Endlich was Eigenes!

Was habe ich doch immer Frau Hoppenstedt in Loriots TV-Sketch beneidet, die nach erfolgreichem Abschluss der Jodelschule „was Eigenes“ in der Hand hatte, ihr „Jodeldiplom“.

Doch jetzt kann man sich auch als Fürther Fußball-Fan glücklich schätzen, endlich „was Eigenes“ zu bekommen: nämlich sein eigenes Spiel. „Heimspiel ist Dein Spiel“, steht vielversprechend auf  der Infotafel kurz vor der Ludwigsbrücke. Ich düse mit meinem Auto vorbei und mein Herz macht einen Luftsprung.

Ich bin jedoch trotz aller Freude, jetzt bei jedem Heimmatch der Spielvereinigung im Playmobil-Stadion ein eigenes Spiel zu bekommen, am Freitag gegen den FSV Frankfurt innerlich zerrissen. In Frankfurt geboren, schlagen nämlich zwei Seelen, ach, in meiner Brust. Bin ich für die Fürther oder die Frankfurter Mannschaft? Aber nach kurzem In-Mich-Gehen entscheide ich, guten Gewissens den Kleeblättern die Daumen zu drücken. Sie sollen gewinnen, haushoch. Denn wenn ich zu einem Frankfurter Fußballverein halte, dann nur zur Eintracht! Vor allem, wenn sie am Samstag gegen den Nürnberger Club spielen!