Wer kennt Mitglieder dieser Mannschaft?

Ich habe vor ein paar Wochen hier schon über ein Buch geschrieben, das in meiner derzeitigen Wahlheimat in Italien, in Bolsena, über die Geschichte der hiesigen Fußballmannschaft erschienen ist. Nun möchte ich den beiden Autoren, Paola und Claudio Galli, bei einem Anliegen helfen.

Die beiden suchen Überlebende der deutschen Mannschaft (siehe Foto), die hier in Bolsena im Sommer 1944 gegen eine Mannschaft aus Italienern gespielt hat: deutsche Soldaten auf der Durchreise, die bald an die Front weiterziehen mussten. Es ist klar, dass die Mitglieder dieser Mannschaft inzwischen so um die 90 Jahre alt sein müssten, und einige von ihnen dürften den Krieg auch gar nicht überlebt haben. Aber wer weiß – vielleicht gibt es ja wirklich noch Überlebende von damals. Oder auch Angehörige, zum Beispiel Töchter oder Söhne, denen ihre Väter von ihren (Kriegs-)Erlebnissen in Italien erzählt haben. Die Buchautoren würden gern auch mit den Nachfahren in Kontakt treten – vielleicht kommt es ja sogar irgendwann zu einem Besuch hier in Bolsena!

Wer also damals selbst dabei war oder jemanden kennt, der im Sommer 1944 als Soldat hier war, kann sich an folgende E-Mail-Adressse wenden:

paolacloude@alice.it

Natürlich ist es auch möglich, Namen und Adressen in einem Kommentar in unserem Greuther-Weiber-Blog zu hinterlassen, dann stellen wir den Kontakt her. Es wäre toll, wenn sich jemand finden würde, aber natürlich wird das aufgrund der vielen Jahrzehnte, die inzwischen vergangen sind, nicht einfach. Wir wünschen den Autoren bei der Suchaktion auf jeden Fall viel Glück!

Ein Blickfang vor der Haustür in Bolsena?

Greuther-Weib „uwo“ ist ja seit fast drei Wochen in Italien und kommentiert das nächste halbe Jahr in unserem Blog von dort Fußball aus der Perspektive einer Frau. So z.B. ein Spiel zwischen der bolsenesischen Heimmannschaft und einem Team aus der Gegend von Rom. Und schreibt natürlich in „Attenti al lupo, Achtung,Wolf!“.

Von hier aus möchte ich jetzt einen Deko-Tipp nach Latium schicken. Wie wäre es mit einem Kleeblatt-Fußabstreifer vor der Eingangstür? Denn ab sofort können alle Fans der Spielvereinigung ihre Gäste mit einer Kleeblatt-Fußmatte empfangen. Dieser „Abstreifer“ ist ein echter Blickfang und wird auch italienische Gäste bestimmt in Verzückung versetzen. Die Fußmatte ist 60 x 40 cm groß, aus waschbarem Velours und kostet 19,95 Euro.

Und für alle Sammler von Kleeblatt-Fanartikeln gibt es eine weitere Neuigkeit: Jetzt kann man den neuen Kleeblatt-Fotoball mit den Abbildungen aller Spieler aus der Rückrunde der laufenden Saison erwerben. Der dekorative Mannschaftsball 2013/2014 kostet 24,95 Euro.
Erhältlich sind alle neuen Fanartikel in den Fanshops Greuther Teeladen, bei Franken Ticket am Fürther Kohlenmarkt und natürlich auch bequem von zu Hause aus über den Online-Shop (von da habe ich auch das Foto).
Und wenn „uwo“ wirklich die Kleeblatt-Fußmatte möchte, dann könnte man ohne Problem eine Art „Carepaket“ aus Fürth nach Italien schicken. Vielleicht noch mit einer neuen großen Portion fränkischer Bratwürste. Dieses Mal – zum Geschmacksvergleich – vielleicht mit Grillroastern von der Zirndorfer Metzgerei Schäfer?

Leider nur 0:0!

Schön, in meiner vorübergehenden Heimat Bolsena von den Erfolgen des Kleeblatts zu hören bzw. zu lesen! Hoffen wir mal, dass es in den nächsten Wochen so weitergeht mit der Spielvereinigung!

Italien ist ja nun aber Gott sei Dank nicht gerade die Diaspora des Fußballs, und so muss ich hier nicht darben, was das Thema „calcio“ angeht. Die großen Spiele kann man natürlich im Fernsehen verfolgen, aber mich interessiert viel mehr, wie sich die Mannschaft von Bolsena so schlägt. Und da sie gestern zum ersten Heimspiel während meines bisherigen Aufenthalts im hiesigen „campo sportivo“ angetreten ist, habe ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mir das Spiel Virtus Bolsena gegen Boreale (bei Rom) anzuschauen.

