte aber das für Fürth so unglückliche Tor in der Nachspielzeit nicht verhindern.

Die Fürther Fans um mich herum waren konsterniert. „Einmal, wenn ich ins Stadion gehe“, meinte ein Zuschauer neben mir, „aber die Welt geht ja nicht unter.“ Überall traurige Gesichter, und die Stimmung bei den Kleeblattanhängern auf dem Weg von der Trolli Arena nach Hause oder in die Fürther Altstadt war gedämpft. Doch in Fürths Kneipenmeile sah man (nach einem Entspannnungs-„Grüner“) alles wieder pragmatisch: Die Spielvereinigung hat im Aufstiegskampf zwar einen herben Rückschlag erlitten. Aber sollte Paderborn morgen verlieren und auch der FC Kaiserslautern keinen Sieg erringen, dann ist alles noch drin.
Zwei Spiele stehen in dieser Saison noch auf dem Programm. Am vorletzten Spieltag, 4. Mai, ist die SpVgg  im „Stadion der Freundschaft“ gefordert: Ab 15.30 Uhr geht es für das Kleeblatt beim Tabellenletzten Energie Cottbus zur Sache. Und eine Woche später ist der SV Sandhausen im Ronhof zu Gast. Also: Kopf hoch und weiter hoffen!

2:1 gegen Aue – Der Wiederaufstieg rückt näher!

Ich bringe es gleich auf den Punkt: Die Spielvereinigung hat den direkten Aufstiegsplatz in die Bundesliga zurückerobert. Der schien nach dem gestrigen 2:1-Sieg des SC Paderborn beim FC Ingolstadt für einige Stunden in Gefahr. Aber durch die beiden Tore von Daniel Brosinski und Ilir Azemi dürfen die Fürther Fans wieder träumen.

Noch vier Spiele stehen auf dem Programm des Kleeblatts. Und obwohl der heutige Gegner – Erzgebirge Aue – ein vermeintlich schlagbarer war, muss man doch immer wieder zittern, wie sich ein Spiel (oft unvorhersehbar) entwickelt. Ich habe z.B. am letzten Montag vor der Begegnung mit dem FC Ingolstadt fest mit einem Sieg gerechnet – und es kam doch nur ein Punkt heraus. Der allerdings könnte am Ende dieser Saison ein entscheidender sein.

Heute begann es vor ca. 12 300 Zuschauern in der Trolli Arena aus Fürther Sicht eher verhalten, und auch die Gäste aus Aue zeigten nicht viele erfolgreiche Aktionen. Bis in der 17. Minute Filip Luksik einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld ins linke Eck des Fürther Tors traf – Keeper Wolfgang Hesl hechtete vergebens. Ab diesem Moment hatten die Kleeblätter offenbar „Hallo Wach“-Tropfen genommen. Die Partie wurde druckvoller, und so gelang Daniel Brosinski sieben Minuten vor der Pause mit einer Einzelaktion der verdiente Ausgleich.
Und wieder einmal war es Ilir Azemi, der später den wichtigen zweiten Treffer schoss: Nach einem weiten Pass aus der eigenen Hälfte setzte er sich gegen Gonzales durch, ließ mit einer Körpertäuschung auch den Gastkeeper Martin Männel stehen und katapultierte den Ball glücklich aus kürzester Distanz über die Linie (58. Minute). Dieses Ergebnis hielt die SpVgg bis zum Abpfiff. Aufatmen bei den Kleeblattfans und Trainer Frank Kramer, der vor Freude bei Spielende jubelte (Foto).
Wie gesagt: Noch vier Spiele, das nächste Auswärtsspiel am Ostersonntag gegen den direkten Aufstiegskonkurrenten, den SC Paderborn. Diese Partei muss unbedingt gewonnen werden, um die Chance des Wiederaufstiegs nicht zu verpassen. Denn es wäre doch ein echter Feiertag, wenn ganz Fürth am 11. Mai um 17.15 Uhr mit der Spielvereinigung die Rückkehr in der Erste Liga feiern könnte! Im Ronhof, der Gustavstraße – oder wo auch immer!

