Kein Ostergeschenk fürs Fürther Kleeblatt

Man kann neunzig Minuten guten Fußball spielen – und trotzdem mit 0:1 verlieren. Wie soll das gehen? Ganz einfach: Aufgrund eines einzigen Fehlers vonseiten der Spielvereinigung fiel das Tor für den VfL Bochum. Und drei mögliche Punkte waren für das Kleeblatt perdu.

Fußball am „heiligen“ Ostersonntag? Geschmackssache, aber mittlerweile im engen Zeitplan der Profivereine wohl unvermeidbar. Das Ruhrstadion in Bochum war trotzdem mit fast 11 500 Zuschauern passabel gefüllt, die angereisten Kleeblattfans drängten sich in der engen Fankurve (Foto). Aber sie machten – wie so oft – positive und lautstarke Stimmung für ihr Team. Das Spiel startete mit deutlichen Vorteilen für die Gäste, Robert Zulj, Jurgen Gjasula und Khaled Narey hatten einige ganz vielversprechende Ansätze. Doch das Verhängnis ereignete sich dann in der 18. Spielminute: Sercan Sararer spielt einen völlig verunglückten Rückpass direkt in den Lauf des Ex-Kleeblatts Johannes Wurtz. Der zieht vor Keeper Balazs Megyeri erst nach außen und gibt dann quer ins Zentrum. Dort lässt sich Thomas Eisfeld nicht lange bitten und schiebt den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Fürther Tor. Der Führungstreffer schien das Kleeblatt nicht groß zu beeindrucken, aber die Zahl der Fehlpässe nahm nach dem Bochumer Führungstor zu – auf beiden Seiten.
Nach der Halbzeitpause gelingen der SpVgg bis zum Strafraum ganz gute Kombinationen, aber je näher die Kleeblätter sich dem gegnerischen Tor nähern, desto einfallsloser und schlampiger agieren sie. Nach dem Wechsel in der 60. Minute für den angeschlagenen Robert Zulj hat Veton Berisha eine supergute Chance: Er läuft beherzt mit der Kugel aufs Tor zu und möchte sich den Ball für den entscheidenen Schuss zurechtlegen. Aber der Bochumer Tormann Manuel Riemann macht dem Norweger einen Strich durch die Rechnung. Symptomatisch für die heutige Partie. Beide Keeper liefern als „spielende Torleute“ eine sehenswerte Leistung und vereiteln weitere Tore. Ein Highlight war außerdem Marcel Franke, der mögliche Chancen des VfL kurz vor dem Vollzug mit fairen Mitteln vereitelte.

Die Partie ging für das Kleeblatt etwas unglücklich mit 0:1 zu Ende. Die Mannschaft ist offensiv einfach zu harmlos und verlor heute zum zweiten Mal in Folge. Nach fünf Unentschieden hintereinander gewann der VfL Bochum wieder einmal ein Spiel und schiebt sich auf den neunten Tabellenplatz nach oben. Die Spielvereinigung bleibt weiter auf Rang sechs, sie ist mit 40 Punkten allerdings 14 Zähler vom Relegationsrang entfernt. Fazit: Die Zweitliga-Saison wird fürs Kleeblatt wohl trotz zunehmend guter Mannschaftsleistung auf einem mittleren Platz zu Ende gehen. Die Fürther empfangen bereits am Freitag (18.30 Uhr) Dynamo Dresden zu Hause im Ronhof.

Kleeblatt-Osterhase erobert nicht nur Kinderherzen

Ausgerechnet am Ostersonntag findet das nächste Zweitligaspiel des Kleeblatts statt. Gegner ist der VfL Bochum, ein Verein, für den ich ja bekanntlich besondere Sympathie habe, weil einer meiner Lieblingssänger, Herbert Grönemeyer, aus der Ruhrpottstadt kommt.
Ein Highlight für viele Kinder ist der Ostersonntag, weil man versteckte Ostereier sucht und vielleicht auch so noch das eine oder andere Geschenk absahnt. Für Kleeblatt-Fans sollte es nicht schwer sein, dieses Jahr für ihre Kids etwas Passendes zu finden. Ich spreche vom Kleeblatt-Osterhasen (Foto). Ich finde ihn supersüß, er hat doch Charisma, oder? Nach dem Weihnachtsmann und den Kleeblatt-Adventskalendern, über die wir schon in unserem Greuther-Weiber-Blog geschrieben haben, kommt jetzt also der nächste weiß-grüne Typ zu besonderen Ehren. In den Fanshops und dem einen oder anderen Supermarkt ist er (noch) zu haben.

