Wird das ein Traumtag für Kleeblattfans?

Training SpVgg Greuther FürthEine ganze Stadt steht gewissermaßen in den Startlöchern und freut sich auf den morgigen Tag: Am „Tag der Deutschen Einheit“ eröffnet OB Thomas Jung ab 10.15 Uhr die Fürther Kirchweih auf dem Vorplatz des Stadttheaters. Das alleine ist schon Grund zur Freude. Zu einem besonderen Tag für Kleeblattfans wird der Freitag aber vor allem deshalb, weil abends die Spielvereinigung den FC Erzgebirge Aue zum 9. Saisonspiel im Ronhof empfängt.

In den letzten Begegnungen hat das Kleeblatt ja nicht so ganz den Erwartungen entsprochen: Sicher, der 5:1-Kantersieg gegen den 1. FC Nürnberg und das 3:0 gegen den FC St. Pauli ließen sich sehen. Der hart erkämpfte 2:1-Sieg gegen Kaiserslautern mit Hängen und Würgen war eine Zitterpartie. Aber die 0:2-Niederlage bei den Löwen in München war alles andere als befriedigend. Noch dazu hat sich Torhüter Wolfgang Hesl bei Rettungsversuch des zweiten Tores verletzt. Morgen wird Tom Mickel im Fürther Tor stehen. Für diese Schlüsselposition hat der Verein noch Verstärkung angeheuert: Miro Varvodić wird in Zukunft die Rückennummer 24 haben. Er soll – da Keeper Nummer drei Mark Flekken wegen eines Kreuzbandrisses auch noch länger ausfällt – parat stehen, wenn man für Tom Mickel Ersatz benötigt.
Der sympathische aussehende Miro Varvodić war zuletzt vereinslos. Der 25-jährige kroatische Torwart erhielt bei der SpVgg einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015. Miro Varvodić ist der Sohn des in den 1980ern und 1990ern aktiven Profi-Torhüters Zoran Varvodić, er spielte bis 2006 in der Jugend von Hajduk Split. Sein Profidebüt in der ersten kroatischen Liga gab er im selben Jahr. Zu Beginn der Saison 2007/2008 wurde er an NK Mosor Žrnovnica ausgeliehen. Im Mai 2008 unterschrieb Varvodić einen Einjahres-Leihvertrag beim damaligen Erstliga-Aufsteiger 1. FC Köln. Zur Saison 2010/11 wechselte er fest zum 1. FC Köln. Am 15. Oktober 2010 gab Varvodic sein Debüt in der Fußball-Bundesliga beim Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund (1:2). Kleeblatt-Präsident Helmut Hack kommentiert die Entscheidung für Varvodić folgendermaßen:

„Miro hat sich zuletzt im Mannschaftstraining beim FC Schalke 04 fit gehalten. Nach unseren Recherchen sind wir zuversichtlich, dass wir mit Tom Mickel und Miro Varvodić zwei Torhüter in unseren Reihen haben, die unser Vertrauen genießen.“

Morgen Abend rechnet man mit zirka 11.500 Zuschauern im Stadion am Laubenweg. Aber bei der guten Wettervorhersage wäre es doch angesagt, nach dem ersten Gang über die Kärwa das Spiel ab 18.30 Uhr live zu erleben, oder?

Schnell noch ein Ticket für das heutige Topspiel!

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen findet an einem Montagabend ein Zweitligaspiel der Spielvereinigung unter Flutlicht im Stadion am Laubenweg statt. Heute empfängt das Kleeblatt den Hamburger Verein FC St. Pauli, der für Kleeblattfans zu den sympathischen Gegnern gehört.

