Der neue Mann im Ronhof heißt Damir Buric

Nach dem gestrigen Abendessen in der Fürther Gustavstraße mit Freunden genügte ein Blick aufs Smartphone, das verkündete: Fürth hat einen neuen Trainer: Buric. – „Wer um alles in der Welt ist Buric?“, schoss es mir durch den Kopf. Und wieso veröffentlicht die Spielvereinigung diese wichtige Neuigkeit am späten Samstagabend?
Ganz verschiedene Traineroptionen wurden ja seit der abrupten Trennung von Janos Radoki am 28. August gehandelt, gestern sind dann die Würfel gefallen: Der neue Cheftrainer heißt Damir Buric. Der Kroate kommt vom FC Admira Wacker aus Österreich und erhält beim Kleeblatt einen Vertrag bis Sommer 2019. Da mir der Verein auf Anhieb nicht viel sagt, habe ich recherchiert:

„Der Fußballklub Flyeralarm Admira Wacker Mödling, Kurzname FC Flyeralarm Admira, bekannt als FC Admira Wacker Mödling, ist ein österreichischer Fußballverein aus der niederösterreichischen Marktgemeinde Maria Enzersdorf, der seit der Saison 2011/12 wieder in der österreichischen Bundesliga spielt. Der Verein trägt seine Heimspiele in der Maria Enzersdorfer BSFZ-Arena aus, die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß-Rot.“ (Wikipedia)

Aha. Die offizielle Verpflichtung des 53-Jährigen wollte man offenbar nicht vor dem Ende der Begegnung zwischen Admira und dem SV Mattersburg bekannt geben; Admira hatte einen 5:0-Sieg beim Tabellen-Vorletzten der österreichischen Bundesliga erzielt.
Damir Buric kehrt nach etwas mehr als neun Monaten – unter ihm hat die Admira die Saison 2016/17 auf Platz sechs beendet – nach Deutschland zurück. In der deutschen Bundesliga war er bereits als Co-Trainer beim SC Freiburg, Bayer Leverkusen und Werder Bremen tätig. „Damir Buric kennt den deutschen Fußball und die erste und zweite Liga. Er hat viele Erfahrungen als Trainer und als Spieler gesammelt und deshalb sind wir davon überzeugt, dass er uns dabei unterstützen wird, aus dieser schwierigen Phase herauszukommen“, so Kleeblatt-Präsident Helmut Hack auf der SpVgg-Website (der haben wir auch das Foto entnommen).
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Kleeblatt schickt Trainer Radoki in die Wüste

Vier Spiele in der neuen Saison 2017/18, vier Niederlagen – die Spielvereinigung rangiert mit null Punkten am Tabellenende. Heute hat die Vereinsführung die Konsequenzen gezogen und sich von Trainer Janos Radoki getrennt. Man habe sich – so auf der Kleeblatt-Website zu lesen – „darauf verständigt, dass auf der Trainerposition neue Ansätze gefunden werden sollen, damit die SpVgg Greuther Fürth so schnell wie möglich in die Erfolgsspur zurückfindet“.
„Es ist schade, dass wir den Weg mit Janos nicht fortsetzen können. Aber am Ende geht es um die Zukunft des Vereins, der über allem steht“, so Präsident Helmut Hack. Und Direktor Profifußball Ramazan Yildirim dankt Radoki für die geleistete Arbeit und wünscht ihm für seinen weiteren Weg als Trainer alles Gute. Bis auf Weiteres wird Co-Trainer Mirko Dickhaut das Training der Lizenzmannschaft leiten.

Nach der Niederlage am vergangenen Freitag gegen den FC Ingolstadt wurde schon in allen Sozialen Netzwerken heftig darüber diskutiert, wo die Gründe für die miserablen Leistungen des Kleeblatts zu suchen sind. Fehlen gute, erfahrene Spieler, die sich auch mal etwas trauen? Oder sollte man – dieser Meinung waren nicht wenige – Trainer Janos Radoki schnellstmöglich aus seiner Verantwortung entlassen? Er habe – so war bei Facebook häufig zu lesen, den Kontakt zu seinen Spielern verloren und als Trainer einfach keine gute Arbeit geleistet.

Ich muss sagen: Janos Radoki hat nach der Entlassung von Stefan Ruthenbeck am 21. November 2016 einen guten Job gemacht. Er setzt konsequent und trotzdem fair sein Konzept um. Meiner Meinung nach hätte man abwarten sollen und ihm noch einige Spieltage Bewährungsfrist geben können. Oder was meint Ihr?