Für alle Mitglieder des Stammtisch Ronhof und der Ronhof Racker gibt´s eine perfekte Kombination im Angebot: Stammtisch Ronhof-Mitglieder und Racker, die sich in Kleeblatt-Fanshops auf die Suche nach einem Ostergeschenk begeben, sollten das ab sofort im Franken Ticket oder im Fanshop Greuther Teeladen tun. Dort bekommen sie ab einem Einkaufswert von 20 Euro einen Kleeblatt-Osterhasen gratis dazu. Die Aktion gilt nur gegen Vorlage des Mitgliedsausweises des Stammtisch Ronhof beziehungsweise der Bestätigungsmail der Ronhof Racker bis einschließlich Ostersamstag.

„Kleeblatt-Attest“ von Chefcoach Radoki

Seit acht Spielen in Folge ist das Kleeblatt ungeschlagen. Fünf davon endeten sogar mit einem Sieg. Das einzige Manko bei der Spielvereinigung ist derzeit die geringe Zuschauerzahl. Die dümpelt vor sich hin, egal, welcher Gegner im Ronhof aufläuft. Beim Spiel Mitte März gegen den Zweitligaersten VfB Stuttgart waren beispielsweise nur 12 660 Gäste im Stadion. Und auch morgen könnte es mau werden, die frühe Anstoßzeit um 17.30 Uhr macht es nicht einfacher, das Kleeblatt zu unterstützen. Um potenzielle Besucher zu motivieren, sich für das morgige Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Eintracht Braunschweig ein Ticket zu kaufen, hat sich der Verein eine witzige Aktion einfallen lassen:

Acht gute Gründe gegen Eintracht Braunschweig ins Stadion zu kommen:
1. Läuft gerade beim Kleeblatt! Mit fünf Siegen aus neun Rückrundenspielen und insgesamt 18 Punkten ist die SpVgg Greuther Fürth das zweitbeste Team der Rückrunde. Nur der 1. FC Union Berlin ist besser.

2. Gute Aussichten im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer! Vor allem vor heimischer Kulisse ist die Mannschaft von Janos Radoki stark. Die letzte Heimniederlage datiert von Anfang Dezember 2016 gegen den FC St. Pauli. Seitdem trat die SpVgg weitere vier Mal zu Hause an – und konnte alle Partien für sich entscheiden.
3. Tore garantiert! Das Kleeblatt präsentiert sich zuletzt effektiv und treffsicher. Das letzte Heimspiel ohne Kleeblatt-Tor war ebenfalls die Begegnung gegen die Mannschaft vom Millerntor im Dezember. Seitdem brachte die Spielvereinigung im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer die Kugel immer im Tor unter.
4. Die weißeste Weste der Rückrunde: Erst fünf Tore musste die Radoki-Elf in der Rückrunde hinnehmen – so wenig wie kein anderes Team. Außerdem schaffte es seit Dezember nur Hannover 96, in Fürth ein Tor zu schießen. Beim 4:1-Kleeblattsieg. Die letzten drei Heimspiele stand bei Torhüter Balazs Megyeri die Null.
5. Radoki macht Spaß! Seitdem dem Amtsantritt des 45-Jährigen steht sein Motto: „Wir müssen mit Leidenschaft auf dem Platz unsere Fans mitreißen.“ Das haben auch alle seine Jungs verinnerlicht und zeigen sich in jeder Partie zweikampfstark, mit Wille, Emotionen und Leidenschaft.
6. Abendessen steht bereit: Dank dem neuen Kleeblatt-Caterer El Paradiso muss sich kein Stadionbesucher Gedanken um das Abendessen machen. Ob „Bratwurst-Schaschlik“, „Lachssemmerla“ oder andere Stadion-Köstlichkeiten – jeder wird im Angebot an den Kiosken bestimmt fündig werden.
7. Das Wetter spielt mit! Zwar soll es gegen Ende der Woche wieder etwas kälter werden, aber Mittwoch ist ja zum Glück noch nicht Ende der Woche. Zum Anstoß um 17.30 Uhr werden es um die 14 Grad mit der Chance auf noch ein paar Abend-Sonnenstrahlen.

