Mavraj-Nachfolger gefunden: Florian Mohr kommt nach Fürth

Die beiden Relegationsspiele liegen gerade ein paar Tage zurück, Fürth erholt sich allmählich vom zerbrochenen Traum des Wiederaufstiegs in die Bundesliga. Aber die Spielvereinigung schläft nicht. Seit heute ist bekannt, dass Florian Mohr noch in dieser Woche einen Dreijahresvertrag beim Kleeblatt unterschreiben wird. Der 29-Jährige spielt (noch) beim FC St. Pauli. Seine Aufgabe wird es sein, Verteidiger Mergim Mavraj zu ersetzen, der ja ab der kommenden Saison für den 1. FC Köln aufläuft. Florian Mohr wird ablösefrei nach Fürth kommen.

Der Abwehrspieler stammt aus Hamburg, wo er in der Jugend für den SC Eilbek Hamburg und von 1994 bis 2004 für Concordia Hamburg spielte. 2003 wurde er zu Hamburgs Amateur-Fußballer des Jahres gewählt. 2004 wechselte Mohr zu Werder Bremen, wo er zeitweise dem Profikader angehörte. Bis zu seinem Wechsel im Sommer 2008 zum damaligen Drittligisten SC Paderborn 07 wurde er aber ausschließlich in der Bremer U-23-Nachwuchsmannschaft eingesetzt. Die Paderborner stiegen 2009 in die 2. Bundesliga auf, und auch dort behauptete Mohr seinen Stammplatz in den kommenden beiden Jahren. Bereits in der Winterpause der Saison 2011/12 unterschrieb Mohr einen Vertrag bis 2014 beim FC St. Pauli und wechselte dann zur Saison 2012/13 zurück in seine Heimatstadt Hamburg. In seiner ersten Spielzeit für den Kiezverein war er 18 Mal auf dem Platz und schoss drei Tore. Doch die zurückliegende Saison war für Mohr eher deprimierend: er kam nur elf Mal zum Einsatz.

Vom Engagement beim Fürther Kleeblatt erhofft sich Florian Mohr mit Sicherheit einen festen Stammplatz im Team. Die Position von Mergim Mavraj einzunehmen, ist aber nicht einfach. Hat der doch in der letzten Saison oft Schlimmeres vor dem Fürther Tor verhindern können. Auf jeden Fall ist die Spielvereinigung dabei, ihren Kader mit ambitionierten Spielern für die neue Spielzeit aufzufüllen. Beruhigend!

Ein wichtiger Punkt gegen Union Berlin

Das Heimspiel gegen Union Berlin in der Trolli ARENA war in den ersten 45 Minuten etwas dickflüssig und träge, obwohl die Spielvereinigung defensiv kaum Schwächen zeigte. Aber die zweite Halbzeit war für meinen Geschmack superspannend. Vor über 11 500 Zuschauern war den Gästen durch Soeren Brandy in der 43. Minute das Führungstor gelungen. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass Trainer Frank Kramer in der Halbzeitpause zu tun hatte, seine Jungs zu motivieren. Das gelang ihm offensichtlich gut, denn in der 56. Minute traf Ilir Azemi nach einer Vorlage von Benedikt Röcker per Kopfball ins Berliner Tor zum 1:1-Ausgleich. Azemi – das habe ich ja schon nach dem Spiel gegen den VfL Bochum angemerkt – entwickelt sich zunehmend zum Joker im Kleeblatt-Team. Er ist immer für ein überraschendes Tor gut und schafft es, sein Team auch nach einem Rückstand wieder ins Spiel zu bringen (Foto). Mindestens genauso überzeugend war für mich heute Zoltan Stieber. Er hatte eine um die andere gute Chance, aber leider mit an sich tollen Schüssen nie das Glück, auch einen Treffer zu erzielen.
Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. Insgesamt ist die Spielvereinigung nicht druckvoll genug und muss sich mehr auf ihre spielerischen Werte besinnen. Die Partie gegen den FC Union Berlin endete 1:1 unentschieden, wenngleich das Kleeblatt zum fünften Mal in Folge ungeschlagen blieb. Mit einem Wermutstropfen: Mergim Mavraj musste in der ersten Minute der Nachspielzeit nach einem Foul an Brandy mit Gelb-Rot vom Platz. Schade!
Nachdem der SC Paderborn am letzten Freitag gewonnen hat, sind die Verfolger – wenn sie auch anders heißen als vor zwei Wochen – der Spielvereinigung immer noch dicht auf den Fersen. Denn heute hat der FC Sankt Pauli Fortuna Düsseldorf mit 2:0 besiegt, d.h. die Hamburger liegen drei und die Paderborner zwei Punkte hinter den Fürthern.