Jämmerlich: Gegen den Absteiger zu Hause verloren

Ganz sicher war ich mir heute, dass die Spielvereinigung gegen den schon feststehenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC nicht verlieren wird. Übermütig hatte ich mit einem 4:0-Sieg gerechnet. Von wegen! In der 89. Minute trafen die Karlsruher durch Rolim Yann ins Tor von Balazs Megyeri, und so hat das Kleeblatt mit der ersten Heimniederlage unter Coach Janos Radocki (Foto) die Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu klettern, aus eigener Dummheit vergeigt.

Mit vielen Ausfällen musste Trainer Radoki heute seine Mannschaft zusammenflicken, die Youngster Daniel Steininger, Christian Derflinger, David Raum und Patrick Sontheimer waren z.T. in der Startelf und machten keine so schlechte Figur. Trotzdem verging eine halbe Stunde, bis die Kleeblätter durch Steininger (31./35./44.) und Gießelmann (39.) vielversprechende Möglichkeiten hatten. Aber Qualität auf dem Fußballplatz zeichnet sich vor allem durch Abschlüsse, sprich: Tore aus. Und davon war heute im Ronhof nichts zu sehen.

In den zweiten 45 Minuten vereitelte Fürths Keeper Megyeri Chancen des KSC, auf der Fürther Seite versuchten der eingewechselte Mathis Bolly (63./69.), der heute glücklose Serdar Dursun (64.) und Marcel Franke (67.), Möglichkeiten in einen Treffer und drei Punkte umzumünzen. Es klappte in einer niveauarmen Partie einfach nicht! Seelisch hatte ich mich (wie vermutlich die meisten der knapp 8300 Zuschauer) schon auf ein Unentschieden eingestellt, als es dann in der 89. Minute doch passiert: Dem Brasilianer Rolim Yann gelingt es, sich an der rechten Strafraumkante gegen drei Fürther durchzusetzen, er zieht ins Zentrum und schießt aus 16 Metern mit dem linken Fuß aufs Fürther Tor. Megyeri muss konsterniert mit ansehen, wie der Ball vom Innenpfosten in die Maschen geht. Mit diesem Treffer fährt der KSC nach acht sieglosen Spielen in Serie wieder einmal drei Punkte ein, die ihm allerdings nichts mehr nützen. Der Abstieg ist beschlossene Sache.
Am nächsten Sonntag, 14. Mai, fährt die Spielvereinigung nach Hamburg und wird im vorletzten Saisonspiel auf St. Pauli treffen. Ob das Kleeblatt dort gewinnen und dann auf den fünften Tabellenplatz kommen kann, hängt von einigen Faktoren ab: Der 1. FC Nürnberg darf zeitgleich nicht gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen. Und Dynamo Dresden muss gegen den heutigen Sieger, den Karlsruher SC, verlieren. Es wird also total spannend!!!

You’ve Got no Friend In Me

Morgen ist die Winterpause für die Zweite Liga vorbei. Das Kleeblatt tritt um 18.30 Uhr auswärts beim nicht allzu geliebten bayerischen Rivalen TSV 1860 München an. Der Tabellenvierzehnte liegt fünf Punkte hinter den Fürthern (21 Punkte) und will mit seinem neuen portugiesischen Trainer Vitor Pereira die Rückrunde natürlich mit einem Sieg starten.

Nachdem sich bei der SpVgg in der Winterpause wenig wirklich Vielversprechendes getan hat, bin ich auf das morgige Spiel gespannt. Trainer Janos Radoki hat bei seinen Spielern einige krankheitsbedingte Ausfälle zu beklagen: Mittelfeldspieler Jurgen Gjasula arbeitet nach dem Achillessehnenriss mit Power an seinem Comeback. Zlatko Tripic wird beim Kleeblatt noch mehrere Wochen fehlen, der Flügelspieler musste sich einer Operation an der rechten Leiste unterziehen. Schon früher ist mit der Rückkehr von Veton Berisha zu rechnen: Nach einer Entzündung der Fußsehne ist der Norweger schon wieder im Lauftraining und hat auch schon erste Übungen am Ball absolviert. Und Sercan Sararer musste aufgrund eines starken Infektes mit dem Training am Mittwoch aussetzen.
Der Transfermarkt ist noch bis 31. Januar 2017, 18 Uhr, geöffnet. Ob sich der Verein bis dahin entschließt, Verstärkung für die Mannschaft einzukaufen, wird sich zeigen. Eigentlich wollte das Kleeblatt ja noch einen Stürmer und einen weiteren Torwart verpflichten. Im Moment werden die beiden Trainingsgäste Abdisalam Abdulkadir Ibrahim und Sergiy Politylo getestet. Es bleibt also spannend.