Und das achte Argument gefällt mir besonders gut:

Das „Kleeblatt-Attest“ vom Chefcoach:
Wer noch Überzeugungsarbeit beim Vorgesetzten leisten muss, dem hilft vielleicht das Kleeblatt-Attest für das Mittwochabend-Spiel, unterschrieben vom Cheftrainer Janos Radoki höchstpersönlich.

Hier könnt Ihr Euch das Attest runterladen und ausfüllen. Also: Nichts wie hin morgen Abend zum Topspiel gegen Eintracht Braunschweig. Auf dass das Stadion voll wird und das Kleeblatt auch in der neunten Begegnung in Folge ungeschlagen bleibt!

Könnte das Kleeblatt ohne Dursun einpacken?

Echt gute Stimmung war heute im Hardtwald-Stadion zwischen der Partie des SV Sandhausen gegen die Spielvereinigung. Dank der Kleeblattfans, die mit Gesängen, Trommeln und enthusiastischen Anfeuerungsrufen den Akteuren auf dem Rasen richtig Laune machten. Zahlenmäßig waren sie allerdings den Gastgebern deutlich unterlegen; es hatten sich insgesamt nur 4813 Zuschauer eingefunden, um das Zweitligaspiel zu sehen.

Das Anfeuern half jedoch nicht allzu viel. Startete das Kleeblatt noch recht vielversprechend, war bald die Luft raus – spätestens nach dem Traum-Freistoß vom Sandhäuser Moritz Kuhn in der 14. Minute. Fürths Keeper Balasz Megyeri sah die Gefahr kommen, flog ins richtige Eck, erreichte den Ball aber nicht mehr. Ein tolles Tor und das 1:0 für Sandhausen. Minuten später signalisierte Derbyheld Robert Zulj, dass er Probleme (Zerrung, Verspannungen?) im Rücken hatte, er wurde am Spielfeldrand behandelt, musste aber dann durch das Eigengewächs Patrick Sontheimer ersetzt werden, der sich natürlich über seine Chance freute.

Nach der Halbzeitpause kam das Kleeblatt hochmotiviert aus der Kabine und machte mit mehr Druck weiter. Was allerdings kaum Auswirkungen auf die Qualität des Spiels hatte. Die Zahl der unschönen Situationen und kleinen Fouls nahm zu. Der Spielfluss war perdu, für die Zuschauer wahrlich kein Vergnügen. Torschütze Moritz Kuhn war mit Abstand bester Spieler auf dem Platz, er agierte zielgenau, mutig und versuchte immer wieder, seine weiß-grünen Gegner auch mal direkt in Bedrängnis zu bringen. In der 75. Minute ging er unter starkem Beifall seiner Sandhäuser Fans vom Platz.
Mein Tipp – ein 2:1 für die Spielvereinigung – war in weite Ferne gerückt. Serdar Dursun, der in der 59. Minute für Dominik Schad eingewechselt worden war, versuchte, seinem Team noch mal Leben einzuhauchen und drängte auf den Anschlusstreffer. Womit die wenigsten dann noch rechneten, das passierte dann tatsächlich: Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab Niko Gießelmann einen Freistoß in die Mitte, Dursun katapultierte seinen Körper am Elfmeterpunkt in die Luft und köpfte das Leder unhaltbar für den Sandhäuser Tormann Marco Knaller ins Tor der Gastgeber. Begeistert gratulierte Johannes van den Bergh dem Torschützen Dursun (Foto).

Ein versöhnliches 1:1 bescherte dem Kleeblatt heute einen Punkt und den siebten Tabellenplatz. Fürth baute damit seine Serie ohne Niederlage auf sechs Partien aus. Am kommenden Samstag empfängt die Spielvereinigung den aktuellen Tabellenführer und Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart im Ronhof. Da sind Derbysieg und das heutige Remis vergessen, und die Karten werden neu gemischt! Da wäre ein volles Stadion doch mal angesagt, oder?