Am kommenden Freitag, 21. Marz, geht’s mit dem 26. Spieltag weiter, und die Spielvereinigung reist zu Dynamo nach Dresden. Die sind im Moment Tabellenvorletzter und werden mit Sicherheit alles daran setzen, wichtige Punkte auf den Relegationslatz zu erstreiten. Also: Aufpassen und bitte keine Leichtsinnsfehler!

Baba – Foul, Elfmeter, Pfiffe

Kann es sein, dass sich Abdul Rahman Baba für die Spielvereinigung allmählich zur Achillesferse entwickelt? Im übertragenen Sinne natürlich. Schon in den letzten Spielen war seine sportliche Leistung nicht das, was man von ihm erwartet. Baba war gerade mal 17 Jahre alt, als er am 1. Juli 2012 zum Kleeblatt kam und konnte schnell in der Ersten Liga zeigen, was er drauf hat. In der Rückrunde der Saison 2012/2013 avancierte der attraktive Außenverteidiger zum Stammspieler im Kleeblatt-Team. Aber in dieser Wiederaufstiegssaison erfüllt er die Erwartungen ganz und gar nicht. Das gipfelte beim gestrigen Spiel gegen den FSV Frankfurt in einem von ihm verursachten Foul-Elfmeter, den Epstein in der 35. Minute prompt verwandelte. Und das Kleeblatt völlig aus der ohnehin nicht sehr stringenten Spur brachte.

Eigentlich hatte die Partie mit einem frühen Tor von Niko Gießelmann (10. Minute) vielversprechend begonnen und die über 10 000 Zuschauer in der Illusion gewiegt, dass die SpVgg ja die bisherigen 15 Begegnungen mit den Hessen nicht verloren hatten. Aber nach dem versenktem Elfer wegen Babas völlig überflüssigem Foul schien sich das Blatt zu wenden. Die Fürther spielten alles andere als erstligatauglich und kassierten dann prompt noch eine Minute vor der Halbzeitpause das 1:2. In Facebook überschlugen sich daraufhin die negativen und ironischen Kommentare über eine Mannschaft, die leistungsmäßig “nichts bringt”, “dilettantisch” agiert und für die man sich “schämen” müsse.

In der zweiten Halbzeit bemühten sich die Kleeblättler dann mehr. Mit wenig Erfolg. Und dann musste ein Standard für den Ausgleich herhalten: Nach einer Ecke von Stieber klammerte der Frankfurter Djengoue bei Röcker. Schiedsrichter Dankert entschied auf  Elfmeter gegen die Möhlmann-Truppe, den Stephan Fürstner sicher zum 2:2 verwandelte (73.).

Das Spiel plätscherte dahin, die Fans in der Trolli ARENA waren unzufrieden, bis den Kleeblättern – quasi auf den allerletzten Drücker – noch der 3:2- Sieg gelang: Mergim Mavraj köpfte eine Stieber-Ecke zum äußerst glücklichen ersten Sieg im Jahr 2014 ein.

Insgesamt ein Spiel auf eher mäßigem Niveau, die Fürther Fans machten ihrem Unmut vor allem nach Babas Foul mit gellenden Pfiffen Luft. Sie lieben ihre Mannschaft, sind deshalb aber nicht völlig blauäugig und erwarten einfach eine bessere spielerische Leistung. Glück für die SpVgg, dass der 1. FC Köln auch nur unentschieden gespielt hat und Verfolger Karlsruher SC sogar mit einem 0:1 in Aalen schwächelte. Auch wenn Union Berlin heute gewinnen sollte: Das Kleebatt rangiert mit viel Glück wieder auf dem zweiten Tabellenplatz. Nächste Begegnung: Das Montagsspiel gegen den VfL Bochum findet am 10. März ab 20.15 Uhr statt.

Kleeblatt zu Hause: Wieder nichts!

So wie auf unserem Foto Kapitän Mergim Mavraj waren gestern Abend nach der Niederlage der SpVgg gegen Fortuna Düsseldorf die meisten Fürther Fans drauf. Stocksauer.
Kurz nach 17 Uhr hatte Greuther-Weib uwo beim Joggen die Mannschaft samt Trainer Mike Büskens noch zufällig am Hotel Forsthaus getroffen, alle wirkten zu diesem Zeitpunkt locker und zuversichtlich. In vielen Medien war zu lesen gewesen, dass die endlich Aufgestiegenen gegen den Mitaufsteiger aus Düsseldorf beste Chancen hätten, endlich zu Hause ein Tor zu schießen und den ersten Heimsieg einzufahren. Immerhin ein Unentschieden hatte das Kleeblatt ja beim Heimspiel im April erreicht, wir feierten damals gemeinsam mit Campino den Aufstieg der SpVgg und den Relegationsplatz der Fortunen.
Nichts war’s gestern Abend. Das Kleeblatt wirkte leicht verschlafen und kam – wie so oft – im Angriff nicht recht zum Zuge. Zwei Tore der Fortunen in der 26. und 34. Minute machten deutlich, dass es das Düsseldorfer Team einfach schafft, auch ins Tor des Gegners zu treffen. Man hatte das Gefühl, dass die Weiß-Grünen nie wirklich ins Spiel fanden. Zwar versuchten sie in der zweiten Halbzeit engagierter zu spielen, um den Rückstand aufzuholen. Aber es blieb beim 0:2-Endstand in der diesmal nicht ausverkauften Trolli ARENA.
Mike Büskens musste dann nach Ende des Spiels auch einräumen, dass es so nicht reicht, um sich in der Bundesliga zu behaupten. Schon am nächsten Samstag, 29. September, trifft die Spielvereinigung um 15.30 Uhr auswärts auf das Team von Bayer Leverkusen. Es wird Zeit, endlich aufzuwachen!

