Asamoahs aktive Fußballer-Karriere ist zu Ende

Asamoah - LesungGerald Asamoah, eine der Galionsfiguren der Kleeblatt-Aufstiegstour 2011/12 in die Bundesliga hat seine Profi-Karriere nach 18 Jahren definitiv beendet. Am Samstag vor einer Woche stand Asa zum letzten Mal als aktiver Spieler auf dem grünen Rasen, der ihm so viel bedeutet und sein Leben bestimmt hat: Beim Regionalliga-Spiel zwischen der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach II, das Asa’s Mannschaft mit 2:1 gewann.

„Es war eine geile Zeit“, blickt der 36-Jährige in einem Interview des Sportmagazins „kicker“ auf seine Karriere zurück.

„Schalke ist eine Religion, eine große Familie. Und ich bin ein Teil davon geworden. Ich wusste in diesem Verein zu jeder Zeit, dass alle hinter mir stehen und mein Herz hier hingehört. Die Fans haben mich im Laufe der Jahre in ihr Herz geschlossen. Andersherum ist das genauso der Fall. Im Nachhinein kann ich meine Spielzeiten bei anderen Klubs nur als Ausflüge bezeichnen.“

Unvergesslich ist für Kleeblattfans allerdings sein „Ausflug“ zur Spielvereinigung: Asamaoh kam im Januar 2012 nach Fürth und war im Team des damaligen Trainers Mike Büskens einer der Motoren, als es galt, das Image der „Unaufsteigbaren“zu widerlegen. Die SpVgg verpflichtete den Vater von drei Kindern (darunter Zwillinge), und bereits bei seinem Ligapflichtspieldebüt – am 12. Februar 2012 gegen den SC Paderborn – konnte Asamoah zwei Tore zum 5:1-Endstand beitragen. Am Ende dieser Spielzeit gelang dann der heißersehnte Aufstieg der SpVgg in die Erste Liga. Obwohl Asamoah nach dem schnellen Abstieg der SpVgg nach nur einer Saison in der Zweiten Liga oft nur auf der Bank Platz nehmen durfte, war er in der Hinrunde der Spielzeit 2012/13 Stammspieler. Sein zum 30. Juni 2013 auslaufender Vertrag hier in Fürth wurde jedoch nicht verlängert. Schade, dass die Spielvereinigung ihn eher sang- und klanglos verabschiedete. Immerhin hatte Asa in 27 Spielen fünf Tore geschossen.

Wir haben im Greuther-Weiber-Blog mehrmals über Gerald Asamoah geschrieben. zum Beispiel über seinen Auftritt in der Fürther Cömodie, wo er sein Buch „Diese Weg wird kein leichter sein“ vorstellte (Foto). Das war genauso ungewöhnlich wie sein Engagement bei einer Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in der Fürther Geleitsgasse. Asamoah wurde in der „Nacht aller Nächte “ in der Fürther Gustavstraße – als im April 2012 klar war, dass die Spielvereinigung in die Erste Liga aufsteigt, und er im Fenster des „Gelben Löwen“ stand  – zur Stimmungskanone schlechthin. „Derbysieger, Derbysieger“ rief er in die Menge, die vor ihm in die Hocke ging. Gänsehaut pur! Wie sehnen sich die Kleeblattfans heute nach solchen Momenten!

Der 43-malige Nationalspieler, WM-Zweite 2002 und WM-Dritte 2006, läuft am 14. November unter dem Motto „Asa seine letzte Schicht“ zu seinem Abschiedsspiel auf Schalke ein allerletztes Mal auf.
Das ganze Interview mit Gerald Asamoah ist auf kicker-online zu lesen mit – wie ich finde – interessanten Fotos von Asamoahs Karriere.

Good bye, Gerald Asamoah?

Personell tut sich ja im Moment einiges bei der Spielvereinigung. Heinrich Schmidtgal wird beim morgigen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach nicht auflaufen können – er ist verletzt. Torhüter Max Grün, der bei den vergangenen Spielen anstelle von Wolfgang Hesl das Kleeblatt-Tor sauber halten wollte/sollte, ist mehr oder minder auf dem Absprung. Und jetzt munkelt man nicht nur in Insiderkreisen, dass Gerald Asamoah aufhören will.

Im Januar 2012 wurde „Asa“ vom damaligen Kulttrainer Mike Büskens nach Fürth geholt, ich schrieb auch gleich über einen erhofften „Motivationsschub aus Ghana“.  Schnell wurde „Asa“ für viele Fürther und Kleeblatt-Anhänger zu einer der Galionsfiguren bei der „Unaufsteigbar-Tour“. Er stand vor ziemlich genau einem Jahr – als der Aufstieg perfekt war – mit seinen Teamkameraden auf dem Fürther Rathaus-Balkon, ihm wurde zugejubelt. Dort oben (siehe Foto) hat er auch an Mike Büskens die Gretchenfrage gestellt: „Trainer, bleibst Du?“
Asamoah hat uns immer den Eindruck vermittelt, einer der stärksten Motoren in der Mannschaft zu sein. Er wirbelte mit seinen immerhin schon 34 Jahren auf dem Spielfeld herum und war sich nie zu schade, sein Team zu motivieren und nach vorne zu puschen.
Oft haben wir in unserem Greuther-Weiber-Blog über Gerald Asamoah geschrieben, zuletzt über seine Biographie “Dieser Weg wird kein leichter sein”.
Aber in dieser ersten Bundesliga-Saison wurde Asamoah oft erst kurz gegen Ende der zweiten Halbzeit eingewechselt. Und seitdem Mike Büskens nicht mehr Coach der Spielvereinigung ist, wurde es um seinen Ex-Kollegen von Schalke 04 immer stiller.

Jetzt kursiert also das Gerücht, dass Asamoah aufhören wird. Wundern würde es niemanden. Sein Vertrag bei der SpVgg läuft noch bis zum 30. Juni 2013. Aber eines ist klar: Alle fußballbegeisterten Fürther werden mit Dankbarkeit an die Zeit mit Asa zurückdenken. (Auch) ihm haben wir den historischen Aufstieg des Fürther Kleeblatts in die Erste Liga zu verdanken!