Hamburg, meine Perle – Zieh‘ Dich warm an!

Der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga wäre natürlich schön gewesen, die bevorstehenden Relegationsspiele machen das Ganze aus Fansicht aber viel spannender. Mit dem Hamburger SV steht der Spielvereinigung ein schwerer Brocken bevor, ein traditionsreicher Verein gegenüber, der in der Saison 2013/14 allerdings unter seinen Möglichkeiten spielte und glücklich ist, überhaupt noch den Relegationsplatz geschafft zu haben.

So war dann auch die Stimmung gestern nach dem gewonnen Heimspiel gegen den SV Sandhausen in der Gustavstraße relaxt und entspannt. Der dekorative Brauereiwagen des berühmten Fürther Bieres stand dekorativ am Straßenrand. Viele Fans tranken im Gespräch einen Schluck auf das 2:0 und den erreichten Relegationsplatz. Einig waren sich alle: In den Relegationsspielen werden die Kleeblätter mit Leidenschaft und Herzblut agieren und zeigen, dass der Wiederaufsteig verdient wäre. Die beiden Kontrahenten Hamburger SV und Spielvereinigung sind in vielen Bereichen komplett unterschiedlich, es erinnert ein wenig an einen Kampf zwischen David und Goliath. Nehmen wir mal die Zuschauerkulisse: Das erste Duell beginnt am Donnerstag, 15. Mai, um 20.30 Uhr in der mit 57.000 Fans ausverkauften Imtech-Arena des HSV. Das Rückspiel steigt dann am Sonntag, 18. Mai, ab 17 Uhr vor gut 18.000 Fans im Sportpark Ronhof. Bei den Spielergehältern wird die Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen dem Kleeblatt und dem HSV deutlich: Etwa 1,8 Millionen Euro Jahresgehalt kassiert ein HSV-Profi im Schnitt. Die Fürther kommen gerade mal auf 200 000 Euro. Der Personal-Etat der mit 100 Millionen Verbindlichkeiten belasteten Hamburger liegt bei 43 Millionen Euro. Die schuldenfreien Kleeblätter stemmen das mit einem 7,2-Mio-Mini-Etat.
Aber sportlich legen die Fürther vieles auf ihre Seite der Waagschale: Die SpVgg tritt mit dem besten Zweitliga-Sturm (64 Tore) gegen die Bundesliga-Schießbude (75 Gegentore) an. Und auch konditionell muss sich das Kleeblatt nicht verstecken. Mit 4.118 Kilometern (121,1 km pro Spiel) übertreffen die Franken die HSV-Profis (3.805 km, 115,3 km/Spiel) in Sachen Laufbereitschaft klar. Mit Ilir Azemi verfügt das Kleeblatt über einen Torschützen, der sich in den letzten Begegnungen kontinuierlich steigerte. Und Keeper Wolfgang Hesl ist eine sichere Bank, wenn es darum geht, das eigene Tor sauber zu halten. Im direkten Vergleich hat der HSV die erste Bundesligabegegnung übrigens mit 1:0 gewonnen, das Rückspiel ging dann unentschieden 1:1 aus. Und beim DFB-Pokal im September 2013 erzielten die Hamburger auch nur ein Tor, das war dann auch der Endstand.

Insgesamt könnte das Kleeblatt ohne Druck und mit aufmerksamen Aktionen die angeschlagenen Hamburger in ihre Schranken wiesen. Ein klarer Vorteil ist es aus meiner Sicht, dass das erste Spiel im Hamburg stattfindet. Denn wie immer die erste Partie auch ausgehen mag: Beim Rückspiel am Sonntag vor heimschem Publikum kann die Spielvereinigung dann alles möglich machen. Der Aufstieg nach nur einer Zweitliga-Saison ist für das Kleeblatt auf jeden Fall zu schaffen! Und nach der gewonnen Relegation muss dann Lotto King Karl den Liedtext seiner Fußballhymne umschreiben:“Wenn Ihr aus Fürth kommt, dann haben wir keine Chance. Wenn wir im Ronhof sind, dann Bundesliga tschüss.“

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