Espresso und Kleeblatt in einer Tasse!

Die Fürther Gustavstraße ist spätestens seit dem Aufstieg der Spielvereinigung als eine der urigsten Fanmeilen in Deutschland bekannt. Hier treffen sich nach den Spielen im Ronhof einheimische Fans und Anhänger der gegnerischen Mannschaften, um zu feiern. Am Ende der Kneipenstraße ist mir ein kleiner Laden aufgefallen, der etwas anbietet, was das Herz eines Greuther-Weibes höher schlagen lässt: einen Espressolöffel mit dem Schriftzug „1. Liga“.
Die Besitzerin des Ladens ist Sabine Scharf, die hier seit drei Jahren nette kleine Unikate anbietet: kunsthandwerkliche Einzelstücke aus eigener Herstellung. Sabine Scharf ist waschechte Fürtherin, die es nach sieben Jahren Exil in Kalifornien reumütig wieder in ihre fränkische Heimat zurückgezogen hat. „Mein Vater hat schon immer inständig gehofft, dass unser Kleeblatt in die Erste Bundesliga aufsteigt“, sagt Sabine Scharf. „Ich war schon vor Jahren mal bei einem Derby im Stadion und habe mir überlegt, dass es nett wäre, in meine künstlerische Arbeit auch ein bisschen Kleeblatt zu integrieren.“
Die Designerin freut sich über auswärtige Fans (z.B. vom Hamburger SV), die vor oder nach den Fußballspielen in die Gustavstraße kommen und im Laden für ihre Familie zu Hause ein ungewöhnliches Mitbringsel kaufen. Also: Wer auch beim Umrühren seines italienischen Espressos ein wahrer Kleeblatt-Fan sein möchte, der ist hier genau richtig. Als Motiv gibt es den männlichen Fan mit dem Schriftzug „1. Liga“ und den weiblichen Fan mit Schal!

Der Spuk in Fürth hat endlich ein Ende!

Als „Königsidee“ wurde das Kunstprojekt anlässlich des Aufstiegs der Spielvereinigung kommuniziert. Auf Geheiß des Fürther Konzeptkünstlers Thor van Horn hatte man Planen vom Rathausturm runtergelassen, die er dann kreativ mit Tausenden grünen Strichen bemalte. Das sollten – so der Künstler – Grashalme sein. Titel des Projektes: „Aufstieg oder Das große Rasen-Kunst-Stück“. Sinn des Ganzen war es, das Selbstbewusstsein der Fürther Bürger, das positive Gefühl für den Aufstieg des hiesigen Fußballvereins in die erste Bundesliga noch zu steigern.
Wie immer lässt sich auch hier über Kunst nicht streiten. Gelungen oder nicht, keine Ahnung. 20 000 Euro für dieses Event. Nun ja. Gäste aus anderen Regionen Deutschlands, mit denen man durch Fürth ging, interpretierten die Planen am verkleideten Rathausturm als Maßnahmen für Umbau- oder Renovierungsarbeiten.
Ab sofort strahlt das Rathaus wieder in alter Frische. Das Kunstprojekt gehört der Vergangenheit an, die Planen wurden abgehängt, die Glühbirnen werden alle installiert. Damit für die Michaelis-Kirchweih, die am 29. September um 10.15 Uhr beginnt, alles perfekt ist. Und wenn am Samstag, 6. Oktober, die Fans vom Hamburger SV, gegen den die SpVgg um 15.30 Uhr in der Trolli ARENA spielt, durch die Kärwa laufen, dann werden sie bestimmt auch ihre Freude am Fürther Rathaus haben. Ohne Planen, ohne gemalte Grashalme, einfach so, wie es ist.

Ideale Kombination: Fußball und Kunst

Bornefeld

Der große Vorteil des Internets ist ja, dass man überall auf der Welt darauf zugreifen und miteinander kommunizieren kann. Dazu gehören neben Mails auch Weblogs.
Und seit heute ist es also amtlich: Das „Greuther-Weiber-Blog“ wird auch in Österreich gelesen. Ein guter Freund hat sich unser Interview in der „NZ“-Klickparade angesehen und spontan reagiert. Er ist selbst ein bekannter Glaskünstler aus Kramsach und bemerkt in seiner Mail treffend:

Ich dachte mir, dass ich das den fußballbegeisterten Greuter-Weibern nicht vorenthalten kann, und dann auch noch mit dem Flair von italodeutschem Einschlag.

Gemeint ist die Ausstellung „Der Goldene Schuss“ von Julia Bornefeld, die ab 12. März 2010 in Bozen in Südtirol ausstellt. Die Künstlerin ist in Kiel geboren und lebt jetzt in Bruneck.
Sehr beziehungsreich ist das Foto auf der Ausstellungs-Info, das tatsächlich – gewissermaßen wie die Faust aufs Auge? – zum Thema „Frauen und Fußball“ passt. Danke nach Österreich für den Kulturtipp – und viel Erfolg, Julia Bornefeld, mit der Ausstellung in Bozen.