Wie gesagt: Freunde werden die Kleeblätter und die Löwen in diesem Leben nicht mehr. Sonst könnten die Fans vor dem morgigen Spiel ja gemeinsam folgenden Song von Randy Newman mit diesem Text anstimmen:

„Du hast in mir einen Freund
Du hast in mir einen Freund
Du hast Schwierigkeiten und ich habe sie auch
Es gibt nichts, was ich nicht für dich tun würde
Wir halten zusammen, wir können es durchstehen.“

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Kiez-Kicker unterschätzt – und prompt 0:2 verloren!

SpVgg Greuther Fürth - FC St. PauliIch mag den FC St. Pauli, wirklich. Aber dass die Spielvereinigung heute das letzte Heimspiel dieses Jahres mit 0:2 verloren hat, das war absolut unnötig und fahrlässig. Die erste gute Chance hatte Mathis Bolly schon gleich zu Beginn des Spiels, er konnte sie nicht verwerten und man hoffte auf mehr. Und was den 10. 000 Zuschauern im Fürther Ronhof dann vom Kleeblatt geboten wurde, war mehr als dürftig.

Eigentlich hätte der Hamburger Kiezclub ja ein machbarer Gegner sein müssen. Er lag mit (zu Anfang der heutigen Begegnung) sieben Punkten am Tabellenende, was für Fürth mit dem neuen Trainer Janis Radoki ein gefundes Fressen hätte sein müssen. Vielleicht hat man es sich zu leicht gemacht? Die Passquote (zugegeben auf beiden Seiten) war verheerend. Vom Kleeblatt ging keine ernsthafte Gefahr aus, ab und zu flackerte mal etwas wie Ehrgeiz auf. Allerdings nur schwach. Aber die Mannschaft, die zum Großteil im gegnerischen Strafraum agierte, waren die Hamburger. Wobei sie fußballerisch Nachteile hatten, zum Beispiel aufgrund ihrer Körpergröße in Kopfballduellen.

Aber es kam, wie es sich angedeutet hatte: In der 64. Spielminute machen die Hamburger dem Drama ein Ende. Waldemar Sobota gibt im Strafraum den Ball zurück auf Aziz Bouhaddouz, der schießt, Veton Berisha versucht sein Bestes und blockt. Aber Bouhaddouz ergattert den Ball ein zweites Mal und trifft ins linke untere Eck. Die Gästeecke jubelt, man ist komplett aus dem Häuschen.
Doch nicht mal nach dem Rückstand kamen die Fürther richtig in die Puschen. Coach Radoki nahm offensive Einwechslungen vor, um den Rückstand zu egalisieren oder sogar noch einen Sieg rauszuholen. Ohne Erfolg! Im Gegenteil: Auf einen Freistoß fürs Kleeblatt in der Nachspielzeit reagiert St. Pauli raffiniert mit einem Konter. Cenk Sahin marschiert alleine auf Khaled Narey zu (Foto), nimmt das Tempo raus, umläuft ihn, bekommt den Ball zurück und macht mit einem eleganten Lupfer über den Kleeblatt-Torwart Balasz Megyeri hinweg das 2:0 für St. Pauli.

Wie gesagt: Ich gönne den Kiez-Kickern den ersten Auswärtserfolg nach langer Zeit, damit endete eine Serie von elf Spielen ohne Dreier. Aber für Janos Radoki war es im dritten Spiel die erste Niederlage. Und mein Fazit: Das Kleeblatt machte es sich heute ehrlich gesagt zu leicht und erkannte nicht, dass auch ein Tabellenletzter imstande ist, alle Reserven zu mobilisieren. Der FC St. Pauli kämpfte heute wie ein verletztes Tier ums Überleben in der Zweiten Liga. Die Mannschaft, Trainer Ewald Lienen und die Fans feiern heute bis zum Umfallen!

