Mit Optimismus ins weiß-grüne Fußballjahr 2018

Jahresrückblicke haben oft so was Besserwisserisches. Da wird erklärt, was man hätte besser, anders oder schöner machen können. Und in Jahren, die nicht besonders glücklich und erfolgreich waren, hat ein Blick zurück sogar deprimierende Züge. Diesem Gefühl kann ich mich nur schwer entziehen, wenn ich meine Rückblicke im Greuther-Weiber-Blog auf vergangene Jahre durchlese. „Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt“ titelte ich im Dezember 2012 – trotz des Aufstiegs in die Bundesliga. Dann: „2013 war ein zwiespältiges Jahr für Kleeblattfans“, im Dezember 2015 riskierte ich den „Blick zurück mit Daisy“, unserem Tierorakel. „Kopf hoch: 2017 wird auf jeden Fall besser“ prognostizierte ich dann Ende 2016. Nein, im Dezember 2017 machen wir es anders. Die Spielvereinigung hat es verdient, dass man auch als kritisches Greuther-Weib die positiven Komponenten betont.

Mit dem Neubau der Haupttribüne und ihrer Verlängerung wurde rund um den Sportpark Ronhof | Thomas Sommer im vergangenen Jahr ein großes Projekt in Angriff genommen. Überdimensioniert oder ein Muss, wenn man im modernen Profi-Fußball bei Sponsoren und lukrativen Unterstützern eines Vereins punkten möchte? Ich glaube: Das Projekt war ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Mannschaft hat sich nach der Trennung von Trainer Stefan Ruthenbeck (der sich inzwischen um das Schlusslicht in in der Bundesliga, den 1. FC Köln, kümmert) und Janos Radoki (bis Ende August 2017 in Fürth)  auf den (seit Anfang September) neuen Coach Damir Buric eingeschworen. Der hatte und hat es bestimmt nicht leicht, denn die Resultate der 18 bisherigen Zweitligaspiele sind alles andere als gut. Das Kleeblatt rangiert aktuell mit 18 von möglichen 54 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. Aber: Mit einer gefühlten Tendenz nach oben. Denn die einzelnen Spieler haben durchaus Potenzial und versuchen, ihr Können und ihre Erfahrung in den einzelnen Partien auszuspielen.

Seit wenigen Wochen ist Rachid Azzouzi nach fünf Jahren wieder Sportdirektor der Spielvereinigung. Von ihm erhofft man sich Taten und Entscheidungen, richtige Entscheidungen. Wer in der Winterpause gehen und – noch wichtiger – kommen wird, das wird sich zeigen. Das Kleeblatt ist neben Jahn Regensburg das einzige Zweitliga-Team, das nicht in den Genuss eines Trainingslagers im Ausland kommt. Die Kleeblätter trainieren ab Mittwoch, 3. Januar, in Fürth. Geplante Testspiele: 5. Januar bei Bayer Leverkusen, am 17. Januar gegen SV Darmstadt 98. Die Saison 2018 startet am Mittwoch, 24. Januar, mit der Auswärtspartie bei Arminia Bielefeld, dann bleiben der SpVgg noch 16 Spieltage, um sich vom Abstiegsplatz nach oben zu kämpfen. Ich denke mal, das ist zu schaffen. (Das Lokalderby gegen den 1. FC Nürnberg steigt am Samstag, 3. März 2018, um 13 Uhr im Max-Morlock-Stadion.)

Wenn sich die Kleeblattfans in den kommenden Monaten verstärkt dazu entscheiden könnten, ins Stadion im Ronhof zu gehen und ihrem Verein lautstark den Rücken zu stärken, dann könnte die Mannschaft nach gewonnenen Partien im Teamkreis vor dem Fanblock feiern (Foto: Sportfoto Zink). Und dann sollte diese bislang desolate Saison doch noch gut zu Ende gehen! Oder nicht?

Kopf hoch: 2017 wird auf jeden Fall besser!

Als am 1. Weihnachtsfeiertag nach so vielen Hiobsbotschaften und dem Abschied von berühmten Stars auch noch George Michael starb, kommentierte die Pop-Ikone Madonna das lakonisch mit „2016 – fuck off!“ („2016 – verpiss‘ dich!“). Dem kann ich mich nur anschließen. Das Jahr 2016 hat für mich nicht gut begonnen und sich dann zum traurigsten, anstrengendsten und schlechtesten Jahr meines Lebens entwickelt.

Auch für die Spielvereinigung war 2016 in sportlicher Hinsicht kein Spitzenjahr. Beim ersten Kleeblatt-Training im Januar 2016 gab Trainer Stefan Ruthenbeck bekannt, dass Publikumsliebling Stephan Schröck mit sofortiger Wirkung vom Training freigestellt wurde. Er spielte daraufhin auf den Philippinen. Sein Wunsch, ab der jetzigen Winterpause nach Fürth und in den Profikader zurückzukehren, war einer unserer meistgelesenen Blogbeiträge  in der Greuther-Weiber-Historie seit Juli 2009.