Bislang traf die SpVgg in 25 Spielen auf den Hamburger Kultverein. Zwölfmal ging die Spielvereinigung als Sieger vom Feld, neunmal endete das Duell Remis und viermal unterlag das Kleeblatt den Hamburgern. Dabei fielen insgesamt 78 Tore, was einen Schnitt von drei Toren pro Spiel ergibt. Seit dem Jahr 2008 fielen mindestens drei Tore pro Spiel, beginnend mit dem 5:2-Kleeblatt-Erfolg im eigenen Stadion, als sogar sieben Treffer fielen.

Allen Kleeblatt-Fans, die bisher noch keine Eintrittskarten für das Spitzenspiel des Kleeblatts heute Abend ab 20.15 Uhr gegen den FC St. Pauli im Ronhof gekauft haben, bietet sich jetzt noch die Möglichkeit dazu: Bis 18.30 Uhr kann man die Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen sichern. Auch an der Abendkasse gibt es noch ausreichend Eintrittskarten für die Begegnung gegen die „Kiezkicker“. Die Kassenhäuschen am Stadion öffnen um 18.45 Uhr. Während es auf der Gegengerade, der Vortribüne und dem WBG-Familienblock noch Restkarten gibt, stehen Euch im „Lohner“ und im Block 7 noch zahlreiche Tickets zur Verfügung. Wir empfehlen allen, die an der Tageskasse noch Tickets kaufen, frühzeitig den Weg ins Stadion anzutreten, um längeres Anstehen zu vermeiden.

Wir freuen uns auf ein torreiches und bestimmt spannendes Spiel. Und dann können doch alle zusammen wieder feiern – wie es schon öfter vorgekommen ist!

Im DFB-Pokal eine Runde weiter – was sonst?

In Franken muss man derzeit in Sachen Fußball keine kleinen Brötchen backen. Zumindest nicht in Fürth. Die Spielvereinigung hat in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 3:0 gegen den SV Waldkirch gewonnen. Standesgemäß, denn der SVW ist in der sechsten Liga.
Das Spiel im Kaiserstuhlstadion in Bahlingen vor knapp 4.000 Zuschauern begann aus Kleeblattsicht etwas dröge. Es ging nichts so recht zusammen. Trainer Frank Kramer hatte auf einige wichtige Derbysieger vom vergangenen Montag verzichtet und ließ mal die anderen Jungens ran. Nervig für die angereisten Kleeblattfans waren die Sprechgesänge des heimischen Publikums: „Wir sind besser als Nürnberg, olé“. Naja, beim Endergebnis 3:0 hatten sie natürlich Recht, denn immerhin haben sie beim Schlusspfiff zwei Eier weniger im Tor gehabt als der Club am Montag. Trotzdem: Die Stimmung im Stadion war ein wenig aufgeheizt.

Doch zurück zum eigentlichen Spiel: Stephan Schröck wurde für Tom Weilandt zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt und traf mit seinem ersten Ballkontakt voll ins Schwarze, genauer: ins Tor von Waldkirch-Keeper Andreas Stengel. Damit war der Knoten beim Kleeblatt offenbar geplatzt. Ognjen Mudrinski gelang schon fünf Minuten später das 2:0. Und Benedikt Röcker (Foto) erhöhte in der 82. Minute mit einem Kopfball zum 3:0-Endstand.

Sehr aussagekräftig sind übrigens noch einige Zahlen (Quelle: Matchdaten von „kicker“): Das Kleeblatt hatte 17 Torschüsse (der SVW fünf), 527 gespielte Pässe (der SVW 176) und der Ballbesitz war 75 zu 25 Prozent. Soviel für Zahlenfans.

Insgesamt kein spektakulärer Fußball. Aber was soll’s? Immerhin gibt es eine satte Prämie für die SpVgg beim Einzug in die zweite Runde. Und das tut der Vereinskasse nicht schlecht. Wer dann der nächste Gegner sein wird, wird ausgelost. Ich bin gespannt. Auf jeden Fall macht Fußball mit dem Kleeblatt im Moment einen Riesenspaß!

Bin ich ein typischer Kleeblattanhänger?