Virtus Bolsena (über die Mannschaft ist ja gerade ein Buch erschienen) spielt im „campionato di promozione“ in der Klasse „girone B“, was in etwa der Kreisklasse entspricht. Die traditionellen Farben der Mannschaft sind Gelb-Rot. Da muss ich mich als Kleeblattfan natürlich erst noch umgewöhnen, aber das dürfte kein großes Problem sein. Von der Tribüne auf dem „campo sportivo“ aus hat man nicht nur einen guten Blick aufs Spielfeld, sondern auch eine ansprechende Aussicht auf die herrliche Landschaft (siehe Foto).

Das Spiel gestern war jetzt nicht so prickelnd – es endete torlos 0:0. Bolsena liegt damit jetzt auf Platz 7, der Gegner auf Platz 9. Interessant war allerdings das Auftreten von Schiedsrichter („arbitro“) Ravaioli aus Tivoli. Er schien mir – und nicht nur mir, den Reaktionen auf der Tribüne nach zu urteilen – doch ziemlich parteiisch oder zumindest überfordert zu sein. In der 37. Minute stellte er den Virtus Bolsena-Spieler Pellegrini vom Platz – keiner wusste, warum. Wie sich herausstellte, war es wegen Beleidigung. Die Mannschaft von Bolsena ließ sich aber nicht beirren und spielte auch mit zehn Mann vor allem in der zweiten Halbzeit mehr Chancen heraus als der Gegner. Allerdings gab der „Unparteiische“ ein Tor für Bolsena nicht, er hatte wohl Abseits gesehen. Von meinem Platz aus konnte ich nicht genau beurteilen, ob zu Recht oder nicht. Die Zuschauer aus Bolsena jedenfalls murrten immer lautstärker gegen den Mann und verabschiedeten ihn mit wüsten Beschimpfungen. Da hätte ich gern mehr verstanden – aber dafür reicht mein Italienisch leider längst nicht.

Die Geschichte einer stolzen Mannschaft

Die Liebe zum Fußball verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Das hat sich schon nach einigen Tagen meines Aufenthalts in Bolsena wieder einmal gezeigt. Im Teatro San Francesco am Hauptplatz von Bolsena, der Piazza Matteotti, fand eine feierliche Veranstaltung statt: die Präsentation des Buches „Quando c´era la Vulsinia“, in dem die beiden Autoren Paola und Claudio Galli die Geschichte des Fußballs in Bolsena seit den 1940er Jahren Revue passieren lassen. Die Gemeinde von Bolsena hat die Veröffentlichung des Werks ermöglicht, deshalb war auch Bürgermeister Paolo Dotarelli (im Bild links neben den beiden Autoren) da und hat ein paar feierliche Worte gesprochen, ebenso wie offizielle Repräsentanten verschiedener Fußball-Organisationen der italienischen Region Latium.

In dem Buch rekapitulieren Paola und Claudio Galli eine Geschichte voller Leidenschaft, die an einem sonnigen Tag im Juli 1944 begann: Auf dem Sportplatz von Bolsena spielten Italiener gegen Deutsche – die meisten von ihnen Soldaten auf der Durchreise, die hier noch einmal beim Fußballspielen Spaß haben durften, bevor sie bald darauf an der Front umkamen. Am 11. März 1947 war es dann so weit: Der Fußballverein mit dem Namen U.S. Vulsinia wurde aus der Taufe gehoben. Ein Spieler von damals, Antonio Cardarelli, trifft sich übrigens heute noch jeden Tag mit anderen älteren Männern in der „Bar Centrale“ an der Piazza Matteotti; Cardarelli ist mittlerweile 83 Jahre alt und noch ziemlich fit.

Auch Paola und Claudio Galli sind mit viel Leidenschaft ans Werk gegangen, haben Geschichten über den Fußball in ihrem Ort zusammengetragen und daraus nicht nur ein Buch über Fußballgeschichte, sondern auch über die Geschichte von Bolsena seit den 40er Jahren gemacht. Hunderte von alten Fotos, Dokumenten und Zeitungsartikeln haben sie gesichtet, sortiert und liebevoll zusammengestellt.

Die Mannschaft von Bolsena hat während der vergangenen Jahrzehnte glorreiche Zeiten erlebt, vor allem in den 60er Jahren, in denen sie Vereine aus der ganzen Gegend an die Wand spielte. Das alles wird in dem Buch wieder gegenwärtig. Das Teatro San Francesco war bei der Buchpräsentation bis zum letzten Platz besetzt, eine Reihe ehemaliger Mitglieder der „squadra“ waren da und erzählten Anekdoten von früher. Fast der ganze Ort kam zusammen, man schaute sich die alten Fotos an und schwelgte in Erinnerungen. – Für mich war dieses Ereignis ein wunderbarer Beginn meiner Zeit in Bolsena!