Das Lokalderby gegen den Club Ende Februar verlor die SpVgg (nach längerer Zeit mal wieder) mit 1:2 durch das Tor des Ex-Kleeblatts Niclas Füllkrug.

Im März konnten wir unseren 777. Beitrag bei den Greuther-Weibern verkünden. Eine Schnapszahl, die wir adäquat feierten. Inzwischen  sind es über 850!

Die Spielvereinigung schloss die Saison 2015/16 mit einem neunten Tabellenplatz ab. Naja.

Dass Ilir Azemi nach seinem schweren Unfall im August 2014 allmählich auf dem Weg der Besserung ist und sogar bei einigen Spielen mit auf dem Platz stand, gehört eindeutig zu den positiven Nachrichten in diesem Jahr. Die Kleeblattanhänger wünschen ihm alles Gute.

Die neue Spielzeit 2016/17 startete im August mit einem Heimsieg gegen 1860 München. Doch schon in den nächsten Begegnungen wurde offensichtlich, was viele immer wieder kritisieren: Das Kleeblatt verschusselt leichtfertig gute Chancen, es fehlt der Biss.

Viele Kleeblattfans lasen im September meine Geschichte über Karola Keil, die seit 70 Jahren Mitglied der Spielvereinigung ist. Das ist wahre Treue!

Im November trennte sich der Verein von Trainer Stefan Ruthenbeck. Er hatte mit seiner ruhigen Art keinen Erfolg und vielleicht einfach nicht den Nerv der Mannschaft getroffen – die sportlichen Ergebnisse ließen zu wünschen übrig. Und der „Neue“ – Janos Radoki – gab mit zwei Siegen in den ersten beiden Begegnungen auf Anhieb einen guten Einstand. Ob und wie er es schaffen wird, das Kleeblatt neu zu motivieren und aus dem Mittelfeld der Zweiten Liga  – aktuell der 12. Platz – hochzupowern, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Sein Vertrag wurde kurz vor Weihnachten bis zum Ende dieser Saison fixiert.

Wir wollen nur einige Schlaglichter auf das vergangene Jahr werfen. Was das neue Jahr bringen wird, wer weiß es? Wir Greuther-Weiber wünschen allen unseren Lesern einen guten Rutsch und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2017. Höhen und Tiefen gibt es immer. Aber wer auch immer dafür zuständig ist, wie Jahre sind: Der- oder Diejenige könnte nach dem letzten schlechten nun ein gutes Jahr folgen lassen.

Blick zurück mit Daisy

Rueckblick_DaisyNur noch wenige Stunden trennen uns vom Jahr 2016.  Ich bin gespannt, was es bringen wird: schöne und emotionale Momente, Glück und Erfolg, traurige Situationen oder Enttäuschungen? Wie auch immer, man muss es nehmen, wie es kommt.

Das Jahr 2015 war für die Spielvereinigung kein allzu positives. Nach einem glanzlosen 0:0-Unentschieden im Derby im Dezember 2014 gegen den Club  hatte das Kleeblatt zum Jahreswechsel 2015 auf einem mäßigen 12. Tabellenplatz überwintert. Und startete im Februar gleich mit einer Niederlage. Frank Kramer musste seinen Hut nehmen, und der Coach mit dem Aufstiegs-Nimbus – Mike Büskens – versuchte erneut sein Glück als Kleeblatt-Trainer. Mit mäßigem Erfolg. Am Ende der Saison gelang es der SpVgg nur durch die schwachen Leistungen der Mit-Abstiegs-Kandidaten, in der Zweiten Liga zu bleiben.

Ab März war das inzwischen berühmt-berüchtigte Tierorakel Daisy zum Einsatz gekommen. Die Labrador-Dobermann-Mischung ist eine interessante Verstärkung der Greuther-Weiber. Hundedame Daisy lag am Anfang mit ihren Prognosen ganz gut, schwächelte dann aber im Laufe der Saison.

Das beste Spiel für mich war im Frühjahr im Ronhof die Begegnung der Frauen-Nationalmannschaft gegen Brasilien. 4:0 gewannen die deutschen Fußball-Mädels. Da konnte man mal mit Hochgenuss bewundern, wie man Fußball spielt.

Im Mai hatte ich dann bei der Eröffnung eines Restaurants in Fürth das Vergnügen, mit Keeper Wolfgang Hesl über seine Zukunft zu diskutieren. Umso größer war dann meine Enttäuschung, als er am Ende der Saison zu Arminia Bielefeld wechselte.

Nachdem Kleeblattfans im Juni „Gemeinsam die beschissene Saison“ weggefeiert hatten, wurden zum Saisonstart 2015/16 die Karten neu gemischt. Mit dem Aalener Coach Stefan Ruthenbeck und einigen vielversprechenden Neuzugängen. Die sportliche Ausbeute war zunächst gut: Das Derby wurde im Ronhof mit 3:2 gewonnen. Auch bei den nächsten Spielen war das Kleeblatt auf der Siegerstraße. Die mündete Anfang Oktober in eine Sackgasse: Beim Spiel gegen den VfL Bochum zur Eröffnung der Fürther Kirchweih. Das Kleeblatt ging zu Hause mit 0:5 unter. Ein Ergebnis, das bei den Partien gegen den SC Freiburg (2:5) und den FC Kaiserslautern (2:4) ähnlich mau war.