137 entscheidende Sekunden fürs Kleeblatt

137 ist meine Glückszahl und Autonummer – und genau so viele Sekunden hat es heute gedauert, bis das Kleeblatt aus einem 0:1-Rückstand ein 2:1 machte. Ein spannendes, schnelles Spiel gegen den FC St. Pauli, die ja eigentlich eine „befreundete“ Mannschaft ist. Die uns, und denen wir aber auch nichts schenken.
Mit Euphorie fuhren einige Kleeblattfans schon gestern oder heute früh nach Hamburg, um ihrem Team lautstark den Rücken zu stärken. 28 000 Zuschauer am Millerntor – das hat was und vermittelt allen wieder ein bisschen „Erstliga-Feeling“.

Nach dem Anpfiff passierte tormäßig lange nichts. Umso mehr Gelbe Karten verteilte der Berliner Schiedsrichter Daniel Siebert, als ob er hier kein Spiel von potenziellen Aufsteigern pfeifen, sondern kleinen Schuljungs Manieren beibringen müsste. Natürlich versuchten beide Teams, mit Verve und Leidenschaft das Geschehen zu bestimmen. Am Ende hatte Mr. Sensibel vier Gelbe Karten an St. Pauli und sogar sechs an die SpVgg verteilt (je eine  erhielten Nikola Djurdjic – Foto – und Keeper Wolfgang Hesl).

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete, doch in der 66. Minute traf Sebastian Schachten das Fürther Tor: Buchtmann hatte einen Freistoß vom rechten Flügel an den zweiten Pfosten gehoben, Brosinski schwächelte kurz und Schachten zögerte nicht lange. Er drosch den Ball aus fünf Metern über die Linie – Abseits oder nicht Abseits, das war hier die Frage.
Die SpVgg schien konsterniert, reagierte dann aber eiskalt: Benedikt Röcker köpfte einen Brosinski-Freistoß in der 75. Minute aus fünf Metern Entfernung ins Tor. Und nur 137 (!) Sekunden später traf Ilir Azemi aus sechs Metern mit einem Kopfball zum 2:1. Das Kleeblatt wähnte schon den Sieg in der Tasche, da schlugen die Hamburger kurz vor Schluss doch noch noch einmal zu: Der eingewechselte Maier drehte einen Freistoß von links nach innen, Gonther köpfte auf die Brust von Markus Thorandt, von dort sprang der Ball ärgerlicherweise ins Netz.
Das packende Duell zwischen zwei möglichen Aufsteigern endete 2:2 unentschieden. Respekt, wenn man bedenkt, wie viel Kondition und Kraft eine Englische Woche den Spielern abverlangt. Am 29. Spieltag – Montag, 7. April, um 20.15 Uhr –  tritt das Kleeblatt beim FC Ingolstadt an. Wir warten das locker ab – und beobachten mit Interesse, wie sich die anderen Aufstiegsaspiranten bis dahin so machen!

Seht alle her: So macht man das!

Die Vorzeichen für das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf standen schon auf  „Erfolg“. Durch die Aktion „Früher frei für Fürth“ kamen fast 11 000 Zuschauer in die Trolli Arena, und die Stimmung war von Anfang an super. Dann agierten jedoch beide Mannschaften in der ersten Halbzeit eher verhalten, viele Fehlpässe – bis Ilir Azemi sechs Minuten vor der Pause nach einer Vorlage von Mavraj in den Düsseldorfer Kasten traf.

Das sollte das erste von insgesamt vier Toren der Spielvereinigung werden. Und wieder war es Ilir Azemi, der zum 2:0 (Torjubel siehe Foto) erhöhte – sein fünftes Tor in den letzten sechs Spielen. Ihm gelingt zur Zeit offenbar fast alles, er hat einen echten „Run“ und ist immer dann besonders gefährlich, wenn er unvermutet im Torraum der Kleeblattgegner auftaucht. Die Begeisterung in der flutlichthellen Trolli Arena steigerte sich gestern – was man Hunderte von Metern im Umkreis des Stadions gut hören konnte. Als Daniel Brosinski dann den dritten Treffer landete, waren die Fans kaum mehr zu halten. Ein leichter Dämpfer dann durch das Anschlusstor für Fortuna. Aber was kratzt es eine Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr reibt? Eine Art Zitronencremebällchen auf dem Kosakenzipfel (wer kennt nicht den Sketch von Loriot?) war dann das 4:1 durch Zoltan Stieber (nach einer Vorlage von? Natürlich: Ilir Azemi) gut zwei  Minuten vor Schluss.