 

Heute: Fußball satt für Fürther Fans

Heute ist für Fürther Fußballfans ein echt cooler Abend. Zuerst spielt ab 18.30 Uhr die Spielvereinigung zu Hause in einem Testspiel gegen den Erstligisten 1. FSV Mainz 05. Das verspricht eine heiße Partie zu werden. Trainer Frank Kramer wird einige Kleeblattspieler einsetzen, die bisher nicht so oft zum Zuge kamen, um deren Fitness und aktuellen Leistungsstand auszuprobieren. Die Abendkasse öffnet um 17.30 Uhr. Vorher gibt es die Tickets für das Spiel an den bekannten Vorverkaufsstellen. Für das Freundschaftsspiel werden nur die Gegengerade und die Nordtribüne geöffnet, dementsprechend erfolgt der Zutritt ebenfalls nur über den Eingang Nord.

Und dann muss man im Schweinsgalopp nach Hause gehen bzw. fahren – und einmal nicht in der Gustavstraße feiern. Denn ab 20.45 Uhr spielt die deutsche Nationalmannschaft gegen Italien. Darauf freue ich mich natürlich besonders. Wer unseren Greuther-Weiber-Blog verfolgt, der weiß, dass mein Herz schon lange für die Squadra Azzurra schlägt. Und die Begegnungen zwischen unserer Nationalelf und der italienischen Mannschaft sind immer für Überraschungen gut. Heute steht übrigens auch wieder der Torwart-Dinosaurier Gianluigi Buffon im italienischen Tor. Und der „Bad Boy“ Mario Balotelli wird hoffentlich nicht wieder für Ärger sorgen.

Also: Macht Euch zuerst auf den Weg zum Ronhof. Und legt nach den Kleeblatt-Spiel einen Zahn zu, um rechtzeitig zu den italienischen und deutschen Nationalhymen vor dem Fernseher zu sitzen! Zum Einstimmen: Hier ist ein Ausschnitt von der EM 2012:
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Kleeblatt-Feeling in italienischem Ambiente

Nach arbeitsintensiven und aufregenden Monaten war Urlaub angesagt. Auch bei uns Greuther-Weibern. Ziel war ein kleiner idyllischer Ort an einem Vulkansee im italienischen Latium, ca. 100 km nördlich von Rom. Hier in Italien – schon immer eine Hochburg des Fußballs – hat man Zeit und Distanz, über vieles nachzudenken. Und man lässt sich auch die vergangene Saison der Spielvereinigung noch mal in aller Ruhe durch den Kopf gehen: Nach dem lang ersehnten Aufstieg in die Erste Liga kam nach 34 Spielen der herbe Abstieg als Tabellenletzter. Aber das ist Schnee von gestern!
Beim Baden im See erinnerte ich mich an eine witzige Plakataktion des Vereins mit den Handtüchern auf dem Liegestuhl: „Wenig Spaß und anstrengende Gäste – Nächstes Jahr fahren wir woanders hin!“ Das habe ich mir dann gleich als Motiv genommen, um mein weiß-grünes Badetuch vor mittelalterlicher Kulisse zu dekorieren. Denn echte Fürther Fans stehen ja auch in der Ferne zu ihrem Verein und zeigen Flagge (siehe Foto).
Hoch erfreut war ich auf meiner Rückfahrt aus Italien natürlich über das Ergebnis beim ersten Spiel am Sonntag im Fürther Ronhof, das ich im Autoradio hörte. Wieder Zweite Liga und das Kleeblatt gewinnt mit 2:0 gegen den Aufsteiger Arminia Bielefeld. Verdient – einmal mehr war der neue Kapitän Wolfgang Hesl der absolute Crack auf dem Platz. Greuther-Weib Sabbel hat darüber gebloggt – lieben Dank für Dein Engagement!
Jetzt kann’s also wieder mit voller Kraft losgehen. Ich freue mich darauf und bin schon gespannt auf viele schöne Spiele und Siege!

Heulen und Zähneklappern? No!

