Schon wieder Unruhe beim Kleeblatt

Das neue Jahr 2016 hat gerade erst begonnen, und schon gerät die Spielvereinigung wieder in die Schlagzeilen: Überraschend hat der Sportdirektor Profifußball Michael Mutzel (Foto) entschieden, sein Amt zum 31. Dezember aus „familiären Gründen“ nicht weiterzuführen. Die Spielvereinigung  – so ist es der Webseite des Vereins zu entnehmen – hat diesem Wunsch entsprochen. Präsident Helmut Hack: „Der Wunsch von Michael Mutzel kam für uns überraschend. Dennoch haben wir Verständnis und respektieren seine Entscheidung.“ Michael Mutzel: „Ich bedanke mich für die spannende und lehrreiche Zeit, in der ich enorm gefördert wurde. Ich wünsche der Spielvereinigung sowohl für die laufende Spielzeit aber auch für die weitere Zukunft nur das Allerbeste.“
Und schon gibt es einen Nachfolger: Ramazan Yildirim übernimmt Mutzels Job. Der 40-Jährige arbeitet bereits seit knapp zwei Jahren für die Spielvereinigung im Bereich Scouting und war für das Kleeblatt schon als Spiele- und Spielerbeobachter tätig. Der frühere Profi (unter anderem: Rot-Weiss Essen, Kickers Offenbach und Eintracht Braunschweig) erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2018. Ramazan Yıldırım (1975 in Peine, Deutschland, geboren) ist ehemaliger türkischer Fußballspieler. Er spielte auf der rechten Außenbahn bevorzugt im Mittelfeld.

Wieso es intern beim Kleeblatt immer wieder zur Unruhe kommt, ist für Außenstehende schwer nachzuvollziehen. Ob es am Präsidenten Helmut Hack liegt, dessen Führungsstil manchmal kritisiert wird? Oder ob zwischen anderen Personen in der Führungsriege des Kleeblatts die Chemie nicht stimmt? Sicher ist, dass die Nerven bei den Verantwortlichen, den Spielern und Fans nach dem mäßigen sportlichen Erfolg gerade blank liegen. Vielleicht bietet die Winterpause gute Chancen, wieder Stabilität reinzubekommen.

Klare Worte und eine Portion Motivation

Fanstammtisch_2015Zu selten finden sie statt, die Fan-Stammtische, zur denen die Spielvereinigung in ihre Räume am Laubenweg einlädt. Gerade jetzt, wo das Kleeblatt nicht sehr erfolgreich spielt und auf einem schlechten Rang im unteren Teil der Zweitliga-Tabelle steht, ist es wichtig, dass sich Verantwortliche des Vereins Fragen der Fans stellen.

Leider kamen am Dienstagabend nur circa 50 Leute zum ersten Fan-Stammtisch 2015. Man kann rätseln, woran das wohl lag: Schlechtes Wetter, Verkehr, spannendes Fernsehprogramm? Alles keine Gründe dafür, dass im Gegensatz zu Fan-Stammtischen der vergangenen Jahre erstaunlich wenige interessierte SpVgg-Anhänger da waren. Immerhin zwei Stunden dauerte dann die Fragerunde, die wie immer um 19.03 Uhr startete.

Auf dem Podium saßen der neue Direktor Profifußball, Michael Mutzel, und Trainer Mike Büskens. Moderiert wurde das Gespräch von Immanuel Kästlen, dem Leiter Medien und Kommunikation. Mutzel ist seit drei Monaten in Fürth, hat Erfahrung in Hoffenheim gesammelt und ist für die Kaderplanung zuständig. An ihn gingen einige Fragen. Im Fokus des Interesses standen vielmehr Mike Büskens und die Perspektiven der Mannschaft in dieser Saison. Ob man sich gedanklich schon mit dem Abstieg in die Dritte Liga beschäftigt habe? Büskens beantwortete das in seiner ihm eigenen Art ruhig und mit klaren Worten. Man müsse „wachsam, aber nicht ängstlich“ sein. Für Frank Kramer sei es schwierig gewesen, mit so vielen neuen, jungen Spielern ein schlagkräftiges Team aufzubauen. Kritische Fragen zu Ein- und Verkäufen von Spielern kommentierte der Coach pragmatisch. Manchmal „hat man Glück, manchmal fasst man in die Sch…“. Wichtig – und da gab Büskens den Fans Recht: Große Fluktuation bei der Spielern schafft keine Konstanz.
Fazit der Fans, die engagiert mitdiskutierten und auch unbequeme Fragen stellten: Motiviertsein muss man leben. „Jetzt sind wir einfach die Unabsteigbaren“, schlug ein SpVgg-Anhänger vor. Denn dass das Fürther Kleeblatt am Ende des letzten Spieltages im Mai den Klassenerhalt geschafft hat, daran zweifeln die Wenigsten.