Harte Woche fürs Fürther Kleeblatt

Morgen findet das erste Zweitliga-Heimspiel für die Spielvereinigung nach der Winterpause statt – gegen den aktuellen Tabellenführer Hannover 96. Das Kleeblatt geht zwar mit positiver Haltung an die schwierige Begegnung ran, hatte in dieser Woche aber erst mal die Niederlage gegen den TSV 1860 München zu verdauen. Da wurden sehr unglücklich drei Punkte liegen gelassen, vor allem Newcomer Stephen Sama wurde mit ungeschickten Aktionen zum Pechvogel des Tages.

Allerdings ist das Freitagsspiel nur der erste Kraftakt, dem sich das Kleeblatt in der nächsten Woche stellen muss. Noch wichtiger für die Mannschaft und den Verein wäre ein Weiterkommen im DFB-Pokal. Am nächsten Dienstag, 7. Februar, gastiert der Bundesligist Borussia Mönchengladbach in den Ronhof und will die Kleeblätter das Fürchten lehren. Zwar liegen die Borussen zur Zeit „nur“ auf dem 13. Tabellenplatz, aber beim DFB-Pokal gelten bekanntlich ganz eigene Gesetze, und in der Vergangenheit schied schon so mancher Favorit überraschend aus. Für die SpVgg war es schon mal ein großer Erfolg, sich nach den beiden Siegen gegen Norderstedt (4:1) und den Erstligisten FSV Mainz 05  (2:1, Tore durch Sercan Sararer und Veton Berisha/Foto) für das Achtelfinale zu qualifizieren.
Besonders erfreulich für Kleeblattfans ist es, dass die Achtelfinalbegegnung am 7. Februar ab 20.45 Uhr hier in Fürth stattfindet. Der Ticketverkauf läuft hervorragend. Prima, denn ein vollbesetztes Stadion und eine lautstarke Kulisse motivieren die Profis der SpVgg auf jeden Fall.

Drei Tage später, am Freitag, 10. Februar, geht es dann in der Zweiten Liga auswärts zum FC Erzgebirge Aue. Wie gesagt: eine schwere Woche!

Schwieriges Auswärtsspiel in Dresden

Dynamo Dresden - SpVgg Greuther FürthSeit gestern wissen wir, wer in Zukunft die Geschicke der USA lenkt. Wie auch immer man darüber denken mag – Donald Trump ist ein Faktum, mit dem und dessen Politik wir leben müssen. Aber wir sollten jetzt nicht wie ein Kaninchen die Schlange anstarren, sondern uns wieder mehr auf unsere nähere Umgebung konzentrieren. Zum Beispiel auf eine der schönsten Nebensachen der Welt: Fußball.
Für Fürther Kleeblattfans war der Sieg gegen den VfL Bochum am letzten Samstag wie ein Befreiungsschlag nach fünf Liga-Spielen – davon vier Niederlagen in Folge. Einziger sportlicher Lichtblick in den letzten Wochen war das gewonnene DFB-Pokalspiel gegen Mainz 05 gewesen. Der Zweitligasieg hat der Spielvereinigung drei wichtige Punkte beschert. Und Trainer Stefan Ruthenbeck vorerst seinen Trainerjob gerettet.
In dieser Woche ist Länderspielpause, die nächste Begegnung findet am Sonntag, 20.November, auswärts gegen Dynamo Dresden statt. Dort werden aller Voraussicht nach weniger Zuschauer im Stadion sein als sonst: Nach dem Wurf eines abgetrennten Bullenkopfes während des Pokalspiels gegen RB Leipzig und weiterer Fälle von unsportlichem Verhalten seiner Zuschauer soll der Verein eine Geldstrafe von 60.000 Euro zahlen. Außerdem müssen die Sachsen ein Zweitliga-Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Betroffen wäre das nächste Heimspiel gegen die SpVgg. In der Partie müssten laut Urteil die Blöcke K1 bis K5 geschlossen bleiben – davon wären dann 9.055 Stehplätze betroffen. Dynamo Dresden will jedoch Berufung einlegen.
Für die Fürther Mannschaft und ihre Kleeblattanhänger sind Spiele gegen Dynamo Dresden oft ein emotionaler Kraftakt. So stünde dann auch die kommende Begegnung von vornherein unter keinem guten Stern. Falls das Urteil rechtskräftig würde, würde das Spiel zwar nicht gerade vor einer Geisterkulisse stattfinden – denn das Stadion hat immerhin eine Gesamtkapazität von über 32.000 Plätzen. Aber die Stimmung bei den Gastgebern wäre keine optimale (im Gegensatz zum Spiel im März 2014, Foto)

Ich bin mal gespannt, wie das DFB-Sportgericht entscheiden wird. Bis zum 20. November sind es ja noch ein paar Tage. Ich mache in der Zwischenzeit eine Woche Urlaub auf der Kanarischen Insel Fuerteventura. Genieße das Meer, die Sonne und Wärme (hoffentlich!) und komme frisch gestärkt am 19. November zurück nach Fürth.