Kleeblattanhaenger„Ein Fan ist ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen, abstrakten oder sportlichen Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert“. So ist es in Wikipedia zu lesen. Und ein anderer Begriff für „Fan“ ist bekanntlich Anhänger. Man spricht von Vereinsanhängern oder auch von begeisterten Anhängern von Stars aus der Schicki-Micki-Szene. „Die begeisterte Anhängerschaft äußert sich meist in Ritualen der Verehrung der betreffenden Person, Gruppe oder Sache. Für diese Verehrung, die die Fans betreiben, hat sich umgangssprachlich der Begriff Kult bzw. Fankultur eingebürgert“ – so weitere Ausführungen auf Wikipedia.

Ein ganz besonderer Anhänger ist seit einiger Zeit auf Fürther Straßen anzutreffen. „Ich bin ein Kleeblattanhänger“ steht in großen Lettern auf Bussen der Fürther infra. Das erfreut doch das Herz der Kleeblattfans. Vielleicht ein Grund, während dieser Bundes- und Zweitligafreien Zeit in den nächsten Wochen öfter mal mit dem Bus zu fahren? Zum Beispiel auf dem Heimweg vom Public Viewing nach einem der vielen WM-Spiele in Brasilien. Ich finde, das hätte was.

Lebenszeichen von Iron-Mike Büskens

Eeeeeeeeeeeendlich! Mike Büskens hat sich gemeldet und für Kleeblattfans ist die Welt wieder ziemlich in Ordnung. Wieso? Nach dem unsanften Abschied von Mike Büskens im Februar 2013 als Trainer der (erst in die Bundesliga aufgestiegenen und dann vom Abstieg bedrohten) Spielvereinigung hatten sich engagierte Büskens-Anhänger eine ganz besondere Aktion einfallen lassen: Am 9. März 2013 fand anlässlich des für Mike Büskens neu geschaffenen Ehrentags – dem “Iron-Mike-Honor & Respect-Day” – in der Fürther Gustavstraße ein besonderer Event statt.  Anhänger der Spielvereinigung nahmen ganz persönliche Video-Botschaften für den “Aufstiegs-Coach” auf. Diese Clips wurden auf CD gebrannt und zusammen mit besten Wünschen zu Mike Büskens nach Gelsenkirchen geschickt. Mit dabei waren auch der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung und viele leidenschaftliche Kleeblattfans, die Mike Büskens so ihre Anerkennung für seine trainerische und menschliche Leistung kundtun wollten. (Wir haben in unserem Blog damals darüber geschrieben).

Zur großen Enttäuschung vieler kam von Büskens keine Reaktion. Hatte er die CD überhaupt erhalten, konnte er sie auf seinem Player nicht ansehen, war er zu sehr mit Heimweh nach Fürth beschäftigt? Keiner wusste etwas. Und auch nachdem er zur Saison 2013/14 neuer Coach von Fortuna Düsseldorf  und dort im November wieder entlassen wurde, war Sendepause.

Doch gestern hatte das Warten ein Ende:
Einer der bekanntesten Kleeblattfans hat auf Facebook gepostet, dass er endlich eine Reaktion von Mike Büskens erhalten habe. In Form einer witzigen Postkarte aus dem Ruhrpott. Darauf dankt der Ex-Kleeblatt-Coach für das Video und wünscht der SpVgg „einen erneuten Aufstieg“.
Ich hoffe, dass es sich bei der Postkarte um keinen Fake handelt und die Wünsche tatsächlich von Büskens kommen. Der Fürther Postkartenempfänger sieht das locker:

„Danke, lieber Mike, für deine originellen Grüße aus dem Pott. Dank des milden Wetters dürfte deine „schwarz-humorvolle“ Karte, für alle Wintersport-Begeisterten unter uns, eine echte Pisten-Alternative darstellen. Deine Kleeblatt-Fans wünschen dir, lieber Bujo, und deiner Familie: „GLÜCK AUF!“

Ausgerechnet der „Tatort“ aus Münster

Für Kleeblatt-Fans war gestern kein guter Tag. Nachmittags verlor die Spielvereinigung zu Hause mit 2:4 gegen den FC St. Pauli. Eigentlich ja ein Verein, dem Fürther Fußballanhänger Sympathie entgegenbringen. Aber so weit geht die „Liebe“ nicht. Ein Spiel will man gewinnen – auch das gegen den Kiez-Club aus Hamburg.

