Kleeblattfans gänga zum Ronhof nieber

Die Kärwa naht mit schnellen Schritten, große Teile der Fürther Innenstadt werden heute für den Aufbau von Buden, Fahrgeschäften und Karussells gesperrt. Das Kärwaspiel am kommenden Sonntag, 29. September, ab 13.30 Uhr im Ronhof gegen Holstein Kiel wirft seine Schatten voraus. Witzig ist das große Plakat, das an mehreren markanten „Einflugschneisen“ (Foto: Kirsten Harder) , sprich: wichtigen Straßen, hängt: „Andere fahren zu ihrem Klub, mir gänga nieber“ ist dort zu lesen. Dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Woanders ist auf großen Transparenten zu lesen, dass sich andere Fans bei guten Aktionen und Erfolgen ihrer Mannschaft zu „Standing ovations“ hinreißen lassen, Kleeblattfans nur fränkisch-trocken kommentieren „Bassd scho“. Stimmt, Fürther Fußballfans haben ihren eigenen Humor, da wird mit enthusiastischer Begeisterung manchmal dezent hinter dem Berg gehalten.

Also: Ich hoffe, das Stadion ist am Sonntag rappelvoll, wenn viele Fans „nieberganga“ sind. Denn: Um den Luxus, dass ein Fußballstadion so zentral im Stadtgebiet liegt und man einfach mal schnell zu Fuß dorthin läuft oder spontan mit dem Rad zum Ronhof rüberfährt, darum beneiden uns viele andere Vereine!

So motiviert man Kleeblatt-Fans

Ich bin immer wieder aufs Neue von den Ideen der Leute angetan, die sich um die Werbung der Spielvereinigung kümmern. Es gab wirklich schon witzige Plakataktionen, wie z.B. Ende 2009 „Es geht um die Wurst“ mit Handwerkern, die Kleeblatt-Fans sind, im Sommer 2013 mit der Flughafen-Tafel in den Zeiten des drohenden Abstiegs und dem Plakat über „Ärgerliche Urlaubssitten“ mit den Liegestühlen und Handtüchern.

Wieder sehr originell ist auch das aktuelle Motiv: „Lieber unten ein Hoch als oben ein Tief“ steht in großen Lettern z.B. auf der Plakatwand an der Ludwigsbrücke in Fürth. Ich stimme diesem Slogan mit voller Überzeugung zu. Was nutzt es den SpVgg-Anhängern, wenn sie nach jedem Spiel deprimiert und gefrustet sind? Gar nichts. Die Stimmung war nach vielen Erstligabegegnungen auf dem Nullpunkt und man hatte schon gar keinen Spaß mehr am Fußball.
Da sieht die Sache jetzt schon ganz anders aus. Auch wenn das Kleeblatt gestern vor 500 Zuschauern das Freundschaftsspiel gegen den türkischen Erstligisten Genclerbirligi Spor Kulubu in Burgfarrnbach (!) mit 1:2 verloren hat. Die ersten beiden Spiele nach dem Abstieg in der zweiten Liga hat die SpVgg jeweils mit 2:0 gewonnen. Das Kleeblatt liegt momentan an der Tabellenspitze. Und so können die Fans doch bestens gelaunt in den nächsten Tagen zum Weinfest in die Gustavstraße gehen und dort die gute Stimmung, Musik (heute bei der Eröffnung u.a. „Kapelle Konrad“ mit einer Mischung aus fränkischer Volksmusik und südosteuropäischen Interpretationen) und kulinarische Leckerbissen genießen!

Ärgerliche Urlaubssitten

Wer von uns hat noch keinen Sommerurlaub auf Mallorca oder Teneriffa, Ibiza oder an der Adria gemacht und sich dort über die ärgerlichen Angewohnheiten anderer Hotelgäste aufgeregt? Schon vor dem Frühstück werden spätestens um 7 Uhr mit großen individuellen Handtüchern die Liegestühle belegt und blockiert. Und wer dann zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Auf genau diese Situation spielt die neue selbstironische Plakataktion der Spielvereinigung an. Man sieht einige Liegestühle mit Handtüchern von Borussia Dortmund, Bayern München, dem HSV usw.  Und der Slogan bringt es kurz und knackig auf den Punkt: „Wenig Spaß und anstrengende Gäste – Nächstes Jahr fahren wir wieder woanders hin.“
Das Kleeblatt wird wohl in der nächsten Saison in der zweiten Liga wieder kleinere Brötchen backen. Und es werden sportlich und psychisch wieder Begegnungen auf Augenhöhe sein. Gute Reise!

Nichtabstiegsplatz fürs Kleeblatt – Verschoben!

Ich habe hier im Blog schon einige Male über die originellen Plakatmotive der Spielvereinigung geschrieben. Ich erinnere an die Aktion mit den Handwerkern, die sich fürs Kleeblatt engagierten. Oder die „Unaufsteigbar-Tour“ im vorletzten Jahr, die ja dann 2012 mit dem Aufstieg in die Bundesliga endete.
Seit einigen Tagen hängt nun an der Einflugschneise in die Fürther City an der Ludwigsbrücke das neueste Plakat mit dem Titel „Jetzt haben wir nur noch ein Ziel“. Auf ihm wird im Stil einer Abflugtafel am Flughafen mit den bisherigen Misserfolgen der SpVgg in der ersten Liga kokettiert. Man sieht – realistisch betrachtet – für den Tabellenletzten nur noch wenige Perspektiven bis zum Saisonende im Mai. Stimmt, abschreiben kann man sicher den UEFA-Cup-Platz, und auch ein Rang im Mittelfeld ist eher utopisch. Aber alles Weitere: Da sind nicht nur wir Greuther-Weiber mehr als zuversichtlich!

Wer will sich vom Kleeblatt packen lassen?

Die Spielvereinigung ist ja immer für witzige Marketing-Ideen gut, ich erinnere nur an die „Unaufsteigbar“-Kampagne oder die Plakate mit den treuen Fans.
Jetzt haben die Köpfe der Kleeblatt-Kreativen wieder geraucht und einen neuen Coup gelandet: „Erst mal packen, was geht“ wird da vollmundig versprochen. Naja, das Verb „packen“ hat ja ganz unterschiedliche Bedeutungen: begeistern, elektrisieren, fesseln, aber auch „derb anfassen“ oder „sich davonmachen“, frei nach dem fränkischen Abschiedssatz „Wir packen’s dann mal“. „Packen“ kann aber auch etwas ganz anderes bedeuten… Aber Greuther-Weiber sind ja eher zurückhaltend und werden hier nicht ins Detail gehen.
Im Falle des SpVgg-Plakats gibt uns der abgebildete Koffer dann die richtige Worterklärung: „1. Liga – Wir haben es uns verdient“ steht da. Und: „Spielvereinigung Greuther Fürth – Wir wissen, wo wir herkommen“. Ach so, die Kleeblätter packen ihre Koffer, um in den nächsten Monaten zu Bundesliga-Spielen in ganz Deutschland zu reisen und werden dann mit „feindlichen“ Trikots und Schals zurückkehren. O.k., Jungs, dann packt in den nächsten Monaten mal, was geht!