Schnell noch anmelden zum „Derby 2.016“!

Videospiel-Begeisterte sollten sich schnell noch – bis zum 27. Oktober 2016 – für die 2. FIFA-Städtemeisterschaft zwischen Nürnberg und Fürth anmelden. Für das „Derby 2.016“ werden jeweils sieben Zweierteams gesucht. Frauen- oder Mixed-Teams sind explizit erwünscht. Anpfiff ist am Donnerstag, 10. November 2016, um 19 Uhr – in Fürth im Jugendmedienzentrum Connect und in Nürnberg im Festsaal des Künstlerhauses, Königstraße 93.

Derbyzeit ist ja bekanntlich die schönste Zeit. Das wissen auch Frankens Fußballfans, egal ob Kleeblattanhänger oder Clubfans. Am 10. November 2016 laden das KunstKulturQuartier, das Jugendmedienzentrum Connect aus Fürth und die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur ein: In das Künstlerhaus Nürnberg und ins Connect Fürth.  Ausgetragen wird das DERBY 2.016 auf Playstation4-Konsolen, übertragen auf einer Großleinwand, gestreamt im Netz. Gezockt wird in FIFA 17, die Partien dauern jeweils zehn  Minuten und finden vor Publikum statt. Sieben Zweierteams treten von Fürth und Nürnberg aus gegeneinander an. Die Spiele werden live kommentiert von den BR-Sportmoderatoren Oliver Tubenauer und Florian Weber. Poetry Slammer und Expertentalks verkürzen die Pausen zwischen den Spielen.

Wer sich jetzt dazu berufen fühlt, seine/ihre Farben und seine Stadt im großen Derby zu vertreten, der soll sich schnell noch anmelden. Die Anmeldefrist endet am kommenden Donnerstag. Zwei der Partien sind den ganz jungen Gamer*innen der Altersklasse U16 vorbehalten (Mindestalter 12 Jahre).
Der Anmeldebogen steht auf fussball-kultur.org, connect-fuerth.de und kunstkulturquartier.de zum Download und zum Ausfüllen bereit.

Warum keine Überraschung gegen Eintracht Braunschweig?

Wie leicht ein Tabellenletzter die „zweitbeste Mannschaft der Bundesliga“ (so Karl-Heinz Rummenige) düpieren kann, haben wir heute Nachmittag erlebt. Im Spiel zwischen dem FC Ingolstadt und Borussia Dortmund stand es nach gerade mal 24 Minuten 2: 0 für das bayerische Team um Trainer Markus Kauczinski. Sicher ein Schock für den BVB, der derzeit national ohnehin angeschlagen ist. Mit Hängen und Würgen schaffte es der ehemalige Deutsche Meister und DFB-Pokalsieger in einer wilden Nachspielzeit, ein 3.3-Unentschieden rauszuspielen. So dass sich die Blamage noch in Grenzen hielt.

Warum schreibe ich in unserem Blog, der sich eigentlich primär um die Spielvereinigung dreht, über dieses Spiel? Schlicht deshalb, weil morgen das derzeit auch nicht topfite Kleeblatt in Niedersachsen beim aktuellen Tabellenführer der Zweiten Liga – Eintracht Braunschweig – antreten wird. Zwar hat das Fürther Team in der vergangenen Saison beide Spiele mit 1:0 (den Blogbeitrag über dieses Spiel hatte ich mit „Wieder Hintern in der Hose“ getitelt) und 3:0 gegen Braunschweig gewonnen. Aber die Braunschweiger sind in der aktuellen Spielzeit bislang richtig gut: 22 Punkte nach neun Spielen, drei Punkte Vorsprung auf die Tabellenzweiten.