Mit dieser Leistung setzte das Kleeblatt ein deutliches Zeichen, dass es trotz aller Unkenrufen wegen wechselnder sportlicher Leistungen durchaus erstligatauglich ist. Das Kleeblatt ist zum siebten Mal in Serie ungeschlagen. Frank Kramer hat in den letzten Monaten sein noch sehr junges Team professionell aufgebaut und vor allem eine gute Moral in der Mannschaft geschaffen. Die SpVgg trennt (zumindest bis heute Abend, wenn der 1. FC Köln auf den Karlsruher SC trifft) nur noch ein Punkt von der Tabellenspitze. Der SC Paderborn hat gestern zwar auch mit 3:0 gewonnen, aber ab Tabellenrang drei ist die Distanz zu den Verfolgern inzwischen deutlich.
Am Freitag, 28. März ab 18.30 Uhr, findet in dieser Englischen Woche die Partie der SpVgg gegen den FC St. Pauli am Millerntor statt. Macht einfach so weiter, Jungs!

Ein wichtiger Punkt gegen Union Berlin

Das Heimspiel gegen Union Berlin in der Trolli ARENA war in den ersten 45 Minuten etwas dickflüssig und träge, obwohl die Spielvereinigung defensiv kaum Schwächen zeigte. Aber die zweite Halbzeit war für meinen Geschmack superspannend. Vor über 11 500 Zuschauern war den Gästen durch Soeren Brandy in der 43. Minute das Führungstor gelungen. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass Trainer Frank Kramer in der Halbzeitpause zu tun hatte, seine Jungs zu motivieren. Das gelang ihm offensichtlich gut, denn in der 56. Minute traf Ilir Azemi nach einer Vorlage von Benedikt Röcker per Kopfball ins Berliner Tor zum 1:1-Ausgleich. Azemi – das habe ich ja schon nach dem Spiel gegen den VfL Bochum angemerkt – entwickelt sich zunehmend zum Joker im Kleeblatt-Team. Er ist immer für ein überraschendes Tor gut und schafft es, sein Team auch nach einem Rückstand wieder ins Spiel zu bringen (Foto). Mindestens genauso überzeugend war für mich heute Zoltan Stieber. Er hatte eine um die andere gute Chance, aber leider mit an sich tollen Schüssen nie das Glück, auch einen Treffer zu erzielen.
Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. Insgesamt ist die Spielvereinigung nicht druckvoll genug und muss sich mehr auf ihre spielerischen Werte besinnen. Die Partie gegen den FC Union Berlin endete 1:1 unentschieden, wenngleich das Kleeblatt zum fünften Mal in Folge ungeschlagen blieb. Mit einem Wermutstropfen: Mergim Mavraj musste in der ersten Minute der Nachspielzeit nach einem Foul an Brandy mit Gelb-Rot vom Platz. Schade!
Nachdem der SC Paderborn am letzten Freitag gewonnen hat, sind die Verfolger – wenn sie auch anders heißen als vor zwei Wochen – der Spielvereinigung immer noch dicht auf den Fersen. Denn heute hat der FC Sankt Pauli Fortuna Düsseldorf mit 2:0 besiegt, d.h. die Hamburger liegen drei und die Paderborner zwei Punkte hinter den Fürthern.

Am kommenden Freitag, 21. Marz, geht’s mit dem 26. Spieltag weiter, und die Spielvereinigung reist zu Dynamo nach Dresden. Die sind im Moment Tabellenvorletzter und werden mit Sicherheit alles daran setzen, wichtige Punkte auf den Relegationslatz zu erstreiten. Also: Aufpassen und bitte keine Leichtsinnsfehler!