Was haben wir  gestern Abend alles durchgemacht? Viele Kleeblatt-Fans, die sonst freudig zum Ronhof pilgern, trafen sich zum Public Viewing auf der Billinganlage oder – atmosphärisch natürlich unschlagbar – auf der komplett überfüllten Freilichtbühne im Fürther Stadtpark. Die Stimmung war erst mal gut, bis „Bad Boy“ Mario Balotelli Tor Nummer Eins und nicht viel später den nächsten Treffer für die Squadra Azzurra schoss. Wer die Greuther-Weiber aufmerksam liest, weiß, dass ich erklärter Fan der italienischen Nationalmannschaft bin, und es mir insbesondere deren Keeper Gianluigi „Gigi“ Buffon angetan hat (er ist neben Iker Casillas übrigens der einzige Torwart, der in seiner Karriere viermal zum Welttorhüter des Jahres gekürt wurde). Gestern war Begeisterung für das deutsche Team angesagt und ich musste mich bei meinen Fußball-Freunden/-innen mit Komplimenten für den Torwart zurückhalten. Aber er war doch wirklich: Saugut.
Egal, das Ergebnis des Halbfinales kennt inzwischen jeder. Die Stimmung im Stadtpark war – auch infolge der starken Regengüsse – mehr als auf dem Hund. Ich habe mir heute – ganz im Geheimen – vorgenommen, das Beste daraus zu machen: Ich werde am Sonntag mein Italientrikot anziehen, ein Glas Rotwein trinken und – ganz gemütlich und relaxt – bei mir zu Hause das EM-Endspiel zwischen Spanien und Italien ansehen. Und da kann ich dann – endlich mal wieder mit guten Gewissen – für die Azurblauen und deren gigantischen Keeper Gigi Buffon zittern! Einverstanden?

Weiß-Grün macht noch kein Italien

Endlich zeigt dieser Sommer, dass er auch ein bisschen wärmer kann: Rechtzeitig zum Heimspiel gegen Dynamo Dresden scheint die Sonne über dem Ronhof, am Horizont allerdings hängen drohend ein paar dunkle Wolken – hoffentlich kein böses Omen? Am Mittag verstopfen die Kleeblatt-Fans auf dem Weg zur Trolli-Arena die Straßen. Ganze Busse voller Fußballbegeisterter, Motorroller, geschmückt  mit weiß-grünen Fähnchen  – da kommt fast Italien-Feeling auf!

Unter solchen Voraussetzungen kann man sogar großzügig drüber hinwegsehen, dass ein Einsatzfahrzeug der Polizei, die in der Innenstadt Ausschreitungen der Fans aus Sachsen verhindern soll,  gegen die Einbahnregelung in der Friedrichstraße verstößt. Offenbar haben sich einige Beamte geistig ebenfalls schon in den Urlaub verabschiedet. Möglicherweise liegt es auch an der fehlenden Ortskenntnis – das Fahrzeug hat eine Münchner Autonummer. (Oder haben die alle Polizeiautos? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht; muss mal unseren Polizeireporter in der „Nürnberger Zeitung“ fragen.)

11 000 Zuschauer in der Trolli-Arena, na das ist doch ganz anständig für den Anfang und dafür, dass wir Sommerferien haben und mancher Kleeblatt-Fan verreist sein dürfte. Weniger schön dagegen: Das dichte Polizeiaufgebot vor dem Stadion. Das muss aber wohl sein – den Hardcore-Fans aus Sachsen eilt ein miserabler Ruf voraus. Und tatsächlich, gegen Ende des Spiels, nachdem die Dynamo-Elf zwei Rote Karten gesehen hat und ihr Trainer Ralf Loose vom Schiedsrichter auf die Trbüne verbannt worden ist, zündet der Dresdner Block eine Rauchbombe, und bald darauf folgt die nächste! – So was brauchen wir in Fürth nicht! Wir sind schließlich die sicherste deutsche Großstadt!! Und unser Kleeblatt ist einer der fairsten Fußball-Clubs!

Der 1:0-Sieg der Fürther (Torschütze: Olivier Occean) gegen Dresden bleibt am Ende allerdings unbefriedigend. Schon in der ersten Spielhälfte war Weiß-Grün eindeutig die bessere Mannschaft, ließ sich allerdings eine Chance nach der anderen entgehen. Und nach der Pause konnte das Kleeblatt nicht einmal die Überzahl von elf Mann gegen neun auf der Seite der Sachsen in Tore für sich ummünzen. Das muss Trainer Mike Büskens doch schier in den Wahnsinn getrieben haben! (Uns Greuther-Weiber übrigens auch!) Gut – Sieg ist Sieg, aber etwas deutlicher hätte er schon ausfallen müssen unter diesen Voraussetzungen. So ist das überschwängliche Italien-Feeling, das wir vor dem Spiel empfunden haben, letztlich wieder verflogen. Aber Italien hat ja auch die Farben Grün-Weiß-Rot – und wir Fürther halt doch nur Grün-Weiß (respektive Weiß-Grün).