Mit Glück wieder an der Tabellenspitze

Mit einem blauen Auge ist die Spielvereinigung beim vermeintlich leichten Gegner Karlsruher SC an einer Niederlage vorbeigeschrammt. Sie kam nicht optimal ins Spiel, war in Zweikämpfen oftmals zerfahren und nicht konsequent, lag trotzdem lange Zeit mit einem Tor von Heinrich Schmidtgal in der 19. Minute in Führung. Aber dann sah es immer wieder so aus, als ob die Badener als heute bessere Mannschaft vom Platz gehen würden. Die 2:1-Führung des KSC in der 85. Minute schien für Fürth eine bittere Niederlage am ersten Kärwa-Wochenende zu werden. Doch Mergim Mavraj gelang es dann doch in der Nachspielzeit, das glückliche zweite Tor zum 2:2-Endstand zu schießen.
Aus meiner Sicht ein Spiel, mit dem aufgrund einiger ruppiger Zweikämpfe (siehe Foto) kein Schönheitspreis zu gewinnen war. Gut, muss man vielleicht auch nicht. Die Kleeblätter ließen sich gen Ende der Partie leider auf den unfairen Stil der Gastgeber ein. Fünf Gelbe Karten in der ersten Hälfte, in den zweiten 45 Minuten Fouls und Spielunterbrechungen, durch die der Spielfluss gehemmt wurde.
Das Kleeblatt steht mit einem Punkt Vorsprung wieder an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Das könnte mit einem Quäntchen Glück auch knapp zwei Wochen so bleiben – sofern Fortuna Düsseldorf morgen in Braunschweig nicht gewinnt. Nach der Länderspielpause am nächsten Wochenende trifft die SpVgg dann am 16. Oktober um 13.30 Uhr in der Trolli ARENA auf Erzgebirge Aue. Bis dahin können wir alle mal relativ entspannt die Kärwa genießen.

Wie verhext: Kleeblatt macht schlapp!

Zu früh gefreut! Nach der stabilen Leistung der Spielvereinigung in den letzten Wochen schien die Chance auf den lange ersehnten Aufstieg in die Bundesliga zum Greifen nah. Und dann kam heute das Spiel gegen den – vermeintlich – schwächeren Gegner 1860 München. Was wurde da im Vorfeld nicht alles geschrieben, von einer Münchner Mannschaft, die ihren Kopf weniger auf dem Spielfeld hat als bei der finanziellen Situation des Vereins (denn es ist ja immer noch nicht geklärt, ob ein Investor einsteigt). Und von ach so beherzt aufspielenden Kleeblättern, die es endlich, endlich mal schaffen. Und dann hatten es die anderen, sprich: Bochum und Aue, auch noch verbockt und dem Kleeblatt eine Steilvorlage geliefert. Die Fürther Fans – wir Greutherweiber natürlich auch – witterten schon Morgenluft. “Wir können Historisches schaffen”, orakelte Trainer Mike Büskens im Vorfeld.

Aber nein, die Spielvereinigung hat das Match gegen 1860 München in der Allianz-Arena vor über 21 000 Zuschauern mit 3:0 verloren. Der Sündenbock ist für mich vor allem Mergim Mavraj, dem ein Foulelfmeter zu verdanken ist. Und der dann nach erneutem Foul in der 69.Minute auch noch die gelb-rote Karte sah. Insgesamt schafften es die Kleeblätter nicht, Chancen umzusetzen.
Die Kleeblätter liegen drei Spieltage vor Saisonende zwei Punkte hinter dem Tabellendritten, dem VfL Bochum. Ob sie die letzten Spiele gegen Absteiger Arminia Bielefeld, Oberhausen und Düsseldorf nervlich und spielerisch durchhalten, wird man sehen. Der Weg zum Relegationsplatz – er wird noch ein harter sein!