Kuddelmuddel auf dem Platz und im TV

Wir sind nicht nach Bochum gefahren, sondern haben uns das Spiel der Spielvereinigung gegen den VfL Bochum im Fernsehen angesehen. War wohl die falsche Entscheidung. Dieser Kommentator von „Sport1“ ist ja echt zum Abgewöhnen. So viel …sinn habe ich schon lange nicht mehr gehört! Die Spekulationen zum Beispiel, ob jetzt der Bochumer Innenverteidiger Hólmar Örn Eyjólfsson oder (natürlich) sein Vater Eyjolfur (Nachname somit ‚Der Sohn des Eyjolfs‘ ist der Sohn von Hertha-Legende Eyjolfur ‚Jolly‘ Sverrisson, der zwischen 1995 und 2003 das Trikot der Herthaner trug) oder wer auch immer auf dem Platz steht, das kann man sich kaum anhören.
Aber nun zum Spiel: Mühselig war es für das Team der Spielvereinigung. Mehr als einmal mussten wir zittern und waren von den Fehlpässen entnervt. Das 1:0 durch Daniel Brosinski in einer – für den TV-Kommentator – nicht eindeutigen Situation. Damit schaffte sich das Kleeblatt erst mal ein wenig Luft. Und die brauchte es auch – vor allem in der zweiten Halbzeit, nach dem Motivationsschub, den der Bochumer Trainer Peter Neururer in der Pause seinen Spielern gegeben hatte. Das Kleeblatt-Team spielte alles andere als erstligareif. Diffuse Abgaben und verstörte Aktionen. Da macht das Zusehen wenig Spaß. Die knapp 11 000 Zuschauer im Bochumer Stadion saßen mit schmerzverzerrten Gesichtern da. Und so ähnlich muss ich hier in Fürth vor dem Bildschirm auch ausgesehen haben.
Knapp vor Schluss musste man noch befürchten, dass den Bochumern der Ausgleich gelingt. Aber Dank des Tores von Ilir Azemi (90., Foto), der schon beim 1. FC Köln den Ausgleich geschossen hat, gewannen die Fürther mit 2:0. Ein Resultat, das besser aussieht, als die Leistung tatsächlich war.
Aber so hat die SpVgg mit drei Punkten ihren zweiten Tabellenplatz konsolidiert. Am kommenden Sonntag, 16. März, empfängt das Kleeblatt den 1. FC Union Berlin in der Trolli ARENA: The show must go on… Wir hoffen auf ein ähnliches Ergebnis wie heute. Aber auf ein schöneres Spiel.

Immerhin: Unentschieden beim 1. FC Köln

Bon, jetzt haben wir ihnen ihren heißgeliebten Karneval erst mal verdorben. Die Stimmung im Rhein-Energie-Stadion bei über 45 000 Kölner Fans war nach dem überraschenden Ausgleichstor von Ilir Azemi in der 86. Minute auf dem Nullpunkt. Die Fans hatten ab der 36. Minute – nach dem Tor von Kevin Wimmer – Oberwasser gehabt und schon mit wildem Fahnengeschwenke und Gesängen ihren vermeintlichen Sieg gefeiert. Verschätzt!

Eigentlich fing die Partie im Spitzenspiel der beiden Toppmannschaften in der Zweiten Liga fürs Fürther Kleeblatt hervorragend an. Schon in der 6. Minute war die erste Chance da, aber Niclas Füllkrug schaffte es leider nicht, die Kugel im Kasten von Keeper Timo Horn zu versenken. In der ersten Halbzeit dominierten die (nach der Brech-Durchfall-Episode in den letzten Tagen) gesundheitlich angeschlagenen Profis der SpVgg den Tabellenführer, bis der mit 1:0 in Führung ging. Aber nach der Halbzeitpause drehte sich alles: Die Kölner kamen perfekt ins Spiel, und es schien sich auf ein weiteres Tor zuzuspitzen. Das blieb dem Fürther Team dann Gott sei Dank erspart.