Abends dann will man sich vor dem Fernseher erholen und die Woche doch noch entspannt und versöhnlich abschließen. Auf dem Programm steht der „Tatort“ aus Münster mit dem skurrilen Gerichtsmediziner Professor Börne und Kommissar Frank Thiel. Letzterer wird von Axel Prahl (Foto: WDR)  gespielt – dieses Tatort-Team gehört mit über 12 Millionen Zuschauern zu den beliebtesten in der ARD.

Der Krimi beginnt auch ganz spannend, aber Kleeblattfans war spätestens dann die Stimmung verhagelt, als Kommissar Thiels Handy klingelte. Er hat nämlich die Melodie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ als Klingelton. Und ganz vorbei mit der guten Laune war es, als Thiel eines seiner St. Pauli-T-Shirts trug. Weil der Schauspieler Sympathisant des Kiezklubs ist, zeigt er sich bei seinen Ermittlungen oft im St. Pauli-Outfit – mal mit „Retter“-, mal im Totenkopf-Shirt.
Sein Faible für St. Pauli – so habe ich in einem Artikel der Hamburger Morgenpost gefunden – begann im Alter von „15, 16 Jahren“. Prahl: „Ich bin in Eutin geboren und in Neustadt an der Ostsee groß geworden. Von dort aus habe ich oft Freunde in Hamburg besucht. Mit denen war ich dann am Millerntor. Im alten Stadion fand ich es klasse, dass man auch in der 15. Reihe immer noch hautnah am Spielfeld dran war.“ Anschließend sei er gern ins „Grünspan“ auf den Kiez gegangen und habe sich Konzerte zum Beispiel von der Folk-Rock-Band „Ougenweide“ reingezogen.
Naja, wir Fürther zeichnen uns ja schon seit Jahrhunderten durch unsere Toleranz aus. Und das gilt auch beim Fußball. Zumindest meistens…
Wer sich Kommissar Thiels Klingelton – von Tausenden St.-Pauli-Fan-Kehlen gesungen – noch mal anhören möchte, bitte:
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Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt!

Morgen geht das Jahr 2012 zu Ende. Für Fürther Fußballfans waren es zwölf Monate im Wechselbad der Gefühle. Der emotionale Höhepunkt war der Aufstieg des Kleeblatts in die erste Bundesliga, depremierende Stimmung durchlebte man seit siebzehn Spieltagen: Die Spielvereingung steht mit neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Hier ein kleiner – ganz persönlicher – Jahresrückblick der Greuther-Weiber:

