Nur ein Tor – dann ist das Kleeblatt wieder erstklassig

Das war ein wirklich spannender Fußballabend, nach dem die Wiederaufstiegs-Perspektiven für die Spielvereinigung hervorragend sind. Vor einer gar nicht so coolen hanseatischen Kulisse von fast 57.000 Fans haben die Kleeblätter souverän und mutig gespielt. Der Hamburger SV konnte dem Zweitligisten nur in einer kurzen Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas entgegensetzen. Und so endete das erste Relegationspiel mit einem 0:0.

Wer – wie ich – nicht nach Hamburg fahren konnte, der hat sich das gestrige Spiel entweder gemütlich zu Hause oder mit Kleeblattfans in einer Fußballkneipe in Fürth angesehen. Bei mir floss das dunkle Bier in Strömen, und der Verschleiß an Barbecue- und Salzchips war immens. Egal, wo man war – die Partie machte großen Spaß und zeigte deutlich, was die Kleeblätter sportlich drauf haben. Schon von Beginn an war offensichtlich, dass sie überhaupt keine Angst vor dem angeschlagenen Bundesliga-Dino haben. Die Fürther Spieler (wie bei Auswärtsspielen leider immer in orange und nicht weiß-grün) liefen, was das Zeug hielt, waren überlegt und schnell, sie engagierten sich mit ganzem Körpereinsatz und zogen sich dann prompt auch Blessuren zu: Nikola Djurdjic kam nach einem Zusammenstoß mit Michael Mancienne in der 30. Minute und einer Kopfplatzwunde mit einem Turban zurück auf den Platz – was jedoch qualitativ seinem Spiel keinen Abbruch tat. Und Ilir Azemi hinkte mal mit dem rechten, mal dem linken, dann mit beiden Beinen. Grund dafür war seine tolle Einsatzbereitschaft. Er rannte, kickte, versuchte unermüdlich den Ball ins Tor von Ersatztormann Jaroslav Drobny zu bekommen (der für den verletzten René Adler eingesprungen war). Aber das Glück war gestern nicht auf Azemis Seite. Er rutschte mehr als ein Mal am Ball vorbei oder lag nach akrobatischen Einlagen neben dem Tor. So kam das Kleeblatt nicht zum erfolgreichen Abschluss.

Der einzige Treffer des Abends war Gott sei Dank ein Abseitstor. Pierre Lasogga nickte einen Freistoß von Rafael van-der-Vaart ins Fürther Tor, keine Chance für Keeper Wolfgang Hesl. Aber der Schiedsrichter hatte schon abgepfiffen.
Nach dem Spiel gab sogar der HSV-Trainer Mirko Slomka im TV-Interview zu, dass die SpVgg ein Superspiel gemacht hatte. Und auch HSV-Ex-Torhüter Uli Stein brachte mit klaren Worten die Situation auf den Punkt: Der Hamburger SV muss in seiner aktuellen Verfassung um den Klassenerhalt kämpfen.

Die Kleeblatt-Mannschaft bot als „Gesamtkunstwerk“ auf jeden Fall eine gute Leistung. Der „Fränkische Außenseiter“ wäre nach der gestrigen Leistung ein würdiger Bundesligist. Wenn die Mannschaft es schafft, sich bis Sonntag, 17 Uhr, zu relaxen, neue Kräfte zu mobilisieren und den Kopf frei zu bekommen, dann ist im Fürther Ronhof alles drin. Vor heimischer Fankulisse, die mit ihrer lautstarken Leidenschaft schon so manchem Gegner den Schneid abkaufen konnten, würde dem Kleeblatt mit einem Sieg der Aufstieg gelingen. Und dann ist in Fürth der Bär los, wetten?

Geht Frank Kramer nach Hannover?

Nicht mal in der Nach-Weihnachtszeit kann man richtig entspannen. Wie BILD.de gerade meldet, ist der Coach der Spielvereinigung heißer Anwärter auf den Trainersessel von Mirko Slomka bei Hannover 96. Zwar hat Slomkas Berater Harun Arslan gegenüber BILD.de bestätigt, dass Slomka, der sich gerade im Urlaub in Abu Dhabi befindet, noch nicht als Trainer von Hannover 96 entlassen ist, doch die Suche nach einem Nachfolger läuft längst auf Hochtouren!

Nach BILD.de-Informationen ist Kramer der Wunschkandidat von 96-Boss Martin Kind. Danach soll es in den letzten Tagen auch schon Kontakt zu dem Fürth-Trainer gegeben haben. Was aber nicht nur Kleeblattfans wissen: Frank Kramer hat noch einen Vertrag bis 30. Juni 2015 hier in Fürth. Und Kind will keine Ablöse zahlen. Das tat er zuletzt 2006, als er Dieter Hecking von Alemannia Aachen verpflichtete.

Wenn Frank Kramer die Kleeblätter verlässt, dann wäre das ein herber Schlag für den Bundesligaabsteiger. Kramer ist seit dem 12. März 2013 beim Kleeblatt und hat den damals entlassenen Mike Büskens in der Abstiegsphase ersetzt. Dank seiner hervorragenden Führung hat es der Verein geschafft, jetzt als Tabellenzweiter in die Winterpause zu gehen. Ich bin gespannt, was sich in den nächsten Tagen tut!