Kritisieren will ich (mal wieder) das nicht gerade genaue Passspiel der Spielvereinigung. Da gingen Pässe ins Nirwana, Baba ist zwar quirlig und agil, aber er lässt sich ein ums andere Mal Bälle abjagen und läuft sogar komplett ins Leere. Und in puncto „Ecken“ ist das Kleeblatt nicht souverän. Da werden Chancen vergeben, man verzettelt sich, und mehr als einmal musste Kapitän Wolfang Hesl seinen Kasten mit guten Paraden sauber halten.
Insgesamt ein kurzweiliges Spiel, ich bewundere die Kondition der Kleeblätter. Und so ging die Partie verdient 1:1 unentschieden aus. Beide Mannschaften waren szenenweise die bessere. Und sie spielten – wie es sich für den Erst- und Zweitplatzierten der Tabelle schließlich auch gehört – qualitativ auf Augenhöhe. Von uns Greuther-Weibern aus könnten beide Teams am Ende der Saison in die Erste Liga aufstiegen: Der 1. FC Köln und das Kleeblatt. Und mit dieser Perspektive können die Kölner Fußballfans ihren Karneval gerne in vollen Zügen weiter genießen.

Frankfurtcup 2014 – Erster Titel fürs Kleeblatt

Von einem Spaziergang zurück schalte ich gestern Nachmittag den Fernseher – Sportfernsehen –  ein, um mir das Hallenturnier „Frankfurtcup 2014“ anzusehen, bei dem die Spielvereinigung im letzten Januar einen respektablen zweiten Platz gegen die Offenbacher Kickers belegt hatte. Doch das erste Spiel in der FraportArena vor zirka 4000 Zuschauern war schon gelaufen, und wie 2013 hatte das Kleeblatt das erste Gruppenspiel – gestern gegen den FSV Frankfurt – schon mal mit 1:2 verloren. „Das kann ja heiter werden“, denke ich mir. Nach dem „Tatort“ (der witzigerweise auch in Frankfurt spielte) switche ich dann noch mal um auf  „Sport 1“ – und siehe da: Die Spielvereinigung steht im Finale gegen den Lokalmatador, den Erstligisten Eintracht Frankfurt.
Das war dann auch wirklich interessant: Anfangs vor allem wegen Stephan Schröck. Er ist ja inzwischen kein Kleeblatt mehr, sondern bei der Eintracht und mit seinem ungewöhnlichen Haarschnitt sehenswert – und torgefährlich. Aber das erste Tor fürs Kleeblatt schoss nach fünf Minuten Ilir Azemi. Das brachte die Hessen und die lautstarken Fans in Rage. Kurz vor Abpfiff der ersten Halbzeit (zwei Mal zehn Minuten dauert ein Spiel beim Hallenturnier) gelang ihnen dann prompt der Ausgleich. Doch in der zweiten Spielhälfte trumpfte die junge Fürther Mannschaft von Trainer Frank Kramer auf. Tom Weilandt brachte nach knapp 20 Minuten das Kleeblatt wieder in Führung. Und nur eine Minute später setzte Abdul Rahman Baba ein Bilderbuchtor zum 3:1 obendrauf. Da half es dem hessischen Erstligisten auch nichts mehr, dass „Schröcki“ mit allen Mitteln und sehr wild versuchte, für sein Team den Sieg zu erzwingen.  Zwar verkürzte Kempf  in der gleichen Spielminute zum 3:2. Doch dann brachte Niclas Füllkrug  die Spielvereinigung nach 22 Minuten und wenigen Sekunden wieder mit zwei Toren in Front. Und das 4:2 blieb dann auch der verdiente Endstand.
Zum Spieler des Turniers wurde mit Stephan Schröck ein Ex-Kleblatt und aktueller Eintrachtler gewählt. Der dritte Platz ging mit einem 5:2 gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden an Vorjahressieger Kickers Offenbach.

Also: Sportlich eine guter Start für die Spielvereinigung ins Jahr 2014. Und wenn der Kommentator von „Sport1“ Recht behält, dann haben wir gestern im Finale zwei Erstligisten der Saison 2014/15 gesehen.

Wieder 2:0 fürs Kleeblatt – Tabellenführung gesichert!

Auch im zweiten Spiel gewann das Kleeblatt mit 2:0 – wie ich meine: glücklich. Ohne Keeper Wolfgang Hesl hätte die Partie gegen den VfR Aalen eventuell anders geendet. Aber es hat geklappt.