Im Januar konnten wir unseren 300. Blogbeitrag feiern. Und berichteten am 10. Januar, dass Gerald Asamoah ab sofort zum Kleeblatt-Team gehört. Ein taktisch kluger Schachzug von Trainer Mike Büskens: Der leidenschaftliche Stimmungsmacher Asa sollte in den folgenden Monaten zur wichtigen Figur im Aufstiegskampf avancieren.
Im Februar fand – nachdem man im Dezember den „Club“ im DFB-Pokal besiegt hatte – eines der wichtigsten Spiele des Kleeblattes statt: Im DFB-Pokal schafften es die Fürther, den TSG Hoffenheim mit 1:0 zu schlagen und sich damit für das Pokal-Halbfinale zu qualifizieren.
Der März war dann von eben diesem Spiel geprägt. Gemeinsam mit dem „Feind in meinem Haus“ – mit ihr machte ich ein Interview für Antenne Bayern – erlebten wir das legendäre Spiel gegen den späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund im Ronhof. Unglücklich verlor die SpVgg die spannende Partie mit 0:1. Dem Hype um das Kleeblatt tat das allerdings keinen großen Abbbruch.
Einen der schönsten Abende des Jahres 2012 erlebten wir am 16. April: Nachdem Dynamo Dresden das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen hatte, war es klar, dass die Spielvereinigung aufsteigt. Um 23 Uhr feierten Hunderte begeisterte Kleeblattfans in der Fürther Gustavstraße, die Mannschaft war dabei, und man wusste: Endlich tragen die Unaufsteigbaren diese Bezeichnung nicht mehr zu Recht.
Im Mai machte das Kleeblatt den Aufstieg dann auch offiziell perfekt – sogar als Tabellenerster. Coach Mike Büskens entschied sich nach längerem Zögern, noch ein weiteres Jahr in Fürth zu bleiben und die Mannschaft in die erste Liga zu begleiten. Vielleicht hat ihn und seine Familie unser persönlicher Brief an Frau Büskens ein wenig bei der Entscheidungsfindung beeinflusst?
Im Juni war Fußball-EM, die SpVgg erhielt einen Sportpreis, man munkelte, dass Torjäger Olivier Occean das Kleeblatt verlassen könnte.
Dieser sportliche GAU bestätigte sich dann im Juli. Das Kleeblatt war ab jetzt auf der Suche nach einem Stürmer, eine Schulklasse machte sich stark für „ihren“ Verein.
Im August startete die Erstligasaison mit dem Spiel gegen Angstgegner Bayern München im Ronhof. Die Fußballcracks gewannen mit 3:0, und ich schrieb damals in meinem Blog: „Das Team der Spielvereinigung ist motiviert und hat Potenzial, die erste Halbzeit war vielversprechend, dann dominierten leider die Bayern. Und: Die Stimmung in der voll besetzten Trolli ARENA war super und macht Lust auf die nächsten Begegnungen.“
Und so sollte es ab jetzt bleiben. Deshalb wollen wir die nächsten fünf Monate nicht mehr im Detail durchackern. Nicht, weil die Greuther-Weiber schreibfaul wären. Nein, wir wollen nicht noch weiter Salz in die Wunde streuen. Siebzehn Spiele in der Hinrunde, mit dem ernüchternden Resultat: ein Sieg, sechs Unentschieden und zehn verlorene Partien. Wir hoffen immer noch: Das Potenzial wäre da, aber der Verkauf von Olivier Occean an Eintracht Frankfurt war der Kardinalfehler des Vereins. Ohne einen schlagkräftigen Stürmer, einen „Knipser“, der Tore schießt, wird es schwer fürs Kleeblatt in den 17 Spielen der Rückrunde.
Unser Fazit: 2012 war eines der wunderbarsten und gleichzeitig auch eines der enttäuschendsten Jahre für Kleeblattfans. So viel steht fest!