Balázs Megyeri ist der Held des Tages

KSC - SpVgg Greuther FürthWie ausgewechselt spielte das Kleeblatt heute beim Karlsruher SC – zumindest in der ersten Halbzeit. Ich hatte Skepsis angemeldet, als sich der Verein von Stefan Ruthenbeck trennte. Ich fand seine ruhige Art wohltuend und traute ihm zu, einen guten Job zu machen. Doch der Erfolg blieb aus – aus welchen Gründen auch immer. Dem neuen Coach Janos Radoki ist es offenbar gelungen, die Mannschaft mit seiner direkten Art (neu) zu motivieren. Nach dem heutigen Auswärtssieg muss ich Abbitte leisten und zugeben: Der Trainerwechsel hat spielerisch etwas gebracht. Zwei Siege in zwei Begegnungen, das ist doch was!

Temporeich startete die heutige Partie vor 10 500 Zuschauern im Wildparkstadion. Und mit dem schnellen Start kamen die Karlsruher überhaupt nicht klar. Das Tor von Khaled Narey in der sechsten Minute war Labsal auf die Seelen der angereisten und daheimgebliebenen Kleeblattfans. Für den KSC wurde es in der 24. Minute dann noch düsterer: Sercan Sararer gibt den Ball in den Lauf von Mathis Bolly, der völlig skrupellos mit links den Treffer macht. Zwei Tore nach noch nicht mal einer halben Stunde!

Der Austausch von Bolly durch Serdar Dursun und Sararer durch Zlatko Tripić leitete eine aufregende Passage ein: Sebastian Heidinger foult Hoffer im Strafraum. Ein klarer Elfmeter, Heidinger bekam noch dazu die Gelbe Karte. Dimitris Diamantakos läuft an und schießt konzentriert ins Fürther linke Eck. Balázs Megyeri tut sein Bestes, hat aber keine Chance – der Anschlusstreffer! Jetzt hieß es hoffen, dass den Karlsruhern weder der Ausgleich oder Schlimmeres gelingt.
In der 90. Spielminute spitzt sich die Lage zu: Bei einem Freistoß klammert Niko Gießelmann seinen Gegenspieler Florian Kamberi. Schiedsrichter Arne Aarnink entscheidet zu Recht auf den zweiten Elfer gegen das Kleeblatt. Doch dieses Mal ist Torwart Megyeri clever: Diamantakos wählt naiverweise dieselbe Ecke, Megyeri reagiert und wehrt den Ball ab. Und auch beim Nachschuss reagiert der Ungar souverän.

Das Spiel endete 2:1 für die Spielvereinigung, sowohl heute als auch in der vergangenen Woche entschied sich die Partie in der letzten Minute zugunsten des Kleeblatts. Damit klettert die SpVgg mit 20 Punkten auf den (aktuell) neunten Tabellenplatz. Das nächste Heimspiel ist am Sonntag, 11. Dezember, ab 13.30 Uhr gegen St. Pauli zu Hause im Ronhof. Die Hamburger konnten heute nur einen Punkt holen und haben in der Zweiten Liga jetzt die Rote Laterne.

Kleeblattfans wollen „ihren“ Schröck zurück

Vor gut zwei Wochen haben wir darüber gebloggt, dass das Kleeblatt-Urgestein Stephan Schröck gerne wieder zurück nach Fürth kommen möchte. Nicht nur für ein paar Tage an Weihnachten, sondern endgültig – seine hier lebende Frau erwartet im März das zweite Kind. Ob Schröck auch zur Spielvereinigung zurückkehren wird, steht allerdings nach wie vor in den Sternen.

Zuletzt lief  „s´ Schröggla“ (wie er auf Fürtherisch gern genannt wird) im Dezember 2015 beim Spiel gegen RB Leipzig im Ronhof auf. Unter anderem wegen Schröcks Weigerung, auf einer Position zu spielen, die der damalige Trainer Stefan Ruthenbeck für ihn vorgesehen hatte, musterten ihn Verein und Coach in der Winterpause aus. Der deutsch-philippinische Fußballer heuerte daraufhin beim FC Ceres La Salle an, dem damals amtierenden Meister der Philippinen. In 46 Spielen in vier verschiedenen Wettbewerben schoss der Mittelfeldspieler 29 Tore. Jetzt will er im Dezember die Südostasienmeisterschaft gewinnen.
Schröcks Vertrag bei der SpVgg läuft noch bis Juni 2018. Wie der Verein mit einer Rückkehr des Publikumslieblings  umgehen würde/wird, weiß niemand. Es bleibt spannend. Vielleicht hat Schröck beim neuen Trainer Janos Radoki sogar bessere Karten als bei Ruthenbeck?