Trotzdem sollte sich das Kleeblatt – und da kann es heute von den Schanzern aus Ingolstadt lernen – im Vorfeld nicht einschüchtern lassen. Oft sind gerade favoritisierte Gegner nachlässig, zu selbstverliebt und dann im Spiel einfach nicht konzentriert genug. Das wäre dann morgen die Chance für die Spielvereinigung, ihren Frust nach den letzten verlorenen Partien abzubauen und mit einer guten sportlichen Leistung aufzutrumpfen.

Pikant ist die Begegnung auch wegen zweier Akteure im Kader der Braunschweiger Eintracht. Im Tor steht Jasmin Fejzic (Foto), den viele Kleeblattfans noch in bester Erinnerung haben. Er war aufgrund unglücklicher Umstände der „Schuldige“ am verlorenen Halbfinalspiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund im März 2012. Fejzic wechselte dann von Juli 2012 bis Ende Juni 2015 zum VfR Aalen – dessen damaliger Trainer Stefan Ruthenbeck hieß. Außerdem ist morgen der Stürmer Domi Kumbela auf dem Platz, der im zweiten Halbjahr 2015 ein Kleeblatt – allerdings wenig erfolgreich – war. Er ist seit Anfang 2016 im Verein von Eintracht Braunschweig und hat – man höre und staune – in neun Spielen sechs Tore geschossen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf den Anpfiff morgen um 13.30 Uhr in Braunschweig und bin gespannt, ob das Kleeblatt in diesem schweren Auswärtsspiel Tore macht und einen bis drei Punkte einfährt. Und dann sähe – vor allem in puncto Selbstbewusstsein – die Welt für die Kleeblätter schon wieder rosiger aus. Oder?

Derbysieger, Derbysieger!

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther FürthDerbysiege sind für die Ewigkeit. Und heute hat die Spielvereinigung mit ihrem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg einmal mehr den Erzfeind aus der östlichen Vorstadt in seine Schranken gewiesen. Wobei in den ersten dreißig Minuten die rot-schwarze Dominanz unübersehbar war. Meist spielte sich das Geschehen im Fürther Strafraum ab, die Clubberer holten einen Eckball nach dem anderen heraus, hatten jedoch einfach kein Glück. Das Spiel des Kleeblatts ließ anfangs Struktur und Konzept vermissen. Die Aktionen des Clubs waren härter und unerbittlicher,  und es gab erbitterte Zweikämpfe – Schiedsrichter Tobias Stieler hatte die Partie allerdings immer souverän in Griff.

Dann erlebten in der 40. Minute die gut 30 000 Clubfans einen Albtraum: Eine Flanke von Niko Gießelmann von der linken Strafraumkante traf nur die Latte, daraufhin köpfte Sebastian Freis den Ball von rechts vors Tor, wo Serdar Dursun aus wenigen Metern Distanz zum 1:0 traf. Die Nerven der Clubspieler lagen jetzt blank, wenige Minuten später eskalierte eine unklare Aktion vor dem Tor des Kleeblatt-Keepers Balázs Megyeri. Er kollidierte mit Edgar Salli, reagierte emotional und schubste den Nürnberger Kapitän Miso Brecko. Die logische Konsequenz war eine Gelbe Karte für beide.

Gestärkt und motiviert kam die Spielvereinigung nach der Halbzeitpause auf den Platz und hatte jetzt unübersehbar einen Plan. Ihr gelang jetzt mehr, sie griff druckvoller an und wurde in der 54. Minute für ihr verbessertes Zusammenspiel belohnt. Nach einer Flanke von Veton Berisha gelang dem Fürther Newcomer Daniel Steininger das heiß ersehnte 2:0. Die Clubfans waren wie gelähmt, befürchteten sie doch, dass eine erneute Niederlage ihren Verein noch tiefer in die Krise stoßen könnte. Im Gegensatz dazu war die Stimmung im Kleeblatt-Gästeblock super, die weiß-grünen Fans feuerten ihre Mannschaft lauthals an und genossen hörbar die hitzige Derbystimmung. Jetzt galt es „nur“ noch, den 2:0-Vorsprung zu halten. Was beinahe auch gelungen wäre. Erst in der Nachspielzeit hatte der Club dann doch sein kleines Erfolgserlebnis: Guido Burgstallers abgefälschter Schuss aus sieben Metern schlug in der 93. Minute ins Fürther Tor ein. Ein Anschlusstreffer mit allenfalls kosmetischer Relevanz.