Seitdem läuft das Kleeblatt seiner Form, seinem Selbstbewusstsein und dem Erfolg hinterher. Im Moment rangiert es auf einem mittleren, dem 10. Tabellenrang. Und hat nur zwei Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Der nächste Spieltag der Zweiten Liga ist am 6. Februar 2016 gegen den FC Sankt Pauli. Bis dahin muss die Spielvereinigung versuchen, Defizite aufzuholen. Und dann wird sicher auch Daisy wieder in den Startlöchern stehen, um Spielergebnisse richtig vorherzusagen.

Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt!

Morgen geht das Jahr 2012 zu Ende. Für Fürther Fußballfans waren es zwölf Monate im Wechselbad der Gefühle. Der emotionale Höhepunkt war der Aufstieg des Kleeblatts in die erste Bundesliga, depremierende Stimmung durchlebte man seit siebzehn Spieltagen: Die Spielvereingung steht mit neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Hier ein kleiner – ganz persönlicher – Jahresrückblick der Greuther-Weiber:

Im Januar konnten wir unseren 300. Blogbeitrag feiern. Und berichteten am 10. Januar, dass Gerald Asamoah ab sofort zum Kleeblatt-Team gehört. Ein taktisch kluger Schachzug von Trainer Mike Büskens: Der leidenschaftliche Stimmungsmacher Asa sollte in den folgenden Monaten zur wichtigen Figur im Aufstiegskampf avancieren.
Im Februar fand – nachdem man im Dezember den „Club“ im DFB-Pokal besiegt hatte – eines der wichtigsten Spiele des Kleeblattes statt: Im DFB-Pokal schafften es die Fürther, den TSG Hoffenheim mit 1:0 zu schlagen und sich damit für das Pokal-Halbfinale zu qualifizieren.
Der März war dann von eben diesem Spiel geprägt. Gemeinsam mit dem „Feind in meinem Haus“ – mit ihr machte ich ein Interview für Antenne Bayern – erlebten wir das legendäre Spiel gegen den späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund im Ronhof. Unglücklich verlor die SpVgg die spannende Partie mit 0:1. Dem Hype um das Kleeblatt tat das allerdings keinen großen Abbbruch.
Einen der schönsten Abende des Jahres 2012 erlebten wir am 16. April: Nachdem Dynamo Dresden das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen hatte, war es klar, dass die Spielvereinigung aufsteigt. Um 23 Uhr feierten Hunderte begeisterte Kleeblattfans in der Fürther Gustavstraße, die Mannschaft war dabei, und man wusste: Endlich tragen die Unaufsteigbaren diese Bezeichnung nicht mehr zu Recht.
Im Mai machte das Kleeblatt den Aufstieg dann auch offiziell perfekt – sogar als Tabellenerster. Coach Mike Büskens entschied sich nach längerem Zögern, noch ein weiteres Jahr in Fürth zu bleiben und die Mannschaft in die erste Liga zu begleiten. Vielleicht hat ihn und seine Familie unser persönlicher Brief an Frau Büskens ein wenig bei der Entscheidungsfindung beeinflusst?
Im Juni war Fußball-EM, die SpVgg erhielt einen Sportpreis, man munkelte, dass Torjäger Olivier Occean das Kleeblatt verlassen könnte.
Dieser sportliche GAU bestätigte sich dann im Juli. Das Kleeblatt war ab jetzt auf der Suche nach einem Stürmer, eine Schulklasse machte sich stark für „ihren“ Verein.
Im August startete die Erstligasaison mit dem Spiel gegen Angstgegner Bayern München im Ronhof. Die Fußballcracks gewannen mit 3:0, und ich schrieb damals in meinem Blog: „Das Team der Spielvereinigung ist motiviert und hat Potenzial, die erste Halbzeit war vielversprechend, dann dominierten leider die Bayern. Und: Die Stimmung in der voll besetzten Trolli ARENA war super und macht Lust auf die nächsten Begegnungen.“
Und so sollte es ab jetzt bleiben. Deshalb wollen wir die nächsten fünf Monate nicht mehr im Detail durchackern. Nicht, weil die Greuther-Weiber schreibfaul wären. Nein, wir wollen nicht noch weiter Salz in die Wunde streuen. Siebzehn Spiele in der Hinrunde, mit dem ernüchternden Resultat: ein Sieg, sechs Unentschieden und zehn verlorene Partien. Wir hoffen immer noch: Das Potenzial wäre da, aber der Verkauf von Olivier Occean an Eintracht Frankfurt war der Kardinalfehler des Vereins. Ohne einen schlagkräftigen Stürmer, einen „Knipser“, der Tore schießt, wird es schwer fürs Kleeblatt in den 17 Spielen der Rückrunde.
Unser Fazit: 2012 war eines der wunderbarsten und gleichzeitig auch eines der enttäuschendsten Jahre für Kleeblattfans. So viel steht fest!