Wir haben im unserem Blog die Leser abstimmen lassen, ob Stephan Schröck nach Fürth zurückkehren soll. Das Ergebnis ist eindeutig: Von (bis heute) 437 abgegebenen Stimmen waren 82 Prozent dafür, dass er wieder zum Team gehören und für das Kleeblatt spielen soll.

Deshalb haben wir mit Stefan Schröck über Facebook Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, wie er auf diesen „Liebesbeweis“ der Kleeblattfans reagiert. Hier die Antwort:

… vielen Dank erstmal, ich bin sehr gerührt und ein bisschen sprachlos, um ehrlich zu sein. Ich komme gerne nach Hause! Und ich freue mich sehr, dass mich nicht wenige noch in ihren Reihen haben möchten 🙂 !!! Wenn der Verein es zulässt, werde ich diese tolle Art von Wertschätzung gerne auf dem Platz zurückzahlen … Liebe Grüße nach Färrd 😊 Schröcky.“

Heimsieg in allerletzter Minute

tripic_radokiIn der allerletzten Spielminute traf der eingewechselte Joker Zlatko Tripic ins Bielefelder Tor und machte den Einstand des neuen Fürther Trainers Janos Radoki zum Erfolg.
„Schau´mer uns des Drama an“, brummelte mein Nachbar im Ronhof kurz vor dem Anpfiff und brachte das auf den Punkt, was sich viele Kleeblattfans insgeheim dachten: Was wird die Entlassung von Stefan Ruthenbeck nützen, den Janos  Radoki beerbt hat? Wird die Mannschaft aufgerüttelt, und begreift sie endlich, worum es geht? Nur 7305 Zuschauer waren im Stadion, wobei es keine Ausreden wegen starker Kälte oder schlechten Wetters gab. Ich hätte mehr erwartet, denn man durfte gespannt sein, was Radoki in nur vier Tagen auf die Beine gestellt hatte, und ob das, was er angekündigt hatte – mehr Aggressivität und Pressing -, so schnell umgesetzt werden konnte.
Kurz gesagt: nein. Und das kann man nach vier Tagen auch nicht erwarten. Aber immerhin gelang es der Spielvereinigung nach einer halben Stunde, das Führungstor zu machen. Nach der Hereingabe von Djokovic landet ein abgefälschter Franke-Kopfball am Bielefelder Pfosten, der Fürther Innenverteidiger kommt nochmal an den Ball und gibt ihn an Nicolai Rapp, der mit Schmackes  ins Tor von Ex-Kleeblatt Wolfgang Hesl schießt. Ein erster Treffer, der auf mehr hoffen lässt.

Nach der Halbzeitpause – und damit früher, als es Ruthenbecks Konzept war – nahm der neue Trainer einen Spielerwechsel vor: Serdar Dursun kam für Ante Vukusic. Oft geht ja ein Ruck durch das Team, wenn Dursun auf den Platz kommt. Aber diesmal wirkte das Kleeblatt weiter eher gedämpft und passiv. Echte Torchancen gab es wenige. Und Arminias Keeper Hesl war – wie auch zu seinen Fürther Zeiten – oft vorne im 16-Meter-Raum, weit entfernt vom Tor und harrte der Dinge, die noch kommen sollten. Was da kam, hatte dann allerdings eher mit dem Schlussmann des Kleeblatts zu tun: Unglücklich spitzelt des 1:0-Tores Nicolai Rapp den Ball in der 77. Minute, nach der Hereingabe von Görlitz, mit dem linken Fuß zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor – Balasz Megyeri chancenlos!

Dann ging es weiter wie so oft in letzter Zeit. Die Zuschauer ärgern sich, dass die Ausbeute für die Spielvereinigung wohl wieder nicht mehr als einen Punkt betragen wird. Diesmal mussten die Fürther gegen den Tabellenfünfzehnten zittern, und die Ostwestfalen drohten sogar noch in Führung zu gehen. „Krieg´n die den Ball amal wech, der Hühnerhauf´n?“, echauffierte sich mein Nachbar erneut und sprach bestimmt manchen Kleeblattanhängern aus der Seele. Die Minuten verrinnen, das Spielende naht. Da gewinnt Serdar Dursun wie aus heiterem Himmel im Mittelfeld zwei Kopfballduelle und legt den Ball Joker Tripic in den Lauf. Der fackelt nicht lange und schlenzt die Kugel Wolfgang Hesl durch die Beine ins Tor. 2:1 in der allerletzten Spielminute, das Kleeblatt im Glück.