TV-Interview mit Clubfan und Greuther-Weib

Clubfans und Kleeblattanhänger – Das geht gar nicht? Die unschönen Ereignisse am vergangenen Wochenende bringen mich wieder ins Grübeln. Was muss in Fans vorgehen, die in einer Nacht- und Nebelaktion zum Vereinsheim der Sportfreunde Ronhof nach Fürth fahren, um sich dort eine handfeste Schlägerei zu liefern?
Es geht auch anders. Das will der Bayerische Rundfunk in seiner Sendung „Kipfenberg“, einer journalistischen Unterhaltungs-Talkshow, moderiert von Hubertus Meyer-Burckhardt, zeigen. Deshalb nahm ein Mitarbeiter Kontakt mit mir – „Wir sind auf Euer Greuther-Weiber-Blog gestoßen und finden es super“ – und Andi, einem eingefleischten Clubfan, auf, um uns und unserem Verhältnis zueinander mal kräftig auf den Zahn zu fühlen.
Wir trafen uns mit einem Kamerateam, der Reporterin Christina Wolf und dem Autor an der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth und ließen uns filmen. Händeschütteln mit cooler Miene, er im Club-Outft, ich mit weiß-grünem Schal.
Das eigentliche Interview fand dann in der Nähe des Fürther Rundfunkmuseums unweit der Pegnitz statt. „Was fühlt Ihr beim Derby?“, wurden wir gefragt. „Worauf beruhen eigentlich die immerwährenden Animositäten zwischen dem Kleeblatt und dem 1. FCN?“ „Hat das historische Hintergründe?“ – Viele Fragen an uns, emotionale Reaktionen und Antworten von Andi und mir.
Das Ergebnis dieser Begegnung vor laufender Kamera kann man am Freitag, 2. November, ab 23.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ansehen. Ich hoffe, wir haben unsere Sache gut gemacht. Eines haben der Clubfan und ich am Ende des Interviews festgestellt: Wir finden uns beide gar nicht so übel!

Brauchen Kleeblätter Schutzengel?

Die Kärwa ist Vergangenheit, die Aufräumaktionen in der Fürther Innenstadt liegen in den letzten Zügen. Für Fans der Spielvereinigung hatte die Kirchweih wieder einiges zu bieten: Autogrammstunde von Profispielern und Coach Mike Büskens bei „Trixi’s Ochsenbraterei“, das Bejubeln der Mannschaft beim Erntedankfestzug. Und so mancher Fanartikel (z. B. Fahnen) war an der einen oder anderen Bude zu finden.
Am letzten Tag bin ich dann noch auf etwas Witziges gestoßen. Ein Stand hat verschiedene kleine Wichte angeboten, zum Großteil als „Glücksbringer“ oder „Schutzengel“ deklariert. Ob ich mich primär als Greuther-Weib oder Kleeblatt-Bloggerin angesprochen gefühlt habe, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat mir diese kleine Puppe besonders gut gefallen. Von der Optik her ein wenig Kräuterweib, um den Hals den typischen Schal in Vereinsfarben und ein Fußball – zum Abstoß bereit. Gekauft habe ich den „Persönlichen Schutzengel“ dann doch nicht. Ich glaube nämlich, dass sich das Kleeblatt in erster Linie durch Leistung an der Tabellenspitze halten wird. Und das Quäntchen Glück, das man im Leben immer braucht, das hat die Mannschaft vielleicht auch so!

Kleeblatt- und Käse-Fan

Selbst wenn man – wie ich heute – einen freien Tag hat, kann man sich dem Thema Fußball bzw. Spielvereinigung nicht so leicht entziehen. Da gehe ich mittags arglos zum Einkaufen auf den Markt auf der Fürther Freiheit und werde gleich am Käsestand in ein Gespräch über die Kleeblättler verwickelt. Wie sie heute Abend in Bielefeld wohl spielen werden? „Naja“, meint die Käseverkäuferin, die eingefleischter Fan ist, „eigentlich müssten´s ja scho´ g´winnen.“  Doch es stehen ihr deutlich Skepsis und Zweifel ins Gesicht geschrieben.

Der Stand nebenan bietet Fisch an. Und sein Besitzer ist – wie das Leben so spielt – Clubfan. Da haben sie sich heute in aller Frühe schon über den bevorstehenden Spieltag unterhalten, der Fischmann und die Käsefrau. Und man sollte es nicht für möglich halten: Er drückt den Fürthern für heute Abend den Daumen. Wenn das keine noble Geste ist!!! Wollen wir mal hoffen, dass es etwas hilft.

So, jetzt nehme ich mir aber erst mal wirklich frei vom Fußball. Andererseits, was soll´s – einmal Greuther-Weib, immer Greuther-Weib, und schließlich gibt es ja weitaus unangenehmere Gesprächsthemen als unser Kleeblatt. Und das Spiel geht schon bald los!