Sararers Streicheleinheit für die Eckfahne

Nach dem verlorenen Halbfinalspiel gegen Borussia Dortmund im März 2012 hat es die Spielvereinigung im DFB-Pokal nie weiter als bis zur zweiten Runde gebracht. Bis heute! Durch das Tor in der 90. Minute von Veton Berisha (nach einem leidenschaftlich erkämpften Angriff) gewann das Kleeblatt mit 2:1 gegen den Erstligisten Mainz 05.

Die Partie hatte über weite Phasen den Charakter eines Freundschaftspiels: harmlos, ohne Fouls, beide Teams agierten auf Augenhöhe. Bis in der 68. Minute das Tor für die Rheinhessen fiel. Jhon Cordoba war wenige Minuten vorher eingewechselt worden. Yunus Malli zirkelte einen Eckball von links an den Fünfmeterraum, wo eben dieser Cordoba höher als Franke hochschnellte und mit Unterstützung des linken Innenpfostens das Tor machte. Schade fürs Kleeblatt, trotzdem liefen die Fans im Ronhof zur Hochform auf. Leider waren insgesamt nur knapp 6.000 Zuschauer im Stadion – sicherlich der frühen Anstoßzeit geschuldet.

Also, 1:0 für die Gäste. Es plätscherte erst mal weiter dahin. Ein unnötiger Ballverlust der Mainzer, die genau auf Narey spielten, leitete den Ausgleich ein! Veton Berisha gab an Sercan Sararer ab, der im Strafraum aufgetaucht war und den Ausgleich machte. Ausgerechnet Sararer (Foto), der nach seinem Aussetzer am Wochenende gegen Tabellenführer Eintracht Braunschweig – als er wutentbrannt die Eckfahne umkickte, was mit Gelb-Rot geahndet wurde – heute seinen Fehler mehr als wettgemacht hat. Als Zeichen für seine „Reue“ lief Sararer nach dem Tor zur Eckfahne und streichelte sie liebevoll.

1:1 – das roch ziemlich nach Verlängerung. Die Ballbesitzquote war übrigens zu diesem Zeitpunkt 33 Prozent : 67 Prozent für die Rheinhessen. Weder die Spielvereinigung noch die Mainzer Gäste rechneten noch mit einer Glanzleistung von Veton Berisha. Er, der immer viele Pässe an den Gegner verliert, der rackert und sich abtut, aber oft ins Leere rennt, ausgerechnet Veton wird zum Helden dieses Pokalabends. In der 90. Minute läuft er aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum. Er will zum Teamkollegen passen, Sercan Dursuns Schuss wird geblockt, pfeilgenau zurück auf den Norweger Berisha, der aus zentraler Position souverän ins Tor trifft.

Ihm ist es auf jeden Fall zu gönnen. Wie der gesamten Spielvereinigung. Der 2:1-Sieg katapultiert das Kleeblatt ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Und sichert Trainer Stefan Ruthenbeck hoffentlich (vorerst) seinen Trainerjob. Gut, denn diese unnötigen Trainerdiskussionen bringen in die Mannschaft nur Unruhe.

Jens Lehmann demontiert sich selbst

Aufmerksamen Lesern des Greuther-Weiber-Blogs blieb es sicher nicht verborgen, dass ich ein Faible für den Stuttgarter Torhüter Jens Lehmann habe. Sein Auftritt bei der Saison-Eröffnung im Fürther Playmobil-Stadion im Juli war zwar nicht spektakulär, aber ich konnte den ehemaligen Nationalkeeper endlich mal aus nächster Nähe sehen.

Meine Begeisterung für ihn erhielt dann in den nächsten Monaten schon einen ersten Dämpfer. In den vergangenen Wochen hat es Lehmann mit seinem Verhalten nun geschafft, dass meine Sympathie für ihn kontinuierlich abnimmt.  Im Sternzeichen Skorpion geboren, steht es ihm zu, ab und zu wild und spontan zu sein,vielleicht auch impulsiv und aufbrausend. Das lebte uns Lehmann ja auch immer wieder vor. Derzeit kultiviert er aber sein Image als Enfant Terrible und benimmt sich total daneben. Damit eckte er bei der Vereinsfühung des VfB Stuttgart an und soll einen erklecklichen Geldbetrag (immerhin 40 000 Euro) für sein lockeres Mundwerk berappen.

Am Wochenende beim Spiel gegen Mainz 05 hat der Fall Lehmann für mich allerdings noch mal ganz andere Dimensionen angenommen. Zunächst war Lehmann vom Spieler Aristide Bancé mehr als unfair attackiert worden. Das wurde vom Schiedsrichter unverständlicherweise nicht geahndet. Ausgerastet ist Lehmann dann kurz vor Spielende. Er trat dem vorherigen Übeltäter auf den Fuß und rempelte ihn mehr als unsanft um. Daraufhin wurde Lehmann mit einer Roten Karte bestraft, und nach dem Straf-Elfer ging das Spiel für die Stuttgarter nur mehr unentschieden aus. Später gab es dann ein noch einen Zwischenfall mit einem Fan vor dem Stadiontor.

Wer Lust hat, Jens Lehmann mal so richtig in Aktion zu erleben, der sollte sich den Videoclip in voller Länge zu Gemüte führen. Er zeigt, dass mit dem aufbrausenden Bundesligaspieler derzeit wirklich nicht gut Kirschen essen ist. Ich frage mich, ob er es sogar darauf anlegt, beim VfB zu fliegen? Und warum muss jemand, der ja wirklich Superleistungen bei der WM 2006 gebracht hat, sich selbst auf diese Art demontieren?
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Bloß nicht leichtsinnig werden!

Also, ehrlich gesagt, da beschleicht mich schon eine gehörige Portion Schadenfreude: Mainz 05 blamiert sich gleich in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Viertligisten VfB Lübeck und scheidet damit aus! Recht so!!!

Denn als Fürther trage ich den Mainzern natürlich schon noch nach, dass sie unser Kleeblatt im Mai um den Bundesliga-Aufstieg gebracht haben. Und das noch dazu in einer Partie, bei der es die eine oder andere umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung gab. Ich erinnere mich zum Beispiel noch genau, wie sich ein Polizei-Hund eine Zeitlang mal den Ball geschnappt hat, als sein „Frauchen“, eine junge Polizistin, das Tier nicht mehr halten konnte. Davon hat der Schiedsrichter gar nichts mitgekriegt, weil er sich am anderen Ende des Spielfelds aufhielt. – Na ja, Schwamm drüber, vorbei ist vorbei.

Nun heißt es aber für unsere Mannschaft: Passt bloß auf, dass es Euch heute nicht auch so ergeht wie den Mainzern am Freitag! Auch wenn Worms nur in der Regionalliga spielt – Lübeck hat gezeigt, wie eine Amateur-Mannschaft Profis vorführen kann.