Das Ergebnis ist ein guter Start für den neuen Coach Janos Radoki. Er muss sich jedoch jetzt ganz schnell etwas einfallen lassen, um seine Mannschaft konditionell und mental zu puschen. Nach der Devise: Schneller an den Gegner rangehen, sich mehr trauen, konsequenter agieren! Das müssen die Kleeblätter in den kommenden Wochen und Monaten beherzigen. Und dann klappt es auch mit einem guten Tabellenplatz in der Zweiten Liga!

Neuer Trainer soll das Kleeblatt retten

Jetzt ist das eingetreten, was viele Kleeblattfans seit Wochen befürchtet bzw. gefordert haben: Der Verein und Stefan Ruthenbeck gehen künftig getrennte Wege. Das Amt des Cheftrainers übernimmt ab sofort Janos Radoki (Foto). Der 44-jährige arbeitete bisher als U19-Trainer beim Kleeblatt. Der frühere Profi – unter anderem beim FC Augsburg, der SpVgg und dem SSV Ulm – besitzt die Fußballlehrer-Lizenz und leitete zuletzt die Fürther A-Jugend. Co-Trainer ist Mirko Dickhaut, der zuletzt die 2. Mannschaft des SC Paderborn coachte und von 2013 bis 2015 als Co-Trainer im Ronhof aktiv war.

Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen und einer bescheidenen Ausbeute von 14 Punkten aus 13 Partien belegt das Kleeblatt aktuell Rang 13 der Zweiten Liga. Vom Relegationsplatz ist die Spielvereinigung gerade mal drei Zähler entfernt. „Unsere Situation ist kritisch und erfordert es, dass wir uns mit den Problemen auseinandersetzen, und das haben wir gemacht“, erklärte Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball. Präsident Helmut Hack wollte nach der schlechten Partie und der 1:2-Niederlage am Sonntag beim Aufsteiger Dynamo Dresden offenbar schnell die Reißleine ziehen und Fakten schaffen.

Im Sommer 2015 war Stefan Ruthenbeck vom VfR Aalen nach Fürth gekommen. Mike Büskens – mit dem der SpVgg der Aufstieg in die Bundesliga gelungen war – hatte dem Verein nach seiner zweiten Amtszeit den Rücken gekehrt. Stefan Ruthenbeck schien mit seiner ruhigen, bescheidenen, unspektakulären Art genau der Richtige für das Kleeblatt zu sein.  Doch jetzt ist die Zusammenarbeit mit dem 44-Jährigen zu Ende.

Wie nordbayern.de meldet, habe es einige Gespräche zwischen dem Coach und den Verantwortlichen des Kleeblatts gegeben. Schon vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, das die SpVgg noch gewinnen konnte, gab es Gerüchte, dass man die weitere Kooperation mit Ruthenbeck in Frage stellen würde. Vielleicht war es diese Hinhaltetaktik, die Ruthenbeck letztlich dazu bewogen hat, seinen zum 30. Juni 2017 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen. Darüber hat Ruthenbeck die Vereinsspitze jetzt informiert. Darum, und weil man sich einig war, dass es das Beste sei, „wenn es einen neuen Impuls gibt“, hat man sich zur sofortigen Trennung entschlossen. Dies gelte auch für Co-Trainer Michael Schiele, teilte die Spielvereinigung mit.

Wir Greuther-Weiber finden das schade. Sicher war die sportliche Leistung der Spielvereinigung nicht gut, viele verlorene Spiele sprechen für sich. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, dass sich Helmut Hack einen guten Stürmer engagiert? Noch dazu ist der Weggang von Robert Zulj ja absehbar. Ein neuer Trainer von außen könnte es vielleicht schaffen, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht. Aber den Trainerjob mit jemandem aus dem eigenen Haus zu lösen, halten wir für keine ideale Lösung. Bis zur Winterpause wird sich zeigen, wie die Mannschaft mit der neuen Situation umgeht.