Bei knapp 30 Grad (im Schatten) war das Spiel vor nur 5000 Zuschauern in der Aalener Scholz-Arena eine schweißtreibende Angelegenheit. Schon in der 8. Minute traf Goran Sukalo nach einem Freistoß aus 25 Metern von Tom Weilandt ins Tor, und der Ex-Fürther Jasmin Fejzic musste zum ersten Mal hinter sich greifen. Ein fulminanter Start – doch dann ließen die Kleeblätter spürbar nach. Der VfR hatte einige Chancen, die er – wie das Kleeblatt oft in seiner Erstliga-Saison – nicht verwerten konnte. Für mich war das Duell Robert Lechleiter gegen Hesl bezeichnend für das Spiel. Der Aalener ackerte und griff an, er scheiterte aber permanent am (mal wieder) überragenden Fürther Kapitän, dem Torhüter Wolle Hesl.
Insgesamt agierten die Aalener druckvoller und investierten viel Kraft und Energie. Beim Kleeblatt bibberte ich mehrfach, ob sie es wohl schaffen würden, den Vorsprung zu halten. Beinahe hätte der gerade eingewechselte Nico Zimmermann einen Freistoß für die Aalener verwandeln können.
Letztlich entschieden wurde das Spiel durch das Tor von Ilir Azemi in der 81.Minute. Er machte den Sack zu und damit behält das Kleeblatt nach zwei gewonnenen Spielen und sechs Punkten die Tabellenführung in der Zweiten Liga.

Glücklicher Kleeblatt-Sieg beim VfB Stuttgart

Das heutige Spiel gegen den VfB Stuttgart endete mit einem glücklichen 2:0-Sieg des Kleeblatts. Die Schwaben waren jedoch von Anfang an die bessere Mannschaft, obwohl sie auf ihren Gelb-gesperrten Superstar Vedad Ibisevic verzichten mussten. Aber sie konnten die zahlreichen Chancen einfach nicht verwerten. Ähnlich, wie es dem Kleeblatt in dieser Bundesliga-Saison oft ging. Das Pech des VfB spitzte sich in der 51. Minute zu, als Gotoku Sakai beim Trubel vor dem Fürther Tor ein Eigentor schoss. Dieses 1:0 erinnerte mich fatal an das CL-Eigentor des FC Barcelona in dieser Woche in der Partie gegen den FC Bayern München. Aber heute verdrehte es eigentlich die realen Kräfteverhältnisse. Obwohl – und das will ich deutlich betonen: Das Kleeblatt war taktisch diszipliniert, hatte eine ausgesprochen gute Abwehr, und man merkte der Mannschaft wirklich nicht an, dass sie moralisch – nach dem sicheren Abstieg – eigentlich am Ende sein müsste.
Nein, die Fürther kämpften vielmehr mit Bravour und hatten gerade in der zweiten Halbzeit einige gute Chancen. Richtig spannend wurde es für die ca. 800 angereisten Kleeblattfans (insgesamt 48.300 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena), als es in der 74. Minute zu einer schwer durchschaubaren Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann kam: Rote Karte für Antonio Rüdiger wegen Nachtretens gegen Felix Klaus – und ein Elfmeter für die Spielvereinigung. Bernd Nehrig legte sich den Ball zurecht, schoss schwach, und der Stuttgarter Keeper Ulreich wehrte erfolgreich ab. Kein Tor.
Dann konnte Ilir Azemi nur neun Minuten, nachdem er für Felix Klaus eingewechselt worden war, doch noch ein zweites Tor erzielen: Fürstner spielte einen Pass auf Prib, der war frei vor Ulreich und gab an den mitgelaufenen Azemi ab, der ins leere Tor traf.
Ein glücklicher Sieg für die Spielvereinigung in einem zeitweise kuriosen Spiel. Egal, drei Punkte, und das ist mal wieder ein gutes Gefühl für das Kleeblatt und uns Fans. Nächste Woche kommt der SC Freiburg in den Ronhof – wir hoffen ja nach wie vor auf den ersten Heimsieg!