Der heutige umjubelte Sieg im 261. Lokalderby beschert dem Kleeblatt mit zehn Punkten nach sechs Spielen den 5. Tabellenplatz. Der 1. FC Nürnberg hat die rote Laterne und verzeichnet gerade mal zwei Pünktchen. Ein Schlag ins Gesicht des Traditionsvereins, der doch Ende der letzten Saison noch auf dem Sprung in die höchste Klasse des deutschen Fußballs war.
„Derbysieger, Derbysieger“, skandierte Gerald Asamoah in der Nacht der Nächte im April 2012 in der Fürther Gustavstraße, als es klar war, dass die SpVgg erstklassig wurde. Er sang sich damit tief in die Herzen der Kleeblattanhänger. Auch heute werden viele Fans ihren Sieg feiern. Und vielleicht nachts sogar selig vom Wiederaufstieg in die Bundesliga träumen.

Wie kann man so viele Chancen vergeigen?

Hannover 96 - SpVgg Greuther FürthWas kann man am Spiel des Kleeblatts vor allem kritisieren? Dass es einfach keine Chancen verwerten kann. Das war schon in den vergangenen Spielzeiten so – und es ändert sich (das ist zu befürchten) offenbar auch in der Saison 2016/17 nicht. So war es heute wieder: Der „Angstgegner“ Hannover 96 startete engagiert ins Spiel, und nach 23 Minuten traf der Norweger Iver Fossum ins Tor des Fürther Keepers Balasz Megyeri. Ob der Tormann einen Fehler gemacht hat, will ich hier nicht diskutieren. Das Kleeblatt hatte sich bis zu diesem Moment voll und ganz aufs Verteidigen konzentriert und war kaum im Strafraum der Hannoveraner aufgetaucht.

Anders dann nach der Halbzeitpause. Hatte Trainer Stefan Ruthenbeck seinen Jungs in der Kabine kräftig eingeheizt? Mag sein. Das Ergebnis waren auf jeden Fall bessere Aktionen bei der SpVgg. Veton Berisha setzte einen guten Schuss an den Pfosten (50. Minute), der eingewechselte Serdar Dursun hatte auch kein Glück (52.). Und ein Tor von Robert Zulj (54.) wurde wegen Abseitsposition nicht gegeben. Vermeintlich sichere Möglichkeiten für die Fürther en masse, aber es fehlen Können, Draufgängertum und auch das berühmte Quäntchen Glück, um zum Abschluss zu kommen. So näherte sich das Kleeblatt z.B. in der 70. Minute über rechts und brachte Robert Zulj im Zentrum in Position. Dieser scheiterte aus vier Metern Distanz freistehend am toll reagierenden Hannover-Keeper Philipp Tschauner.

Eine halbe Stunde mit sehr guten Torchancen – ohne den Ausgleich zu machen? Das musste bestraft werden. Und so kam es auch. Die Kombination der beiden Ex-Kleeblätter Felix Klaus und Niclas Füllkrug brachte die SpVgg in die Bredouille. Nach einer Vorgabe von Füllkrug macht in der 74. Minute Sebastian Maier das 2:0, der wiederum zehn Minuten später einen hervorragenden Pass auf Harnik gibt, der – ohne lange zu überlegen – aus etwa zwölf Metern zum 3:0 einschießt.

Der verdiente Ehrentreffer für das Kleeblatt ereignete sich in der 90. Minute: Robert Zulj gab den Ball von links in den Lauf von Berisha, der nur noch Tschauner vor sich hatte und ihn glücklich überwinden konnte.

Fazit: Nach einer reinen Defensivhalbzeit hatte die SpVgg eine halbe Stunde lang Chancen pur – die es einfach nicht verwandeln konnte. Fehlt die dominierende Stürmerfigur? Oder die Exaktheit? Stattdessen werden Bälle im Strafraum nur orientierungslos verballert. An der 1:3-Auswärtsniederlage wird das Kleeblatt zu knabbern haben. Unterm Strich ist das Zustandekommen des Ergebnisses symptomatisch, und ein fader Beigeschmack bei vielen Kleeblattfans ist schon nach dem zweiten Spiel dieser Saison spürbar.